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Donnerstag, 26. Januar 2017

{Wirtschaft - Psychologie} Märkte sind einfach überall

Hallo Leute!

In der letzten Zeit habe ich damit begonnen, mich näher mit dem Thema Wirtschaft auseinanderzusetzen - denn irgendwie sind im Alltag überall die grundlegenden Prinzipien der Wirtschaft wiederzuentdecken - das stellt der Nobelpreisträger für Wirtschaft, Alvin E. Roth unter Beweis...

Wer kriegt was - und warum?
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Daten
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Autor: Alvin E. Roth
Verlag: Siedler
ISBN: 3827500443
Preis: 24,95€
Gebundene Ausgabe, 304 Seiten


Inhalt
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Alvin E. Roth ist Spezialist für Spieltheorie und der Erfinder des "Market Design", wofür er auch den Nobelpreis erhalten hat.

In seinem Buch untersucht er, wie und wo einem Märkte im Alltag begegnen - sei es bei der Suche nach der richtigen Schule für die Kids, nach dem richtigen Partner oder auch nach dem richtigen Spender für eine Niere oder sogar bei der Suche nach dem richtigen Parkplatz. Es sind Märkte, die sich nicht über den Preis regulieren, sondern über den Abgleich von Interessen.

So erzählt Roth etwa anhand von einer Partnervermittlung, wie das Prinzip des Matching - des Suchen und Passens eine Lebensentscheidende Bedeutung bekommen kann.


Fazit
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Anhand von interessanten Beispielen macht einer der bekanntesten Wirtschaftswissenschaftler unserer Zeit deutlich, wie und warum die Regeln der Märkte unser alltägliches Leben beeinflussen. Und wenn man diese Regeln kennt und versteht, sind solche Entscheidungen einfacher zu treffen.

Ehrlicherweise ist es mir ein bisschen unheimlich, das Leben als einen Markt ohne Geld zu betrachten. Aber wenn man dann genauer darüber nachdenkt, ist das eigentlich ganz logisch, schließlich handeln wir ja auch, wenn wir etwas tun. Die Parkplatzsituation oder der Spendernierenmarkt sind durch Angebot und Nachfrage reguliert.

Für mich ist dieses Buch eine Absolut spannende Lektüre, die einem in vielen Dingen die Augen öffnet.

Von mir gibt es 4 Sterne.

In diesem Sinne

Eure Anke

Donnerstag, 9. Juni 2016

{Sachbuch - Geschichte - Nazizeit} 16 Tage Pause für die Diktatur

Hallo Leute!

Die olympischen Spiele von 1936 in Berlin gehören nicht zuletzt dank der noch erhaltenen Gebäude zu den faszinierendsten Propagandashows des 20. Jahrhunderts. Ein bisschen kann man das Feeling noch erleben, wenn man im Olympiabad schwimmen geht oder wenn man das mächtige Olympiastadion anschaut.

Berlin 1936
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Daten
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Autor: Oliver Hilmes
Verlag: Siedler
ISBN: 3827500591
Preis: 19,99€
gebundene Ausgabe, 304 Seiten


Inhalt
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Tag für Tag folgt Oliver Hilmes den Ereignissen in Berlin im Sommer 1936 - aber nicht, wer welche Medaillen geholt hat, interessiert ihn, sondern wie die unterschiedlichsten Menschen Olympia in Berlin erleben - vom halbjüdischen Funktionär (dem "Alibijuden") oder den Chef des IOC, der eigentlich große Bedenken gegenüber den Spielen im Nazireich hat  über Sportler aus allen möglichen Ländern und Besuchern der Spiele (egal ob Einheimisch oder Touristen).

Anhand von Aufzeichnungen, Briefen und Tagebüchern erzählt Hilmes vom Erlebnis "Olympia unterm Hakenkreuz" - von den vielen kleinen Anzeichen - etwa dass der Gewichtheber, der den olympischen Eid schwört, dabei nicht wie vorgesehen die olympische, sondern die Hakenkreuzfahne in die Hand nimmt.

Immer wieder taucht etwa der Engländer Thomas Wolfe auf. Den begleitet man durch das Berliner Kulturleben, in die Nachtclubs und Bars. Doch gleich zu Anfang äußert er seine Bedenken, dass er Berlin, die Stadt der er verfallen sei, wohl "nie wieder" sehen wird.


Fazit
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Die Spiele von Berlin sind ein einziges Propagandakonstrukt und wohl das erste Massengroßereignis - legendär sind ja unter anderem die Filme von Leni Riefenstahl, die immer wieder als Beispiel der großen Propagandaleistung gefeiert werden.

Oliver Hilmes folgt in seinem Buch den unterschiedlichsten Menschen für genau diese 16 Tage im August 1936. Und damit lässt er die Spiele lebendig wirken wie nie.

Als sehr überraschend empfand ich, dass man die Diktatur für die Zeit der Spiele in Berlin quasi völlig zurückgefahren hat um sich als ganz normale, weltoffene europäische Großstadt zu präsentieren. Hitler hat beispielsweise außer dem Eröffnungssatz während der Spiele kein öffentliches Wort gesprochen. Mit einem Blick von heute kann man natürlich analysieren, dass genau diese "Friedensliebe" Teil der Propagandastrategie der Nazis war. Die Bars waren offen, die Anti-Judenschilder wurden auf Dauer der Spiele im Keller eingemottet - doch im Hintergrund läuft noch immer alles auf den Krieg hinaus.

Ein tolles Buch mit überraschenden Einblicken.

Von mir gibt es klare 5 Sterne

In diesem Sinne

Eure Anke