Mittwoch, 31. Dezember 2014

[Rezension] Historisches Flair in Wien und überall


Kaiser, Kraut und Kiberer

Hallo Leute!


Nachdem ich zuletzt vom "Todeswalzer" von Gerhard Loibelsberger sehr angetan war, musste auch ein weiteres seiner Werke dran glauben und wurde über Weihnachten unter die Lupe genommen...


Kaiser, Kraut und Kiberer
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Daten
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Autor: Gerhard Loibelsberger
Verlag: Gmeiner
ISBN: 978-3-8392-1577-7
Preis: 12,99€


Inhalt
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Die Geschichten spielen alle um die Jahrhundertwende bzw. Anfang des 19. Jahrhunderts in Wien. Das Kaiserreich zeigt schon erste Auflösungserscheinungen, als Josef Nechyba in Wien ermittelt. Der etwas unkonventionelle Kommissar des k.k. Polizeikommandos randaliert dabei schonmal bei einem Gebrauchtwarenhändler oder der eine oder andere Traum führt zur Festnahme eines Einbrechers.

So erlebt Nechyba in diesem Buch in 13 ganz unterschiedlichen Geschichten alles, was das kriminelle Wien so zu bieten hat. Aber er kommt dabei auch über Wien hinaus, im Urlaub in Niederösterreich wird genauso ermittelt wie in Venedig und Freiburg.

Zu den Geschichten gehören ganz ungewöhnliche Fälle. Anhand des etwas apathischen Bernadiners, der beim Juwelier ums Eck aufpasst, träumt Nechyba von einem Einbruch und als er dorthin zurückkommt, überrascht er tatsächlich 2 Einbrecher wobei seine Krautrouladen währenddessen verkochen (was ihn natürlich noch mehr ärgert).

Nichtmal im Urlaub findet der Vollblutpolizist seine Ruhe. Natürlich wird gerade da im Weinviertel ein Mord gemeldet und Nechyba ermittelt zum Leidwesen seiner Frau.


Fazit
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Na, ja so ein bisschen kommt es darauf an, was man sich von einem historischen Kriminalroman erwartet. Ich finde persönlich, dass es gelingt, in dem Buch eine grandiose historische Atmosphäre zu schaffen - Wien kurz nach der Jahrhundertwende, Wasser gibt es nur am Gang, der Kaiser gehört noch zu den Hochverehrten, man muss noch um seine Frau werben - so wie Nechyba es tut. Und gerade bei den Gesprächen muss man sich als nicht alteingesessener Wiener schon sehr konzentrieren, um alles zu verstehen. Notfalls gibt es aber am Ende des Buchs auch noch ein kleines Glossar.

Und ich bin ja ohnehin immer ein großer Fan davon, wenn man die Schauplätze in den Romanen kennt - das Heustadlwasser, in dem eine Leiche gefunden wird, ist beispielsweise keine 500 m von meiner Wohnung entfernt. Das macht das Ganze für mich immer nochmal mehr interessant.

Gleichzeitig gelingt es auch, mit Kommissar Nechyba einen äußerst unkonventionellen und sehr rauen Charakter zu erschaffen, der mich als Leser zwar ein wenig verunsichert, den ich aber trotzdem grandios gut finde. Man amüsiert sich über seine menschlichen Schwächen, als er beispielsweise in Unterhemd und Unterhose von der Nachbarin beim Wasserholen am Gang erwischt wird, ist aber gleichzeitig irritiert als er den Greißler auseinandernimmt.

Weniger gut finde ich allerdings den Stil als Kurzgeschichte. Bei vielen Büchern kommt bei mir noch gar nicht so richtig Spannung aufkommt und dann ist die Geschichte wieder zu Ende. Bei so mancher Geschichte würde man sich dann doch eben so ein bisschen mehr drum herum wünschen, damit man mehr in die Geschichte abtauchen kann.

Wer also auf Kurzgeschichten mit grandiosen historischen Flair steht, wird dieses Buch lieben.

In diesem Sinne

Eure Anke

Dienstag, 30. Dezember 2014

[Rezension] Braut oder Prostituierte

Hallo Leute!

Ich lese ja sehr gerne Biografien. Eine Biografie, die in Österreich kürzlich durch die Medien ging, möchte ich euch heute vorstellen... Es geht um die Geschichte einer jungen Nonne.


Nicht mehr ich
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Daten
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Autor: Doris Wagner
Verlag: edition.a
ISBN: 399001109X
Preis: 21,90€


Inhalt
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Mit 15, also relativ früh, ist für Doris klar, dass sie eine göttliche Berufung erhalten hat. Auf der Suche nach der richtigen Gemeinschaft schaut sie sich gemeinsam mit ihrer Familie. Sie ist gerade 18, als sie in Fulda eine Schwester der Gottesfamilie kennenlernt. Relativ schnell fährt sie mit ihr nach Österreich in das Mutterhaus und lernt dort die Gemeinschaft kennen und wird relativ schnell hineingezogen. Doch vor ihrem Eintritt will sie zunächst ihr Abitur bestehen. Mit 19 schließlich geht sie endgültig zunächst nach Österreich ins Mutterhaus.

Die junge Frau muss sich dort relativ schnell den "Verantwortlichen" unterwerfen. Sie erfährt, dass ihre an sich schon immer sehr züchtige Kleidung abgeben und nur noch weitere Kleidung mit Blusen, die bis zum letzten Knopf am Hals geschlossen sein müssen tragen darf. Die Begründung dazu ist für die anderen Schwestern offensichtlich - man darf die männlichen Mitglieder der Gemeinschaft ja nicht zu sehr reizen.

Sie darf nicht mit den anderen Schwestern über persönliches reden und nur sehr eingeschränkt Kontakt zu ihren Eltern und Geschwistern haben darf.

Dann wird sie nach Rom geschickt. Im dortigen Ausbildungshaus gibt sich zu diesem Zeitpunkt das Who is Who der römischen Kurie die Klinke in die Hand. Darunter ist auch der damals nur in eingeweihten Kreisen bekannte Kardinal Josef Ratzinger.

In Rom wird die junge Frau immer tiefer in Sektenartige Strukturen hineingezogen. Bei persönlichen Bedenken und Gefühlen darf sie nur mit ihrer Verantwortlichen sprechen, mit Schwester Hilga, die auch in einer engen Beziehung zum inzwischen neuen Papst Benedikt XVI steht. Mit den männlichen Mitgliedern darf sie nicht in einem Raum sein, außer mit ihrem Beichtvater. Durch dieses systematische Unter-Druck-Setzen durch die Oberen zieht sie die Frau immer mehr in sich selbst zurück, beginnt nur noch zu funktionieren. Als sie sich eines Tages ein bisschen in einen der Brüder verliebt, wird sie sofort nach England geschickt.

Als sie zurückkehrt, soll sie von P. Alwin die Bibliothek übernehmen. Ihre Zimmernachbarin Esther scheint verstört, aber Doris denkt sich wenig dabei, da sie ja nicht mit ihr drüber reden darf. Kurze Zeit später wird Esther nach Irland versetzt.

Die Verantwortung für die Bibliothek trägt sie gemeinsam mit P. Jodok. Als er beginnt, ihr unangenehm nachzustellen. Er bedrängt sie, bis er schließlich abends in ihrem Zimmer auftaucht.


Fazit
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Nun ich gebs ja zu, ich bin katholisch, auch wenn ich mich beinahe dafür schäme, wenn ich lese, was in solchen sogenannten Gemeinschaften unter dem Denkmantel Gottes passiert und vor allem, wie damit umgegangen wird. Mehr noch als der Missbrauch hat mich der psychische Druck erstaunt, der die junge Frau in die absolute psychische Isolation getrieben hat. Nur dadurch hat die Frau sich die ersten Jahre überhaupt nicht gewehrt, aus Angst vor Repressalien durch die Oberen. Sie fürchtet, P. Jodok selbst dazu provoziert zu haben. Dadurch, dass sie erst durch P. Alwin einen echten Vertrauten im Orden findet, schafft sie schließlich den Absprung. Aber trotzdem dauert es Jahre, bis sie sich von der Zeit in der Gemeinschaft erholt hat. Und gleichzeitig macht sie klar, dass es sich nicht um einen Einzelfall handelt.

Das Buch ist sehr eindringlich und für mich absolut lesenswert, gerade wenn man, wie ich, der Kirche sehr kritisch gegenüberstehe. Es zeigt, wie leicht man sich als durchaus schlauer Mensch in solche Strukturen hineinziehen lässt, dabei ist es völlig egal, in welche Art von Strukturen. Allerdings ist es auch höchstinteressant, wie die Kirche damit umgegangen wird. Es wird äußerst glaubhaft geschildert! Es ist nicht wirklich etwas für schwache Nerven, gerade weil man sich häufig denkt "Warum lässt man sich sowas gefallen?"

Von mir gibt es ganz klare 5 Sterne und eine Empfehlung.

In diesem Sinne

Eure Anke

Montag, 29. Dezember 2014

[Rezension] Zwischen Wahn und Wirklichkeit

Hallo Leute!

Heute darf ich euch endlich mal wieder ein tolles, neues Buch vorstellen. Die Feiertage sind trotz eines kleinen Magen-Darm-Viruses gut überstanden - endlich Zeit zum Lesen.

Heute geht es um ein spannendes Sachbuch in dem man einen wirklich tiefen Einblick in die verletzliche, menschliche Seele erhält.





Der Mann, der sich in die Zebrafrau verliebte
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Daten
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Autor: Peter Teuschel
Verlag: Ullstein
ISBN: 386493026X
Preis: 14,99€


Inhalt
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Peter Teuschel ist Psychotherapeut aus Leidenschaft. In diesem Buch berichtet er von seinen außergewöhnlichsten Fällen aus mehreren Jahrzehnten Berufserfahrung.

So etwa wendet sich eine Person per Email an ihn, die sich nur innerhalb des Online Rollenspiels World of Warcraft "persönlich" mit ihm treffen möchte oder ein alter Mann, der obszessiv das Ziel verfolgt, von der Zebrafrau geküsst zu werden.

Auf teils sehr unkonventionelle Art geht der Arzt dabei auf seine Patienten ein und schafft es so relativ schnell, zu Erfolgen zu kommen - sei es bei dem alten Mann, der auf der Flucht vor den Bambergern ist, die ihn in den Frillensee werfen wollen oder sei es die Frau, die von heute auf morgen oder besser von Jetzt auf Gleich ihren eigenen Ehemann nicht mehr erkennt und ihn (im Ehebett) für einen Einbrecher hält.


Fazit
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Von Psychotherapie überhaupt keine Ahnung, habe ich begonnen, dieses Buch zu lesen. Anfangs dachte ich ein kleines bisschen, dass jetzt so eine Verballhornung seiner Patienten kommt, aber so war es gar nicht.

Auf unterhaltsame Art und Weise führt Peter Teuschel in die Kunst der Psychotherapie ein. Anhand von sehr außergewöhnlichen Fallbeispielen zeigt der erfahrene Therapeut, wie er arbeitet und vor allem, dass man eben nicht immer nach einem Schema F zum Ziel kommt. Mich hat das doch irgendwie sehr fasziniert. Das Buch vermittelt perfekt, was Psychotherapie macht, ohne gleich zum Fachbuch zu werden. Unkonventionell kommt man auch zum Ziel, spielt stundenlang World of Warcraft, um sich seinem Patienten anzunähern.

Natürlich sind die meisten Fälle nicht therapeutischer Alltag - immerhin stammt die Sammlung aus mehr als 20 Jahren Therapieerfahrung und wann flieht da schonmal einer vor den Bambergern und vorm Bad im Frillensee und wann geht ein Arzt mit seinem Patienten nach Hause, um die Zebrafrau zu besuchen?

Eine sehr unterhaltsame Lektüre für alle, die sich für Themen der Psyche interessieren und sich von solchen Anekdoten einer Therapeutenkarriere faszinieren lassen.

In diesem Sinne

Eure Anke

Donnerstag, 18. Dezember 2014

[Rezension] Eine Seefahrt ist gefährlich






Hallo Leute!

Ich stehe ja inzwischen total auf deutsche Thriller. Besonders Sebastian Fitzek, Nele Neuhaus und natürlich auch Sabine Thiesler haben es mir angetan. Deshalb möchte ich euch heute das Neueste Werk von Sabine Thiesler vorstellen. Ihr Schauplatz ist wie immer Italien, doch diesmal ist es nicht die Toskana, sondern diesmal steht das Meer im Mittelpunkt...

Versunken
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Daten
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Autorin: Sabine Thiesler
Verlag: Heyne
ISBN: 3453268075
Preis: 19,99€


Inhalt
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Werner und Vivian sind glücklich. Gemeinsam mit ihrem Boot, der Aurora, stechen sie endlich wieder in See. Doch diesmal klappt es nicht so lange wie sonst. Vivian, die Kostümbildnerin an der Berliner Oper ist, muss nach Nizza, um dort ein Stück zu inszenieren.

Aber schon auf Elba wird die Stimmung etwas getrübt - am Hafen von Porto Azzuro finden sie eine Wasserleiche. Auf Elba begegnen ihnen die beiden Schülerinnen Leonie und Hannah, die nach dem Abitur mit wenig Geld durch Europa reisen. Beide haben enormen Hunger. Vivian und Werner laden die beiden auf ihr Boot ein. Das Luxusboot mit 2 Kabinen hat genug Platz.

Sie nehmen die beiden mit nach Korsika und verabschieden sich dort und setzen ihre Reise nach Nizza fort. Dort trennen sie sich. Werner bleibt an Bord, Vivian kümmert sich um die Oper. Am Abend geht Werner aus Langeweile ins Kasino und gewinnt dabei sagenhafte 120000€. Zurück am Hafen lernt er Malte kennen.

Malte hat bereits eine lange Geschichte hinter sich. An Bord eines Containerschiffs ersticht er einen asiatischen Kollegen (übrigens die Wasserleiche, die Vivian und Werner vor Elba gefunden haben). Zur Flucht gezwungen springt er im Industriehafen von Marseille von Bord und trampt nach Nizza. Dort hat er - ohne Schuhe und Papiere - ein echtes Problem. Er weiß nicht wohin. Zuerst klaut er sich die Sachen, die er braucht zusammen.

Dann lernt er den etwa gleichaltrigen Werner kennen und repariert seinen Schiffsmotor. Dafür lädt er Malte ein, mit nach Korsika überzufahren. Doch da Werner ähnlich alt ist und ihm auch ein wenig ähnlich sieht weckt genauso Begehrlichkeiten wie das luxuriöse Boot. Werner kommt nicht in Korsika an.

Doch nun steht Malte vor einem Problem - er muss Werner zumindest so lange am Leben lassen, bis er Vivianne aus dem Weg räumen kann - sie würde schließlich nach ihm suchen. Aber gerade um Elba und Korsika sind einfach zu viele Menschen, die Werner erkennen könnten. Darunter auch Donato Neri, der Carabinere, der mit Werner und Vivianne gesprochen hatte, nachdem sie die Wasserleiche gefunden hatten. Und natürlich auch Hannah und Leonie.


Fazit
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Mal wieder ein absoluter Gänsehautthriller mit einem psychotischen Massenkiller in und um der Toskana. Nun, spannend ist der Thriller, ich war in 2 Tagen komplett durch. Sabine Thiesler legt wie immer ein ungeheures Erzähltempo vor, so dass man das Buch wirklich kaum weglegen kann. Gerade beim Erzähltempo kommt da für mich keine amerikanische Thrillerautorin ran. Man erwartet zwar viele Dinge schon - aber dass sie dann auch eintreten zieht einen dabei umso mehr in Bann.

Aber das Problem ist, dass die Geschichten von Sabine Thiesler eigentlich immer nur in einem Punkt variieren - das Grundprinzip Deutscher Psycho killt sich einmal quer durch die Urlaubsregion ist irgendwie immer gleich. Ich meine, das Konzept ist gut, es funktioniert bei mir ja auch immer wieder, aber ein bisschen Variation wäre schon cool. Oder vielleicht mal ein italienischer Killer in Deutschland...

Von mir gibt es eine klare Empfehlung! Ein wirklich tolles Buch für alle Thrillerfans.

In diesem Sinne

Eure Anke

Montag, 15. Dezember 2014

[Rezension] Tattookunst sehr hochwertig dargestellt


The spirit behind the tattoo (Front-Cover)

Hallo Leute!
Zugegeben, ich bin nicht gerade der Typ für Tattoos, aber ich denke immer, wenn es geschmackvoll gemacht ist, kann ein Tattoo schon ganz stylisch aussehen... Viele sehr stylische Tattoos mit dem gewissen "Spirit" findet man in diesem hochwertigen Bildband.

Danke an bloggdeinbuch und werkbank30.












the spirit behind the Tattoo
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Daten
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Autorin: Maria Keilig
Verlag: werkbank30
ISBN: 3942860619
Preis: 49,90€

Inhalt
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In diesem Buch werden insgesamt 30 Tattookünstler vorgestellt, die rund um die Erde arbeiten. Wie es sich für ein Bildband so gehört, werden natürlich auch deren eindrucksvollsten Werke mit großformatigen Fotos gezeigt. Dabei wird relativ schnell klar, welche gigantische Bandbreite diese Kunstform enthält. Von dezenten Mustern bis zum Gesamtkunstwerk, dieses Buch zeigt, dass es mehr Tattoos gibt und mehr Kunst dahintersteckt als chinesische Schriftzeichen und Arschgeweih.

Unter anderem darf man an einem Tatu teilhaben. So nennt man Tätowierungen, die in diesem Falle über 4 Rücken gehen. In dem Fall sieht man genau dieses Tattoo auch auf der Titelseite. Die vier Personen nebeneinander stehend ergeben das Wort LOVE.

Und so werden mit den unterschiedlichen Künstlern auch die unterschiedlichsten Stilrichtungen in der Tattooszene vorgestellt, von einfarbigen Portraits bis hin zu mehrfarbigen, dreidimensionalen Zeichnungen bis hin zu bunten Blumen.


Fazit
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Der Bildband ist auf gewisse Weise überzeugend - er zeigt eben, dass das verrufene Tattoo heutzutage eben mehr ist als ein Arschgeweih oder ein Tribal, das heutzutage ja jeder hat. Die meisten Tattoos, die hier in diesem Buch gezeigt werden, sind echte KörperKUNST. Besonders ganze Rücken wurden hier verschönert.

Mich von einem eigenen Tattoo konnte mich das Buch zwar nicht überzeugen - nennt mich spießig - aber immerhin, ich bin jetzt davon überzeugt, dass Tätowierer nicht immer dicke, schmierige Typen in Hafenkneipen sind. Ich kann mich erinnern, dass es in meiner Heimatstadt mal eine wirkliche Kunstausstellung gab vom damals bekanntesten Deutschen Tätowierer Herbert Hoffmann. Auch diese Ausstellung hat mich damals überrascht und begeistert. Und dieses Buch begeistert mich umso mehr.

Der Bildband ist extrem hochwertig verarbeitet und wird seinem Preis wirklich gerecht.

Das Buch ist ein tolles Geschenk für alle Tattoofans aber auch für Kunstliebhaber. Ich bin absolut begeistert!

In diesem Sinne

Eure Anke

[Rezension] Der deutsche Dan Brown...


http://www.weissbooks.com/s/cc_images/teaserbox_2450182513.jpg?t=1409061745 




Hallo Leute!

Heute darf ich euch einen echten Thriller vorstellen, der Dan Brown in nix nachsteht... Ganz im Gegenteil, er ist nicht nur fesselnd, spannend und genial, sondern noch dazu mit einer gehörigen Portion schwarzem Humor gewürzt!

Bozzetto
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Daten
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Autor: Hermann Alexander Beyeler, Gerd J. Schneeweis
Verlag: Weissbooks
ISBN: 3863370694
Preis: 22,90€

Inhalt
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Als Michelangelo den Auftrag bekommt, die Sixtinische Kapelle in Rom auszumalen, soll er zunächst eine Skizze auf Holz zeichnen - der Entwurf wird Bozzetto genannt und ist von nun an Sagenumwoben.

Doch dann verschwindet das Bild aus dem Vatikan und es beginnt eine kleine Odyssee durch die Weltgeschichte. Bis der Kunsthändler Hans Bilgrin, genannt HAB auf die Idee kommt, das magische Bild zurück in den Vatikan zu bringen, um dessen gute Macht wieder zu finden und zu entfalten.

Auf der Suche nach der Geschichte des Bildes trifft er auf den Linzer Anwalt Max, der vor Jahren einen Krimi über das Bozzetto geschrieben hat. Er erhofft sich, dass er mehr über das Bild weiß. Er trifft sich mit Max und schnell ist der wieder in den Bann des legenären Bildes gezogen.

Auf der Suche nach mehr Informationen treffen sie in München auf einen über 100 Jahre alten Nazi-Kunsthändler. Dort erfahren sie, dass nicht nur sie auf der Spur des Bozzetto sind, sondern auch der NAD, eine Nachfolgeorganisation der NSDAP. Die wollen die böse Macht des Bozzetto nutzen, um den balsamierten Leichnam Adolf Hitlers wieder aufleben zu lassen.

Eine wilde Jagd beginnt - einmal in Richtung Rom, wo HAB erhofft, dass das Bozzetto seine positive Macht entfalten kann. Auf der anderen Seite stellt man fest, dass am Bozzetto im Laufe der Geschichte jede Menge Blut klebt.


Fazit
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Ich fand das Buch einfach spitze. Anfangs dachte ich, dass man hier ein bisschen vom Hype um Dan Brown profitieren will - entziffern von Symbolen, historische Ereignisse werden mit einbezogen usw.

Nicht nur der Rechtsruck in der Europäischen Demokratie steht im Zentrum, der ehemalige Kunsthändler der Nazis (mit einer beträchtlichen Sammlung Raubkunst in einem Schweizer Safe) erinnert doch stark an den Skandal Gurlitt, der vor kurzem stattfand - so wird die gesamte Rolle des Bozzetto gleich in einen vorhandenen Kontext gesetzt.

Auch witzig finde ich, dass die beiden Autoren sich in den Hauptfiguren wiederfinden - Hermann Alexaner Beyler ist Galerist (sogar die Initialien stimmen mit denen Bilgrins überein) und Schneeweis ist Anwalt.

Der Knüller ist für mich ja die Rolle des NAD - die Geschichte mit dem Leichnam Hitlers, der in einem Schloss in der Schweiz aufbewahrt wird und darauf wartet, dass das Bozzetto vorbeikommt, um ihn wieder aufzuerwecken, stellt den NAD in ein so skurriles Licht, dass das ganze nicht nur ein Thriller alla Dan Brown ist - Dan Brown Fans werden ihn klasse finden - sondern etwas ganz Eigenes und Amüsantes und dazu noch sehr Geniales hat. Ich jedenfalls konnte das Buch kaum weglegen.

In diesem Sinne

Eure Anke

Mittwoch, 3. Dezember 2014

[Rezension] Wir kacken alle falsch...

Hallo Leute!

Heute darf ich euch mal wieder ein spannendes Hörbuch vorstellen...

Darm mit Charme
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Daten
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Autorin und Sprecherin: Giulia Enders
Verlag: Audio Media Verlag
ISBN: 3868043675
Preis: 11,99€
Laufzeit: 230 min


Inhalt
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Giulia Enders ist eine junge Medizinerin, sie promoviert in Gastroenterologie und gewann 2012 mit dem Thema Darm mit Charme den Science Slam, bei dem junge Wissenschaftler ihre Themen für die Allgemeinheit verständlich und witzig dargestellt werden.

So stellt Giulia Enders ihr Thema vor - den Darm. Sie berichtet in dem Buch bzw. Hörbuch auf sehr charmante Art, dass wir etwa durch das im Sitzen das große Geschäft machen für Darmerkrankungen sorgen, die in Ländern, in denen man im Hocken kackt nicht vorfindet. Sie gibt dabei Hinweise, wie man richtig kackt. Aber auch andere Themen werden von ihr lehrreich und genial aufbereitet - etwa die Verdauung an sich, woher die Bauchgeräusche kommen, was passiert, wenn die Verdauung mal nicht funktioniert, was passiert bei Nahrungsmittelallergien und wie Gehirn und Darm miteinander kommunizieren.


Lesung
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Die Autorenlesung (übrigens ungekürzt soweit ich weiß) ist einfach super. Die junge Autorin liest selbst - und spricht auf freche Art und Weise vom Kacken und von der unverdauten Erbse. Echt super! Es macht einfach Spaß, ihr zuzuhören. Man merkt beim Zuhören, wie viel Spaß sie an diesem außergewöhnlichen Forschungsthema und an dem Vermitteln der Thematik hat.


Fazit
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Das Buch ist nicht nur lehrreich. Ich als Biologin habe natürlich das eine oder andere auch schon im Studium gelernt. Aber ich habe noch nie so eine wissenschaftlich exakte aber dennoch witzig, freche Aufbereitung eines verkannten Themas gehört.

Fakten, die jeder kennen sollte, werden so aufgearbeitet, dass man keinen Uniabschluss braucht, um sie zu verstehen. In einer Sprache, die deutlich ist, das Thema aber nicht veralbert, stellt die junge Autorin Zusammenhänge auf faszinierende Art einfach dar, obwohl sie wahnsinnig komplex sind.

Ich komme aus dem Schwärmen nicht heraus, von mir ganz klare 5 Sterne!

In diesem Sinne

Eure Anke

Montag, 1. Dezember 2014

[Rezension] Ich bin supergeil - und ich mache Selfies


SELFIE MAN 


 Hallo Leute!

Heute darf ich euch ein supergeiles Buch vorstellen - im wahrsten Sinne des Wortes. #DerTagistDeinFreund

Selfie Man
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Daten
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Autor: Friedrich Liechtenstein
Verlag: Aufbau
ISBN: 978-3-351-05018-4
Preis: 9,99€ (D) 10,30€ (A)


Inhalt
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Um den Inhalt zu verstehen, muss ich euch wohl erstmal den Autor vorstellen. Er wurde 1956, 57 und 59 in Eisenhüttenstadt geboren und ist eine Art Unterhaltungskünstler.

Gelernt hat er Puppenspieler. Doch schon in den 90er Jahren gab er Synthie-Pop-Alben heraus und ging später auch mit der Band "Deichkind" auf Tour. Bekannt wurde er wohl in Deutschland mit dem TV-Werbespot im Sommer, in dem er Waren der Marke Edeka als "Supergeil" anpreist. Der zugehörige Song ist kaum einem aus dem Ohr gegangen.

Die Idee zu dem Buch entstand wohl, weil immer mehr Leute Liechtenstein ansprachen, um ein Selfie mit ihm zu machen. So begann er, in allen Lebenslagen Selfies zu machen und diese zu sammeln.

So findet man den Selfie Man in diesem Buch in allen Lebenslagen - beim Angeln, mit seiner Bäckereifachverkäuferin, beim Selfies machen oder beim Zähneputzen. zu den großformatigen Selfies kommen dann zugehörige mehr oder weniger sinnvolle Lebensweisheiten. So kann man wie in einer Art Kalender blättern und vom Selfie Man leben.


Fazit
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Ist das Kunst oder kann das Weg? Wenn man einen vermutlich über 60 Jährigen beim Zähneputzen zuschaut, ist man sich nicht ganz so sicher. Aber je länger ich in dem zugegebenermaßen sehr surrealen Buch blättert, umso mehr ist man fasziniert von diesem Mann mit dem langen Bart, der goldenen Sonnenbrille und den golden lackierten Fingernägeln.

Sinn macht das Buch nicht viel, es ist mehr eine Art Karikatur unserer modernen Gesellschaft, in der alles im Selfie festgehalten werden muss. Die Sprüche wirken auch nur auf den ersten Blick etwas sinnlos, haben am Ende dann aber durchaus einen wirklich tiefen Hintergrund.

"Ein Beispiel hierfür ist Friedrich bei der Tagespflege. Da schreibt er: "Irgendwann habe ich bemerkt: Je öfter ich fotografiert werde, desto mehr schließen sich meine Poren. Ich verkapsle mich, werde maskenhaft und quasi konserviert. (...) Aber ich kann immer noch die Brille abnehmen, den Bart abrasieren - und kein Schwein würde mich erkennen".

Nichts charakterisiert unsere heutige Medienwelt besser. Die Sprüche sind alle so hintersinnig, ohne schwülstig zu wirken - surreale Lebensweisheiten... Einfach supergeil - und man muss erst nachdenken... Einfach supergeil

In diesem Sinne

Eure Anke

Freitag, 28. November 2014

[Rezension] Sie will von ihnen leben...

Hallo Leute!

Heute darf ich euch mal wieder ein spannendes Buch vorstellen. Genaugenommen ist es diesmal ein Ebook...

Danke an bloggdeinbuch für die Bereitstellung.

Die Seziererin
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Daten
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Autorin: Annika Sylvia Weber
Verlag: Books2Read
Preis: 3,99€

Inhalt
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Sie begehrt ihn seit sie denken kann. Als dicklicher Teenager kommt sie schon nicht an Christian heran. Im Gegenteil, sie leidet schwer unter dem Mobbing ihrer Mitschüler, macht beim Schwimmunterricht nicht mit und wird auch sonst eigentlich nur herumgeschubst. Doch als Christian dann eine Freundin hat, wird sie das erste mal zu einer kaltblütigen Mörderin.

14 Jahre später: Christian leitet eine erfolgreiche Filmproduktionsfirma und leistet sich die eine oder andere Affäre. Nach einer Liebesnacht wird die aktuelle Produktionsassistentin kaltblütig ermorden - sie wird vollständig seziert und zwar, um herauszufinden, was man alles braucht, um Christian ins Bett zu ziehen. Doch Christian kann seine Produktion auf einer Rinderfarm in Australien nicht stoppen. Er stellt Charlotte an, die den Auftrag übernimmt.

Charlotte und Christian fliegen gemeinsam mit Ole und Jana nach Australien. Dort kommt es, wie es kommen muss. Christian landet mit der unkomplizierten Farmerstochter im Bett. Einen Tag später finden Charlotte und Jana die grausam zugerichtete Leiche.

Alle Frauenleichen haben 2 Dinge gemeinsam: Die Frauen waren mit Christian im Bett und sind seziert.


Fazit
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Die Geschichte an sich ist durchaus gelungen und könnte durchaus der Feder der Autoren zum Beispiel von Criminal Minds entsprungen sein. Die Geschichte holt wirklich die Gänsehaut heraus, gerade weil eigentlich recht bald herauskommt, wie die Morde zusammenhängen, nur wer der Mörder ist und warum er bzw. sie mordet, wird erst spät klar. Die Gänsehaut bleibt fast bis zur letzten Seite.

Was mir nicht so gefällt, sind die ständigen Perspektivwechsel. Mal erzählt der eine in der Ich-Perspektive, mal jemand anderes - das wirkt irgendwie manchmal ziemlich konfus.

Auch die Sprache stört mich - es hat ein kleines bisschen von einer 14-jährigen, die die Geschichte schreibt. Auch fallen zahlreiche Rechtschreibfehler auf - die sollte man bei einem E-Book dann doch mal korrigieren.

Die Geschichte an sich würde von mir 4-5 Sterne bekommen, aber die Sprache und die vielen Fehler trüben den Lesespass.

In diesem Sinne

Eure Anke

Mittwoch, 26. November 2014

[Rezension] Ein außergewöhnliches Kochlexikon

Hallo Leute!

Heute darf ich euch mal wieder ein sehr interessantes Buch vorstellen. Ich und besonders auch mein Mann stehen sehr gerne in der Küche... Er mehr zum Kochen, ich mehr zum Essen. Besonders die etwas exotischere Küche hat es ihm angetan. Daher bekam er von mir dieses spannende Buch... 







Kiwi, Kaffee, Kardamon - Exotik frisch auf den Tisch
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Daten
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Autor: Bruno P. Kremer
Verlag: Hirzel
ISBN: 978-3-7776-2132-6
Preis: 39€


Inhalt
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In diesem Buch werden unzählige exotische Früchte, Gewürze und andere Zutaten vorgestellt, die in unserer Küche heute zwar größtenteils verwendet werden, aber im Detail nicht so bekannt sind - etwa die Kiwi, Kichererbse oder Wassermelone, aber auch Kolanuss, Cherimoya oder Lambertnuss.

Jeder vorgestellten Zutat werden 2 Seiten gewidmet, inklusive eines großformatigen Fotos. Dazu wird alles wissenswerte zu den Kategorien Botanik, Ursprung und Verbreitung sowie Verwendung und Wissenswertes erläutert. Meist kommt noch ein gelb unterlegter Kasten mit einem Rezept dazu - etwa ein Rezept für Studentenfutter, was man unter der Paranuss findet oder eine Zucchinisuppe mit Kurkuma unter Kurkuma.

Manche Zutaten werden zusätzlich noch mit Tipps für Hobbygärtner ergänzt, zum Beispiel wie man Kurkuma auch in unseren Breiten ziehen kann.


Fazit
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Schon als ich das Buch bekam, war ich wahnsinnig gespannt darauf. Vor allem weil man heutzutage so viel in der Küche rumstehen hat und man hat selten eine Ahnung davon, wie es angebaut wird. Ich war ja schon ganz begeistert, als ich in Peru erfuhr, wie kompliziert der Anbau der Paranuss ist und meine erste Sternfrucht direkt vom Baum bekam.

In diesem Buch erfährt man viel Erstaunliches über Zutaten, die man bisher zu kennen glaubte - etwa dass Kreuzkümmel aus Nordafrika stammt und heute größtenteils im vorderen Orient angebaut wird.

Das Buch lädt quasi immer wieder zum Schmökern ein, man findet aber auch spannende Rezepte, von denen bisher die Kaktusfeigen-Creme mit Vanilleeis mein absoluter Favorit war.

Ein super Weihnachtsgeschenk  für alle kreativen Köche, die auch wissen wollen, was sie so verkochen.

In diesem Sinne

Eure Anke

Montag, 24. November 2014

[Rezension] Der Kongress tanzt


http://www.piper.de/fileadmin/import/produkte/produkt-10109.jpg 

Hallo Leute!


Das Jahr 14 ist in Zusammenhang mit Wien scheinbar immer etwas speziell. Nicht nur, dass in diesem Jahr sich der Ausbruch des ersten Weltkriegs zum 100. mal jährt. Auch der Beginn des Wiener Kongresses jährt sich zum 200. mal. Davon handelt dieses Buch.










Wien 1814: Von Kaisern, Königen und dem Kongress, der Europa neu erfand



Daten
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Autor: David King
Verlag: Piper
ISBN: 349205675X
Preis: 29,99€


Inhalt
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Das Buch erzählt die Geschichte des Wiener Kongresses. Im Jahr 1814 - Napoleon ist endlich besiegt - treffen in Wien mehr als 700 Fürsten und gekrönte Häupter aus ganz Europa zusammen, um eine neue Gestaltung vorzunehmen.

Ganz nett ist dabei, dass das ganze mehr in eine Geschichte gekleidet ist, als in ein Geschichtsbuch. Das Buch erzählt von der Wiener Kaiserfamilie, die kurzerhand nach Schönbrunn ausquartiert wurde, um die unzähligen Staatsgäste in der Hofburg einzuquartieren. Es erzählt nicht nur die harten Fakten, die komplexen Verhandlungen usw. Es erzählt auch von der großen Schlittenfahrt an der mehr als 20 Prunkschlitten teilnahmen.

Mit teils fiktiven Dialogen erzählt David King die Geschichte des Wiener Kongresses auf eine besondere Art und Weise, der man auch als Nicht-Historiker wunderbar folgen lassen.


Fazit
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Nun, man mag über diese Art des Geschichtsbuchs streiten. Natürlich sind etwa fiktive Dialoge nix für einen echten Historiker, der nur an den harten Fakten interessiert ist. Dafür bringt dieses Buch den Kongress auch dem "normalen" Leser etwas näher. Der fühlt sich durch die fiktiven Dialoge sogar ein bisschen, als wäre er mittendrin. Man erlebt den Wiener Kongress quasi mit und hat dabei nicht so wirklich den Rückblick und die Erkenntnisse, die man 200 Jahre später hat.

Ich persönlich empfinde das Buch als einen sehr interessanten Zugang zum Thema "Wiener Kongress". Natürlich darf man die aufgeblasenen Dialoge nicht ganz für voll nehmen. Die historischen Fakten aber stimmen. Und durch die sehr intensiven Schilderungen der einzelnen Charaktäre wirkt das Buch für mich sehr lebendig. Wie gesagt, mit ein bisschen Phantasie fühlt man sich, als wäre man mittendrin.

Sicherlich ist das Buch Geschmackssache. Es ist kein historischer Sachbuch-Schinken, bei dem man pro Seite 20 Minuten Lesezeit braucht - es liefert mehr einen interessanten Zugang zu einem wichtigen Thema der Geschichte und weckt Interesse, sich auch mit den "harten Fakten" zu beschäftigen.

In diesem Sinne

Eure Anke

Dienstag, 18. November 2014

[Rezension] Im Schnee von Montana...

Hallo Leute!

Heute stelle ich euch mal wieder einen netten Thriller vor. Diesmal geht die Reise wie in vielen Thrillern in die USA. Doch man befindet sich ganz im Norden des Bundesstaates Montana an der Grenze zu Kanada.


Eisiges Geheimnis
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Daten
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Autorin: Karin Salvaggio
Verlag: Marion von Schröder
ISBN: 3547712025
Preis: 14,99€


Inhalt
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Grace ist 17 und hat schon viel hinter sich. Im Alter von 7 hat ihre Mutter die Familie verlassen. Und aufgrund eines Herzfehlers wurde kürzlich eine Transplantation nötig. Doch das alles hat sie gut überstanden, als sie eines Tages im tiefsten Winter aus dem Fenster schaut. Dort sieht sie eine Frau, die nach ihr ruft. Dann sieht sie einen Mann, der die Frau brutal überfällt und blutüberströmt liegenlässt.

Mutig rennt Grace nach draußen, nur wenig bekleidet, rennt sie barfuß durch das Gartentor und erkennt dann, wer die Frau ist. Sie ist Grace Mutter und liegt im Sterben. Sie kann nur noch die Warnung loswerden, dass sie noch immer hinter dem Geld her sind. Die Sanitäter finden Grace halb erfroren, an ihre Mutter gelehnt im Neuschnee liegen.

Macy Greely ist hochschwanger. Dennoch wird der Detective in den kleinen Ort geschickt, um zu ermitteln. Bereits vor 11 Jahren ermittelte sie gegen einen Verwandten von Grace. Damals waren drei Mädchen tot auf einem Parkplatz gefunden worden - Mädchenhandel. Doch man konnte damals die Zusammenhänge, die unter anderem die Spedition von Grace Onkel betrafen, nicht zu Tage fördern.

Als Grace im Krankenhaus überfallen wird, wird schnell klar, dass sie mehr weiß, als sie sagt. Und sie ist in großer Gefahr.


Fazit
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Das Buch ist ein sehr solider Thriller, bei dem auch tatsächlich ordentlich Gänsehaut aufkommt. Und das nicht nur aufgrund des strengen Winters.

Dennoch hat die Story auch ihre Schwächen. Mir gefällt beispielsweise nicht, dass irgendwie relativ schnell klar wird, wer Grace Mutter getötet haben könnte und am Ende stellt sich raus, dass er es auch war. Das Ende ist nicht wirklich ein Überraschungsmoment.

Auch die Seitengeschichte, dass Macy von ihrem verheirateten Chef hochschwanger ist, finde ich eher merkwürdig und sie trägt nicht wirklich zur Story bei. Ich finde es ja eher unglaubwürdig, dass ein Detective im 7. oder 8. Monat noch alleine auf Mordermittlung geschickt wird. Sicherlich Geschmackssache, aber für mich wäre die Story auch genauso spannend, wenn die Dame nix mit ihrem Chef hätte.

Den Spannungsaufbau finde ich sehr gelungen. Vor allem, dass Grace nur sehr langsam Vertrauen zu Macy findet - nur mit Hilfe des Sanitäters Jared (übrigens der Ex von Macy) erzählt sie irgendwann, was hinter der Geschichte steckt.

Ein lesenswerter, wenn aber auch nicht ganz perfekter Thriller.

In diesem Sinne

Eure Anke

[Rezension] Familie in Gefahr

Hallo Leute!

Heute darf ich euch mal wieder einen regionalen Thriller vorstellen. Diesmal geht die Krimireise nach Hull in England...

Danke an BDB und Ullstein.

Ewige Buße
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Daten
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Autor: David Mark
Verlag: Ullstein
ISBN: 978-3548286587
Preis: 9,99€


Inhalt
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Detective Aector McAvoy hat nicht nur einen ungewöhnlichen Namen, sondern auch eine sehr innige Beziehung zu seiner Familie. Wenn er mit dem Van zur Arbeit fährt, hat er immer Sorge, dass mal jemand mitfahren will - bei dem ganzen Spielzeug und den Kindersitzen wäre einfach kein Platz.

Eine schlimme Mordserie erschüttert Hull, McAcoy soll ermitteln. 3 schwerst zugerichtete Frauen werden gefunden. Der Fall nimmt ihn sehr mit, vor allem, als dann auch noch klar wird, dass seine eigene Familie das Hauptziel des Mörders ist, seine Frau Roisin droht, das nächste Opfer zu werden.


Fazit
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Ich muss zugeben, ich habe mich mit diesem Thriller etwas schwergetan. Schon alleine die sehr außergewöhnliche Namenswahl der Charaktäre hat es mir irgendwie schwergemacht - heißen in England alle Aector oder Pharao (Aectors Chefin). Die Charaktäre an sich kommen mir genauso merkwürdig vor. Bei McAvoy wird von Anfang an klar gemacht, wie sehr er doch seine Familie liebt. So war mir schon auf Seite 10 klar, auf was das ganze hinausläuft - auch ohne den Klappentext gelesen zu haben - was ich vorher nie tue.

Der Autor macht sich durch solche Kleinigkeiten die Spannung etwas kaputt, die immer mal wieder in Ansätzen aufkommt, dann aber alleine schon durch die Nennung der teils skurrilen Namen wieder davongeblasen wird.

Der Schreibstil ist irgendwie auch eher merkwürdig. Die Sätze sind extrem kurz und man denkt häufig "Sollte da nicht noch irgendwas kommen?". Das führt irgendwie dazu, dass einen die Situationen nicht so wirklich mitreißen.

Es kann einem nicht jeder Thriller-Autor gefallen. Diesen Thriller fand ich relativ langweilig, ein richtiges Gänsehautfeeling wollte bei mir nicht aufkommen, daher kann ich ihn auch nicht so richtig weiterempfehlen.

In diesem Sinne

Eure Anke




Montag, 17. November 2014

[Rezension] Mal wieder was spannendes auf die Ohren...


 Cover Hörbuch: Klaus-Peter Wolf: Mord am Leuchtturm

Hallo Leute!

Man muss ja nicht immer nur lesen... Heutzutage kann man Literatur ja auch hören. Und so bekam ich "Mord am Leuchtturm"... Danke an bloggdeinbuch und den Jumboverlag.













Mord am Leuchtturm (Hörbuch)
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Daten
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Autor: Klaus-Peter Wolf
Verlag: Jumbo
ISBN: 3833733616
Preis: 14,99€


Inhalt
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Mit Mord am Leuchtturm bekommt man nicht eine einzelne Geschichte, sondern gleich 6. In seinen Kurzkrimis erzählt er von Geschichten aus Friesland.

Tod am Leuchtturm • Die Internethexe • Mamis Held • Das mörderische Krimidinner • Sandra und Anna • Der Nylonstrumpfmörder

Die erste Geschichte handelt von einem Mörder, der bereits nach seinen Taten von der Presse interviewt wird. Einige Morde hat er gestanden, doch ein Mord, der ihm zur Last gelegt wird, wurde von ihm nicht begangen - die Tote am Leuchtturm.

Die zweite Geschichte handelt von einem Mädchen, die auf einer Internetseite von einer Hexe 3 Tage Glück versprochen bekommt. Doch das geht schief.

Geschichte drei handelt von einem Jungen, seiner Mutter und deren neuen Freund, der sie schlägt.

Die längste Geschichte ist die vierte. Die wird um eine Art "perfekte Dinner" Show herumgebastelt. Ganz witzig, da der Autor daran tatsächlich mal teilgenommen hat. Auf jeden Fall sterben die Teilnehmer nach und nach.

Sandra und Anna handelt von Anna, ihrem Mann und Sandra. Mehr kann ich da nicht sagen, da es sonst nicht mehr spannend wäre.

Der Nylonstrumpfmörder spricht mit seinem neuen Opfer.


Fazit
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Die 6 Geschichten haben ganz und gar unterschiedliche Qualität. Sie sind zwischen 15 und 90 Minuten lang - teils verstörend teils auch eher langweilig, teils Gänsehautbereitend gelingt es Klaus-Peter Wolf, den Leser in den Bann zu ziehen.

Die Aufnahmen, die insgesamt 243 Minuten und 3 CDs umfassen, sind wirklich gut. Mit Stefan Kaminski, Claudia Michelsen, Julia Nachtmann, Bernd Stephan, Jacob Weigert und Dietmar Wunder sind sehr erfahrene Hörbuchleser engagiert wurden. Die Leser passen alle wie Faust aufs Auge zu den jeweiligen - wie schon gesagt ganz unterschiedlichen - Geschichten und holen dabei noch mehr aus der Geschichte heraus.

Ich bin mit dem Hörbuch sehr zufrieden. Besonders schön finde ich, dass die Geschichten nicht allzu lange sind, so dass man sie problemlos auch jeweils am Stück hören kann... Da die Geschichten aber nicht alle gleichmäßig stark sind, gibt es von mir nur 4 Sterne.

In diesem Sinne

Eure Anke

Freitag, 14. November 2014

[Rezension] Wenn einer auswandert, da kann er was erzählen...

Caroline Rzehak: Ein Jahr in der Schweiz 




Hallo Leute!

Ein Neustart in einem anderen Land bedeutet immer viele Veränderungen. Ich kann da ein Liedchen von singen. Caroline Rezhak ging mit ihrem Mann in die Schweiz...

Ein Jahr in der Schweiz
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Daten
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Autorin: Caroline Rezhak
Verlag: Herder
ISBN: 3451067374
Preis: 12,99€


Inhalt
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Caroline studierte Soziale Arbeit. Kurz nach der Hochzeit wird dann alles anders. Ihr Mann Dominik bekommt ein Jobangebot im schönen Zürich. Obwohl sie noch keinen Job hat, geht die Autorin mit.

Als die beiden ankommen, ist es gerade Dezember - romantische Stimmung liegt über der Stadt.

So erzählt Caroline Rezhak über ihr erstes Jahr in der Schweiz. Sie erzählt witzige Geschichten über Misverständnisse aufgrund der Sprachbarriere. Sie erzählt aber auch gleichzeitig über die vielen Vorurteile, die die Schweizer haben. Sie erzählt von unterschiedlichen Steuersystemen, kurzen Kinderbetreuungszeiten und hohen Lebenshaltungskosten.

So bekommt man alle Seiten des Lebens in der schönen Schweiz kennen, die positiven wie die negativen.


Fazit
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Na, ja ich persönlich finde es ja immer sehr nett, etwas über die Erlebnisse anderer Auswanderinnen zu erfahren. So habe ich aus der Reihe schon Ein Jahr in Wien und Ein Jahr an der Cote d'Azur gelesen und muss sagen, dass das mit das beste ist.

Caroline Rezhak will einen nicht von den Schönheiten der Schweiz überzeugen, sondern sie berichtet viel mehr schonungslos darüber, was einen in der Schweiz erwartet. Sie zeigt viel mehr das Lebensgefühl, das eben auf einen wartet. Man kommt mit großen Erwartungen, hat dann aber Schwierigkeiten, einen Job zu finden. Man erkundet das schöne neue Land, hat dann aber Probleme mit der neuen Sprache. Eigentlich ging es Caroline nicht anders wie mir hier in Wien - zwischendurch bekommt man Heimweh, aber irgendwie verliebt man sich doch in die neue Heimat mit all ihren Schrullen.

Die Autorin berichtet mit ganz viel Witz und auch ein bisschen Selbstironie, dass es eben nicht immer nur Sonnenseiten gibt, auch nicht in einem Land wie der Schweiz.

In diesem Sinne

Eure Anke

Donnerstag, 13. November 2014

[Rezension] Stell dir vor, deine Vergangenheit holt dich ein

Hallo Leute!

Heute darf ich euch mal wieder einen tollen Thriller vorstellen. Er stammt aus der Feder der aktuellen Erfolgsautorin Gillian Flynn, die die Romanvorlage zum aktuellen Kinokracher Gone Girl geschrieben hat. Und wenn solche "neuen" Kracher auf dem Thrillermarkt erscheinen, machen die mich natürlich sofort neugierig...




Dark Places - Gefährliche Erinnerung
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Daten
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Autorin: Gillian Flynn
Verlag: Scherz
ISBN: 978-3-651-01189-2
Preis: 14,99€


Inhalt
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Libby ist 7, als ein absoluter Albtraum über sie hereinbricht. Ihre Mutter und ihre beiden Schwestern werden in einer Art Blutrausch ermordet. Nur Libby kann fliehen, versteckt sich in der Nähe der Farm und verliert im Frost einen halben Finger und fast alle Zehen. Als sie morgens zurückkehrt, findet sie ein wahres Blutbad vor. Die Leichen ihrer Schwester und ihrer Mutter wie im Wahn mit einer Axt entstellt, die andere Schwester liegt erwürgt im Bett.

Der einzige Verdächtige ist schnell gefunden. Ben, Libbys 15jähriger Bruder, gilt ohnehin als Sonderling. Im Dorf gehen Gerüchte herum, dass er einem satanistischen Kult anhängt und sogar kleine Mädchen sexuell missbraucht haben soll. Ben wandert ins Gefängnis, Libby bekommt Geld durch Spenden, die für die arme Libby Day gemacht werden.

Doch 25 Jahre später ist das mit den Spenden vorbei. Libby ist ziemlich abgebrannt und braucht dringend Geld. Da kommt der "Kill Club" von Lyle gerade recht. Was sich merkwürdig anhört, ist eine Ansammlung von Menschen, die von Mordfällen wie den von Libbys Familie fasziniert sind und größtenteils glauben, dass Ben in Wahrheit unschuldig ist. Sie bezahlen Libby dafür, dass sie den Fall von Beginn an nochmal aufrollt, sich mit ihrem Vater - der Alkoholiker war damals schon von der Familie getrennt - und auch mit ihrem Bruder spricht.

Je tiefer Libby sich dabei in den Fall vertieft, umso stärker gerät sie selbst in Gefahr. Je näher sie dem Geheimnis jener Nacht im Januar 1985 kommt, umso tiefer steckt sie in Problemen, die sie eigentlich vergessen wollte.


Fazit
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Gillian Flynn ist für mich persönlich absolut gigantisch. Es ist zwar erst das zweite Buch, das ich von ihr lese, aber ich muss sagen, sie kann sich dicke mit einer Karen Slaughter oder einer Tess Gerritsen messen. Das Buch fängt ganz langsam an und wie auch ihre Hauptfigur gerät man immer tiefer in die Geschichte hinein. Die letzten 200 Seiten habe ich gelesen, ohne das Buch wegzulegen und ich muss jetzt auch erstmal was essen und was trinken, das habe ich nämlich die letzten paar Stunden vergessen.

Die Charaktäre sind in diesem Buch - wie übrigens auch in Gone Girl - derartig perfide und genau gezeichnet, dass man irgendwie sofort bei der Stange ist. Gerade die Figur der Libby, die anfangs für Geld recherchiert und später dann immer tiefer in die Geschichte hineingezogen wird, die ja eigentlich ihre eigene ist, ist absolut genial. Man lässt sich anhand dessen nämlich irgendwie gleich mitziehen.

Es ist einfach das, was ich unter einem perfekten Thriller verstehe. Klar wird auch viel mit dem Satanistenklischee aus den 80ern gespielt, mit dem Klischee des verarmten Kansas-Farmers, aber das wirkt nie albern und im letzten Drittel des Buches will sich die Gänsehaut gar nicht mehr legen...

Perfekt, besser geht es einfach nicht! Thriller in Perfektion!

Klare 5 Sterne.

In diesem Sinne

Eure Anke

Montag, 10. November 2014

[Rezension] Och da kommt ja der Paul

Hallo Leute!

Heute darf ich euch mal wieder ein super Buch vorstellen. Da ich in einem echten Hundehaushalt aufgewachsen bin, kenne ich die Probleme...

Is was, Dog?
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Daten
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Autorin: Dunja Hayali
Verlag: Ullstein
ISBN: 3864930219
Preis: 14,99€


Inhalt
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Dunja Hayali ist als Moderatorin aus dem Fernsehen bekannt. Dort trat sie gemeinsam mit ihrer Retriever Hündin Emma bei Martin Rütter auf und stellte in seiner Hundeflüsterer Show ein Projekt vor, in dem Retriever als Blindenhunde ausgebildet werden.

In diesem Buch erzählt Dunja Hayali, was sich im Alltag eines Hundebesitzers so ändert, wenn ein kleines Knäuel Fell ins Haus kommt, das bellen kann. Plötzlich unterhält man sich mit wildfremden Menschen darüber, was für Verdauungsprobleme der Hund hat, während der Retriever mit dem Chihuahua über die Hundewiese tobt. Plötzlich muss man 2 Monate im Jahr täglich den Staubsaugerbeutel wechseln - Haare findet man plötzlich einfach überall und das ganze Leben richtet sich nur noch am Hund aus.


Fazit
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Sehr lebendig und eigentlich immer zutreffend erzählt Dunja Hayali nicht übe ihr Leben als Moderatorin, sondern viel mehr als Hundebesitzerin. Noch heute ist es so, wenn ich meine Eltern besuche, dass ich über den Hund in der Nachbarschaft identifiziert werde - ach, da ist ja der Paul... Und, zu Besuch aus Wien?

Plötzlich sind lauter eklige Sachen im Kühlschrank - sowas wie getrocknete Schweineohren. Plötzlich gibt man 1000€ beim Hundehomöopathen aus, selbst geht man aber nicht zum Arzt. Der Hund geht plötzlich über alles.

Und gerade das macht das Buch so witzig. Ich kann gar nicht zählen, wie oft ich meine Eltern darin wiedererkannt habe, die seit die Töchter ausgezogen sind und sie in Rente sind, plötzlich ihr Leben an Paul - einem schokofarbenen Labrador - ausrichten. Sie suchen den Urlaub nach Hundefreundlichkeit aus und kaum bekannte Nachbarn werden zu engen Vertrauten, weil die Hunde sich so gut verstehen und der Nachmittagsspaziergang aufeinander abgestimmt wird. Das Leben als Hundebesitzer ist nicht leicht - aber schön. So ist das Fazit des Buchs.

Es ist ein tolles Buch, nicht nur für Hundebesitzer, sondern alle, die ihre Liebe zum Hund noch entdecken wollen.

Von mir gibt es klare 5 Sterne.

In diesem Sinne

Eure Anke

Freitag, 7. November 2014

[Rezension] Eine echte Liebeserklärung

Hallo Leute!

Heute darf ich euch ein ganz besonders schönes Buch vorstellen, das meine Erwartungen bei weitem übertroffen hat...

Stadtgespräche aus Leipzig
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Das Buch gehört zur "Stadtgespräche" Reihe, die aus verschiedenen deutschsprachigen Städten erschienen ist.

Daten
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Autoren: Lene Hoffmann und Volly Tanner
Verlag: Gmeiner
ISBN: 978-3-8392-1634-7
Preis: 14,99€



Inhalt
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In diesem Buch stellen die Leipziger selbst ihre Stadt vor. So begleiten wir Markus Böhme in seine Lieblingskneipe oder Alex Huth auf einen Aussichtsturm über der Stadt gemeinsam mit einer Flasche Rotwein. Wir besuchen die Gründerin eines Vereins, der den Straßenkindern von Leipzig hilft, treffen eine junge Forscherin vom Max-Planck-Institut und eine junge Theaterschauspielerin.

So erlebt man verschiedene Seiten der Stadt Leipzig, die man so nicht kennenlernen würde.


Fazit
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Zugegeben, als ich den Titel las, hatte ich irgendwie etwas anderes im Sinn - nämlich irgendwas in die Richtung Mundart. Und solche Bücher sind meistens eher doof, vor allem, weil man alles laut lesen muss, um den Sinn und den Humor dahinter zu verstehen.

Daher hat mich das Buch sehr positiv überrascht. Prominente und weniger prominente Menschen kommen zu Wort und so entsteht ein sehr liebevoller Guide, der ein Niveau erreicht, den Marco Polo nie erreichen kann. Ich bin selbst nicht aus Leipzig und war auch noch nie da. Aber nach der Lektüre dieses Buches habe ich richtig Lust, hinzureisen, abends ein Wein auf dem Aussichtsturm zu genießen und den Sonnenuntergang zu schauen.

Das Buch stellt aber auch die unterschiedlichsten Menschen vor, die eine Verbindung zu Leipzig haben. Vom "Prinzen" Sebastian Krumbiegel, der in Leipzig geboren wurde, bis hin zur sozial engagierten Ansprechperson für Straßenkids oder die Gothik-Tagesmutter ist alles dabei und auch das zeigt Seiten einer Stadt, die sehr sympathisch wirkt und die man gerne kennenlernen möchte.

Dabei helfen auch die wirklich tollen Bilder.

Ich jedenfalls freue mich schon, Leipzig irgendwann mal persönlich kennenzulernen. Obwohl ich nach dem Buch schon ein bisschen das Gefühl habe, sie zu kennen.

In diesem Sinne

Eure Anke



Donnerstag, 6. November 2014

[Rezension] Schuldlos langweilig

Schuldlos tot 

Hallo Leute!

Wie ihr wisst, bin ich ein großer Krimi und Thriller Fan. Besonders die deutschen und österreichischen Krimis haben es mir angetan. Diesmal führte mich diese Leidenschaft in die Nähe der Heimat meiner Schwester...

Schuldlos tot
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Daten
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Autor: Angela L. Forster
Verlag: Acabus
ISBN: 3862822648
Preis: 13,90€


Inhalt
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Nach einem schockierenden Einsatz wird Petra Talers Partner getötet. Daraufhin entschließt sich Petra, ihr Erbe anzutreten. Von ihrer Großmutter hat sie einen etwas maroden Bauernhof im Alten Land bei Hamburg geerbt. Da trifft es sich gut, dass derzeit eine Stelle bei der Kripo in Harburg frei wird.

Ihr erster Fall führt sie in eine Tierarztpraxis. Die beiden Tierärzte Made und Carlsen sind übel zugerichtet, ins Koma geprügelt. Weniger gut ergeht es Carlsens Frau Regine, die die Folter nicht überlebt. An einen Praxistisch gebunden und mit einer weißen Rose neben dem Kopf wird sie tot aufgefunden. An der Wand steht in roter Schrift S. Sine culpa.

Nachdem das Haus vier Wochen davor von einem Sprayer mit einem ähnlichen Graffity verunstaltet wurde, führen die Ermittlungen schnell in die Sprayerszene. Gleichzeitig wird aber auch in eine andere Richtung ermittelt. Die Praxishelferin wurde mit 15 von Carlsen vergewaltigt und hat einen mittlerweile 20 jährigen Sohn. Auch finden sie heraus, dass in der Praxis vermehrt Tiere ohne Grund getötet und gequält wurden, um illegale Arzneimittel herzustellen.

Nebenbei hat sich Petra noch Horst ins Haus geholt, einen Obdachlosen, der beginnt, ihren Garten mit mehr als 10000 Obstbäumen aus dem Alten Land auf Vordermann zu bringen.


Fazit
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Hmmm, irgendwie schwierig. Auf der einen Seite nimmt der Krimi ab der Hälfte ganz gut an Fahrt auf. Dennoch kann ich den Thriller nicht wirklich empfehlen. Irgendwie sind es mir viel zu viele Handlungsstränge, die nicht wirklich zusammenführen und auch sonst kein logisches Ende finden.

Mir gehen auch die ellenlangen Schilderungen der Straßen, die Taler mit ihrem Auto entlangfährt auch irgendwie auf den Nerv. Was will man mit den Straßennamen beweisen? Dass man vor Ort war und recherchiert hat? Das trägt irgendwie nicht sinnvoll zur Geschichte bei, genausowenig wie die potentielle Romanze mit dem Staatsanwalt und die ständigen Bezüge auf Talers letzten Fall in München (es gibt kein Vorgängerbuch, also was soll das). Die ganze Story verzettelt sich gerade im mittleren Teil total.

Was mir auch überhaupt nicht gefällt, ist die Gestaltung der Kapitel. Insgesamt gibt es 148 Stück, was ja generell gar nicht so schlecht ist, weil das bei mir gerade bei Thrillern immer wieder das "Na ein Kapitel noch" Feeling auslöst. Hier scheint es aber mehr so zu sein, dass die Autorin auf die Uhr geschaut hat "Na, Schluss für heute, ich mach das Kapitel fertig"... Die Kapitel scheinen teils wirklich willkürlich gesetzt.

Echt schade, die Story an sich ist echt nicht so schlecht, aber gerade weil in dem Genre so viele richtig gute Bücher unterwegs sind, kann ich leider nicht mehr als 2 Sterne vergeben.

In diesem Sinne

Eure Anke

[Rezension] Viel Unterhaltung - Wenig Wissenschaft


Viagra hilft Hamstern bei Jetlag 

Hallo Leute!

Jeder ist bei Facebook wohl schon auf das "unnütze Wissen" gestoßen. In kurzen und prägnanten Sätzen werden kuriose Fakten gegeben, die im Gedächtnis bleiben. In diesem Buch werden diese Fakten zusammengefasst...

Viagra hilft Hamstern bei Jetlag
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Daten
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Verlag: Riva
ISBN: 978-3-86883-346-1
Preis: 8,99€ (D) 9,30€ (A)


Inhalt
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Die prägnanten Fakten aus der Wissenschaft kommen aus den Gebieten:

Biologie & Zoologie
Physik & Chemie
Psychologie & Soziologie
Medizin & Anatomie
Technologie & Technik
Sprachwissenschaften
Geografie & Astronomie
Seltsame Wissenschaft

In 1-2 Sätzen werden verschiedene Dinge angesprochen.

So wird etwa von der Größe der Venen eines Blauwals gesprochen, in denen ein Mensch schwimmen könnte. Oder dass 9 von 10 Banknoten in Europa Spuren von Kokain enthalten.

Viele Fakten drehen sich um Statistiken, so etwa dass 60% des Regens aus der Verdunstung von Pflanzen entstammen. Im Feld Psychologie erfährt man beispielsweise, dass es 66 Tage dauert, eine Gewohnheit herauszubilden. Im Bereich Psychologie erfährt man, dass wenn man alle Schiffe gleichzeitig aus dem Meer heben würde, der Meeresspiegel um 6 Tausendstel Millimeter sinken würde.

Alles Dinge, die ganz amüsant sind, deren Wissen einem aber im Alltag nicht wirklich weiterhilft. Wissen, mit dem man beeindrucken kann, meist aber nur den Satz "Wieso weißt du so einen Blödsinn?" hören wird.



Fazit
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Viagra hilft Hamstern bei Jetlag - so heißt nicht nur der Titel, sondern auch der allererste Satz im Buch. Warum und wie erfährt der Leser nicht. Das ist symptomatisch für das Buch. Die Fakten sind unterhaltsam, aber wirklich weiterbringen tun sie einen nicht. Wenn mir nämlich jemand sagt, dass Viagra Hamstern bei Jetlag hilft, würde ich mir als erstes die Frage stellen "Wie?".

Das Buch ist wahrlich leichte Kost, beim Blättern findet man immer wieder spannende Fakten, denen man aber ein bisschen nachrecherchieren muss. Man erfährt einiges, was man zusammenhangslos am Stammtisch fallenlassen kann - auf weitere Nachfragen antworten kann man aber nur mit der nötigen Neugier und dem nötigen Ehrgeiz, das ganze nochmal selbst zu googlen und nachzurecherchieren.

Es ist ein witziges Geschenkbuch, aber man sollte nicht zu viel erwarten. Meiner Meinung nach wirft es mehr Fragen auf als dass es welche beantwortet.

In diesem Sinne

Eure Anke

[Rezension] Eine Frage der Familie

Hallo Leute!

In meinem Alter - um die 30 - kennt man wohl inzwischen mehrere Fälle, bei denen Menschen gepflegt werden müssen oder mussten. Bei mir waren es die eigenen Großeltern, erst Opa, den meine Oma gemeinsam mit meinen Eltern gepflegt wurde und nach Opas Tod kam dann Oma, die man nicht mehr alleine lassen konnte. Dass solche Fälle zu einem riesigen Problem für die Familie werden können, habe ich dabei gespürt, Von solchen "Fällen" spricht auch dieses Buch.








Eine Polin für Oma
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Daten
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Autorin: Ingeborg Haffert
Verlag: Econ
ISBN: 3430201667
Preis: 16,99€


Inhalt
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Das Buch spricht nicht nur theoretisch vom Pflegenotstand in Deutschland. Was früher die Töchter oder Schwiegertöchter machten, kann heute in Zeiten der Berufstätigkeit nicht mehr geleistet werden. Altenheime platzen aus allen Nähten und gleichzeitig haben diese zu wenig Personal um sich adäquat um die alten Menschen kümmern zu können. Häufig springen häusliche Pflegekräfte aus Osteuropa - hauptsächlich aus Polen - ein, um bei den alten Menschen einzuziehen, für sie zu kochen und sie zu pflegen, ohne dass sie die gewohnte Umgebung verlassen müssen.

In dem Buch kommen sowohl Betroffene alte Menschen oder deren Kinder zu Wort, die teils schwer zu kämpfen haben, nicht nur mit der Situation an sich, sondern auch damit, sich tatsächlich jemand Fremden ins Haus zu holen.

Auch die Arbeitskräfte aus Polen kommen zu Wort. Sie sprechen über ihre Arbeitsbedingungen, die in einer rechtlichen Grauzone liegen. Man erfährt, mit welchen Tricks gearbeitet wird, damit die Polinen nicht nach Deutschem Recht angestellt werden müssen. Viele sind bei Agenturen in Polen angestellt und somit quasi auf "Dienstreise" viele arbeiten auch einfach schwarz. Auch sprechen sie über ihren Kampf mit manch starrsinnigem Senioren, über Sprachbarrieren und ständig wechselnde Arbeitsstätten.


Fazit
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Nun Pflege ist eine sehr schwierige Geschichte, gerade heute, wenn die Kinder beruflich stark eingebunden sind, können sie es selbst nicht leisten. Wir waren selbst damals davor, für unsere Oma eine Polin zu holen. Doch meine Oma war nie einfach und hätte das wohl nicht gedultet. So kam sie in ein Altenheim in der Nähe, allerdings in ein wirklich Gutes, wo die Pflegerinnen sich sogar die Zeit nahmen, ein persönliches Verhältnis zu ihr aufzubauen. Trotzdem kam sie sich immer ein bisschen wie abgeschoben vor, obwohl sie wirklich fast jeden Tag Besuch von einem von uns bekam.

Anders war es bei einer Dame, die ich während meines Studiums in Gießen kennenlernte. Die hatte eine Pflegekraft aus Polen, die für sie fast zur Freundin geworden zu sein schien. Und sie schien auch wirklich happy damit zu sein. Aber wie schwer es die Polin hatte, merkte man schon alleine daran, dass sie alle 3 Monate (glaub ich) für einige Wochen zurück nach Polen musste. Sie war wohl von so einer Agentur.

Das Buch geht mit dem Thema Pflegenotstand wirklich schonungslos um und ist alleine dadurch so eindringlich, dass Betroffene aller Seiten - mit Angehörigen im Heim, mit einer Polin im Haus - aber auch Pflegekräfte an sich über ihr Leben und Leiden berichten. In vielen Dingen erkenne ich meine Eltern wieder. Mein Vater, der sich während der Zeit, die er meinen Opa mitpflegte quasi halbiert hat und während meine Oma im Heim war ihre Vorwürfe kaum ertragen konnte, die Kämpfe, die meine Mutter vor allem mit meiner - teils schon ein bisschen dementen - Oma aber auch mit den Pflegekräften im Heim ausfocht, der häusliche Pflegedienst, der zu meinem Opa kam. All diese eigenen Erlebnisse entdeckt man in diesem wirklich guten Sachbuch wieder. Es wird eine Hilfe sein für jeden, der irgendwann einmal sich der Frage stellen muss - Was tun mit Oma? Wohin mit Opa?

In diesem Sinne

Eure Anke

Montag, 3. November 2014

[Rezension] Krimikomödie

Hallo Leute!

Heute darf ich euch einen ganz außergewöhnlichen Krimi aus dem Feuerwerkeverlag vorstellen, das ich dank bloggdeinbuch rezensieren darf.

Außergewöhnlich ist der Krimi für mich vor allem deshalb, weil es sich diesmal um eine Krimikomödie handelt, schließlich habe ich normalerweise ja meistens harte Psychothriller zur Rezension...








Am Ende des Tunnels
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Daten
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Autor: Tobias Klatt
Verlag: Feuerwerke
ISBN: 978-3-945362-01-3
Preis: 8,99€

Inhalt
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Die Geschichte beruht auf einer wahren Begebenheit, wie sie sich 2012/13 in Stieglitz ereignet hat. Damals raubten Gangster eine Bank in Berlin aus, indem sie einen Tunnel in den Tresorraum gruben.

Auf Basis dieser Geschichte entwickelt der Autor folgende Handlung:

Für den Flaschensammler Frank ist das Leben eigentlich ganz OK. Doch dann trifft er am Berliner Hauptbahnhof auf den obdachlosen Amerikaner Ben. Der ist ein wahrer Draufgänger. Ein paar Tage später kommt Frank gerade mit dem stark blutenden Iraker Mozdeh nach Hause als Ben auf ihn wartet.

Ben, der sich selbst als erfahrenen Verbrecher bezeichnet, teilt seinen Plan mit. Die drei wollen eine Bank ausrauben, indem sie sich in den Tresorraum graben.

Diesmal ist aller Anfang ganz leicht, doch mit jedem Meter, den der Tunnel länger wird, wird das ganze chaotischer. Ein polnischer Mafiaboss beginnt, die drei zu jagen und die Gegensätze zwischen dem Moralisten Mozdeh, dem Draufgänger Ben und dem quasi ausversehen dazugekommenen Frank treten immer mehr zu Tage.


Fazit
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Das Buch ist ein echtes Meisterwerk. Natürlich konnte ich mich an die Geschichte damals erinnern, ging ja durch die Nachrichten. Doch das ganze so genial mit so viel Witz und Spannung aufzuarbeiten... Gut, die Story ist kein Gänsehautthriller, aber dafür brüllt man gelegentlich vor Lachen.

Die drei völlig gegensätzlichen Menschen finden am Ende doch zusammen und verfolgen gemeinsam ein Ziel, ein Neues Leben mit viel Geld. Anfängliche Skepsis wird weggewischt. Es ist einfach eine gelunge Mischung aus Humor, Skurilität und Spannung.

Das Buch ist erstaunlich locker zu lesen und man muss nicht hin und her denken, weil das Buch einfach einer Chronologie folgt. Es ist eine erstaunlich lockere Geschichte, sehr entspannt zu lesen. Ideal für den Urlaub.

Von mir gibt es klare 5 Sterne.

In diesem Sinne

Eure Anke

[Rezension] Der Code


Der Code 
Hallo Leute!

Heute darf ich euch mal wieder einen ganz netten Thriller vorstellen... Na eigentlich ein Thriller mit Einflüssen aus dem Bereich Science Fiction. Im Piper-Verlag ist "Der Code" von Frederik T. Olsson erschienen.












Der Code
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Daten
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Autor: Frederik T. Olsson
Verlag: Piper
ISBN: 978-3-492-05639-7
Preis: 16,99€


Inhalt
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Die junge Sumerologin Janine Haynes und der Kryptologe William Sandberg werden in ein Schloss in Liechtenstein entführt und sie haben nur eine Aufgabe, sie müssen die Welt retten. Doch sie wissen noch nicht, was genau dahintersteckt, als sie über einem komplexen Code brüten, der Jahrtausende alt zu sein scheint. Ihre Entführer Connors und Franquin sind dabei keine große Hilfe, da sie noch keine Informationen über das Projekt weitergeben, an dem sie seit mehr als 30 Jahren brühten, um die Menschheit zu retten.

Während Sandberg und Haynes am geheimnisvollen Code arbeiten, passieren draußen immer mehr merkwürdige Dinge, die als Zeichen des nahen Weltuntergangs gedeutet werden. In Berlin wird ein Obdachloser ermordet und entsorgt.


Fazit
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Ich fand das Buch irgendwie merkwürdig - vielleicht aber auch nur, weil ich die merkwürdige Kombination aus Mystery, Science Fiction und Wissenschaftsthriller nicht wirklich gewohnt bin. Ich hätte zum Beispiel aufgrund des Mordes in Wien keine Zeichen für den nahen Weltuntergang gesehen - sowas passiert doch täglich in einer Großstadt in Europa. Irgendwie ging das ganze ein bisschen in Richtung "Der Schwarm" von Schätzing.

Ich bin irgendwie nicht wirklich warm geworden mit dem Buch, mich hat es nicht "gepackt" wie ich es eben von einem Thriller erwarte (beim Schwarm gings mir übrigens ähnlich - den hab ich nach dem Kampf mit der Gallerte weggelegt und nie wieder angefasst).

Dazu kommt noch, dass der Autor mich nicht so ganz mit seinen teils doch seht weit hergeholten Pseudowissenschaftlichen Erklärungen (über unzählige Seiten) überzeugen konnte. Das waren für mich dann im Endeffekt überflüssige Seiten, die man sich auch hätte schenken können.

Sicherlich ist das Geschmackssache - wer aber Schätzings  "Schwarm" ganz toll fand, wird das Buch sicherlich lieben. Wer ihn eher doof fand, so wie ich, der wird das Buch wohl nicht ganz so super finden.

In diesem Sinne

Eure Anke



Freitag, 31. Oktober 2014

[Rezension] Taunus-Organmafia



Hallo Leute!

Ich bin ja bekennender Fan von Nele Neuhaus. Nachdem ich sie auf der Frankfurter Buchmesse live gesehen habe, musste natürlich auch der neueste Band aus ihrer Pia Kirchhoff Reihe her... Die Lebenden und die Toten ist bereits der siebte Band aus ihrer Taunuskrimi-Reihe.












Die Lebenden und die Toten
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Daten
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Autorin: Nele Neuhaus
Verlag: Ullstein
ISBN: 3550080549
Preis: 19,99€

Inhalt
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Pia Kirchhoff freut sich schon riesig auf ihren Urlaub. Mit ihrem frisch angetrauten Ehemann Christoph, Direktor beim Opel-Zoo, will sie nach Ecuador und von dort aus geht es auf eine Kreuzfahrt nach Galapagos. Doch wie so oft in ihrem Job kommt ein Mord dazwischen. In Eschborn wird eine ältere Dame von einem Heckenschützen erschossen, als sie gerade mit dem Hund unterwegs ist. Noch denkt sie, sie kann es schaffen, das Team kommt auch ohne sie zurecht. Doch dann wird eine weitere alte Dame in ihrer Küche beim Plätzchenbacken erschossen - ihre 13jährige Enkelin steht neben ihr.

Es wird klar, es ist ein Serientäter unterwegs. Es tauchen Todesanzeigen auf, in denen der Richter seine Taten begründet. Es folgt ein drittes Opfer. Der junge Mann bekam vor 10 Jahren ein Herztransplantat von einer gewissen Kerstin Stadler. Die Ermittlungen ergeben, dass sowohl die Tochter der Dame mit dem Hund, als auch der Mann der Dame in der Küche direkt man dem Fall Stadler zu tun hatten. Die Tochter half den Kindern nicht, als Kerstin Stadler im Feld zusammenbrach und der Mann war als Transplantationschirurg für die Explantation verantwortlich.

Pia beschließt, den Urlaub aufzugeben und ihrem Chef Oliver von Bodenstein zur Seite zu stehen. Schnell kommen sie immer dunkleren Machenschaften auf die Spur und stellen fest, dass noch mehr Menschen auf der Todesliste des Sniper stehen.


Fazit
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Nele Neuhaus hat für mich ein absolutes Talent und ist für mich eine der größten Thrillerschriftsteller im deutschsprachigen Raum. Solange die Kommissare noch im dunklen tappen, erscheint der Thriller eher Mau, aber irgendwann kommt die Geschichte an einen Punkt, an dem man das Buch nicht mehr weglegen kann, der Puls steigt und man kann nicht mehr aufhören. So ging es mir bei allen 5 der Bände, die ich bisher durchhabe - "Böser Wolf" kommt als nächstes dran. Sie schafft eine atemlose Spannung mit tollen Charaktären, die einfach alles haben, was man für einen tollen Thriller braucht.
 
Hier kommt noch dazu, dass die beiden Kommissare dem Heckenschützen immer näher kommen und man fiebert so richtig mit. Für mich persönlich kommt natürlich dazu, dass ich aus einer Gegend stamme, die nicht weit weg ist vom Taunus und wir waren als ich Kind war häufig in der Gegend unterwegs. Für mich ist das ganze daher auch noch besonders authentisch.

Ein grandioses Buch und eine ganz klare Leseempfehlung!

In diesem Sinne

Eure Anke


Mittwoch, 29. Oktober 2014

[Rezension] Ein außergewöhnlicher Reisebegleiter für Whisky-Fans


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Hallo Leute!

Heute darf ich euch mal wieder ein tolles Reisebuch vorstellen, das meine Schwester im vergangenen Jahr durch Schottland begleitet hat...

Whisky Trails
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Daten
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Autoren: Katja Wündrich, Seonaidh Adams
Verlag: Goldfinch
ISBN: 3940258350
Preis: 13,50€


Inhalt
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Das Buch begleitet den Leser durch das Land des Whiskys.Es erzählt nicht nur von den rauhen Highlands, sondern auch von der Geschichte des Whisky, sogar Whisky-Rezepte sind dabei.

In mehr als 120 Destillerien wird in Schottland schon seit dem 15. Jahrhundert Whisky gebrannt. Das Getränk gilt als eine Wissenschaft. In diesem Buch werden unzählige Destillerien vorgestellt, in denen man auch Verkostungen mitmachen kann.

Die Sehenswürdigkeiten belaufen sich dabei hauptsächlich auf die wichtigsten Whisky-Destillen der Region, aber auch Hotels und Restaurants werden vorgestellt. Entlang der sogenannten Whisky-Trails geht es durch Schottland, man kehrt ein in die bekanntesten Whisky-Pubs, testet den unterschiedlichsten Whisky in unzähligen Destillerien. Auch Events zum Thema Whisky werden vorgestellt, wie etwa Whisky Festivals.

Das Buch ist außerdem reich bebildert, romantische Landschaften gekoppelt mit Bildern aus Destillerien, auch kleine Karten zur Orientierung gehören dazu.


Fazit
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Das Reisehandbuch ist wirklich ein tolles Präsent für jeden Whisky-Fan. Für eine Schottlandreise empfehle ich dieses Buch daher nur bedingt, wenn man eben von Destille zu Destille reisen will. Wenn man sich allerdings so richtig für Whiskey begeistern kann, ist man hier genau richtig: Man erfährt nicht nur, wo man den besten Whisky in jeder Region testen kann, sondern auch alles mögliche über die Geschichte des Whisky, die Rolle des Whisky für das Alltagsleben in Schottland erfährt man hier alles.

Wir werden im nächsten Jahr ein paar Tage nach Schottland fliegen, zum Wandern. Zwar ist dieses Reisehandbuch alleine für uns nichts, da wir nicht nur zum Whiskytesten dorthinwollen. Dafür ist er wohl etwas zu speziell. Aber es ist eine witzige Ergänzung. Wir werden dort sicher den einen oder anderen Whisky verkosten und dank dieses Buches wissen wir auch, wo.


In diesem Sinne

Eure Anke

[Rezension] Spannung an der Adria


Wem die Glocke schlägt 


Hallo Leute!

Heute darf ich euch mal wieder einen superspannenden Thriller vorstellen... Diesmal führt uns die Handlung an die Adria.

Wem die Glocke schlägt
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Daten
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Autor: Peter Kimeswenger
Verlag: Styria
ISBN: 3222134790
Preis: 12,90€


Inhalt
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Karl Heber ist endlich in Rente. Der ehemalige Kriminalpolizist hat sich in Piran an der Adria zu Ruhe gesetzt. Doch die Ruhe wehrt nicht lange, als in einem stillgelegten Weinkeller ein erhängter Investmentbanker gefunden wird. Die lokale Polizei geht schnell von Selbstmord aus, doch Heber kennt die Schwester des Bänkers von früher und die feurige italienische Staatsanwältin Antonella Lupini beauftragt Heber, seine ganz eigenen Ermittlungen anzustellen.

Schnell kommt er dusteren Machenschaften auf die Spur.


Fazit
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Anfangs dachte ich, das gibt einen Krimi für den hohlen Zahn. Wie soll man bei nur 152 Seiten wirklich Spannung aufbauen. Zu dem Zeitpunkt ist bei den meisten klassischen Krimis gerade einmal der Mord passiert, vielleicht tappt die Polizei auch schon im Dunkeln.

Dieser Krimi jedoch hat Tempo. Schon als Heber mit den Fischern von Piran auf hoher See ist, merkt man, mit wie viel Herzblut dieser tolle Krimi geschrieben wurde, mit wie viel Liebe zum Dreiländereck Italien - Slowenien - Österreich. Man merkt, wie sich dort die Einflüsse der verschiedenen Länder miteinander mischen, was ich für einen sehr schönen, kulturellen Aspekt dieser Geschichte halte.

Durch die rauhen Sitten im kleinen Fischerort Piran wird auch schnell eine Atmosphäre aufgebaut, in die man sich hineinversetzen kann, eine Gänsehautatmosphäre, die man für einen guten Krimi unerlässlich braucht. Gleichzeitig der Polizistenrentner aus Österreich, der den jungen Polizisten aus Slowenien ein bisschen auf die Finger haut.

Ich meine klar, 152 Seiten sind schnell gelesen (bei mir war es nicht ganz ein Tag) dennoch hat dieser Thriller eigentlich alles, was man erwartet, Spannung, eine tolle Hintergrundgeschichte - einfach super.

In diesem Sinne

Eure Anke

[Rezension] Ein bisschen Psychatrie schadet nie



Hallo Leute!


Wenn man in der Buchlandschaft ein bisschen rumsucht, findet man immer wieder sehr außergewöhnliche Bücher. Eins davon stelle ich euch heute vor...

Panikattacke Deluxe
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Daten
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Autorin: Romy Fischer
Verlag: BoD
ISBN: 3732292916
Preis: 9,90€


Inhalt
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Romy Fischer ist Comedyautorin und Entspannungstrainerin. Schon früh werden bei der jungen Frau Panikattacken diagnostiziert. Bei der ersten befindet sie sich gerade im Supermarkt und ist kurz vorm Kollaps, als sie dann doch noch rechtzeitig rauskommt. Sie wird nicht verstanden, läuft über Jahre von Arzt zu Arzt: Herz, Hirn - organische Beschwerden werden schnell ausgeschlossen. Erst nach 7 schwierigen Jahren bekommt man heraus, dass sie an Panikattacken leidet.

Zwischenzeitlich wird sie sogar in die Psychatrie eingewiesen. Ihre Eltern leiden darunter, ihre Freunde verstehen sie nicht.

Sehr humorvoll schreibt sie über diese Krankheit, frei nach dem Motto  "Das Leben ist oftmals viel zu ernst, als dass man es nicht besser mit einem Augenzwinkern betrachten sollte" wie sie selbst sagt.


Fazit
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Es ist eine außergewöhnliche Biografie, die zeigt, dass man den Humor behalten muss, um über Panikattacken hinweg zu kommen. Mit einer gehörigen Portion Spaß schreibt die 32jährige über eine schwierige Zeit, die sie durchleben musste, ehe sie die Diagnose einer Panikstörung bekam, wie sie von ihrem Umfeld nicht verstanden wurde.

Spannend finde ich vor allem, wie unterschiedlich Menschen auf ihre Panikattacken reagieren - im Supermarkt wird sie für eine Betrunkene gehalten. Auch sehr eindrücklich finde ich die Schilderungen der Attacken an sich, wenn der Körper plötzlich in den Fluchtmodus schaltet, Gerüche und Geräusche plötzlich sehr intensiv wahrgenommen werden und es schließlich sogar zu einem vollständigen Zusammenbruch kommen kann.

Das Buch ist wirklich beeindruckend. Auf der einen Seite ist es bedrückend, wie eigentlich immer, wenn jemand seine Krankheit beschreibt. Man kann sich wahnsinnig gut in die junge Frau hineinversetzen. Gleichzeitig ist es erstaunlich, mit wie viel Humor die Autorin auf ihre Erkrankung zurückblickt und damit zu leben gelernt hat.

Von mir gibt es 5 Sterne für diese beeindruckende und außergewöhnliche Biografie.

In diesem Sinne

Eure Anke