Montag, 29. Februar 2016

{Ratgeber - Information - Lebensmittel} Skandal, ich habe Rind in meiner Lasagne gefunden

Hallo Leute!

Lebensmittelskandale häufen sich - das kann wohl keiner leugnen. Böden werden genauso ausgebeutet wie Tiere und der Bauer soll dran Schuld haben. Bauer Willi aber spricht ein Machtwort an die Verbraucher...

Sauerei
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Daten
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Autor: Dr. Willi Kremer-Schillings
Verlag: Piper
ISBN: 3492060382
Preis: 14,99€
Broschiert, 336 Seiten


Inhalt
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Die Kette, die unsere Nahrung vom Produzenten zum Konsumenten geht, wird immer länger. Kaum einer weiß heutzutage, dass die billige Milch im Supermarkt irgendwann einmal aus einer Kuh kam und dass auf der Tiefkühl-Salamipizza  auch ein bisschen Schwein liegt.

Auf der anderen Seite kennt auch kaum einer die Nöte der Bauern, die durch den Konsumenten immer mehr unter Druck geraten. Sie müssen expandieren, die Preise sinken jeden Monat. Ohne Expansion kommt unweigerlich die Pleite - und kaum jemand möchte sich mehr die Hände schmutzig machen und irgendwann einmal den Hof der Eltern übernehmen. Gleichzeitig machen große Lebensmittelhandelsketten Druck, damit die Preise immer weiter sinken.

Kein Wunder also, dass sich die Lebensmittelskandale häufen - immer mehr Antibiotika werden eingesetzt, kranke oder tote Tiere minimieren den Gewinn noch weiter, der Bauer kann es sich fast nicht mehr leisten, dass ein Tier aus seinem Bestand an einer Krankheit stirbt.

Bauer Willi versucht dabei, diese unvermeidliche Abwärtsspirale aufzuhalten, indem er Bauer und Verbraucher durch Information wieder etwas näher zusammenbringt. Gezielt wirft er Fragen auf, die dem Verbraucher vor Augen führen, was es genau bedeutet, wenn das halbe Hähnchen fertig gebraten etwa die Hälfte kostet wie 500 g Katzenfutter.



Fazit
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Nun mal Budder bei die Fisch - wer von euch hat sich gewundert, dass Pferd in der Tiefkühllasagne aufgetaucht ist? Ich nicht! Denn wer erwartet, dass er in einer 1,29€ Lasagne die besten Teile der Kuh wiederfindet, der ist - und da wird mir Bauer Willi rechtgeben - selbst schuld.

Nun muss ich sagen, ich bin familiär etwas vorgeprägt - meine Schwiegermutter ist auf einem Bauernhof aufgewachsen und mein Schwiegeronkel hat bis vor 2 Jahren noch Milchwirtschaft betrieben - jetzt betreibt er Bullenmast. Daher weiß ich auch so ungefähr, was der Bauer heute pro kg Fleisch tatsächlich so bekommt.

Das Buch öffnet die Augen. Nur leider wird es wieder diejenigen erreichen, die sowieso schon wissen, was möglichst billig kaufen anrichten kann. Wir essen beispielsweise kaum noch Fleisch, überhaupt keinen Fisch mehr (Überfischung der Meere ist ja so ein anderes Thema) und ich gehe so oft wie es geht auf den Bauernmarkt. Den Imker besuche ich einmal im Jahr persönlich (ein Hobbyimker im Prater) und kaufe 1-2 Gläser. Und Lebensmittelskandale mit anschließender künstlicher öffentlicher Empörung schocken mich keineswegs.

Ein interessantes Buch, das sich der eine oder andere Bildzeitungskonsument mal zu Gemüte führen sollte.

In diesem Sinne

Eure Anke


{Humor} Schwanger werden ist nicht schwer...

Hallo Leute!

Nun bin ich fast 1 Jahr verheiratet - und die Fragen häufen sich... Und? Kinder? Und da fand ich dieses witzige Buch...

Heringe schmecken hervorragend mit Nutella
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Daten
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Autorin: Andrea Reinwarth
Verlag: riva
ISBN: 978-3-86883-842-8
Preis: 8,99€
gebundene Ausgabe, 96 Seiten


Inhalt
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Ich denke, der Untertitel fasst den Inhalt ganz gut zusammen. "100 Dinge, die ich in der Schwangerschaft gelernt habe."

Auf jeder Seite fasst Reinwarth ein Ding zusammen, das sich für sie in der Schwangerschaft gelernt hat.

Dazu gehören einfache Dinge, etwa dass man sich mit einem Neunmonatsbauch nicht mehr in einen Liegestuhl setzen darf, es sei denn, man will darauf auch gebären oder auch, dass die Schwiegermutter und sie nicht den gleichen Geschmack bei Babyklamotten haben. Oder seien es praktische Dinge wie dass man durchaus Nutella und Heringe auf einem Brot essen kann. Auch gehören Dinge dazu, die eine Frau während der Schwangerschaft nicht gerne hört - etwa "Der Bekannten einer Bekannten ist während der Schwangerschaft ja was ganz schlimmes passiert" und Dinge, die den Einkauf betreffen - etwa dass man beim Kinderwagenkauf sein Klassenbewusstsein entdeckt und dass man einen Nestbautrieb entwickelt.

Jedem "Ding" wird dabei in diesem kleinen Büchlein eine ganze Seite gewidmet.



Fazit
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Humorvoll und mit viel Selbstironie zählt Andrea Reinwarth 100 Dinge auf, die Frau nur in der Schwangerschaft lernen kann. Besonders tiefgründig ist der Inhalt allerdings nicht - dafür umso witziger - und gerade ich, die ich es (noch) nicht erlebt habe, finde das ganze dann doch sehr amüsant, ein bisschen ein Ausblick auf das, was kommen wird. Angst macht es aber aufgrund der gewissen Selbstironie, die man aus jedem Satz lesen kann, nicht.

Von mir gibt es für dieses sehr amüsante Buch über Leben und Leiden als Schwangere klare 5 Sterne.

In diesem Sinne

Eure Anke


PS: Passend zu diesem Buch ist bei riva auch ein Buch über das erschienen, was man dann nach der Schwangerschaft lernt. Es hat den Titel "Wasserfeste Stifte hat der Teufel erfunden".

{Krimi - Reihe - Skandinavien} Kommissar auf Drogen

Hallo Leute!

Viel Schnee gab es ja in diesem Winter in Wien leider nicht. Umso verlockender klang der neueste Titel aus der Leo Junker Reihe...

Schmutziger Schnee
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Daten
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Autor: Christoffer Carlsson
Verlag: C. Bertelsmann
ISBN: 3570102335
Preis: 14,99€
Broschiert, 416 Seiten


Inhalt
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 Leo Junker ist gerade frisch in den Polizeidienst zurückgekehrt, als sie schon zu ihrem ersten Tatort gerufen wird. In einem Hinterhof liegt die Leiche eines bekannten Soziologen, einziger Zeuge ein kleiner Junge, der am Fenster stand.

Schnell wird klar, dass der Fall wesentlich brisanter ist, als zunächst gedacht. Spätestens als der Tote offiziell identifiziert ist, ist der Fall wirklich heiß. Der Soziologe hatte mit einigen gewaltbereiten Randgruppen in Stockholm engen Kontakt steht. Und dann kommt Junker auf eine heiße Spur. Doch dann wird ihm der Fall entzogen - der Schwedische Geheimdienst hat seine Finger im Spiel.



Fazit
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Ich weiß nicht so recht, aber irgendwie bin ich mit dem Krimi nicht so richtig warmgeworden. Ständig fragt man sich, warum dem Kommissar Leo Junker am Tatort ständig entweder kotzen oder Tabletten schlucken will. Vielleicht hängt das damit zusammen, dass ich den ersten Band nicht gelesen habe - anscheinend kehrt Leo gerade in den Polizeidienst zurück und ist völlig verstört - aber mich verstört im ersten 1/4 mehr der Zustand der Kommissarin als der Mord an dem Soziologen. Immer wieder versucht er sich einzureden, dass alles okay ist, aber trotzdem wird die nächste Tablette eingeworfen. Es gibt ja viele Krimis mit verstörten und verhaltensauffälligen Kommissaren, aber der toppt wirklich alles. Da sind natürlich ordentliche Wissenslücken - Band 2 kann man nicht ohne Band 1 lesen, was für mich bei eigentlich 2 unabhängigen Fällen für mich ein erheblicber Mängel ist.

Unabhängig von meinen mangelnden Vorkenntnissen kommt der Fall nur sehr zäh in Gang - vermutlich weil der Kommissar zu viele Tabletten schlucken muss, was gefühlt in jedem zweiten Satz vorkommt. Das strengt einfach an, weil meine Aufmerksamkeit relativ schnell flöten geht und langsam aufgehende Spannung gleich wieder abfällt - eine Spannungskurve habe ich so gut wie gar nicht gefunden.

Dieser Skandinavienkrimi war ausnahmsweise mal nicht so meins - zu geschädigt der Kommissar, zu wenig Spannung...

Von mir gibt es 2 Sterne.

In diesem Sinne

Eure Anke


Sonntag, 28. Februar 2016

{Thriller - Skandinavien - Fjällbacka} Nazis in Fjällbacka

Hallo Leute!

Ich bin ja bekennender Fan von Skandinavienkrimis. Und eine der meistgelesenen Autorinnen ist sicherlich Camilla Läckberg. 2 Romane waren bei mir schon auf dem Prüfstand und ich sah das ganze bisher etwas zwiespältig.


Engel aus Eis
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Daten
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Autorin: Camilla Läckberg
Verlag: Ullstein Taschenbuch
ISBN: 3548610633
Preis: 9,99€
Taschenbuch, 512 Seiten


Inhalt
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Das Buch ist ein weiteres aus der Reihe um das Ehepaar Hedström/Falck. Er, Patrick, ist Polizist in der Gemeinde Tanum, zu der auch der 900 Seelen Ort Fjällbacka gehört - Sie, Erica, schreibt Sachbücher über historische Kriminalfälle aus der Gegend und findet bei ihren Recherchen immer wieder Parallelen zu Patricks Fällen.

Nun wird die kleine Maja, die Tochter von Patrick und Erica, schon 1 Jahr alt. Patrick hatte sich schon seit längerem entschieden, auf Erziehungsurlaub zu gehen um Erica den Rücken freizuhalten und sich um die Kleine zu kümmern.

Doch schon am Ersten Tag begegnet er seinen Kollegen beim Spaziergang. Sie sind auf dem Weg zu einem Einsatz. Der alte Erik Frankel wurde ermordet. Der pensionierte Geschichtslehrer wird von 2 Jungs gefunden, die in sein Haus einbrechen, um seine Sammlung von Reliquien aus der NS Zeit zu begutachten. Doch als sie in die Wohnung eindringen, ist der gesamte Boden von Fliegen bedeckt - Frankel ist seit mehreren Monaten tot. Er war bekannt dafür, der NS Zeit eher negativ gegenüberzustehen und trotzdem alles aus der Zeit zu sammeln, weshalb Erica ihm auch 3 Monate zuvor einen Orden brachte, den sie bei den Sachen ihrer Mutter fand.

Erica beginnt unterdessen, die Kriegstagebücher ihrer Mutter zu lesen, die sie nach deren Tod auf dem Dachboden gefunden hat. Dabei dringt sie immer tiefer in die Welt ihrer Mutter ein, zu der sie zu Lebzeiten immer ein eher distanziertes Verhältnis hatte. Doch Elsy (die Mutter) beschreibt das Leben während des Krieges, gemeinsam mit ihren Freunden Erik, Axel und Britta.Und dabei erfährt sie, dass Erik gerade in Fjallbäcka ermordet wurde.

Je tiefer Erica in die Vergangenheit ihrer Mutter eindringt, umso mehr trifft sie auf ihre dunkelsten Geheimnisse.

Fazit
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Das Buch hat gleich mehrere spannende Aspekte.

Das erste, was ein bisschen auch Läckbergs Sti ausmacht, ist die wechselnde Erzählung einmal aus der Gegenwart und zum anderen wird paralell die Geschichte von Elsy und ihren Freunden aus den Jahren 1943 bis 1945 erzählt - die Kriegswirren, der Widerstand, das KZ (in das Axel kommt) spielen hierbei eine wichtige Rolle - und viele der Protagonisten von damals entdeckt man auch in der Gegenwart wieder (außer Elsy und Erik, die sind ja gestorben).

Mir gefällt der Charakter der Erica Falck ganz gut. Sie ist auf der einen Seite die dynamische Karrierefrau - immerhin führen Erica und Patrick eine gleichberechtigte Ehe, auf der anderen Seite geht sie bei ihren Recherchen sehr stark aus dem Bauch heraus vor. Das wirkt zwar manchmal sehr naiv und bringt den Polizisten Patrick aus dem Konzept - doch immer kann sie zu Patricks Ermittlungen beitragen.

Was ich ein bisschen als Minuspunkt sehe, die Serie könnte langsam ihr Ende erreicht haben - ich meine, so bald Erica eine Geschichte anpackt, passiert in Fjallbäcka ein Mord, der mit Ericas Recherche in Zusammenhang steht stirbt auf unnatürliche Weise... Hallo? Die Frau würde ich doch der Stadt verweisen. Das wirkt ein bisschen konstruiert.

Ich bin diesmal wieder etwas zufriedener als beim letzten Roman - aber ich habe ja noch 6 Bücher vor mir...

In diesem Sinne

Eure Anke

{Sachbuch - Geschichte - 20. Jahrhundert} Eine universalhistorische Deutung

Hallo Leute!

Ich bin ja durchaus geschichtlich sehr interessiert. Gerade das vergangene Jahrhundert ist eines, das mit seinen beiden Weltkriegen und geprägt durch den Kalten Krieg wohl die meisten Umbrüche mit sich brachte. Dan Diner versucht diese in seinem Buch zusammenzufassen und zu deuten...


Das Jahrhundert verstehen
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Daten
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Autor: Dan Diner
Verlag: Pantheon
ISBN: 3570552748
Preis: 16,99€
Broschiert, 400 Seiten


Inhalt
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In seinem Buch versucht Dan Diner die gesamthistorischen Entwicklungen auf der Welt aus den Jahren 1917 (der erste Weltkrieg geht gerade zu Ende, in Russland herrscht Revolution) bis ins Jahr 1989 (Fall des Eisernen Vorhangs) als Basis zu nehmen, um damit die aktuellen Entwicklungen einordnen und deuten zu können.

Sein Hauptfokus liegt dabei auf den Weltkriegsjahren und den Entwicklungen kurz danach, der Aufteilung der Welt und der Entstehung des Konflikts zwischen den verschiedenen Werteebenen, zwischen dem Kapitalismus (geführt durch die USA) und dem Kommunismus (geführt durch die Sowjetunion). Damit betrachtet Diner den vordergründigen Konflikt zwischen den beiden Ideologien als Hauptebene seiner Deutungen.

Als zweite Ebene betrachtet er den Konflikt zwischen Hegemonie und Nationalität und dessen Einfluss auf unsere nicht allzu ferne Zukunft.

Besonders deutlich werden in dem Buch die Verknüpfung einiger historischer Ereignisse, die eine ganz neue Deutungen zulassen und einen ganz anderen Blickwinkel zeigen.


Fazit
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"Das Jahrhundert verstehen" erfordert meiner Meinung nach ein fundiertes historisches Grundwissen, wer das nicht hat, wird sich wohl Seite für Seite quälen und das Jahrhundert am Ende auch nicht verstanden haben. Es ist ein wahrer, historischer Rundumschlag und daher nix für Leute, die im Geschichtsunterricht geschlafen haben.

Besonders spannend finde ich, dass Diner deutliche Parallelen zu aktuellen Konflikten deutlich aufzeigt (was ja eigentlich nach dem Jahrhundert der Kriege eine Warnung sein sollte). Er macht dabei die Vernetzung verschiedener Ereignisse untereinander aber auch Verknüpfungen zu Ereignissen in der heutigen Zeit besonders deutlich.

Interessant ist dabei, dass er die Zukunft keineswegs schwarz sieht, wenn man denn die historischen Ereignisse des vergangenen Jahrhunderts versteht und als Orientierungshilfe nimmt um es besser zu machen.

Nicht besonders gefällt mir der Sprachstil. Wer keine historische Fachliteratur gewohnt ist, wird vor lauter Fachwörtern wohl schon im Vorwort die Segel streichen. Und die Sätze sind teils sehr verschachtelt, was schon ein sehr konzentriertes Lesen erfordert.

Von mir gibt es für dieses sehr interessante, fast schon epochale Werk 4 Sterne.

In diesem Sinne

Eure Anke




Freitag, 26. Februar 2016

{Ratgeber - Glück - Hörbuch} Doofes Glück, wo bist du...

Hallo Leute!

Mit dem Glücklichsein ist das ja so eine Sache - es ist sicherlich nicht immer einfach, glücklich sein und glücklich bleiben - da gibts ja eine ganze Armee unterschiedlicher Ratgeber. Einen davon, ein Hörbuch, stelle ich euch heute vor...

Wie Sie unvermeidlich glücklich werden
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Daten
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Autor/Leser: Manfred Lütz
Verlag: Randomhouse Audio
ISBN:  978-3837133042
Preis: 19,99€
ungekürzte Lesung, 5 CDs
5 Stunden 21 Minuten


Inhalt
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Das Hörbuch beginnt schon mit einer mutigen Aussage:

Es ist mein voller Ernst, dass man unvermeindlich glücklich werden kann.

Nun, das ist schon einmal ein Wort - der ultimative Weg zum ewigen Glück. Puh, na da bin ich aber gespannt.

Er versucht, seine Thesen psychologisch zu untermauern, kommt dabei aber zu dem Schluss, dass es den Wahren Weg zum Glück gar nicht gibt. Denn Glück ist individuell und man kann es nur für sich selbst finden. Und dafür ist es eben nötig, nicht die Pfade anderer zu beschreiten, sondern nach seinem eigenen Weg zu suchen - nur so kann echtes Glück gelingen. Und damit stellt er sich ganz klar gegen die vielen Autoren, die das "Ratgeberregal" in der Buchhandlung immer weiter füllen und den Menschen IHREN Weg zum Glück aufzwingen wollen.

Das Buch bzw. Hörbuch plädiert für einen ganz individuellen Weg zum Glück, den jeder für sich selbst suchen muss. Es plädiert für Spaß am Leben und nicht striktes nach irgendwelchen Ratgebern richten.


Aufnahme
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Das Hörbuch liest der Autor persönlich in einer ruhigen und sehr angenehmen Stimme, der man gut folgen kann. Hintergrundgeräusche o.ä. gibt es nicht, für mich ist die Aufnahme perfekt auf das Buch zugeschnitten.




Fazit
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Nun mal ehrlich, wer daran glaubt, dass man durch das Hören eines Hörbuches oder durch das Lesen eines Buchs wirklich glücklich wird, der war noch nie in einer Buchhandlung. Denn wenn ein Autor schon das ultimative Rezept gefunden hätte, würden das Buch alle kaufen und kein neues Buch wäre nötig.

Ich habe das Hörbuch beim Joggen gehört und mich königlich darüber amüsiert, denn ein kleines bisschen nimmt Lütz sich nämlich auch selbst auf die Schippe, indem er sagt, dass er eigentlich NIE so ein Buch schreiben wollte. Ganz im Gegenteil, er versucht sich eben gegen diese "Glücksindustrie" zu stellen.

Ich selbst bin eh kein Fan dieser Glücksratgeber. Ich habe zwar mal in den einen oder anderen reingeschaut, besonders überzeugt war ich bisher von keinem, weshalb das Fazit von Lütz für mich wenig überraschend klingt - lasst das Zeug im Regal!

Auf dem Weg zum Glück hat auch Manfred Lütz die Psychologie nicht neu erfunden. Seine Sicht des Glücks liest bzw. sich aber so amüsant, dass man sich wirklich gut unterhalten fühlt, auch wenn man keinen neuen Weg zum Glück findet und vielleicht unvermeidlich doch noch ein bisschen weitersuchen muss.

In diesem Sinne

Eure Anke

{Roman - Krimi - Skandinavien} Winter in Fjällbacka

Hallo Leute!

Nachdem ich von Band 3 der Reihe um das Ermittlerpaar Patrick Hedström und Erica Falk ganz begeistert war, mussten auch die anderen Bände her... Begonnen habe ich mit dem jüngsten, dem fünften.


Die Schneelöwin
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Daten
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Autorin: Camilla Läckberg
Verlag: List
ISBN: 347135106X
Preis: 19,99€
gebundene Ausgabe, 448 Seiten


Inhalt
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Erica Falk ist Autorin - sie schreibt Sachbücher über bekannte, historische Kriminalfälle. Dafür interviewt sie seit geraumer Zeit die Gefängnisinsassin Laila, die vor 27 Jahren ihren Mann erstochen und ihre Tochter im Keller gefangen gehalten haben soll. Doch an Laila herankommen dagegen ist sehr schwierig.

Ihr Mann Patrick ermittelt währenddessen in einem aktuellen Kriminalfall - der Kommissar leitet die Ermittlungen in einem besonders grausamen Fall. Victoria ist bereits das fünfte Opfer. Schwedenweit verschwanden Mädchen spurlos. Doch im Gegensatz zu den ersten 4 taucht Victoria wieder auf - im Schnee auf einer Landstraße. Sie wird angefahren und stirbt. Bei der Obduktion jedoch findet man grausame Entstellungen, die sie bereits vorher hatte - ihr Entführer hatte Augen und Zunge entfernt und die Trommelfälle durchstochen.

Währenddessen versucht Erica, dem Geheimnis von Laila auf die Spur zu kommen. Die Geschichte der jungen Frau wird parallel erzählt, wie sie ihren Mann kennenlernt, einen polnischen Zirkusartisten und wie ihre beiden Kinder bekommt und dass sie fürchterliche Angst vor ihrer immer aggressiven Tochter bekommen, sie schließlich sogar wegschließen.

Patrick ermittelt im Umfeld des Reiterhofes, auf dem Victoria verschwunden ist - bei Jonas und Marta und ihrer Tochter Molly. Vor allem Jonas ist schnell im Fokus der Ermittlungen, denn in Victorias Blut wird Ketamin gefunden, zu dem der Tierarzt natürlich Zugriff hat.

Dann verschwindet Lasse, der Victoria offensichtlich beobachtet und irgendwen erpresst hat - man findet Zigarettenkippen mit seiner DNA unter Victorias Fenster.


Fazit
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Irgendwie hat mich dieser Band leider enttäuscht. Erst die letzten 20% werden so langsam zum Thriller. Anfangs verliert man sich etwas in einem Wust von lauter Namen und Personen, die zum Teil gar nicht richtig eingeführt werden. Hier macht es das Schwedische sicher schwierig, da man ohne Nachnamen keine ganz so leichte Zuordnung finden kann. Ich habe mir streckenweise sogar Notizen gemacht, um dann wieder herauszufinden, wer das jetzt nochmal war.

Durch diese Verwirrung hatte die Geschichte für mich auch absolut deutliche Längen, so extrem, dass ich zwischenzeitlich sogar überlegt habe, das Lesen abzubrechen. Wenn man die anderen Geschichten von Läckberg kennt, weiß man quasi schon nach 20% was Sache ist - was am Ende sich dann auch als wahr erweist. Und da nützt das ganze Verwirren mit der Geschichte um Lasse (die nie richtig aufgelöst wird) nichts.

Ich war insgesamt mit diesem Thriller tatsächlich eher unzufrieden, das Gänsehautfeeling nur auf ein paar Seiten und das schnelle Sicher sein, wer der Mörder ist, macht es nicht gerade besser.

Mehr als 3 Sterne kann ich da leider nicht geben.

In diesem Sinne

Eure Anke


Donnerstag, 25. Februar 2016

{Biografie - USA - Film} Blutiger Meister

Hallo Leute!

Ich muss ja eins zugeben - Tarantino Filme sind zwar nicht jedermanns Sache, meine jedoch schon. Gerade erst war ich wieder bei der 70mm Roadshow zum neuesten Film "Hateful Eight" und da konnte ich natürlich auch an diesem Buch nicht vorbeigehen...

Quentin Tarantino Unchained
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Daten
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Autor: Michael Scholten
Verlag: Riva
ISBN: 3868836985
Preis: 16,99€
Gebundenes Buch, 200 Seiten



Inhalt
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Mit nur 8 Filmen hat es Quentin Tarantino in den absoluten Hollywood Olymp geschafft - 2 Oscars hat er gewonnen - dabei sind seine Filme definitiv nichts für schwache Nerven. Egal ob Reservoir Dogs, Inglorious Basterds oder Django Unchained oder sein neuestes Werk Hateful Eight - eins floss immer in Ströhmen - Blut.

Michael Scholten liefert mit seiner Biografie erstmals eine deutschsprachige Recherche über den Kultregisseur. Und dabei lässt er alle zu Wort kommen - Freunde und Konkurrenten und natürlich auch seine Schauspieler, darunter Christoph Waltz, den er zum zweimaligen Oscarpreisträger machte (in Inglorious Basterds und Django Unchained jeweils die beste Nebenrolle). Das trägt natürlich die eine oder andere witzige Anekdote ans Tageslicht, die so bisher nicht in die Presse gelangt ist.

Quentins Weg war nämlich nicht immer vorbestimmt - der Problemschüler verdiente sein Geld nämlich nach Abschluss der Schule zunächst als Videothekar, bis sein Talent erkannt wurde und er direkt mit dem ersten Film die Spitze Hollywoods erklomm.

Auch seine besondere Beziehung zu Deutschland wird thematisiert, denn nicht erst seit den Dreharbeiten für Inglorious Basterds (größtenteils in Brandenburg) fühlt er sich hier besonders wohl.


Fazit
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Zugegeben, der erste Tarantino Film, den ich im Kino geschaut habe (die Basterds) hat mich anfangs ein wenig verstört - vor allem weil hier Gewalt ohne große Hemmungen gezeigt wird - Blut fließt, Körperteile explodieren - es hat schon durchaus seinen Grund, warum ich die meisten seiner Filme nicht gerade mit meinem 6jährigen Neffen schauen würde (FSK meist ab 16).

Aber dennoch hat mich schon immer der derbe Humor fasziniert, der dahintersteckt - natürlich ist man geschockt, wenn sich das Blut plötzlich überall verteilt, aber da muss man dahinter blicken um das Genie zu finden, das hinter diesen Exzessen steckt.

Tarantino Unchained wirft ein umfassendes Licht auf das "Regie-Wunderkind", das keine Massen an Filmen transportiert, doch die er macht, haben seinen Stil und sein Genie. Man wird keinen Film von Tarantino für das Werk eines anderen Regisseurs halten. Meist drückt er nicht nur seinen Stempel seinen Filmen auf, sondern auch sein Gesicht - in Hateful 8 habe ich ihn allerdings nicht gefunden.

Spannend finde ich diese Biografie vor allem, weil sie nicht der Meister selbst aufs Papier gebracht hat, sondern weil der deutsche Autor alle möglichen Menschen aus dem Umfeld zu Wort kommen lässt. Dadurch erhält man eine ganz andere Sichtweise liefert, angereichert mit zahlreichen spannenden Geschichten. Aber auch negative Meinungen finden hier ihren Platz - Neider dürfen genauso sprechen wie seine Freunde.

Das Buch ist ein absolutes MUSS für alle Tarantino-Fans.

In diesem Sinne

Eure Anke

Mittwoch, 24. Februar 2016

{Kochen - Indisch} Einmal Indien und zurück

Hallo Leute!

Ich muss sagen, ich LIEBE Indische Küche. In kaum einer Küche spielen so viele exotische Gewürze zusammen. Mit diesem Thema beschäftigt sich auch das folgende Buch...

Spirit & Spice
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Daten
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Autor: Michael Langoth
Verlag: Edition Styria
ISBN: 3990110756
Preis: 45€
Bildband, 224 Seiten


Inhalt
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Der Autor Michael Langoth führten ihn bereits in die italienische Po Ebene und ins Mekong-Delta. So ist auch auf seiner neuesten Reise in den südlichen Teil Indiens eine interessante Mischung aus Kochbuch und Kulturguide entstanden.

Neben tollen Rezepten (z.B. Eier mit Marsala, schwarze Berglinsen oder Goldener Safranreis mit Huhn) bietet das Buch auch spannende Fakten zur indischen Küche (sowas wie "Curry" kennt man dort nämlich gar nicht).

Die einzelnen Rezepte sind sehr ausführlich mit sehr hochwertigen Bildstrecken erläutert und wirklich völlig problemlos nachzukochen. Ich habe inzwischen schon das eine oder andere ausprobiert.

Auch besondere Kochtechniken, die in Europa nicht so gängig sind, werden in Wort und Bild beschrieben.

Neben den zahlreichen Rezepten sind auch sehr interessante Fakten zur südindischen Küche enthalten - etwa die Herstellung der bekanntesten Marsalas (indische Gewürzmischung, die zum Teil sogar von Familie zu Familie unterscheiden).

Dazu werden auch spannende Themen aus der südindischen Kultur verewigt. Ein sehr eindrucksvoller Beitrag handelt etwa vom Spannungsfeld aus Tradition und Moderne - gerade in Südindien leben viele Menschen dort noch wie vor 1000 Jahren, mit Handkarren und Ochsenflug. Auf der anderen Seite ist gerade in den Zentren die Technik auf dem Vormarsch.


Fazit
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Das Buch einzugruppieren ist irgendwie schwierig. Denn es bietet eine interessante Mischung aus Kochbuch und einer Einführung in die Südindische Kochkultur. Und da ich inzwischen zahlreiche Inder aus allen Teilen des Landes kenne (und dort privat auch schon eingeladen war), gehört die Südindische Küche zu meinen liebsten.

Michael Langoth liefert ein tolles Kochbuch mit interessanten und vor allem im Gegensatz zu vielen anderen "indischen" Kochbüchern auch relativ authentisch - zumindest nach Aussage unserer indischen Freundinnen, die natürlich auch schon drin geblättert haben.

Das Buch ist wunderschön und bietet einfach mehr als nur die reinen Rezepte, sondern es schafft anhand von eindrucksvollen und hochwertigen Bildern und ausführlichen Texten auch einen Eindruck von den kulturellen Einflüssen auf die südindische Küche.

Von mir gibt es für dieses hochinteressante Kochbuch klare 5 Sterne. Das Buch ist absolut Top für alle, die gerne auch mal selbst zum Kochlöffel greifen.

In diesem Sinne

Eure Anke

{Roman - Italien - Liebe} Mal ne Abwechslung

Hallo Leute!

Kennt ihr das - ihr habt mal Lust auf was anderes? Nicht immer nur Thriller, Mord und Blut... Daher griff ich diesmal zu was Heiterem mit ganz viel Urlaubsstimmung.


Wie die Frauen von Borgo Propizio das Glück erfanden
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Daten
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Autorin: Loredana Limone
Verlag: Piper
ISBN: 3492306888
Preis: 9,99€
Taschenbuch, 336 Seiten


Inhalt
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Belinda hat genug von ihrem alten Leben - sie geht in das malerische italienische Dorf Borgo Propizio, um dort eine Milchbar zu eröffnen. Um die alte Bar zu renovieren, engagiert sie Ruggero, der bei der Arbeit zahlreiche Überraschungen vorfindet. Dazu gehört ein wertvoller Ring, den er in der Milchbar im Mauerwerk verborgen findet.

Und eines Abends überfährt er vor der Bar beinahe Mariolina - was danach passiert, ist Liebe auf den ersten Blick. Mariolina geht mit dem wildfremden Mann essen. Doch die beiden Familien sind sich zunächst nicht ganz so einig über die Liebesgeschichte. Besonders Ruggeros Familie ist dabei eher schwierig. Aber auch Mariolina hat es mit ihrer ständig häkelnden Schwester Marietta nicht wirklich leicht. Und ganz nebenbei wird noch ein Schmuckschatz gewidmet, den man in der Milchbar vermutet.

Eine wilde und teils verworrene und chaotische Geschichte beginnt - mit eine italienische Mamma und allem, was dazugehört.





Fazit
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Gemeinsam mit Belinda wird der Leser direkt in die italienische Dorfidylle entführt. Und das ist - wie man aus zahlreichen Filmen kennt - ein eigener, kleiner Mikrokosmos. Dabei reiht sich ein Italienklischee an das nächste und das in einem enormen Tempo, das bei mir ein ums alle mal für ein breites Schmunzeln gesorgt hat. Es ist eine sehr quirlige Geschichte, die allerdings auch nur sehr oberflächlich bleibt.

Was man der Geschichte zu Gute halten muss, ist die enorm positive Ausstrahlung, die die gesamte Geschichte auf mich besitzt, man fühlt förmlich die italienische Sonne auf der Haut.

Das Buch versetzt einen in richtig gute Laune - allerdings ist es auch relativ oberflächlich, die ideale Sommer- und Freibadliteratur. Ja, auch sowas kann man durchaus mal im Winter lesen - in Wien war vorgestern bei 24 Grad ja schon beinahe Freibadwetter.

Man muss sich nicht allzu tief mit dem Ganzen beschäftigen, fühlt sich aber dennoch gut unterhalten... Es ist allerdings nichts, was einem längerfristig im Kopf herumwirbelt.

Aus vielen Dialogen und Konflikten hätte man sicherlich etwas mehr machen können.

Dieser Italienroman wird es sicherlich nicht in meine "Hall of Fame der besten Bücher 2016" schaffen, aber mal was anderes ist ja auch nicht schlecht... Ich habe mich amüsiert...

In diesem Sinne

Eure Anke

Montag, 22. Februar 2016

{Thriller - USA - Entführung} Über die Folgen von Schuld

Hallo Leute!

Wisst ihr eigentlich, dass es was tolles ist, wenn man mal ein Wochenende kein Internet hat? Wir haben unseren Vertrag umgestellt, ein neues Modem bekommen und danach hatten wir vor allem Zeit - Zeit zum Spielen und Zeit zum Puzzeln und vor allem aber Zeit zum Lesen…


Fürchte Dich
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Daten
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Autorin: J.S. Carol
Verlag: Aufbau Taschenbuch
ISBN: 3746630983
Preis:9,99€
Taschenbuch, 336 Seiten



Inhalt
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Das Alfie’s ist DAS In-Lokal, in dem alle Größen Hollywoods speisen. Bis zu 9 Monate muss man auf eine Reservierung warten. Es sei denn, man ist JJ. Die PR Agentin ist mit dem Alfie’s Chef Tony eng befreundet, weshalb sie auch mal etwas schneller an eine Reservierung kommt - so wie heute.

Zum Lunch kommt ebenfalls Alex King mit einem norwegischen Supermodel - ein von JJ eingefädelter PR Coup - denn die Paparazzi lauern natürlich vor der Türe.

Doch an diesem Tag kommt alles anders. Als Alex gerade auf der Toilette ist, stürmt ein bis an die Zähne bewaffneter Mann in das Lokal und nimmt alle als Geiseln. Darunter eine beliebte Sitcom-Darstellerin, eine Oscargekrönte Regisseurin, ein Musikmogul und andere bekannte Gesichter.

Er trägt eine Sprengstoffweste, deren Zünder mit einem Pulsmesser gekoppelt ist - ein Überwältigen scheint daher sinnlos. King kann sich als einziger auf der Toilette verbergen und nimmt Kontakt mit dem FBI auf.

Für die Medien - allen voran für den drittklassigen Nachrichtensender TLR - natürlich ein gefundenes Fressen. Der Mann hat eine Sprengstoffweste - ganz klar Al-Kaida. Nur inszeniert der Geiselnehmer alles auch genau in der Form.

Und nach und nach lässt er tatsächlich Geiseln gehen - zuerst die Angestellten, später dann lässt er sich diverse Spielchen einfallen - etwa russisches Roulette (um daran teilzunehmen, muss jeder 1 Millionen überweisen). Und die 6 Millionen tauchen später auf dem Konto einer Wohltätigkeitsorganisation auf, die sich um Prostituierte kümmert.

Der Killer mordet scheinbar willkürlich und ohne Zögern, so als hätte er nichts zu verlieren.


Fazit
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Ein wahnsinnig temporeicher Thriller, der es absolut in sich hat. Wie so oft bei amerikanischen Thrillern findet man auch hier die schnelle Abfolge von Kapiteln mit Schauplatzwechseln - so wird eine atemlose Stimmung kreiert, die einen nicht mehr loslässt.

Gleichzeitig empfand ich den Wechsel zwischen der Geiselperspektive (allen voran JJ bei den Geiseln und Alex als verborgene Geisel) und der Medienperspektive recht spannend. Seth, dem Senderchef von TLR z.B. scheint nur wichtig, dass er die Informationen VOR CNN und NBC hat - und dafür ist er auch bereit, einiges zu investieren und vielleicht auch das Leben der Geiseln zu riskieren, nur damit er als erster mit einer Information herauskommt.

Ein guter Thriller zeichnet sich für mich immer dadurch aus, dass man sich zwischendurch immer mal zwingen muss, das Buch wegzulegen und man dabei spürt, wie sich der Puls langsam beruhigt. Und wenn man am Ende dann noch wie in ein Loch fällt, aus dem man erstmal krabbeln muss, bevor man das nächste Buch anfangen kann, hat der Autor doch einiges richtig gemacht…

Für mich ist das Buch ein grandioser und sehr unterhaltsamer Thriller mit erhöhtem Pulsschlag beim Leser und (wie für amerikanische Thriller üblich) sehr viel Blut auf den Seiten.

Von mir gibt es klare 5 Sterne.

In diesem Sinne

Eure Anke

Freitag, 19. Februar 2016

{Sachbuch - Schicksal - Nazizeit} Der Jude und der Möbelbauer

Hallo Leute!

Gerade, wenn das eigene Leben auch 2 Generationen nach Kriegsende noch immer von den damaligen Geschehnissen bestimmt wurde (meine Großeltern erzählten sehr viel von ihrer Vertreibung), ist man von anderen Schicksalen besonders bewegt.

Dieses Buch hat mich gleich fasziniert, schließlich nimmt die Geschichte in meiner heutigen Heimat Wien ihren Anfang.

Und im Wienerwald stehen noch immer die Bäume
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Daten
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Autor: Elisabeth Asbrink
Verlag: btb
ISBN: 3442749824
Preis: 10,99€
Taschenbuch, 416 Seiten


Inhalt
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Otto Uhlmann wächst als ein eigentlich glückliches Kind in der Wiener Löwengasse auf. Er spielt gerne Fussball und geht gerne zur Schule.

Doch dann ändert sich für den jüdischen Jungen alles. Im November 1938 werden die Geschäfte geplündert, die Synagogen brennen. Seine Familie wird nur durch den Hausmeister geschützt. Fortan darf er sich nicht mehr in Parks aufhalten und auch nicht mehr zur Schule.

Ein unerträglicher Zustand für die Eltern, doch sie schaffen es, den Jungen aus der Stadt zu bringen. Die Schwedische Israelmission bietet damals die Möglichkeit, dass jüdisch-christliche Kinder ausreisen können. Und so wird der 13jährige am Wiener Ostbahnhof unter Tränen verabschiedet und in den Zug nach Schweden gebracht.

Dort landet er auf dem Hof des Mannes, der mit 17 Jahren den heute noch berühmten IKEA Konzern gründete - Ingvar Kamprad, seineszeichens ein glühender Anhänger der Nazipartei. Und dennoch werden die beiden enge Freunde.

Das Schicksal des jüdischen Jungen aus Wien wurde anhand von mehreren Hundert Briefen nachvollzogen, die die Eltern zuerst aus Wien und später aus dem KZ Theresienstadt schrieben nachvollzogen. Über die Jahrzehnte bewahrte Otto sie auf, sie zeichnen das Grauen nach, dem die Eltern in Wien ausgesetzt waren, denn kein Stein bliebt auf dem anderen im Leben der Familie und dennoch blieben die Bäume im Wienerwald stehen.


Fazit
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Was würde heute passieren, wenn noch einmal ähnliches wie 1938 passieren würde? Wenn Menschen auf die Straße getrieben und gefoltert würden? Wenn bestimmte Kinder von Bildung ausgeschlossen und nicht mehr in Parks gehen dürften? Gäbe es dann auch Menschen, die ihr Leben riskieren und sich dem entgegenstellen würden?

Diese Fragen stelle ich mir immer wieder, wenn ich solche Bücher lese (zuletzt auch "Der Jude mit dem Hakenkreuz"). Meine Familie war zwar nicht während des Krieges von solch einer Verfolgung betroffen, sondern danach. Aber auch da frage ich mich immer wieder, was es für mich bedeuten würde, innerhalb von 1 Stunde die Wohnung mit den wichtigsten Dingen zu verlassen.

Wie schon gesagt, mich hat diese Geschichte noch einmal besonders gerührt, weil ich die Straßen kenne, durch die die Familie zu Anfang läuft - und weil die Judenverfolgung in Wien, wie es mir scheint, noch einmal besonders grausam abläuft, musste man doch dem "Führer" gefällig sein, weil er Österreich erst kürzlich an das Deutsche Reich angegliedert hat.

Sehr bewegend lässt Elisabeth Asbrink die Briefe erzählen, die die Eltern ihrem Sohn geschrieben haben, die von mal zu mal dramatischer werden. Anfangs will man dem Jungen keine Angst machen, doch von Jahr zu Jahr schwindet die Hoffnung auf ein Wiedersehen. Gleichzeitig entwickelt sich die Freundschaft zwischen Otto und dem beinahe gleichaltrigen Ingvar - Otto hilft fleißig auf dem Hof und muss nach dem Krieg beginnen, sein Leben ohne die Eltern auf die Reihe zu bekommen.

Von mir gibt es für dieses Buch ganz klare 5 Sterne.

In diesem Sinne

Eure Anke

{Sachbuch - Geschichte - Spanien} Der Weg in die Diktatur

Hallo Leute!

Ich denke, die wenigsten Deutschen waren noch nie in Spanien - schließlich ist es DAS Urlaubsland schlechthin. Und wenn man nicht nur an den Strand geht, sondern vielleicht auch mal in ein Museum, wird es vielleicht kennen, das dunkle Kapitel der jüngeren Spanischen Geschichte.

Der Spanische Bürgerkrieg 1936 - 1939
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Daten
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Autor: Anthony Beevor
Verlag: Pantheon
ISBN: 3570551474
Preis: 16,99€
Broschiert, 656 Seiten


Inhalt
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Vor rund 80 Jahren brach der große Krieg in Spanien aus - der Kampf der zwei großen Ideologien. Auf der einen Seite befanden sich die Nationalisten unter General Franco, unterstützt aus Italien und Deutschland dann auch später siegreich. Auf der anderen Seite befanden sich die Republikaner. Volle 3 Jahre tobt der Bürgerkrieg.

In einer rein chronologischen Betrachtung gelingt es Beevor dabei, den Krieg von seinen Anfängen in der Abdankung des Königs bis hin zur Internationalisierung des Konflikts - unter Beteiligung von Italien und Deutschland und auch der Sowjetunion und dem endgültigen Sieg der Nationalisten. Gerade diese internationalen Hintergründe neben den Innerspanischen Konflikten werden hier meisterhaft analysiert.



Fazit
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Nun, ich bin ja ein Fan davon, mich über Ereignisse etwas intensiver zu informieren über Ereignisse und Orte, an denen ich schon einmal war.  Und dieses Buch liefert einen optimalen Überblick über die komplexen militärischen Ereignisse, die ihr Ende in der Franco-Diktatur fanden.

Die Bewertung des Krieges ist dabei relativ neutral, also weder aus Sicht der Republikaner noch aus Sicht der Nationalisten. So entsteht eine fast schon objektive Analyse der Ereignisse in die auch andere Konflikte innerhalb der spanischen Gesellschaft einfließen und daher keine Schwarz-Weiß-Bewertung.

Mir fehlen allerdings ein klein bisschen die politischen Hintergründe und Zusammenhänge - die fallen in der Qualität gegenüber den militärischen Schilderungen ab.

Allerdings liest es sich gerade für Einsteiger in die spanische Geschichte besonders angenehm und bietet daher eine optimale Einführung in die Thematik Spanischer Bürgerkrieg und Diktatur. Besonders hervorzuheben ist hierbei, dass man den dargestellten Ereignissen auch chronologisch gut folgen kann. Ein roter Faden ist deutlich zu erkennen, der mir schon in so manchem historischen Sachbuch bisher fehlte.



Von mir gibt es sehr gute 4 Sterne.

In diesem Sinne

Eure Anke

Donnerstag, 18. Februar 2016

{Sachbuch - Zeitgeschehen} Einmal Dschihad und zurück

Hallo Leute!

Heutzutage fragt man sich immer häufiger, was in jungen Menschen vorgehen mag, die plötzlich ihr "Lotterleben" aufgeben um plötzlich Allah zu folgen in seiner konservativsten Form. Dominic Schmitz war einer von ihnen - mit 17 Jahren wurde er zum Salafist.

Ich war ein Salafist
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Daten
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Autor: Dominic (Musa) Schmitz
Verlag: Econ
ISBN: 3430202132
Preis: 18€
Broschiert, 256 Seiten





Inhalt
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Dominic Schmitz gehörte zum engsten Kreis in der deutschen Salafistenszene. Er war quasi die rechte Hand des Mönchengladbacher Salafistenführers Sven Lau, war mit Pierre Vogel auf der Hadsch in Mekka und hatte engsten Kontakt zu allen bekannten Salafistengruppen in Deutschland.

Doch wie kommt es dazu, dass ein 17jähriger Kiffer sich dazu entscheidet, der "perfekte Moslem" zu werden? Am Anfang ist es wohl ein starkes Zugehörigkeitsgefühl. Gegenseitig spornt man sich an, dass man immer mehr Koransuren rezitieren kann, und immer mehr Menschen rekrutieren kann. Das scheint zu einer Art Gehirnwäsche zu führen - Dominic, der jetzt nur noch mit seinem arabischen Namen Musa al Almani gerufen wird, wird sogar die Hadsch finanziert. Er heiratet Lena, eine andere Konvertitin, nachdem Mona, seine Ex-Freundin, mit ihm konvertiert hatte (aus Liebe) und irgendwann kein Kopftuch mehr tragen wollte.

Dann beginnt er auch, Propagandavideos zu produzieren, DVDs und Flyer in seiner Umgebung zu verteilen. Doch je mehr sich die Gruppe zu radikalisieren beginnt, umso größer werden Musas Zweifel. Sein engster Vertrauter meldet sich plötzlich aus Syrien. Und dann steht sein Entschluss fest.

Heute ist Musa noch immer gläubiger Moslem, hat den Kontakt zu seiner alten Moschee in Mönchengladbach allerdings abgebrochen und will mit dem Salafismus nichts zu tun haben. In seinem Youtubekanal berät er andere Aussteiger und muss sich immer wieder mit den Bedrohungen seiner ehemaligen Gefährten konfrontiert sehen.


Fazit
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Wie wird man ein Salafist? Die Geschichte von Dominic Schmitz liest sich wie die klassische Sektenstory, wie man sie von Scientology o.ä. kennt. Die Eltern des Jungen trennen sich, als er 5 Jahre alt ist. Ab dem Zeitpunkt sucht er nach Halt. In der Schule glänzt er häufig durch Abwesenheit, der Aussenseiter kifft und spielt den lieben langen Tag Computerspiele. Bis ein Freund in in die Moschee mitnimmt.

Von da an beginnt ein religiöser Eifer, gemeinsam mit den anderen will er nur noch der perfekte Moslem werden - geht auf die Hadsch, produziert ein Propagandavideo nach dem nächsten, bis er schließlich realisiert, wo das ganze hinführt. Und auch als Aussteiger wird ihm das Leben ähnlich schwergemacht, wie man es von Sekten kennt.

Die Geschichte von Dominic Schmitz trägt sicherlich dazu bei, die jungen Salafisten in Deutschland zu verstehen, wobei sie für mich nur sehr wenig überraschend scheint - genau so habe ich es mir vorgestellt - junger Mensch sucht Orientierung und bekommt eine Hirnwäsche, schafft es aber trotzdem irgendwie wieder zurück ins Leben - was mich übrigens sehr positiv stimmt... Den Weg sollten viel mehr Salafisten gehen...

In diesem Sinne

Eure Anke

Mittwoch, 17. Februar 2016

{Krimi - Bayern - Cold Case} Mischung aus Kampusch und Cold Case

Hallo Leute!

Gerade hier in Österreich ist der Fall Natascha Kampusch noch immer mal wieder in der Presse. Vor allem wohl, weil man sich noch immer nicht ganz einig ist, ob die Kampusch nun wirklich reines Opfer war.

Gedenke mein greift so ein bisschen die Idee der Langzeitentführung auf...

Gedenke mein
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Daten
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Autorin: Inge Löhnig
Verlag: List
ISBN: 3548612288
Preis: 9,99€
Taschenbuch, 400 Seiten





Inhalt
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Gina Angelucci ist Teil eines neu eingerichteten Kommissariats, das sich bei der Münchner Kriminalpolizei mit sogenannten kalten Fällen beschäftigt. Ungelöste Kriminalfälle werden wieder aufgerollt, Spuren neu ausgewertet um so den Tätern noch auf die Spur zu kommen.

Gerade erst haben sie einen Staatssekretär wegen eines 26 Jahre zurückliegenden Falles überführt, als Petra Weber auf Gina zukommt. Ihre Tochter Marie wurde vor 10 Jahren - so vermutete man - von ihrem eigenen Vater ermordet und in einem See versenkt, der Vater beging danach Selbstmord und steckte sich selbst in Brand.

Da die Leiche des Mädchens nie gefunden wurde, hat Gina ein gewisses Mitgefühl mit der Mutter, denn sie selbst erwartet gerade mit 38 ihr erstes Kind von ihrem Kollegen Tino, den sie auch alsbald heiraten will. Daher begibt sich Gina auf die komplizierte Suche - und schnell wird klar, dass die Kollegen der Rosenheimer Kripo geschlampt haben. So haben sie etwa die Obduktion von Webers Leiche einfach nicht durchgeführt, noch nicht einmal ordentlich identifiziert wurde er. Als Gina ihn exhumieren lässt, wird schnell klar, dass Weber nicht Selbstmord begangen haben kann, denn er kam vermutlich schon tot am Ufer des Sees an.

Hoffnung keimt auf - denn wenn Webers Mörder einen solchen Aufwand betrieben hat, um es so aussehen zu lassen, dass Marie im See verschwunden ist (Abschiedsbrief und angetäutes Schlauchboot), könnte sie vielleicht doch noch leben? Doch wo soll Gina da ansetzen.


Fazit
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Für mich ist "Gedenke mein" ein sehr schöner, solider Krimi, der von allem ein bisschen zu bieten hat - einen Mord, ein bisschen Kampusch Feeling (hält etwa der benachbarte Kinderschänder das Mädchen gefangen) und ein bisschen Verwirrung. Ich muss sagen, etwa ab der Hälfte stand für mich der Täter mehrfach fest, einmal hatte ich mich sogar schon geärgert, weil ich dachte, dass der Rest jetzt nur noch aus einem umeinander rumschleichen zwischen Täter und Polizei bestehen würde. Und das nur, um meine Theorie 20 Seiten später wieder über den Haufen zu schmeißen.

Vielleicht ist gerade die Verknüpfung, die man als Leser unwillkürlich mit den Fällen Priklopil (Kampusch Entführer) und Fritzl (der seine Tochter im Keller gefangen hielt) das, was diesen Krimi so spannend und so gelungen macht - kombiniert natürlich mit den vielen Theorien, die man sich irgendwie selbst zusammenspielt.

Außerdem zeichnet sich dieser Krimi durch eine schöne, klare Ausdrucksweise und einem schönen, logischen Aufbau aus.

Insgesamt bekommt dieses Buch von mir das Prädikat "sehr Lesenswert".

In diesem Sinne

Eure Anke



Dienstag, 16. Februar 2016

{Sachbuch - Kinder - Kulturen} Das Museum in meinem Bücherregal

Hallo Leute!

Eintritt frei - das hört man gerne, wenn man vor einem Museum steht... Ein schönes Museum in Buchform liefert Richard Wilkinson...

Das Museum der Weltkulturen
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Daten
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Autoren: Jo Nelson (Autor), Richard Wilkinson (Illustrator)
Verlag: Prestel
ISBN: 3791372378
Preis: 24,99€
Gebundenes Buch (27x68cm), 112 Seiten




Inhalt
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Kindgerecht werden auf 112 Seiten die wichtigsten Weltkulturen erläutert. Dabei durchwandert man unterschiedliche Säle:

Im Eingangsbereich wird zunächst einmal erläutert, warum man denn so viel über längst vergangene Kulturen weiß. Dabei wird die Frage geklärt, was denn eigentlich ein Archäologe macht.

Saal 1: Afrika
Saal 2: Amerika
Saal 3: Asien
Saal 4: Europa
Saal 5: Naher Osten
Saal 6: Ozeanien

Die einzelnen Exponate werden großformatig abgedruckt - dazu passend gibt es kindgerechte Beschreibungen etwa von ägyptischen Totenmasken oder der Hoa Hakananai'a auf den Osterinseln.

Fast allen Weltkulturen (die Inka fehlen meiner Meinung nach, vielleicht auch noch mehr) wird in diesem Buch eine Doppelseite gewidmet, deren Kultur anhand von Exponaten (Zeichnungen wichtiger Kultgegenstände) ausführlich erläutert wird. Insgesamt 140 Ausstellungsstücke stehen in den 6 Sälen des Museums für Weltkulturen.

So begibt man sich auf die Reise quer durch die ganze Welt und auch quer durch die Geschichte - vom frühen Islam ins alte China, vom alten Indien bis ins alte Ägypten. Man lernt Brettspiele aus dem Nahen Osten oder Räuchergefäße der Maya kennen.



Fazit
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Erstaunlich ist schon das Format - das passt vielleicht nicht in jedes Bücherregal. Aber natürlich war es das erste Buch, das mein Neffe (kommt bald in die Schule) rausgerissen und durchgeblättert hat. Das sah fast ein bisschen aus wie früher, als mein Opa immer noch Zeitung gelesen hat. Und auch wenn Jan noch nicht lesen kann, die Begeisterung war groß und ich musste ihm vorlesen (hoffentlich lernt der Bub das bald...).

Mir persönlich haben in Amerika die Hochkultur Inka gefehlt, aber den Kids wird das sicherlich nicht so auffallen. Dennoch halte ich sie für wichtiger als etwa die Olmeken oder die Hopewell.

Die Illustration und die Texte sind für Kids im späten Grundschulalter geeignet, wenn dann das Interesse für sowas wirklich anfängt (ich weiß noch, bei mir waren es mit 10 die Astronauten und weniger die Weltkulturen). Besonders die Zeichnungen der Artefakte halte ich für besonders gelungen.

Insgesamt ist es ein cooles Buch, das (fast) alle Weltkulturen einfach und anschaulich erläutert. Allerdings ist es definitiv nix für's Handgepäck. Insgesamt gibt es von mir sehr gute 4 Sterne.

In diesem Sinne

Eure Anke

Montag, 15. Februar 2016

{Sachbuch - Geschichte - Nazizeit} Der Kriegsheld im KZ

Hallo Leute!

KZ-Geschichten haben Leute meiner Generation in der Schule gehört. Die meisten werden wohl auch mal ein KZ besichtigt haben, denn rund 40 Jahre nach dem Krieg (ich bin 1983 geboren) lief die Aufarbeitung bereits auf Hochtouren.

Lorenz Beckhardt begegnete das Thema auf eine etwas andere Art. Der 1961 geborene Journalist wurde katholisch erzogen, erfuhr als Erwachsener jedoch, dass er eigentlich das Kind von Juden ist, die ihm das Leben als Jude in Deutschland mehr oder minder ersparen wollten.

In diesem Buch erzählt er die Geschichte seiner Familie.


Der Jude mit dem Hakenkreuz
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Daten
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Autor: Lorenz S. Beckhardt
Verlag: atb
ISBN: 374663203X
Preis: 12,99€
Taschenbuch, 480 Seiten


Inhalt
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Akribisch arbeitet der Wiesbadener Journalist Lorenz Beckhardt seine Familiengeschichte auf und geht dabei rund 200 Jahre zurück. Seine Familie lebte mit rund 30 anderen Juden im kleinen Ort Sonneberg, der später an die Kurstadt angegliedert wird.

Sein Großvater Friedrich - genannt Fritz - ist sogar ein echter Kriegsheld. Bekannt wurde er, weil er auf seinen Kampfflieger sein persönliches Glückssymbol, das weiße Hakenkreuz pinselte. Er war einer von nur 1700 Personen, die im Ersten Weltkrieg mit dem goldenen Militär-Verdienstkreuz (höchste Auszeichnung für Nicht-Offiziere) ausgezeichnet wurden (2 davon waren Juden). Eigentlich hätte jeder Nationalsozialist ihn mit Präsentation der Waffe und allen Ehren grüßen müssen, wäre sein Name nicht von dieser Liste getilgt worden. Er kommt mit der gesamten Familie ins KZ, doch sein alter Fliegerkamerad - kein geringerer als Hermann Göring - macht die Flucht der gesamten Familie nach England möglich, so dass auch Beckhardts Vater Kurt überlebt. Doch viele der Verwandten haben den Holocaust nicht überlebt.

Nach dem Krieg kehrt die Familie zurück nach Sonneberg und wird Teil der teils erschütternden Wiedergutmachungsbürokratie. Die Nachbarn meiden sie und den wiedereröffneten Laden, warum weiß man nicht, vielleicht aus Scharm. Besonders Fritz ist geschockt über diese Behandlung von ihm als jüdischem Rückkehrer. Vielleicht gerade deshalb schickt Fritz Sohn Kurt den Enkel auf ein katholisches Internat. Denn erst im Erwachsenenalter erfährt Lorenz, dass er eigentlich Jude ist (da war ja das mit der Regel, dass man Jude ist, wenn man eine jüdische Mutter hat).

Und von dem Zeitpunkt an entscheidet sich Lorenz auch, diesen Glauben auszuleben was man auch an seiner Journalistischen Arbeit erkennen kann, denn viele Artikel handeln von jüdischen Themen.


Fazit
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Zwar hat man sich mit einer klassischen humanistischen Bildung (ich hatte Leistungskurs Geschichte) durchaus schon einmal mit dem Holocaust beschäftigt - wir hatten damals auch Gespräche mit Zeitzeugen. Auch das Bild mit dem lächelnden Soldaten im offenen Flugzeug mit dem Hakenkreuz an der Seite hatte ich durchaus schon gesehen. Dennoch war diese Geschichte für mich alles andere als gewöhnlich.

Sehr persönlich und sehr akribisch arbeitet Beckhardt die Geschichte seiner Familie auf - mit Fokus natürlich auf den Kriegshelden Fritz, der nur 30 Jahre nach seinen Luftkämpfen kein Kriegsheld mehr sein durfte - sein wollte. Schließlich hielt Hitler ja den Mythos aufrecht, dass die Juden an allem Schuld wären, so auch an der Niederlage im 1. Weltkrieg. Fritz und Lorenz lernten sich nie kennen, Fritz starb 1960 bei einem Schlaganfall.

Und was muss es für eine Familie bedeuten, den Sohn auf ein katholisches Internat zu schicken und ihm nicht zu sagen, dass die ganze Familie eigentlich jüdisch ist.

Die Geschichte ist für mich eine ganz andere wie die vielen anderen Zeitzeugenberichte.

Von mir gibt es klare 5 Sterne.

In diesem Sinne

Eure Anke

{Roman - Sachbuch} Die Welt wird dem gehören, der die meiste Hoffnung bietet

Hallo Leute!

Ich gehöre ja inzwischen zu der inzwischen seltenen Sorte der Papstfans. Gerade der Neue - der Argentinier Jorge Mario Bergoglio versucht ja durchaus, die Kirche zu modernisieren. Andreas Salcher und Johannes Huber haben sich Gedanken darüber gemacht, was denn da kommt...


Alles oder Nichts
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Daten
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Autoren: Johannes Huber, Andreas Salcher
Verlag: ecowin
ISBN: 3711000835
Preis: 21,95€
Gebundene Ausgabe, 256 Seiten


Inhalt und Meinung
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Irgendwie ist es in diesem Fall schwierig, Meinung und Schilderung des Inhalts auseinanderzuhalten, daher habe ich mich in diesem Falle entschieden, beides zusammenzufassen.

Das Buch steigt ein im Jahr 2013. Mit der Wahl des neuen Papstes. Und von dort aus zeichnen Huber und Salcher ein Bild der Zukunft - und zwar ein relativ Realistisches - Fundamentalismus und Gotteskrise, Hunger und Naturkatastrophen kommen als Herausforderung auf die neuen Päpste zu und daran muss die Kirche zwangsläufig wachsen und sich modernisieren. Damit berührt er eigentlich alle Themen, für die aktuelle Kirche in der Kritik steht - und spannenderweise wird die Hypothese vertreten, dass die Welt in den nächsten 20 Jahre weiblicher werden soll.

In Romanform wird berichtet, wie sich die Kirche weiterentwickelt, aber auch, welche Entwicklungen die heutige Gesellschaft gehen könnte und welche Herausforderungen in 10 oder 15 Jahren auf die Kirche zukommen. Und dabei wird die Frage nicht in einem reinen Sachbuch gestellt, sondern viel mehr anhand von zahlreichen fiktiven Begebenheiten, etwa den Fall des Zöllibats oder die Wahl des ersten Papstes aus China usw. wirkt das Ganze unglaublich lebendig und echt, so als wäre es wirklich so passiert.

Interessant und eigentlich relativ leicht zu lesen, bietet das Buch einen spannenden Einblick - man versteht es auch wirklich OHNE theologische Grundkenntnisse. Die einzelnen Fachbegriffe werden alle annotiert.

Dabei bietet sich dem Leser eine spannende Mischung aus Sachbuch und Future Fiction verbunden mit der Frage "Was wird wohl werden?" - also mit einer Frage, die derzeit wohl nicht nur die katholische Kirche beschäftigt.

Für mich eine interessante Zukunft, in der sich die Kirche endlich in Bewegung setzt - hoffen wir mal, dass sich das eine oder andere auch tatsächlich so umsetzt...

In diesem Sinne

Eure Anke

{Sachbuch - Naturwissenschaften} Zum Verständnis der Physik

Hallo Leute!

Physik ist ja sicherlich nicht jedermanns Sache. In der Schule sind es ja vor allem die Mädels, die da eher wenig Durchblick haben. Carlo Rovelli versucht dagegen, die wichtigsten Phänomene der Physik jedermann in einer leichten Sprache zugänglich zu machen.


Sieben kurze Lektionen über Physik



Daten


Autor: Carlo Rovelli
Verlag: Rowohlt
ISBN: 3498058045
Preis: 10€
gebundenes Buch, 96 Seiten


Inhalt


Populärwissenschaftlich aufbearbeitet stellt Rovelli die 7 wichtigsten Fragen dar, die das Verständnis der Physik erleichtern.

Es geht um die wichtigsten Theorien, wie etwa die Relativitätstheorie, dazu wird ausführlich über die Quantentheorie referiert. Dazu kommen die Astrophysik, die Teilchen- und die Festkörperphysik. In sechs kleinen Assays beschreibt er kurz und prägnant die wichtigsten Theorien der Gegenwartsphysik.

Dabei entfernt er sich bewusst immer ein bisschen weiter vom "Normalo" Terrain und dabei erlebt man die Physik und bewegt sich mit ihr zu einem immer tiefer gehenden Verständnis der Thematik.

Am Ende schließlich wird Rovelli dann auch noch philosophisch, in dem er zudem ein Kapitel schafft, in dem er die Beziehung und die Stellung des Menschen im Universum beschreibt.


Fazit


Das Buch ist für alle, die Sheldon Cooper schon immer mal verstehen wollten. Für alle, die eine 4 in Physik hatten, aber trotzdem wissen wollen, wie das mit den schwarzen Löchern so funktioniert und was hinter der Formel e=mc2 steckt. Das schöne dabei ist, dass man vollständig auf umständliches Formelgewäsch verzichtet.

Rovelli benutzt dabei kurze und klare Sätze, die jeder interessierte gut und leicht nachvollziehen kann. Ich selbst habe ein naturwissenschaftliches Fach studiert und musste mich selbst über die Formeln hineinarbeiten.

Mit diesem kleinen Büchlein, das ich fast in einem Rutsch durchgelesen habe, wäre es so einfach gewesen. In beeindruckend verständliche Art hätte wohl auch Penny die Grundlagen der Physik verstanden. Die kleinen Lektionen sind verständlich, erklären die grundlegenden Theorien der Physik wirklich vollständig. Allerdings ist seine Herangehensweise oft ein wenig philosophisch angehaucht. Aber es ist ja schließlich nicht für Sheldon Cooper geschrieben, sondern eher für Normalos wie Penny... oder mich.

Und im Anschluss hat man direkt Lust, noch weiter zu recherchieren und sich noch intensiver mit der Materie zu beschäftigen.

Von mir gibt es klare 5 Sterne.

In diesem Sinne

Eure Anke

Samstag, 13. Februar 2016

{Roman - Sachbuch - Mediengeschichte} Geschichte eines Mythos

Hallo Leute!

Kaum ein Meisterdetektiv hat die Literatur in den letzten 125 Jahren so geprägt wie der Engländer Sherlock Holmes. Und kaum eine Figur wurde derart oft neu erfunden... Und über die Geschichte dieser Figur erzählt Mattias Böström in diesem Buch.

Von Mr. Holmes zu Sherlock
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Daten
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Autor: Mattias Böström
Verlag: btb
ISBN: 3442713366
Preis: 14,99€
Taschenbuch, 608 Seiten


Inhalt
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Sherlock Holmes ist ein wahres Phänomen - egal ob Kino oder Serien, immer wieder taucht sein Name neu auf. Sei es Benedict Cumberbatch als Sherlock oder Robert Downey Jr. oder auch John Lee Miller in Elementary - in immer wieder neuen Figuren wird der Meisterdetektiv neu erfunden und mit jeder Neuinterpretation wird die Figur weiter in die Moderne geholt.

Und eben der Geschichte dieses Phänomens geht der Autor Böström auf den Grund. Dabei geht er chronologisch vom Original aus dem Ende des 19. Jahrhunderts geht er dabei auf sämtliche mehr oder weniger bekannten Holmes Figuren ein bis zur Aktuellsten in Form der Sherlock-Serie.

Dabei stellt sich Böström eben auch die Frage, wie es dazu kommen konnte, dass eine vor weit mehr als 100 Jahren erfundene Figur noch heute solche Emotionen auslösen kann, dass kleine Kinder, wenn sie im Zeichentrick eine Maus mit Lupe und Hut sehen, sofort wissen, dass das eine Anspielung auf Sherlock Holmes ist. Und als Hauptgrund dafür sieht er, dass sich Sherlock Holmes über die Jahrzehnte zwar einen gewissen Grundcharakter (Scharfsinn und Hang zu Action) bewahrt hat, sich aber trotzdem mit jeder Neuverfilmung wieder neu erfunden und damit in die Moderne katapultiert hat. Kurz gesagt, er ist im Gespräch geblieben - 125 Jahre lang, schon eine Leistung...



Fazit
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Was Sir Arthur Conan Doyle mit seiner Idee entwickelte, war ihm damals wohl kaum bewusst. Sein Meisterschnüffler ist ein wahres Phänomen, das noch heute die Unterhaltungsmedien prägt. Doch schon zu Lebzeiten hatte die Figur des scharfsinnigen Meisterdetektivs und seines Assistenten Watson einen Mega-Erfolg, so dass ihn noch heute jedes Kind kennt.

Und eben die Geschichte dieses Phänomens zeichnet Mattias Böström in seinem Buch in einer Kombination aus Sachbuch und Thriller auf gelungene Art und Weise nach. Eine echte Pflichtlektüre für jeden Holmesianer - aber wenn man ganz ehrlich ist, beschränkt sich die Zielgruppe eben auf diese Holmes-Fans, denn wer sonst wühlt sich durch mehr als 600 Seiten einer Geschichte einer erfundenen Figur. Ich fand es interessant und sogar ein bisschen spannend geschrieben, aber wie so häufig bei Sachbüchern muss man für das Thema eine gewisse Faszination entwickelt haben...

In diesem Sinne

Eure Anke

Freitag, 12. Februar 2016

{Sachbuch - Geschichte} Auch Ü30 noch super

Hallo Leute!

Als Kind hatte ich so viele Bände von "Was ist Was". Und ich habe sie 100% geliebt. Vor unserem Ägyptenurlaub im Oktober habe ich mir daher mal einen Spaß gemacht, und mir einen neuen Band gekauft - den wird wohl mal mein Neffe erben, der kommt im Sommer in die Schule. Oder wer weiß, vielleicht erben es auch die eigenen Zwerge, die noch in Arbeit sind.

Es ist auf jeden Fall ein toller Einblick in die Geschichte eines längst untergegangenen Reichs - auch für Erwachsene...

Das alte Ägypten
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Daten
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Autor: Dieter Kurth
Verlag: Tessloff
ISBN: 3788620390
Preis: 9,95Euro
Gebundenes Buch, 48 Seiten


Inhalt
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Pyramiden, Pharaonen - kaum eine alte Kultur scheint einem ferner und exotischer als die alten Ägypter.

Auf 48 Seiten bekommt man einen intensiven und kindgerechten Einblick in das Leben von vor mehr als 3000 Jahren. Wer war Tutanchamun und warum ist er so bekannt? Wie haben die normalen Ägypter gelebt? Welche Techniken waren nötig, um die Pyramiden zu bauen? Welche Götter gab es und wofür waren sie zuständig?

Und nicht nur die Texte sind super kindgerecht aufbereitet. Ergänzt wird das Ganze durch super schöne und anschauliche Zeichnungen.


Fazit
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Das alte Ägypten scheint einem beinahe noch ferner als die Römer, die ja immerhin mal in der Nähe waren (Wien war ja ein riesiges Römerlager). Daher habe ich mir dieses Buch zugelegt. Und ich wurde nicht enttäuscht. Es wurden nicht nur Kindheitserinnerungen nach. Auch über 30 bekommt man hier einen wunderschönen Einblick in die Bedeutung der Ägypter in Verbindung mit leicht verständlichen Texten und übersichtlichen Zeichnungen. Man lernt auf nur 48 Seiten alles Wissenswerte für den Ägyptenurlaub.

Wer kennt das nicht? Im Reiseführer wird umständlich ausgedrückt, wie die Ägypter Stein auf Stein geschichtet haben um die berühmten und mächtigen Pyramiden zu bauen? In diesem Buch wird es dann alles anschaulich und übersichtlich auf nur einer Doppelseite erklärt.

Witzigerweise haben schon meine Eltern früher immer in meinen Büchern geblättert und die Sammlung auch sehr gefördert (sie müssten auch bei den Eltern noch auf dem Speicher liegen). Und spätestens wenn wir mal Kids haben, wird das von uns auch gefördert und meine alten Bücher wieder ausgegraben.

Von mir gibt es definitiv volle 5 Sterne.

In diesem Sinne

Eure Anke

Donnerstag, 11. Februar 2016

{Sachbuch - Recht - Zeitgeschehen} Helikopterstaat

Hallo Leute!

Es ist schon interessant, wie unsere Eltern überleben konnten - so ganz ohne Smartphone und Internet und so ganz ohne Anschnallgurte im Auto...

Total beschränkt
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Daten
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Autor: Alexander Neubacher
Verlag: Goldmann
ISBN: 3442158796
Preis: 9,99€
Taschenbuch, 304 Seiten


Inhalt
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Dieses Buch soll dem Leser vor Augen führern, inwieweit der Staat in unser alltägliches Leben eingreift und es reguliert. Gesetze - egal ob aus Berlin oder aus Brüssel - beeinflussen unseren Alltag wesentlich mehr als noch vor Jahrzehnten. Und von Tag zu Tag kommen Neue dazu.

So liegen etwa die Hamsterkäufe für reguläre Glühbirnen nicht allzu lange zurück. Das Rauchverbot in deutschen Kneipen hat die Raucher näher zusammenrücken lassen. Kaum etwas kann der Bürger mehr alleine entscheiden und wird somit - so sagt der Autor - in eine vollkommene Unmündigkeit des Bürgers führen.

So erläutert Neubacher die unterschiedlichsten Bundes- und EU-Gesetze, die die Fesseln am Bürger immer enger ziehen und die staatliche Kontrolle immer mehr verstärken.


Fazit
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Nun, wenn man bedenkt, dass immer mehr Menschen zusammenleben, dass die Straßen immer voller werden und dass der Warenverkehr innerhalb der EU mehr oder minder uneingeschränkt stattfindet, sind so manche Regeln schon sinnvoll. So fängt der Autor mit dem Beispiel an, dass er früher in den 70ern ohne Anschnallgurt mit den Eltern nach Italien fuhr - Anschnallpflicht ist meiner Meinung nach eine sehr sinnvolle Regelung. Dagegen ist der Verbot von Sitzbällen am Arbeitsplatz eher fragwürdig - Leben hat das wohl noch keine gerettet.

Dieses Buch aber führt einem die eher weniger sinnvollen Aspekte vor Augen, die dem Bürger ein kleines bisschen das Denken abgewöhnen sollen. Regelungen, über die sich Bürokraten Gedanken machen, ohne dass sie in der Praxis wirklich relevant sind - so werden bestimmte Glühbirnen oder Staubsauger verboten, anstatt auf den Verstand zu setzen, dass weniger verbrauchende Geräte auch günstiger sind.

Insgesamt finde ich das Buch interessant, es führt einem ganz deutlich vor Augen, wie sehr dem Bürger heute die eigenen Entscheidungen abgenommen werden. Viele dieser Gesetze haben sicherlich auch einen sinnvollen Hintergrund (Energiesparen, Gesundheitsschutz usw.), aber z.B. gerade bei den Kneipen denke ich immer, dass jeder Gast selbst entscheiden kann, ob er bleiben will oder nicht (Nichtraucher oder nicht), mich stört das z.B. nicht.

Allerdings gibt es von mir als kleines Manko zu bedenken, dass man vielleicht auch die eine oder andere sehr sinnvolle Regel hier am Pranger findet.

In diesem Sinne

Eure Anke

Dienstag, 9. Februar 2016

{Geschichte - Sachbuch} Wir waren nicht alle Widerstandskämpfer

Hallo Leute!

Etwa die Hälfte meiner Verwandtschaft stammt aus der ehemaligen DDR. Ich war als sehr kleines Kind sogar mal da und war irgendwie fasziniert vom Leben im damaligen Berlin. Später hat es mich schon sehr beschäftigt, warum sich die Leute gegen das Regime erst so spät gewährt hat...

Wir Angepassten: Überleben in der DDR
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Daten
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Autor: Roland Jahn
Verlag: Piper
ISBN: 3492308163
Preis: 9,99€
Taschenbuch, 192 Seiten


Inhalt
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Das Leben in der DDR ist heutzutage für uns kaum noch vorstellbar - ein Leben unter ständiger Kontrolle des Staates.

Roland Jahn beschäftigt sich eben mit diesem Thema. Warum gab es innerhalb des Staates kaum Widerstand? Und vor allem, wie viel Spielraum hat man als Individuum, sich gegen diese Repressionen zu wehren. Viele der Bürger sahen eben nur diesen einen Ausweg - sie passten sich an die Begebenheiten an, um nicht im Gefängnis zu landen.

Dabei klagt er allerdings keineswegs den "Unrechtstaat" an, sondern es ist viel mehr eine neutrale Schilderung der Verhältnisse die damals herrschten und der Maßnahmen die man nutzte, um das Volk unter Kontrolle zu behalten.

Gleichzeitig schildert er aber auch die interessante Atmosphäre, in der Lehrer etwas lehrten, von dem sie selbst nicht überzeugt waren, aus Angst vor dem Abstieg und dem Verlust der Heimat.

Jahn selbst ist übrigens heute Leiter der Stasiunterlagenbehörde. Er entschied sich irgendwann doch zu einem Widerstand und wurde als Mitbegründer der oppositionellen Friedensgemeinschaft Jena 1983 zwangsausgebürgert und nach Westen abgeschoben.



Fazit
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Meine lebhafteste Erinnerung an meinen Besuch im damaligen Berlin war, dass ich mit meinen Ostdeutschen Verwandten im Auto saß und es richtigen Ärger gab, weil ich an dem Grenzübergang mit meinem Westdeutschen Kinderausweis nicht rübergedurft hätte. Meine Eltern wurden wegen dem Westdeutschen Kennzeichen gar nicht erst rangelassen. Ich war damals übrigens 4. Und irgendwann glaubte man meiner Verwandtschaft auch, dass meine Eltern auf der anderen Seite warten werden und ich durfte dann doch mit.

Ich war damals noch sehr jung, spürte aber direkt, dass da etwas ganz und gar nicht in Ordnung ist.

Roland Jahn gelingt es mit diesem Buch auf eindrucksvolle Weise, die Repressalien in Erinnerung zu rufen, die bis vor 26 Jahren im Osten Deutschlands herrschten, die verhinderten, dass das Regime auseinanderfiel, weil die Leute sich fürchten mussten - nicht nur davor, den Studienplatz zu verlieren oder vor massivem sozialen Abstieg, sondern auch davor, dass man für immer weggesperrt wird.

Es ist ein Buch, mit dem sich jeder beschäftigen sollte, der eine Idee davon haben möchte, was ein Leben in der DDR bedeutete. Und es hilft, das Verständnis für das Leben in einer Diktatur zu entwickeln.

In diesem Sinne

Eure Anke

{Gesundheit - Sachbuch} Wenn du dran glaubst...

Hallo Leute!

Selten habe ich ein Buch so schnell zusammenfassen können... Wenn du dran glaubst, kannst du es schaffen... Stimmt, aber muss man für die Erkenntnis wirklich ein Buch lesen?

Du kannst alles schaffen, was du willst
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Daten
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Autor: Jan Becker
Verlag: Piper
ISBN: 3492060250
Preis: 14,99€
Broschiert, 336 Seiten


Inhalt
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Der Autor Jan Becker ist bekannt geworden in der Show "The next Uri Geller", die vor Jahren mal auf Pro Sieben lief und irgendwelche okulten Magier hervorbringen sollte.

An sich nutzte Jan Becker aber die Kunst der Psyche aus, um Menschen zu manipulieren. Heute schreibt er Bücher darüber. Unter anderem eines, das die Kunst der Manipulation im Supermarkt anhand von Experimenten zeigt, bei denen Becker in einem von ihm präparierten Supermarkt exakt vorhersagen konnte, was bestimmte Kunden (die nix davon wussten) einkaufen werden.

In diesem Buch geht es nun nicht darum, andere zu manipulieren bzw. von anderen manipuliert zu werden, sondern viel mehr darum, sich selbst so zu manipulieren, dass man etwa die Angst vor Prüfungen vergisst oder verdrängt etc.

Anhand zahlreicher Beispiele stellt Becker Techniken vor, die in allen Lebenslagen das Erreichen eines bestimmten Ziels zu erleichtern.


Fazit
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Nun bin ich, was das angeht, bin ich bei sowas ja immer eher skeptisch. Vermutlich weil sowas wie Prüfungsangst für mich ja immer schon ein Fremdwort war - ich brauche mich daher also weder vor Vorstellungsgesprächen noch vor Prüfungen zu manipulieren. Aber ich denke, das ist meine eigene Meinung und wenn es darum alleine ginge, hätte ich echte Schwierigkeiten, das Buch überhaupt vernünftig zu bewerten.

Aber es soll ja Leute geben, die mit sowas tatsächlich ihre Schwierigkeiten haben - Schlafstörungen, Stress, Antriebslosigkeit, Liebeskummer. Und dazu stellt Becker sicherlich interessante Techniken vor, um diese zu überwinden... Interessant ist dabei, dass Becker mit seinem Buch nicht nur theoretische Grundlagen für seine Techniken schafft, sondern auch anhand von Selbstexperimenten auch direkt eine Hilfe gibt für die konkrete technische Anwendung in Zusammenhang mit der zugehörigen Lebenssituation, in der das helfen könnte.

Insgesamt liest sich das Buch wirklich interessant und ich denke, dass viele der vorgestellten Selbsthypnosetechniken dem einen oder anderen helfen können, aber hier gilt wie bei der Homöopathie mal wieder: Jedem das Seine. Bei mir sind viele der vorgestellten Selbstexperimente gescheitert, weil ich eben chronisch skeptisch bin - vermutlich auch, weil ich derzeit mit mir selbst eigentlich ganz zufrieden bin. Aber vielleicht muss ich auch nur noch etwas üben...

In diesem Sinne

Eure Anke

Montag, 8. Februar 2016

{Roman - Thriller} Das Opfer Nummer 4

Hallo Leute!

Thriller sind ja was tolles - bei manchen ist man so gefesselt, dass man die Welt um sich herum vergisst. Manchen fehlt es dazu noch ein bisschen... Schatten der Schuld gehört allerdings tendentiell eher zur letzteren Sorte...

Schatten der Schuld
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Daten
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Autorin: Petra Johann
Verlag: blanvalet
ISBN: 3734102030
Preis: 9,99€
Taschenbuch, 544 Seiten


Inhalt
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Eine Frau begibt sich mit großer Angst ins Krankenhaus. Sie soll operiert werden, Überlebenschance etwa 50%. Ihre Nichte Lilly, die bei ihr lebt, weiß zwar von nichts, lebt aber trotzdem in einer großen Sorge. Und nach dem Tod der Tante beginnt für sie der Kampf ums Überleben.

Am nächsten Tag wird die Frau grausam zugerichtet im Aachener Stadtwald aufgefunden. Der Axtmörder hat nach 3 Jahren sein viertes Opfer gefunden. Ganz klar, dass für diesen Fall Kommissarin Charlotte Rumor aus dem Urlaub zurückgeholt werden muss. Schließlich hat sie auch die ersten 3 Fälle bearbeitet, kennt die Tatverdächtigen ganz genau, wie ihr ehemaliger Partner Mick Harting, der allerdings inzwischen aus dem Polizeidienst ausgeschieden ist, nachdem seine Frau das dritte Opfer des Axtkillers wurde.

Der Kreis der Verdächtigen ist von Beginn an klein. Dennoch kann man dem Täter nichts nachweisen. Je mehr Indizien auftauchen, umso mehr wird Charly klar, dass sie diesen Fall nur gemeinsam mit ihrem alten Partner lösen kann - doch den hat sie seit über 3 Jahren nicht mehr gesehen.


Fazit
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Irgendwie fällt es mir bei dieser Geschichte relativ schwer, eine gescheite Bewertung zu finden. Mir fiel der Einstieg irgendwie ziemlich schwer, vermutlich weil ich keinen guten Zugang zum Charakter der Charly finden konnte. Mir wirkte sie irgendwie zu wenig greifbar.

Da die Geschichte mit dem vierten Opfer beginnt, erfährt man die Vorgeschichte in Rückblicken, wodurch mir gelegentlich der rote Faden gelegentlich abhanden gekommen ist. Auch gibt es einige Stellen, wo die Handlung durch ellenlange Erklärungen etwas zu sehr aufgebläht wird durch ellenlange Erklärungen, die das ohnehin schon für einen Thriller etwas zu langsame Tempo noch weiter verringern.

Mich konnte das Buch als Thriller nicht überzeugen - ein Bedürfnis, mehr von Charly Rumor zu hören ist nur latent vorhanden. Vielleicht würde ich der Autorin nochmal eine Chance geben, aber auf die Liste meiner Lieblinge hat sie es mit diesem Buch leider nicht geschafft.

In diesem Sinne

Eure Anke

Samstag, 6. Februar 2016

{Roman - Thriller} Neues vom Meister des englischen Thrillers

Hallo Leute!

Es gibt wenige Thriller, bei denen ich schon auf den ersten Seiten das Gefühl habe "Das wird ein Guter". Und es gibt auch wenige Fortsetzungen, bei denen man schnell das Gefühl hat, dass sie besser sind als der letzte. Ein Autor, dem das immer wieder gelingt, ist für mich Michael Robotham.


Der Schlafmacher
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Daten
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Autor: Michael Robotham
Verlag: Goldmann
ISBN: 978-3-442-31408-9
Preis: 14,99€
Broschiert, 413 Seiten

Inhalt
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Der klinische Psychologe Joe O'Loughlin wollte eigentlich in Rente gehen, schließlich hat ihn die Parkinson arg gebeutelt. Doch dann benutzt ein ehemaliger Student von ihm seinen Namen.

Milo, der ehemalige Student, will sich als Profiler selbständig machen und nutzt Joes Namen, um sich Zugang zu den Daten zu einem Fall in Somerset zu erhalten. Den bekommt er auch zunächst gewährt, bis er gegen die Polizei arbeitet und Details des Falls an die Öffentlichkeit bringt, die da nicht hätten landen sollen.

Zwei Frauen wurden in einem abgelegenen Farmhaus brutal ermordet. Die Mutter wurde mit zahlreichen Messerstichen brutal verstümmelt, die Tochter mit einem Kissen erstickt. Joe begibt sich auf Spurensuche, findet gleich mehrere potentielle Täter.

Joe zieht in das Haus des Verbrechens ein, atmet die Luft des Täters und will dem Verbrechen auf die Spur kommen.

Doch dann wird eine weitere Leiche gefunden, was all seine Thesen wieder zunichte macht. Und schließlich gerät auch Joes Familie ins Visier des Psychokillers.


Fazit
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Es passiert wirklich selten, dass ich schon auf den ersten Seiten diese gewisse Gänsehaut spüre. Meist merke ich auch bei schwachen Anfängen recht schnell, ob sich das Durchhalten lohnt. Bei diesem Buch jedoch hatte mich der Autor schon von der ersten Seite an, etwas was bei mir meist erst ab Seite 100 klappt.

Zwar hat man hier auch wieder ein Grundmotiv, was man aus vielen Filmen und Büchern kennt (ich sag nur "Roter Drache") - Ermittlungen, Psychokiller, Familie in Gefahr - aber trotzdem hat Robothams Sprache etwas Fesselndes - er baut eine Spannung auf, die er bis zur letzten Seite konstant hoch hält.

Ich halte ja eigentlich nicht allzu viel von Fortsetzungen - Pattersons Alex Cross z.B. hat mit den Jahren arg an Qualität eingebüßt. Mit Joe O'Loughlin dagegen ist Robotham eine Hauptfigur gelungen, die über die ganze Serie hinweg ein konstant hohes Thrillerniveau bietet - ein wahrer Garant für spannende Unterhaltung. Überzeugender können für mich wirklich nur sehr wenige der bekannten Thrillerautoren schreiben.

In diesem Sinne

Eure Anke

Freitag, 5. Februar 2016

{Roman - Thriller} Ich war etwas überfordert

H
allo Leute!

Ich bin ja nun als ein echter Thrillerjunkie bekannt. Die müssen nichtmal besonders blutig sein, wie man es vielleicht von vielen Amerikanischen Thrillern kennt. Ich mag es da am liebsten eher entspannt in der nordischen Provinz. Nun habe ich mich ein bisschen auf ein Experiment eingelassen... Einen distopischen Thriller und ich kann eins vorwegnehmen: Mein Genre war es nicht - ich bleib dann doch lieber in der südschwedischen Provinz - und in der Realität.

Centum Night
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Daten
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Autor: Lou Timisono
Verlag: Balladine Publishing
ISBN: 3945035171
Preis: 16,95€
Taschenbuch, 360 Seiten


Inhalt
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 Die Costal Alliance wird immer größer. Länder, die sich ihr anschließen, ermöglichen deren Elite in einem Luxusressort zu leben, während die verarmte Bevölkerung in der sogenannten Crime Zone endet, wo genau das herrscht. was man sich vorstellt: Mord und Todschlag.

Dazwischen liegt eine Hochsicherheitszone. Deren Bevölkerung wird mit technischen Mitteln befriedigt (im wahrsten Sinne des Wortes) und befriedet. Es herrscht eine monotone Bedürfnislosigkeit, Kriminalität = 0... bis zu dem Tag, an dem die Mordserie beginnt, die das Land von Solocity verstört.

Agent Bellefleur soll das Verbrechen aufklären und stößt dabei auf ein Geflecht aus Lügen und geheimen Verlangen, das bis in den Elitebezirk reicht.


Fazit
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Nun, nur weil ein Genre nicht meins ist, sollte man das Buch keinesfalls abwerten - sowas ist ja Geschmackssache. Ganz im Gegenteil, das was dahintersteckt, ist eigentlich eine spannende und doch leider auch recht aktuelle Geschichte - besonders wenn man bedenkt, dass die Erstausgabe des Buches ja schon aus den 80ern stammt. Die Geschichte - so hat man das Gefühl - wird von Tag zu Tag greifbarer - schon wenn man mit der U1 vom Rennbahnweg in die Stadt fährt sieht man - so utopisch ist eine strickte Trennung zwischen Arm und reich gar nicht. Und auch wenn man sich die Flüchtlingsströme anschaut, die ja eigentlich nichts anderes wollen, als vom Crimebezirk zum Elitebezirk - und da werden sie nicht reingelassen. Schon fast ein bisschen gruselig.

Mich hat zugegebenermaßen schon der Einstieg in die Geschichte leicht überfordert, weil man ohne große Erklärung einzelner Begriffe mitten in die Szenerie hineingeworfen wird und dabei ersteinmal herausfinden muss, was einzelne Sachen überhaupt bedeuten sollen. Und dazu heißt es blättern, denn eine Art Glossar gibt es am Ende - irgendwie albern und nervig, wie ich finde. 

Ansonsten hat man einen grundsoliden Kriminalfall, der dadurch spannend wird, dass ja in Solocity eigentlich kein Mord & Todschlag herrschen dürfte - schließlich ist man ja bedürfnislos. 

Sicherlich ist das alles keine wirklich leichte Kost - nicht so entspannend wie ein Mord in Fjällbacka oder irgendwo in der brandenburgischen Provinz - aber dennoch ein echt guter Thriller oder eigentlich mehr eine Utopie - oder so...

In diesem Sinne

Eure Anke