Montag, 30. Juni 2014

[Rezension] Reich werden mit Gottes Segen

Hallo Leute!

Nachdem Jesus ja irgendwann, ich glaube es war in der Bergpredigt, gesagt hat "Selig sind die Armen" ist mir der Titel dieses Buches irgendwie ins Auge gesprungen...

Reich werden auf die gute Art
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Daten
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Autor: Gregor Henckel-Donnersmarck
Verlag: edition a
ISBN: 978-3-990-01085-3
Preis: 19,90€


Inhalt
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Das Buch wurde von einem sehr interessanten Mannes geschrieben. 1970 bis 77 war er nämlich Manager des großen Logistikunternehmens Schencker, bevor er 1977 dem Zisterzienserorden in Heiligenkreuz (Niederösterreich) beitrat, wo er auch als Abt tätig war. Sein Neffe ist der berühmte Regisseur und Oskarpreisträger Florian Henckel-Donnersmarck (Das Leben der Anderen).

In seinem Buch fasst er das Thema Reichtum aus Sicht eines Geistlichen in 12 Grundhypothesen auf überraschende Art und Weise zusammen. Schon die erste dieser Hypothesen "Reich sein ist keine Sünde". Gut, aus Sicht einer ehemaligen Limburger Katholikin ist das erstmal nicht so ganz neu. Spannend ist aber die Untermauerung, Reich sein ist OK, unter der Bedingung, dass man eben auch Demut übt.

Das Buch zeigt auf, dass man durchaus auch jenseits des "Mainstreams" ökonomischen Erfolg haben kann, es zeigt, wie Christliche Tugenden einen ökonomischen Erfolg begünstigen können, natürlich die Klassiker wie Fleiß.

Wichtig ist die innere Haltung, mit der man Reichtum erlangt.



Fazit
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Das Buch ist für mich besonders spannend, da der Autor das Thema Reichtum sicherlich von beiden Seiten kennt - als Manager und als Geistlicher.

Wirklich Überraschendes zeigt das Buch allerdings nicht. Thesen wie

"Verwirklicht euch selbst, aber tut es demütig mit Gott. Nur wenn ihr eure Nächsten mit einbezieht, werdet ihr euch selbst finden"

sind für ein Christliches Buch nicht wirklich überraschend. Donnersmarck versucht, christliche Moralvorstellungen mit dem Begriff "Reich sein" zu verbinden. Das ist durchaus eine spannende Kombination, die einiges an Spannung mit sich bringt.

Er warnt unter anderem vor einer der gefährlichsten Sünde: Dem Workohlismus. Man soll die Verbindung zu seinem Mitmenschen nicht vergessen und nicht in Gier verfallen, so eben kommt man dazu, auf die gute Art reich zu werden.

Das alles ist irgendwie nicht wirklich unbekannt, aber dennoch gerade bei Menschen mit viel Geld nicht wirklich selbstverständlich. Das macht dieses Buch zu einer spannenden Lektüre - nicht unbedingt zur Vermögensbildung, sondern eher in Sachen Moral der heutigen Welt. Denn Reich sein ist nicht verwerflich, gierig sein allerdings schon.

In diesem Sinne

Eure Anke


Sonntag, 29. Juni 2014

[Rezension] Rache kommt spät, aber sie kommt

Hallo Leute!

Heute darf ich euch mal wieder einen tollen Roman vorstellen...

Inselgrab
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Daten
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Autor: Johan Theorin
Verlag: Piper
ISBN: 3492054706
Preis: 19,99€


Inhalt
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Gerolf Davidsson ist noch jung, als er im schwedischen Öland als Totengräber jobbt. Doch ein unheimliches Erlebnis wird sein Leben für immer prägen: Bei der Beerdigung von Edvard Kloss schüttet er das Grab zu, als plötzlich unheimliche Klopfgeräusche ertönen. Er und der ebenfalls anwesende kleine Junge mit dem Namen Aron Fredh graben den Sarg sofort wieder aus, doch der Arzt stellt nur erneut den Tod des Herrn Kloss fest. Als der Sarg erneut beerdigt wird, treten die Klopfgeräusche wieder auf, doch diesmal wird der Sarg weiter zugeschüttet.

70 Jahre später lebt Gerolf noch immer auf der Insel, als plötzlich nachts ein aufgeregter Junge an sein Bootshaus klopft. Er erzählt eine abenteuerliche Geschichte von einem Frachter, auf den er klettern musste, weil dieser sein Boot gerammt hat. Dort musste er mitansehen, wie einer der Seeleute mit einem Beil erschlagen wurde. Als der alte Mann den Jungen nach seinem Namen fragt, sagt dieser, er heiße Jonas Kloss.

Die Klossens haben inzwischen ein gigantisches Imperium mit einer großen Ferienanlage aufgebaut, die Brüder Kent und Niklas, sowie die Schwester Veronica leiten das Familienimperium, Jonas ist Niklas Sohn. Als dann das Wasser in der Trinkwasseranlage der Ferienanlage vergiftet wird, reimt sich Gerolf anscheinend als einziger das richtige zusammen.

Jonas hatte auf dem Schiff mitbekommen, dass sich dort ein alter, aber sehr fitter Herr befand, der Aron gerufen wurde und lange Zeit im Ausland verbracht hatte. Gerolf erinnert sich an den kleinen Aron vom Friedhof, der damals erzählte, er wollte mit seinem Vater nach Amerika auswandern um Sheriff zu werden. Doch das Motiv bleibt lange im unklaren - es geht um späte Rache an der Familie Kloss.


Fazit
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Das Buch ist insgesamt sehr gelungen und meiner Meinung nach ein relativ typischer Skandinavien-Krimi. Irgendwie bin ich bei solchen Romanen immer anfangs etwas irritiert und weiß nicht so genau, ob jetzt eine Geistergeschichte oder ein brutaler Thriller auf mich wartet und so war es auch diesmal. Was am Ende passiert, bleibt bis zum Ende relativ unerwartet.

Genial ist für mich der Charakter des Gerolf gelöst, der unauffällige alte Mann, der überall recherchiert - er ist sogar beim Verhör von Jonas irgendwie dabei, als die Leiche eines Seemannes angeschwemmt wird. Es gelingt ihm sogar, via Zeitung mit Aron Fredh Kontakt aufzunehmen. Die Polizei scheint dabei relativ unbeteiligt. Im Gegensatz dazu wird schnell klar, dass die Familie Kloss die Bösen sind, aber was es mit dem alten Grab aus der Bronzezeit in der Nähe der Kloss-Villa auf sich hat, in dem es zu spuken scheint, das Inselgrab, was den Roman ja den Titel gegeben hat, bleibt lange unklar.

Für mich ist das Buch klar zu empfehlen, auch wenn einige Handlungsstränge ein wenig irritieren. Ich habe es an einem Wochenende gelesen, die letzten 150 Seiten habe ich in einem Rutsch durchgelesen und mich nicht einmal von der Fussball-WM irritieren lassen, die nebenher lief. Er hat eigentlich alles, was man von einem Schwedenkrimi erwartet - tolle Landschaft, Mittsommer und eine gewisse dustere, fast gespenstische Grundstimmung - einfach genial!

In diesem Sinne

Eure Anke


Freitag, 27. Juni 2014

[Rezension] Tiger und wie er die Welt sieht

Hallo Leute!

Manchmal kommt man ja auch an merkwürdige Bücher, besonders wenn der Lesestoff ausgeht. So landete ich neulich bei einem für mich sehr ungewöhnlichem aber nicht minder schönem Buch...

Katertage zum Verlieben
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Daten
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Autorin: Ilona Schmidt
Verlag: Planet Girl
ISBN: 978-3-522-50417-1
Preis: 9,99€ (D) 10,30€ (A)


Inhalt
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Tiger ist ein wild auf einem Bauernhof aufgewachsener aufgeweckter kleiner Kater. Von seiner wilden Mutter bekommt er eine Weisheit mit auf den Weg - Traue den Menschen niemals, denn sie sind böse.

Doch recht bald fällt der kleine Kater der tierlieben Jana vor die Füße. Die entschließt sich kurzerhand, Tiger gegen seinen Willen bei sich aufzunehmen. Doch das blöde ist, dort lebt auch noch Brutus, Janas Basset, der Katzen nicht ausstehen kann. Dennoch arrangiert sich Tiger mit seiner Situation und beobachtet die Menschen aus seinem ganz eigenen Blickwinkel. Janas Großeltern, die dabei sind, ihren Bauernhof an skrupellose Geschäftemacher zu verkaufen und natürlich sein Frauchen, die in Marcel verliebt ist, aber von Dennis den Hof gemacht bekommt.


Fazit
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Ich muss sagen, dass dieses Buch eigentlich nicht wirklich in mein Genre Krimi/Thriller gehört. Dennoch bin ich recht angetan, weil man beim Lesen gleich die Katzenperspektive einnimmt, die die Menschen nicht immer zu verstehen scheint. Schließlich muss sich der kleine Tiger in seiner neuen Welt erstmal zurechtkommen. Schließlich kennt man als kleiner Streuner sowas wie Glasscheiben oder Autos nicht. Aber der kleine, neugierige Kerl kommt schnell zurecht und will am liebsten gleich überall mitmischen.

Das Buch hat vieles. Es bringt einen zum Schmunzeln, aber es hat auch etwas rührseliges, schließlich musste das kleine Katzenbaby zusehen, wie seine Geschwister ertränkt wurden.

Die Geschichte rund um Jana ist zwar eigentlich nur der Rahmen für die Weltentdeckung des kleinen Katers, aber natürlich mischt er auch da ordentlich mit, so dass am Ende alles gut wird.

Das Buch ist nicht wirklich ein Buch für Thrillerfans, sondern eher für Freunde der heilen aber chaotischen Welt eines kleinen Katers. Aber das ist ja manchmal auch nicht so schlecht, wenn man sich ein bisschen Abwechslung sucht. Immerhin ist es auch ein Buch, was die kleinen Mädchen in der Grundschule genauso lesen können, wie die Mütter im Urlaub. Alpträume wird es nicht geben, dafür ist das ganze einfach nur zuckersüß.

Von mir gibt es für ein schönes Buch für Jung und Alt klare 5 Sterne.

In diesem Sinne

Eure Anke


http://www.thienemann-esslinger.de/planet-girl/

http://www.bloggdeinbuch.de/

[Rezension] Ideal für den Kurztrip

Hallo Leute!

Aufgrund meines inzwischen dann doch schon langjährigen Aufenthaltes in Wien habe ich allerhand Erfahrungen mit dieser Stadt. Und immer wieder kommt Besuch nach Wien. Daher finde ich Reiseführer immer wieder toll und habe inzwischen eine ganze Sammlung durchgetestet. Ein Reiseführer, der kürzlich einem ausführlichen Test unterzogen wurde, war dieser hier:


Polyglott on Tour Wien
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Daten
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Autor: Walter Weiss
Verlag: Polyglott
ISBN: 978-3-8464-9726-5
Preis: 11,99€ (D) 12,40€ (A)

Inhalt
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Inhaltlich gliedert sich der Reiseführer in 3 große Teile:

Reiseplanung
Land & Leute
Top-Touren in Wien

Unter dem Thema Reiseplanung findet man zum einen wichtige Adressen, aber auch Infos über die Anreise, Stadtverkehr usw. Auch 3 Touren werden hier vorgestellt: Eine für ein Wochenende in Wien, die sich hauptsächlich auf die Innenstadt beschränkt, eine durch die Vorstadt und eine Rundfahrt per Schiff (die ich allerdings ganz explizit NICHT empfehlen kann, wie ich schon berichtet habe).

Die Adressen für Essen & Trinken und Hotels sind die, die man in jedem anderen Reiseführer findet. Hier findet man eben das, was der Nicht-Wiener von Wien erwartet. Sowas gehört in jeden Reiseführer, dafür habe ich Verständnis, auch wenn ich nach 2 Jahren Erfahrung sicher vor allem bei den Restaurants andere kenne.

Unter Land & Leute findet man alles über Kunst und Kultur sowie die Geschichte Wiens und die wichtigsten Veranstaltungen. Alles Wichtige ist dabei.

In den Specials werden dann Essay-artig zahlreiche Besonderheiten Wiens vorgestellt - Kaffeehäuser, Heurigen, Friedhöfe (die Schöne Leich) sowie die Donauinsel.

Die Sehenswürdigkeiten sind, wie es in modernen Reiseführern häufig findet, in Touren eingegliedert, was ich persönlich sehr vernünftig finde, da man so alles wichtige abdecken kann, ohne zu viele Wege durch die Stadt zurückzulegen. Insgesamt sind es 9 Touren, wobei die meisten tatsächlich das wiederspiegeln, was wir mit unseren Besuchern auch immer machen.

Schön finde ich, dass auch 5 Touren ins Umland gezeigt werden, dabei auch außergewöhnliches wie Carnuntum, auf das wir erst vor 14 Tagen gekommen sind. Die Touren ins Umland sind durchweg grandios, speziell und toll.



Fazit
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Zunächst einmal möchte ich festhalten, dass dieser schöne und sehr kompakte Reiseführer einen sehr modernen Eindruck macht. Besonders gefällt mir die kleine Einsteckhülle für die praktische FlipMap, die auf der Frontseite angebracht ist. Die Karte zeigt den inneren Bezirk mit den angrenzenden Teilen und ist sehr übersichtlich, aber auch sehr leicht wieder zusammenzufalten. Die Karte geht nicht so schnell verloren und verknickt nicht so leicht, wie das bei vielen anderen Reiseführern der Fall ist. Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten und die U-Bahn sind hier ebenso eingezeichnet, wie alle wichtigen Straßen. Dabei nimmt sie nicht Ausmaße an, dass man sie zu zweit halten muss. Einfach eine tolle Lösung.

Der Reiseführer an sich hat in etwa den Umfang eines Marco Polo Reiseführers (die kennt wohl jeder), gefällt mir aber aufgrund der wesentlich moderneren Machart wesentlich besser. Es gibt ein umfangreiches Kartenmaterial und es werden zahlreiche Routen angeboten, die dazu einladen, die Stadt auf eigene Faust zu erkunden.

Man erfährt eigentlich alles wichtige, was man für einen gelungenen Wien Trip braucht. OK, in Sachen Hotels und Restaurants geht man halt auf Nummer sicher und schlägt das vor, was man von Wien so erwartet (na, wem fällt nicht als erstes das Hotel Sacher ein, wenn er an Hotels in Wien denkt?), da könnte man vielleicht ein bisschen mutiger sein. Aber ich als inzwischen gestandene Wienerin habe da wohl leicht reden.

In diesem Sinne

Eure Anke



[Rezension] Spanisch lernen ist nicht schwer - mit Langenscheidt

Hallo Leute!

Heute darf ich euch zur Abwechslung mal wieder einen netten kleinen Sprachführer vorstellen. Gerade auf längeren Reisen bin ich ja schon ein Fan davon, zumal mich meine Reisen ja schonmal in Gegenden führen, in denen die Leute nur bedingt an Touristen gewöhnt sind und man sich manchmal nicht mit Englisch durchschlagen kann...

Langenscheidt Sprachführer Spanisch
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Daten
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Verlag: Langenscheidt
ISBN: 978-3-468-22348-8
Preis: 11,99€ (D) 12,40€ (A)


Inhalt
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Der Aufbau ist für solche Sprachführer relativ klassisch. Zunächst kommt ein allgemeiner Teil zur Sprache, wobei man sagen muss, dass dieser (mit Inhalt Dos und Donts, Aussprache und Grammatik) mit 11 Seiten relativ kurz gehalten wird.

Ganz am Anfang, noch in der Umschlagseite, stehen die wichtigsten Wörter und Sätze, die man auf Reisen so braucht - Guten Tag, Was kostet das, Ja, Nein, Entschuldigung, Ich verstehe nicht usw. Die findet man schnell und die Auswahl halte ich fürs Durchschlagen schon ganz wichtig.

Im Vergleich zum allgemeinen Teil sind die spezifischen Teile, also die Wörter und Sätze, die man zum sich Durchschlagen braucht, sehr ausführlich gehalten:

Anreise & Weiterreise ist etwa 17 Seiten lang und nach Verkehrsmitteln geordnet. Dazu kommen Teile zur Einreise und zum Gepäck. Wenn man über einen internationalen Flughafen kommt, geht das aber dann doch auch mit Englisch ganz gut.

Unter erste Kontakte findet man dann alles zum Thema Vorstellen, also die Sätze, die man in der ersten Kursstunde Spanisch lernt: Hallo, Ich heiße, Ich bin    Jahre alt, Ich komme aus Deutschland etc.

Bei "Übernachten" gibt es dann alles zum Thema Hotel, Camping usw. Hier lernt man auch, wie man sich etwa über ein dreckiges Zimmer beschwert usw.

Das wichtigste Kapitel im Urlaub ist Erfahrungsgemäß "Essen & Trinken". Man will ja schließlich wissen, was man isst. Die Seiten zur Speisekarte sind auch witzigerweise als einzige so bedruckt, dass man sie schon beim geschlossenen Buch erkennt. Ausgelegt ist das ganze allerdings auf Spanien, Südamerikanische Speisen sind kaum vorhanden.

In "Unterwegs in der Stadt" geht es dann um Orientierung, Verkehrsmittel usw. Natürlich gibt es dann noch alles zum Thema "Einkaufen" und "Aktivitäten".

Am Ende gibt es noch ein Kapitel zum Thema Ernstfall - also was tun, wenn was geklaut wurde oder wenn man krank wird.

Schließlich gibt es noch alles zum Thema Zeit und Wetterbericht.

Ganz schön finde ich auch, dass es im Anhang noch eine Auflistung von Schilderbeschriftungen und deren Bedeutung gibt. So erfährt man hier etwa, was es an der Tankstelle zu tanken gibt (was ist Diesel usw.).

Ein Reisewörterbuch gibt es auch noch.

Als ganz nettes Gimik gibt es auf der letzten Seite eine kleine Ansammlung mit verschiedenfarbigen Post-its, damit man sich die wichtigsten Seiten markieren kann. Ich finde das ganz cool, da man so die wichtigsten Seiten, also etwa die zum Thema Essen oder Hotel schnell wiederfindet. Ein Muss ist es natürlich nicht.


Fazit
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Insgesamt gefällt mir dieses Reisewörterbuch recht gut und gerade hilfreich, wenn man sich ohne Reiseleitung durch das spanische Hinterland durchschlägt und nicht nur in Malle am Ballermann liegt. Nach Peru wird er zwar mitkommen, aber die Auslegung des Reiseführers ist eben dann doch für das europäische Spanien, nicht aber für Südamerika - dafür gibt es von anderen Verlagen Spezialsprachführer.

Ich finde gerade den Aufbau super, vor allem weil man im Vergleich zu normalen Wörterbüchern auch geflügelte Wörter findet. Der Aufbau ist grandios übersichtlich. Ganz großartig finde ich die Auflistung von Schildern und deren Beschriftung, da man hier, wenn man nur sehr gebrochen Spanisch spricht, so wie ich, ansonsten häufig davorsteht und lange übersetzen muss, an der Tankstelle steht und rätselt, welche Benzinsorte man tanken soll (sowas lernt man bei der VHS nicht).

Der Führer ist sehr konzentriert, erklärt wenig nebenher, sondern konzentriert sich ausschließlich auf das wesentliche, auf Sätze, die man braucht, um sich in Spanien sich durchzuschlagen. Das hat auch was, für meinen Perutrip habe ich schon einen weiteren Sprachführer, den "Spanisch für Peru" von Reiseknowhow, der nebenher auch gerade beim Thema Essen noch vieles anderes erläutert. Der ist dafür weniger übersichtlich und hat weniger Sätze. Das hat auch was, ich kann noch nicht sagen, was im Endeffekt besser ist. Ich werde es austesten - in meinem Sommer in Peru... Mit Grundkenntnissen in Spanisch ist beides sehr hilfreich, auf deren eigene Art.

In diesem Sinne

Eure Anke


Dienstag, 24. Juni 2014

[Rezension] Reiseführer auch für Fortgeschrittene

Hallo Leute!

Nun bin ich schon seit etwas über 2 Jahren fortgeschrittene Wienerin, im Herbst wird sogar in Wien geheiratet. Ich habe eine ganz spezielle Beziehung zu dieser Stadt. Besonders wenn man glaubt, alles in Wien zu kennen, findet man dennoch immer wieder etwas Neues. So bekam ich neulich diesen Reiseführer aus dem Trescher-Verlag.

Wien
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Daten
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Autor: Uwe Mauch
Verlag: Trescher Verlag
ISBN: 978-3-89794-242-4
Preis: 16,95€ (D) 17,50€ (A)


Inhalt
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Die Gliederung des Reiseführers ist wieder relativ klassisch, wobei was bei allen Trescher Reiseführern ganz schön ist, die Einführung relativ ausführlich ist. So erfährt man in dieser Einleitung alles mögliche über Wien - von der perfektren Reisezeit über die Geschichte bis hin zur Esskultur - Kaffeehäuser, Heurigen, sogar die Würstelstände kommen nicht zu kurz. Man erfährt alles über die Wiener Bezirke, über die Wiener Architektur von Schönbrunn bis Hundertwasserhaus, sogar ein Rezept für Wiener Schnitzel ist dabei.

Als nächstes kommen die "Stadttouren". Hier werden zahlreiche Touren vorgeschlagen, die man je nach dem Fortschritt des Wien-Kenners unterschiedlich gestalten kann. So gibt es hier etwa die "Wien Mitte" Tour, die einmal quer durch den ersten Bezirk führt, oder die Tour "um den Ring", die einen entlang der Ringstraße führt. Das sind wohl eher Touren für den Wien Anfänger. Aber, was ich ganz schön finde, der Reiseführer führt einen auchmal abseits der berühmten Sehenswürdigkeiten innerhalb und an der Ringstraße, etwa nach "Trans Danubia" oder auf die "Vorortlinie" von Hütteldorf zum Handelskai und durch das "Rote Wien" vom Karl-Marx-Hof bis zum ehemaligen Schlachthof. Einzelne Kapitel führen einen auch zu bestimmten Sakralbauten oder zu den berühmtesten Wiener Friedhöfen.

Die einzelnen Touren sind sehr ausführlich beschrieben, natürlich kann man sich auch einzelne Sehenswürdigkeiten Picken. Dazu kommen Essays über den Gemeindebau und über das Wiener East End oder auch über die Wiener Donauinsel und St. Hanappi, das berühmte Stadion von Rapid.

Am Ende der einzelnen Touren gibt es dann jeweils noch einen blauen Kasten mit den wichtigsten Adressen, etwa von Sehenswürdigkeiten oder guten Restaurants, angegeben sind auch Adressen und Telefonnummern.

Am Ende kommt dann noch ein sehr ausführliches Kapitel mit Wien-Informationen, etwa Adressen von Internetcafes, der Funktion von Bankomaten, über An- und Abreise (größtenteils auf Deutschland und die Schweiz bezogen), darauf, wie man sich in Wien am geschicktesten fortbewegt. Natürlich gibt es auch eine ausführliche Listung von Hotels und verschiedensten Gastronomiebetrieben, sogar Ruheoasen für den Tag und Theater, Kinos, Clubs, Bars und Konzerthäuser für die Nacht werden genannt und am Ende gibt es noch eine tolle Zusammenfassung von verschiedenen von Wien aus möglichen Ausflügen (Wienerwald, Klosterneuburg, Wachau, Semmering usw.).

Untermalt wird das ganze von zahlreichen Farbfotos, die wirklich schön ausgewählt sind und richtig Lust auf Wien machen.


Fazit
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Wie ihr in meinem Blog lesen könnt, hatte ich schon viele gute Reiseführer für Erwachsene auf dem Tisch, aber von dem hier bin ich im Vergleich dazu nahezu begeistert. Er liefert nicht nur alles nötige für einen ersten vorsichtigen Schritt in die österreichische Metropole, er liefert im Prinzip genügend Material, um Wien jeden Tag aufs Neue zu entdecken. Man findet hier wirklich alles Wissenswerte, eine gelungene Auswahl von Lokalen, die über Plachutta und Hotel Sacher hinausgehen (es gibt ja sogar einen kleinen Ratgeber für die optimale Würstelbude), er führt den Besucher auch mal raus aus den "In-Bezirken", etwa auf den Spuren des roten Wiens mal raus aus dem Prater zum Marx-Hof.

Gerade ich, die ich wirklich beinahe täglich in Wien auf der Suche nach neuem, Sehenswertem bin, habe in diesem Buch Neues gefunden, neue Wege, die ich ausprobieren werde, neue Friedhöfe, die ich noch nicht kannte (klingt makaber, aber die Friedhöfe in Wien sind echt faszinierend). Auch die Ausflugstipps sind echt super.

Kurzum, es gibt über diesen Reiseführer absolut gar nix zu meckern. Wer den im Rucksack hat, wird sich in Wien nicht verlaufen (Faltplan ist hinten drin), er wird in Wien nix verpassen (es sei denn er ist zu kurz da) und er kann auch getrost in die Umgebung reisen, denn auch in Niederösterreich gibts viel zu gucken.

In diesem Sinne

Eure Anke


[Rezension] Citytrip Istanbul

Hallo Leute!

Auf meine Citytrips kommen IMMER Reiseführer mit. Meistens sind es gleich mehrere. Ein sehr schöner Reiseführer für einen Wochenendtrip ist der, den ich euch heute vorstellen werde...

Reise Know-How CityTrip Istanbul
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Daten
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Autor: Manfred Ferner
Verlag: Reise KnowHow
ISBN: 978-3-8317-2427-7
Preis: 9,95€


Inhalt
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Inhaltlich beginnt Ferner mit den wichtigsten Sehenswürdigkeiten, die man nicht verpassen sollte. Außerdem gibt es eine Zusammenfassung der sogenannten Extratipps, die im Buch folgen.

Dann geht es "ab ins Vergnügen". Hier wird unter anderem ein Sightseeing Trip vorgestellt für ein Wochenende in Istanbul. An den haben wir uns sogar grob gehalten und der war wirklich super, man schafft sogar ein kleines bisschen mehr. Außerdem gibt es hier Spezialtouren für Citybummler, Kauflustige, Genießer. Außerdem gibt es Tipps für den Abend, Konzerte und Theater und Istanbul zum Entspannen.

"Am Puls der Stadt" gibt es einiges zur Stadtgeschichte. Darunter - und daran erkennt man, dass der Reiseführer wirklich top aktuell ist - ein Artikel über die Demonstrationen am Taksim Platz im Jahr 2013.

Anschließend heißt es "Istanbul entdecken". Hier werden insgesamt 40 Sehenswürdigkeiten verteilt über die ganze Stadt vorgestellt. Diese sind dann auch mit 1-3 Sternen bewertet, die die Wichtigkeit der Sehenswürdigkeiten abbilden soll. In der Ausführlichkeit sind die Beschreibungen OK, wenn es aber auch ausführlichere Reiseführer - etwa den von Michael Müller - gibt. Dennoch erfährt man eigentlich alles, was man wissen muss, darunter auch Öffnungszeiten und Eintrittspreise.

Am Ende kommen schließlich noch die Standardmäßigen Reiseinformationen, Adresse der deutschsprachigen Konsulate. Dort bekommt man allerdings auch Hinweise, wie man sich etwa als Homosexuelle verhalten sollte (ja, das muss in der Türkei eben leider). Auch Infos über Visa (Österreicher brauchen eins, Deutsche nicht), Strom, Geld usw. findet man hier.

Schließlich gibt es noch eine kleine Sprachhilfe, wobei darauf verwiesen wird, dass man in Istanbul immer jemanden findet, der Deutsch oder Englisch spricht - und so war es auch in der Tat. Schließlich gibt es noch einen Plan der Öffentlichen Verkehrsmittel und einen kleinen Faltplan, in den auch die einzelnen Sehenswürdigkeiten mit Nummer eingezeichnet sind.


Fazit
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Der Inhalt ist optimal abgestimmt für einen Wochenendtrip an den Bosporus, vor allem wenn man es nicht allzu ausführlich braucht.

Besonders schön finde ich die sehr einheitliche Konzeption, jede Sehenswürdigkeit bekommt eine Nummer, auf die bei Erwähnungen immer wieder verwiesen wird. Das macht die Orientierung sehr leicht, auch wenn der Stadtplan etwas detaillierter sein könnte. Auch die Hinweise auf Clubs, Restaurants und Hotels sind nummeriert und kehren nach Nummerierung immer wieder, so dass man nicht erst umständlich im Stadtplan nach der Straße suchen muss, sondern nur nach der Nummer.

Auch sehr schön sind die Zusatzinformationen, die man per Smartphone abrufen kann, unter anderem ein Mini-Audiotrainer. Die Routenführung funktionierte bei uns ohne Datenroaming allerdings nicht. Im Hotel (WLAN) konnte man das aber gut abrufen.

Der Reiseführer ist sehr aktuell, alle Sehenswürdigkeiten sind drin und er bietet allerlei Extras - Stadtspaziergänge usw. Auch die weiterführenden Infos zur Stadtgeschichte usw. sind absolut super. Er ist reich bebildert und dennoch sehr kompakt und passt in jede Hosentasche. Ein absolutes Muss für jeden Citytrip.

Am besten fand ich übrigens den Tip mit dem Fischbrötchenverkäufer an der Galatabrücke... Mmmmm, sehr lecker!

Ich bin sehr zufrieden, von mir gibt es klare 5 Sterne.

In diesem Sinne

Eure Anke


Sonntag, 22. Juni 2014

[Rezension] Rasende Eifersucht - und der Krieg

Hallo Leute!

Heute war ich mal wieder ein bisschen in meiner Wahlheimat unterwegs. Diesmal allerdings nicht physisch, sondern rein literarisch... Aus Wien gibt es viele schöne historische Krimis, einen davon stelle ich euch heute vor...

Todeswalzer
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Daten
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Autor: Gerhard Loibelsberger
Verlag: Gmeiner
ISBN: 978-3-8392-1467-1
Preis: 12,99€ (D) 13,40€ (A)


Inhalt
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Polizeiinspektor Nechyba ist in heller Aufruhr - Nicht nur dass der Tronfolger Franz Ferdinand in Sarajewo ermordet wurde. Jetzt muss er auch noch seine Kur in Bad Gleichenberg abbrechen und nach Wien zurückkehren, weil der Sohn der Arbeitgeber seiner Frau - Alphonse Schmerda - bestialisch ermordet wurde. Er wird gebeten, die Ermittlungen zu übernehmen und kehrt daher aus der Steiermark ins nervös aufgerührte Wien zurück. Schnell wird ihm bewusst, alle Zeichen stehen auf Krieg - Patriotismus überall und dann auch noch ein kniffliger Mordfall, für den er sich ins Prostituierten-Milieu des Praters und der Leopoldstadt begeben muss.

Schnell macht sich ein Zuhälter verdächtig, den alle nur den "Guaden" nennen, weil er so gut zu seinen Huren ist. Immerhin hat er die Prostituierte aus Schmerdas Händen dankend abgenommen. Anni geht jetzt für ihn anschaffen. Als diese während der Feierlichkeiten zum Beginn des Krieges ermordet in einem Hinterhof aufgefunden wird, wird schnell klar, es muss einen Zusammenhang geben.

Elisabeth Kremser, selbst ehemalige Prostituierte, kommt währenddessen bei Henriette Beimstein unter, einer ehemals sehr bekannten Schauspielerin, die ihre Logis übernimmt und ihr gleichzeitig eine Rolle am Theater an der Wien verschafft. Doch dann wird auch Beimstein am Theater umgebracht, während der "Guade" im Gefängnis sitzt. Jetzt wird ganz klar, es kann sich nur um einen Rachefeldzug gegen Schmerda handeln - denn auch Beimstein hatte einst etwas mit Schmerda. Doch wer kommt für solch bestialische Morde in Frage?


Fazit
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Ich mag das Buch sehr gerne, vor allem weil es etwas anheimelndes hat, wenn der Kommissar durch die Straßen geht, die ich 100 Jahre später auch jeden Tag nehme. Aber ich fände das Buch auch toll, wenn es in Leipzig oder Berlin oder sonstwo spielen würde.

Zum einen fängt es die Wogen der damaligen Zeit der Mobilmachung perfekt ein, wenn gefeiert wird, dass der Sohnemann zum Wehrdienst eingezogen wird oder wenn Nechyba, zwar Patriot aber der Krieg ist ihm zuwider, im Kaffeehaus als Vaterlandsverräter beschimpft wird. Insgesamt ist der Ermittler auch eher ein gemütlicher, der sämtliche Leute im Kaffeehaus trifft (was in Wien damals wohl wirklich so war) und gerne bei seinen Untergebenen mal ein Bierchen bestellt. Das hat ja auch was nettes, was den Ermittler gleich viel sympathischer macht als die Übermenschen, die alleinerziehenden Mütter, die 25 Stunden am Tag in Jets sitzen und das Verbrechen in ganz Amerika bekämpfen, wie man es aus US Thrillern kennt. So dauert es auch nicht 2 Tage sondern mehr als 2 Monate und 3 Morde und 1 Mordversuch bis Nechyba den Schurken fasst. Und das auch eher zufällig.

Sehr schön finde ich persönlich ja auch die Untertitel - Wienerisch wird immer in Hochdeutsch übersetzt - damit der Piefke (also ich) auch was versteht.

Ich finde diesen Krimi echt gelungen, vor allem weil er die Historie Wiens um 1914 perfekt einfängt und eben weil das ganze ein kleines bisschen gemütlicher zugeht. So, ich geh jetzt auch ins Kaffeehaus, mal gucken, ob der Nechyba mich auf ein Bier einläd.

In diesem Sinne

Eure Anke


Mittwoch, 18. Juni 2014

[Rezension] Ab in die Keller...

Hallo Leute!

Heute stelle ich euch mal ein Buch vor, was einen an eine Ecke Wiens entführt, die kaum einer kennt - in die Wiener Unterwelt...


Geheimnisvolle Unterwelt von Wien
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Daten
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Autor: Gabriele Lukacs
Verlag: Pichler Verlag
ISBN: 978-3-85431-666-4
Preis: 18€


Inhalt
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Gabriele Lukacs, die bekannte Wiener Stadtführerin entführt den Leser gemeinsam mit ihrem Kameramann und Höhlenforscher Robert Bouchal in die geheimnisvolle Welt unterhalb der Stadt. Dabei geht es an geheimnisvolle Orte von Geheimgängen des Kaisers bis hin zu geheimnisvollen Alchemie-Laboratorien, von geheimen Abhörsystemen über Säulen, die eingezogen wurden, um die Gewölbe zu stützen, als die Pummerin zum Stephansdom transportiert wurde, findet man spannendes und geheimnisvolles, was dem Touristen im ersten Bezirk vollkommen verborgen bleibt.

Unter vor allem dem ersten und dritten Bezirk besteht ein ganzes System von Kellern, die größtenteils untereinander verbunden sind und die verschiedensten Funktionen erfüllt haben - vom Eiskeller bis zu unbekannten Kapellen gehen die Keller teils bis zu 4 Etagen in die Tiefe. Sie dienten den Angehörigen des Hofes für diverse amoröse Liebschaften, sie dienten zum Transport von allerhand Leckereien oder auch als Massengrab zu Pestzeiten.


Fazit
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Mich hat das Buch überrascht. Als Hobbykellerforscherin (immerhin habe ich früher in meiner Heimat Führungen durch die Dillenburger Kasemattenanlage gemacht) habe ich mich auf dieses Buch besonders gefreut, eben weil die Autorin uns an Orte entführt, denen man sich gar nicht so bewusst ist. Untermalt mit tollen Bildern begleitet man die Autorin unter die Staatsoper oder ins Archiv des Musikhaus Doblinger in der Dorotheergasse, aber auch an unwirtliche Orte, die heute für die Öffentlichkeit kaum zugänglich sind. Die Autorin beschreibt ihre Erlebnisse bei der Erforschung auch recht anschaulich, teils sind die Orte so zugeschüttet, dass man nur noch kriechen kann. Ich jedenfalls habe Lust bekommen, auch auf Forschungsreise zu gehen.

Das einzige, was man ein bisschen kritisieren könnte ist eine fehlende Übersichtskarte. An manchen Stellen muss man schon entweder einen Stadtplan neben sich liegen haben oder sich im Gassengewirr der Innenstadt auskennen, um die Beschreibungen gut nachvollziehen zu können. Auch wäre an manchen Stellen für Leute mit weniger Fachkenntnis der Stadtgeschichte eine kleine historische Eingliederung gar nicht so schlecht, so dass man etwa das Alchemistenlabor von Franz Stephan vielleicht besser einordnen kann. Manchmal ist eben etwas Kenntnis vorausgesetzt, zumindest was etwa die Habsburger angeht oder die Geschichten der Türkenbelagerungen.

Insgesamt ein gelungener Bildband, der sicherlich in jedem, der sich für die Wiener Geschichte interessiert einen dankbaren Abnehmer findet.

Von mir gibt es 4 Sterne.

In diesem Sinne

Eure Anke


Montag, 16. Juni 2014

[Rezension] Annalena und der tote Sparkassendirektor

Hallo Leute!

Nach zahlreichen Sachbüchern bin ich endlich mal wieder zu einem Regionalkrimiroman gekommen... Die Autorin kannte ich vorher noch nicht, aber es war durchaus ein ganz guter Griff...

Westfälische Affären
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Daten
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Autorin: Katharina Gerwens
Verlag: Piper
ISBN: 978-3-492-30256-2
Preis: 9,99€ (D) 10,30€ (A)


Story
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Ausgerechnet die frisch verlassene Thekla Wissing findet ihren Arbeitgeber tot im Flur seines Hauses. Die Hausdame des Sparkassendirektors Felix Kalupka ist nämlich die Nochehefrau von Kriminalhauptmeister Markus Wissing. Schnell wird klar, dass Kalupka die Treppe herunter gestoßen wurde.

Annalena Brand übernimmt die Ermittlungen gemeinsam mit ihrer neuen Kollegin Melanie Dierkens. Die beiden Damen verstehen sich nicht gerade auf Anhieb, was die Ermittlungen deutlich erschwert. Die Nachrichtensperre macht die Sache nicht leichter, da schnell im kleinen Ort in Westfalen schnell Gerüchte aufkommen. Kalupka sitzt im Gefängnis - wegen Geldwäsche und Sex.

Dann tauchen auch noch 5 verschiedene Prepaid Handys auf - jedes kann einer Frau zugeordnet werden, da Kalupka mehrere Affären führte - nach einem strengen Zeitplan. Doch keine der Damen wusste von der anderen - aber wer hat Kalupka nun umgebracht?


Fazit
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Für mich war dies das erste Buch von Katharina Gerwens - aus der Westfalen-Krimi-Reihe gibt es einen weiteren Band, der wohl auch demnächst getestet wird. Das Buch hat jedenfalls Lust auf mehr gemacht... Warum?

Zum einen hat mir das Hauptermittlerduo sehr gut gefallen. Die pedantisch-bedachte Annalena und die völlig chaotisch-spontane Melanie sind anfangs komplett gegensätzlich, können sich nicht ausstehen. Doch schließlich und endlich kommen sie dann doch gemeinsam ans Ziel.

Auch der ganze Handlungsstrang gefällt mir. Zwar ist dem versierten Leser schon relativ schnell klar, wer den Sparkassendirektor zumindest nicht getötet haben kann (ich will ja nicht zu viel verraten), aber dieses ganze dörfliche mit Annalena, die in der Dachgeschosswohnung ihres Vaters lebt und abends immer mit ihm zu Abend ist, die Rechercheassistentin, die jede Fortbildung mitnimmt, die sie kriegen kann, Melanie, die Ermittlerin mit dem "gut gepolsterten Arschgeweih" irgendwie ist dieses Charaktergeflecht ziemlich cool gesponnen und fern ab von jedlichem Thriller alla Hollywood.

Die beinahe schon dörfliche Idylle, in der immer mehr dunkle Geheimnisse des Sparkassendirektors ans Licht kommen ist für mich einfach mal was spannendes, zwar nichts neues - Regionalkrimis gibts ja viele - aber man kann sich direkt in die Geschichte hineinversetzen, wird gefesselt.

Ein toller Krimi, der Lust auf mehr macht.

In diesem Sinne

Eure Anke


Mittwoch, 11. Juni 2014

[Rezension] Bist du deppert?

Hallo Leute!

Zugegeben, manchmal kauft man sich ein Buch, weil der Titel ziemlich beknackt klingt. So ging es mir bei diesem Buch. Ich bin ja bekennender Fan der "Für Dummies" Reihe...

Sex für Dummies
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Daten
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Autoren: Pierre A. Lehu, Ruth K. Westheimer
Verlag: Wiley VCH
ISBN: 3527703403
Preis: 12€


Inhalt
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Die Autorin Ruth Westheimer ist Amerikas bekannteste Sex-Therapeutin. Im zarten Alter von heute 86 Jahren gibt sie eine Einführung in alle möglichen Themen der Sexualität. Das ganze beginnt mit einer Art "Schummelseite", die man alla "ähm Moment mal Schatz" im Nachtschränkchen platzieren kann. Darauf wird man auf kleinen Spickzetteln über allerhand Themen informiert - "Kondometiquette", "Mit neuen Partnern besprechen" usw.

Der Inhalt gliedert sich thematisch in einen Grundlagenteil mit "Was ist Sex?" oder "Babymachen - ein natürlicher Vorgang".

Im zweiten Teil heißt es dann "Es tun". Hier geht es dann um Vorspiel, das erste Mal, Sexstellungen und Orgasmus. Zum Schluss geht es dann um Themen wie man das Sexleben aufpeppen kann (hauptsächlich um Abwechslung und den Einsatz von Spielzeugen).

Im nächsten Teil geht es dann um verschiedene Aspekte, wie Oralsex, Masturbation, Cybersex, Homosexualität, Sex im Alter und Sex bei schweren Erkrankungen.

Im letzten Teil geht es dann von Grund auf um Probleme beim Sex - Geschlechtskrankheiten und fehlende Libido.

Wie bei allen "Für Dummies" Büchern folgt am Ende ein Top Ten Teil, in dem verschiedene Themen in 10 "Regeln" umgesetzt werden: 10 Dinge, die Männer von Frauen wissen sollten (und umgekehrt) und 10 Tipps für fabelhafte Liebhaber.

Im Anhang gewährt die Dame dann schließlich noch einen Einblick in ihre Praxis.


Fazit
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Nun, ich habe eigentlich ein eher witziges Buch erwartet. Was man erhält, ist eigentlich mehr eine Art Aufklärungsbuch, was man mit spätestens 18 schonmal gelesen haben sollte.

Die Texte sind insgesamt sehr trocken geschrieben und erinnern mich mehr an das Sexualkundebuch, das wir irgendwann mal im Schulunterricht hatten. Vieles gehört auch zum gesunden Menschenverstand, etwa dass man vorm Sex saubere Unterwäsche anziehen sollte.

Gerade auf Basis von dem, was man mit 30 eben schon über Sex gehört haben sollte, ist das Buch eher langweilig, zumindest wenn man keine großen Probleme hat, denen man auf den Grund gehen will. Irgendwie wirkt das Buch auf mich typisch amerikanisch - und noch dazu von einer typischen älteren Dame geschrieben. Es wirkt nicht modern und sie gibt dann doch für Erwachsene sehr oft den Hinweis: Achtung, von Sex wird man schwanger...

Ich war wirklich enttäuscht, weil ich mir eine amüsante Aufbereitung des Themas erwartet hatte und nix alla:

Das Vorspiel optimieren:
- nehmen Sie ihre Partnerin in den Arm
- Sagen Sie Ihr, dass Sie sie lieben
- küssen Sie sie sanft auf die Wange
- Reiben Sie ihren Nacken

Das Buch ist so unerotisch wie ein Physikbuch.

In diesem Sinne

Eure Anke


[Rezension] Wenn das mal der Uli gewusst hätte...

Hallo Leute!

Heute stelle ich euch mal wieder ein nettes Buch aus meiner Sammlung vor. Ich bin echter Fan der "Für Dummies" Reihe. Klar, da gibt es gute und schlechte Bände. Aber heute geht es mal wieder um ein sehr starkes Buch.

Börse für Dummies
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Daten
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Autor: Ulrich Kirstein, Christine Bortenlänger
Verlag: Wiley-VCH
ISBN: 978-3527709397
Preis: 19,95€


Inhalt
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Naja ganz grob ist der Inhalt ja schon im Titel angekündigt. "Börse für Dummies" will absoluten Börsen Newbies das Know-how an die Hand geben, um den Börsenhandel zu verstehen.

Grob in 6 Teile geteilt wird einem alles Wissen vermittelt, um Nachrichten von der Börse zu verstehen und um zu verstehen, warum sich der Nachbar an der Börse verzockt hat.

Teil I handelt von der generellen Funktion der Börse, von der Generation von Aktienpreisen durch Angebot und Nachfrage. Auch hat man hier ein ausführliches Kapitel über die Weltfinanzkrise untergebracht - wie kam es zum Crash und warum der Staat Banken rettet. Das Kapitel ist ganz nett, vor allem für den nächsten Stammtisch. Außerdem beschäftigt sich dieser Teil auch ausführlich mit der Psychologie des Aktienhandels - was ich fast am spannendsten finde.

In Teil II werden dann einige wichtige Begriffe ausführlich erklärt - etwa eben der Unterschied zwischen Derivaten und Zertifikaten (und wie man jeweils damit umgeht).

In Teil III geht es dann um Festverzinsliche Wertpapiere wie etwa Staatsanleihen.

Teil IV beschäftigt sich mit Investmentfonds.

Teil V ist schließlich entscheidend, denn hier geht es um die Beschaffung von Informationen für eine geeignete Aktienstrategie - wie liest man Indizes, wie analysiert man die Kurse einzelner Aktien.

Teil VI ist der für "für Dummies" Bücher obligatorische Top Ten Teil mit Zehn Börsenweisheiten, 10 Psychofehlern, 10 berühmten Börsen Gurus und 10 Steuertipps.

Fazit
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Natürlich ist das Buch in einer so schnellebigen Branche nicht mehr 100% aktuell (Auflage von 2003), aber es will auch keine Anleitung für Börsenprofis liefern. Es führt mehr in die Thematik ein - wie funktioniert die Börse überhaupt.

Ich bin, was die Börse angeht, völlig unbeleckt, hatte davon 0 Ahnung. Jetzt weiß ich wenigstens so grob, was der Unterschied ist zwischen Zertifikaten und Wertpapieren, zwischen Investmentfonds und einzelnen Derivaten.

Man bekommt praktisches Wissen an die Hand, um vernünftige Börsenstrategien, die einem der Bänker auftischen will, zumindest zu verstehen und begründet ablehnen zu können. Mir gefällt besonders, dass auch auf psychologische Faktoren des Börsenhandels eingegangen wird.

Ich bin mit dem Buch sehr zufrieden. Da sich mein Freund sehr für das Thema interessiert, haben wir einige weitere Börsenratgeber zu Hause liegen. Bei diesem jedoch habe ich endlich mal grob verstanden, um was es geht, weil die Texte leicht verständlich und soweit es geht frei von unerklärten Fachwörtern sind.

Natürlich wird man mit diesem Buch nicht reich - höchstens reicher an Wissen - aber man bekommt das nötige Wissen, um sich als Aktieninhaber sinnvolle Sachen einfallen zu lassen oder um seinem gierigen Bänker mal ein bisschen was um die Ohren knallen zu können. Aber auch als Börsenaffiner Mensch wird man in diesem Buch sicherlich noch das eine oder andere Neue finden, praktische Tipps vor allem in Sachen Psychologie - ein denke ich sehr unterschätzter Faktor.

Ich fühle mich nach der Lektüre jedenfalls etwas schlauer, ich kann mit einigen Begriffen, die ja immer mal wieder in den Nachrichten fallen, jetzt wesentlich mehr anfangen. Es ist detailliert ohne zu langweilen, was ja aufgrund der trockenen Materie ja nicht ganz so leicht ist. Kurzum - eine sehr gelungene Einführung in die Wertpapieranlage. Nur an die Börse gehen mag ich trotzdem nicht - kein Geld übrig...

Ich werde mein Exemplar dem guten Uli Hoeneß nach Landsberg schicken - immerhin hat er ja jetzt Zeit zu lesen, was er alles falsch gemacht hat.

In diesem Sinne

Eure Anke




Dienstag, 10. Juni 2014

[Rezension] Der Chef unter den Kritikern

Hallo Leute!

Kritikfähigkeit ist die Basis einer jeden Verbesserung. Das kann keiner bestreiten. So hat sich nun auch der zweitwichtigste Juror nach Dieter Bohlen zum Thema Kritik zu Wort gemeldet...

Das wollte ich ihnen immer schonmal sagen
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Daten
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Autor: Joachim Llambi
Verlag: Econ
ISBN: 3430201640
Preis: 16,90€


Inhalt
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Wer beim Blick auf die Titelseite denkt "Oh nein, schon wieder eine Biografie" der ist weit gefehlt. Joachim Llambi will mit diesem Buch in die Kunst des Kritisierens einführen.

Er stellt sich die Frage, wie man heutzutage Kritik üben sollte, um sein Gegenüber zu Höchstleistungen anzuspornen, ohne ihn vor einem Millionenpublikum vorzuführen. Dabei kritisiert er auch unser Bildungssystem, in dem es keinen großen Raum mehr für Kritik und darauffolgende Weiterentwicklung gibt, sondern nur noch der Lehrplan durchgepeitscht wird, ohne Rücksicht auf Verluste.

Gleichzeitig geht Llambi, der nicht nur Profitänzer, sondern auch erfolgreicher Börsenmakler war, bevor er bei RTL als Juror von "Let's Dance" berühmt wurde, aber auch darauf ein, wie man als Vorgesetzter konstruktiv Kritik an seinen Angestellten übt. Dabei berichtet er nicht nur von seinen Erfahrungen in der Familie, sondern auch von Erfahrungen als Wertungsrichter, als Börsenmakler und eben als Juror, er berichtet von Kandidaten, die er immer ausschließlich kritisiert - teils auch richtig böse - um sie zu besseren Leistungen anzuspornen. Dabei geht es darum, dass bei Kritik von Situation zu Situation unterschiedlich agiert und reagiert werden muss, damit sie hilfreich und nicht kränkend wirkt. Auch berichtet er über seine Erfahrungen mit Kritik in der Fernsehwelt und geht dabei durchaus kritisch mit Sendungen wie Germanys Next Topmodel oder DSDS ins Gericht, deren Gewinner häufig in der Versenkung verschwinden, weil sie Kritik entweder nicht interessiert oder weil sie eben keine wirkliche Entwicklung durchgemacht haben, bevor sie ins Haifischbecken Entertainment geworfen werden.


Fazit
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Ich muss zugeben, ich bin dem Buch gegenüber etwas zwiegespalten. Natürlich gibt Llambi wirklich gute Hinweise und häufig denkt man sich, ja der Mann hat Recht, als er etwa Tanzschülern die Smartphones verbietet, weil seine Kritik gar nicht anzukommen scheint. Oder auch so manche Hinweise, die die Prominenten bei Let's Dance zu Höchstleistungen angespornt haben, sind mir im Gedächtnis geblieben.

Im letzten Viertel des Buches jedoch war ich dann doch etwas enttäuscht. Hat er vorher auf seine gnadenlos ehrliche Art (für die ich ihn bei Let's Dance sehr schätze) wirklich tolle Hinweise gegeben, wie man kritisieren oder wie man Kritik annehmen soll, habe ich das Gefühl, dass er sich am Ende mit seinen Beispielen im Kreis dreht. Irgendwo ist dann das 10. mal "ehrliche Kritik" dann doch genug, ich hatte es schon verstanden, egal ob es bei der Kindergärtnerin oder beim Börsenmakler so ist.

Es ist ein tolles Plädoyer für eine ehrlichere Kultur des Kritisierens um des besser werdens willen, auch wenn vieles einfach einem gesunden Menschenverstand entspricht und ich mich mit ehrlicher Kritik durchaus auch schonmal ordentlich in die Nesseln gesetzt habe (was bei Llambi ausgeschlossen zu sein scheint, aber da hatte mein Gegenüber dieses Buch wohl noch nicht gelesen) kann ich dieses Buch klar empfehlen.

In diesem Sinne

Eure Anke


[Rezension] Vielleicht nächstes Jahr

Hallo Leute!

Schon immer haben mich Reiseführer fasziniert, schon als ich damals immer mal mit der Kirche unterwegs war oder mit der Schule, habe ich mir immer irgendeinen Reiseführer besorgt. Aber auch Regionen, in die ich konkret gerade keine Reise plane, finde ich persönlich super spannend.

Chinesische Seidenstraße
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Daten
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Autoren: Waltraud Schulze, Andreas von Hessberg
Verlag: Trescher
ISBN: 978-3-89794-259-2
Preis: 16,95€ (D) 17,50€ (A)


Inhalt
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Das Buch führt einen auf eine Reise durch den Westen Chinas auf der nördlichen und südlichen Seidenstraße durch die autonome Region Xinjiang.

Es folgt eigentlich einer relativ klassischen Aufteilung für Reiseführer.

Es beginnt mit einer sehr ausführlichen Einleitung zum Thema Land und Leute. Dabei wird zunächst über die Geografie der Region (incl. Tier und Pflanzenwelt) eingegangen. Anschließend gibt es eine sehr ausführliche Einführung in die Geschichte, Nomadenkultur, das Leben dort in verschiedenen Dynastien bis hin zur heutigen Situation. Außerdem geht es hier auch um die unterschiedlichen Volksgruppen von Uiguren über Mongolen und Kasachen bis hin zu Russen. Auch wird hier auf die Situation des Islam im Nordwesten Chinas eingegangen.

Anschließend geht es dann um die verschiedenen Ziele in der Region, ausgehend von der Hauptstadt Ürümqi, entlang der östlichen Seidenstraße, durch die Turpan-Senke, Kaklamakan, über Kashgar bis in das Yili Tal. Dazu kommen sogenannte Reportagen, die Themen haben, wie etwa die Teppichherstellung in Xinjiang oder mit dem Fahrrad durch China. Die einzelnen Sehenswürdigkeiten werden sehr ausführlich beschrieben, sogar mit GPS Koordinaten für die ganz genauen. Es gibt allerdings auch ausführliches Kartenmaterial. Was ein bisschen fehlt sind Infos zu Öffnungszeiten. Zu einzelnen Regionen gibt es blaue Kästchen mit Tipps zu Hotels, Transport und Restaurants.

Am Ende folgen noch ein paar Reisetipps (Impfungen, Fortbewegung im Land, Adressen von Konsulaten etc.).


Fazit
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Ich habe aus dem Studium einen Freund, der jetzt wieder bei seiner Familie in Ürümqi lebt. Er gehörte zur islamischen Minderheit in China (er durfte sogar 2 Kinder haben). Nachdem ich mir dieses Buch durchgelesen habe, habe ich beinahe Lust, ihn mal zu besuchen, auch wenn diese Reise sicherlich ein echtes Abenteuer werden würde.

Das Buch liefert alles, was man für eine bereits im vorhinein geplante Tour wissen muss. Wer allerdings eine Tour plant, wie wir in Rumänien - einfach mal los - wird sicherlich manchmal vor Problemen stehen, da es nicht überall Hostels gibt und die Infrastruktur sicherlich nicht so extrem gut ausgebaut ist wie in Europa. So schätze ich jedenfalls die Möglichkeiten vor Ort ein. Und für die exakte Planung ist dieses Buch sicherlich extrem wertvoll.

Absolut perfekt finde ich die sehr ausführliche Einleitung, die Land und Leute beschreibt. Sowas findet man in der Ausführlichkeit nur selten in kompakteren Reiseführern.

Ganz schön finde ich auch, dass man in diesem Buch nicht nur einzeln aneinandergereihte Sehenswürdigkeiten findet, sondern teils sogar ganze Touren, die man ablaufen und erledigen kann.

Insgesamt bin ich mit dem Reiseführer sehr zufrieden. Sollte ich Haibaier (ja, der heißt wirklich so) besuchen, kommt er definitiv mit. Aber jetzt geht es erstmal nach Peru, vielleicht nächstes Jahr.

In diesem Sinne

Eure Anke


Sonntag, 8. Juni 2014

[Rezension] Sicheres Geleit für die Schwiegermama: Reisevorbereitungen

Hallo Leute!

Zugegeben, ich muss heute mal wieder ein kleines bisschen angeben... Ich habe ja schon angedeutet, im Sommer geht es mit den Schwiegereltern nach Peru. Daher habe ich schon seit längerem einen Reiseführer aus einer Reihe auf dem Schreibtisch, den ich bisher noch gar nicht kannte...

Stefan Loose Peru und Westbolivien
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Daten
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Autor: Frank Herrmann
Reihe: Stefan Loose Travel Handbücher
ISBN: 978-3-7701-6711-1
Preis: 24,99€ (D) 25,70€ (A)


Inhalt
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Das Buch hat mehr oder minder einen Fokus auf Peru, da aber viele auf ihrer Rundreise auch noch La Paz mitnehmen, wurde der Westen Boliviens mit dazu genommen.

Der Aufbau des Reiseführers ist eigentlich relativ klassisch. Zunächst erfährt man allgemeine Dinge über das Reisen in Peru, die sogenannten "Traveltipps von A bis Z". Hier gibt es alle Informationen von optimalem Gepäck über Geld bis hin zum Umgang der Peruaner mit öffentlich zur Schau gestellter Homosexualität (die sind da eben etwas konservativer). Man erfährt alles, was man wissen muss, wenn man in beiden Ländern herumreist, wer welche Visa braucht, welche Zeit die optimale Reisezeit ist, welche Steckdosenadapter man braucht usw. Eigentlich kann man danach losreisen, ohne was verkehrt zu machen.

Im anschließenden Kapitel "Land und Leute" erfährt man einiges über Flora und Fauna, Umwelt, Bevölkerung, Politik und Wirtschaft. Sicher sind die Peruaner nach dem Kapitel nicht vollständig durchschaut, aber immerhin versteht man sie schon ein kleines bisschen.

Dann gehen die Reisetipps los, beginnend mit Lima geht es in die Gebiete Perus (Süd-, Zentral-, Nordperu) und schließlich nach Westbolivien. Hier werden nicht nur einzelne Städte vorgestellt, sondern auch der Weg dorthin, beispielsweise wie kommt man idealerweise von Lima nach Cusco usw.

Die einzelnen Regionen beginnen mit den "Stefan Loose Travel Tipps", mit denen das wichtigste der Region abgedeckt ist. Anschließend wird wie bereits erwähnt der Weg dorthin besprochen. Schließlich werden die meisten größeren Orte von A bis Z durchgesprochen, mit Sehenswürdigkeiten und den wichtigsten Adressen zum Thema Übernachten, Essen (mit was es zu essen gibt), Kultur, Shopping usw.

Das wichtigste im Anhang sind ein kleines Reisemedizin-Lexikon und ein kleiner Sprachführer - ich hoffe, dass ich beides nicht brauche...

Ergänzt wird das ganze durch einige Aufnahmen und Karten, die jedoch eher weniger dominant gehalten sind. Vor allem die Fotos, von denen es nur wenige gibt, sind schwarz weiß und sind sehr im Hintergrund. Die Karten sind für die Orientierung wirklich toll und zu jeder größeren Stadt vorhanden.


Fazit
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Als die Schwiegermama fragte, ob wir nicht Lust hätten, mit nach Peru zu fliegen und dort eine Rundreise zu machen, zögerten wir nicht lange. Und ich muss ganz ehrlich sagen, ich bin jetzt, gut 2 Monate vorher, schon ganz aufgeregt.

Das Buch an sich ist wirklich super und liefert, auch wenn wir eine organisierte Reise haben, tolle Tipps, wie wir die Zwischenzeiten überbrücken können, natürlich ist nicht jeder Tag der 3 Wochen ausgefüllt.

Es gibt viele Informationen, die man auf der Reise gut gebrauchen kann, vor allem was Lokale angeht, aber auch die Informationen, die man vor der Reise brauchen kann, sind absolut Top, immerhin gibt es vorher einiges zu organisieren - Impfungen vor allem. Man erfährt einiges, auf das man achten muss.

Was mir nicht so gefällt - die Infos über die Sehenswürdigkeiten könnten etwas detaillierter sein, da zu den meisten Orten nur ein Text besteht, somit gibt es manchmal nur kleine Abschnitte, die über eine Sehenswürdigkeit ist - so übersieht man schonmal was.

Die Fotos sind mir fast schon zu wenig, vor allem für vor der Reise - daher kann ich das Buch eigentlich nur uneingeschränkt empfehlen, wenn man die Reise schon gebucht hat. Die Infos sind echt top, aber vor allem sehr sachlich und es gibt keine Fotos, die einem Lust auf Reisen machen.

Für die Vorbereitung der Reise ist das Buch absolut super geeignet, wie es dann auf der Reise ist, werdet ihr im September hören - stay tuned.

In diesem Sinne

Eure Anke


[Rezension] Wien mit Kinderaugen

Hallo Leute!

Wer kann sich nicht an die stinklangweiligen Städtetrips mit den Eltern erinnern. Mich haben Kirchen damals nie wirklich interessiert, aber gucken musste halt sein. Nun flatterte mir neulich ein wirklich toller Kinderreiseführer auf den Schreibtisch, der Kindern dabei hilft, solche Trips nicht mehr ganz so langweilig zu finden und den Erwachsen Wien vielleicht mal mit Kinderaugen sehen lässt.

Wien für dich
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Daten
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Autorin: Kristina Pongracz
Verlag: Lonitzberg
ISBN: 978-3-959-30942-3
Preis: 12,95€

Inhalt
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Prinzipiell folgt der Reiseführer ja schon dem begehrten Konzept: Einführung, Sehenswürdigkeiten und Allgemeines. Aber schon hier merkt man im Ansatz, dass es sich um keinen gewöhnlichen Reiseführer handelt. Informationen über Restaurants, Shopping und Hotels fehlen nämlich.

Im allgemeinen Teil gibt es ein paar Dinge über Wien - etwa Einwohnerzahl und dass es aus 23 Bezirken besteht und wie das Stadtwappen ausschaut. Dann gibt es auf zwei Doppelseiten zusammengefasst einige historische Grunddaten und - was ich besonders schön finde - ein paar generelle Sachen über die Wiener Kunststile. Diese werden dann gleich noch mit Beispielen aus der Wiener Architektur untermalt. So geht es hier vor allem um die Wiener Architekturstile - Gotik, Barock, Historismus und Jugendstil.

Anschließend geht es um die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Wien, Stephansdom, Hofburg, Ringstraße, Schönbrunn, Belvedere, Karlskirche, Prater, Hundertwasserhaus, Donaucity und Donauturm und schließlich - und daran erkennt man wieder den Kinderreiseführer schon am Inhalt - um die Spielplätze auf der Donauinsel. Abschließend werden noch einige wichtige Museen vorgestellt.

Schließlich kommt noch ein Kapitel mit ein paar Sätzen Wienerisch, Wien-Witze und einem Wien-Quiz.


Außerdem gibt es noch einen U-Bahn-Plan und ein Übersichtsplan des 1. Bezirks auf den jeweiligen Umschlags-Innenseiten.

Aufmachung
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Na, ja dass es sich um einen Kinderreiseführer handelt, habe ich ja schon verraten. Aber woran macht sich das fest?

Die Texte sind alle sehr kindgerecht geschrieben und solche Dinge wie "Jugendstil" werden ausführlich erklärt, in Reiseführern für Erwachsene bekommt man solche Begriffe einfach um die Ohren gehauen.

Sehr schön finde ich auch die immer wieder eingestreuten Quizfragen, die bei Kindern die Neugier wecken. Manchmal muss man im Buch was suchen, manchmal gibt es kleine Bilderrätsel, die Lösung gibt es dann hinten im Buch.

Auch gibt es immer wieder kleine Comics, die etwa das Leben der Kaiserin Sisi erklären oder die Geschichte des "Lieben Augustin" erzählen - ein Volkslied, das wir in Deutschland im Kindergarten sehr gerne gesungen haben.


Fazit
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Also ich muss ehrlich sein, aber mir gefällt dieser Reiseführer sogar besser als viele Reiseführer für Erwachsene. Er ist so liebevoll und kindgerecht gemacht, dass etwa Grundschulkinder bei Wien-Ausflügen (es gibt auch einen Band für Venedig) mehr als nur brüllend hinter ihren Eltern herlaufen, sondern vielleicht sogar mit ein bisschen Spaß auf Erkundungstour durch die Stadt laufen. Auch werden hier einige Geschichten erzählt, die noch nicht einmal ich kannte - etwa die Geschichte vom Herrgott-Zahnweh im Stephansdom. Auch andere Dinge, die in "Erwachsenen" Reiseführern schlichtweg übersehen werden, wie den Stock im Eisen, werden hier aus Kinderaugen gezeigt.

Die Gestaltung ist wirklich liebevoll und sehr kindgerecht. Rätsel erwecken die Neugier der Kinder. Es geht sogar so weit, dass selbst ich, die ich seit 2 Jahren hier wohne, nach der Lektüre gleich mit Buch in den ersten Bezirk gefahren bin um die Stadt ganz neu - nämlich mit Kinderaugen - zu sehen...

Ich finde diesen Reiseführer absolut genial und wenn ich dann später mal mit meinen Kindern unterwegs bin, sei es in Wien oder sei es sonst wo auf der Welt, werden sie von mir auf jedenfall so einen bekommen... Und wenn mein Neffe (8) demnächst zu Besuch kommt, wird er sich sicher sehr über diesen Band freuen!

In diesem Sinne

Eure Anke



Samstag, 7. Juni 2014

[Rezension] Millionärstraining

Hallo Leute!

Kaum eine Bildung ist in der heutigen Welt wichtiger als Allgemeinbildung. Daher habe ich ein wirklich tolles Buch zum Training für "Wer wird Millionär" für euch... Und gerade für mich als bekennender Fan der "für Dummies" Bücher.

Allgemeinbildung für Dummies
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Daten
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Autor: Winfried Göpfert
Verlag: Viley VCH
ISBN: 978-3-527-70824-6
Preis: 19,95Euro

Inhalt
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Winfried Göpfert nähert sich allen möglichen Kategorien des aktuellen Wissens so weit, wie es eben nötig ist, um als allgemein gebildet durchzugehen.

Schon die Einteilung finde ich persönlich sehr witzig.

"Was Sie bei den Schwiegereltern wissen muss" beschäftigt sich mit den wesentlichen Fragen des "kulturellen Tischgesprächs", vor allem aber mit Fragen der Geschichte allgemein, ein sehr ausführliches Kapitel folgt der deutschen Geschichte und der Philosophie, aber auch um Religion (sehr gut finde ich "die wichtigsten Religionen und ihre Inhalte" - Aspekte, die ich seit der Schule schon lange vergessen hatte), Literatur und Musik sowie die bildenen Künste. Das hilft besonders, wenn man mal wieder mit der Schwiegermama durchs Museum geht und kann sehr beeindruckend wirken...

Der nächste Teil "Was Sie bei ihrem Chef wissen müssen" beschäftigt sich mehr mit Naturwissenschaften, vom Urknall, über Physik und Astronomie bis hin zur Funktion verschiedener Organe und sogar aktuelle Erfindungen. Schließlich geht es hier auch um Gesellschaft und Politik und Wirtschaft.

Der letzte Teil "Was Sie bei Freunden wissen müssen" geht dann um Recht, Sport, Medien, Lebensqualität usw.

Im "für Dummies" traditionellen "Top Ten Teil" gibt es dann schließlich noch 10 Tipps, sein Unwissen zu verbergen, 10 Dinge, die sie nicht wissen müssen und wichtige Quellen für Allgemeinbildung fürs Internet.


Aufmachung und Fazit
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Ich finde dieses Buch absolut super. Durch den lockeren Schreibstil, der fast schon witzig klingt, bekommt man richtig viel Lust, zu lernen. Natürlich hat man mit 30 schon viel gehört, aber gerade die Mathematik und Kunst Kapitel waren für mich besonders spannend, weil ich davon bekennenderweise keine Ahnung habe. Trotzdem sind diese Kapitel soweit verständlich, dass auch ein absoluter Volldepp dabei durchsteigt.

Schön finde ich auch, dass die Naturwissenschaften nicht zu kurz kommen (wie etwa im Buch "Bildung" von Dietrich Schwanitz vor 10 Jahren), weil viele Leute gerade hier ihre Lücken haben. Und alles ist so durchsichtig, wie ich es in der Schule gerne gehabt hätte.

Sicherlich ist in diesem Buch nicht das gesamte Weltwissen vereint, so kommt etwa die Weltgeschichte etwas zu kurz. Aber das Buch hat auch keinen Anspruch auf Vollständigkeit, es läd einfach dazu ein, sein Wissen mit Spaß und Interesse zu vermehren.

In diesem Sinne

Eure Anke

[Rezension] Nice is the little brother of sh**

Hallo Leute!

Mir ist mal wieder ein neues Buch auf den Schreibtisch geflattert, das ich euch heute vorstellen werde...

Denglisch for Better Knowers
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Daten
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Autoren: Adam Fletcher, Paul Hawkins
Verlag: Ullstein
ISBN: 978-3-548-37536-6
Preis: 8,99€


Inhalt
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Zunächst einmal fällt auf, dass das Buch zweisprachig verfasst ist. Das erkennt man schon am Cover. Fängt man auf der blauen Seite an, liest man das Buch auf Deutsch, fängt man auf der roten Seite an, liest man das Buch auf Englisch.

Thematisch geht es um das, was der Titel bereits besagt: Denglisch. Wer kennt sie nicht, die ganzen Anglizismen in der deutschen Sprache. Man spricht vom Downloaden, nicht vom Herunterladen usw. Dieses Buch kehrt aber die Perspektive ein wenig um. Es stellt zahlreiche deutsche Sprichwörter vor und erklärt dem versierten Engländer die Bedeutung etwa von You're on the woodway oder Very Big Cinema.

Auch manche Spezialitäten der deutschen Sprache, wie etwa getrennte Verben und zusammengesetzte Hauptwörter werden erklärt.

Dazu kommen immer mal wieder witzige Comicartige Darstellungen etwa von "Alles im Grünen Bereich" oder "I understand only railwaystation".

Etwa bei Seite 120 - der Hälfte des Buchs - ist dann Schluss. Man kann das Buch rumdrehen und nun auf Englisch weiterlesen.


Fazit
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Das Buch ist relativ witzig und amüsant zu lesen. Es berichtet von der deutschen Sprache aus der Sicht zweier Briten, die lange Zeit in Deutschland leben. Es erläutert seinen Landsleuten die tatsächliche Bedeutung der unzähligen Sprichwörter, die man vielleicht sogar im Englischen brauchen könnte, für die es im Englischen eben kaum Entsprechungen gibt.

Für den Engländer bzw. nicht Muttersprachler birgt das Buch somit zahlreiche Informationen, mit denen man vermeiden kann, in die eine oder andere sprachliche Falle zu tappen. Für den Muttersprachler ist es eher amüsant, da die Sprichwörter alle in Englisch abgedruckt sind, muss man vieles erstmal entziffern. Aber man kennt eben das meiste dann doch schon.

Ich hab mir von dem Titel irgendwie etwas mehr versprochen als ein Sprichwörterlexikon, irgendwie dass auch mehr auf das Englische im Deutschen eingegangen wird. Irgendwie bin ich mir noch nicht so ganz sicher, ob das mit Denglisch was zu tun hat, oder ob es mehr Deutsch sprechenden Engländern helfen soll, Sprichwörter zu verstehen. Ich muss nämlich sagen, dass ich beim Englisch sprechen noch nie Mr. Lovely Singing Club benutzt habe oder ähnliches. Vielleicht geht es mir da anders als anderen.

Das bilinguale Layout finde ich eigentlich recht spannend, es soll wohl die Völkerverständigung symbolisieren, da jeder im gleichen Buch das gleiche lesen kann.

Ich fand das Buch amüsant, es hat mich aber nicht vom Hocker gerissen. Ich habe es an einem Vormittag gelesen, gelegentlich geschmunzelt, mehr aber nicht.

In diesem Sinne

Eure Anke


Freitag, 6. Juni 2014

[Rezension] Abgefahren

Hallo Leute!

Da ich seit neuestem auch immer öfter mit dem Rad unterwegs bin, bekam ich neulich ein tolles Buch über eine total verrückte Reise über 1001 Straße in die Finger. Dieses Buch stelle ich euch heute vor...

Tel Aviv > Berlin - Geschichten von Tausendundeiner Straße
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Daten
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Autor: Fredy Gareis
Verlag: Malik
ISBN: 978-3-89029-438-4
Preis: 19,99€ (D) 20,60€ (A)


Inhalt
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Fredy Gareis arbeitete von 2010 bis 2013 als freier Korrespondent im Nahen Osten, lebte in Jerusalem, unterhielt sich aber auch u.a. mit den Rebellen in Syrien und erlebte dabei allerhand.

Als sein Engagement in Israel zu Ende ist, kommt der 37 Jährige auf eine merkwürdige Idee, die immer weiter in ihm reift. Er will mit dem Fahrrad nach Hause fahren, ganz alleine von Tel Aviv mit dem Rad durch die Länder des Nahen Ostens, über die Türkei und Griechenland, durch den Balkan und Polen bis nach Hause, wo seine Freundin auf ihn wartet.

Über 5000 km liegen vor ihm und seinem alten Waffenrad, als er sich in Tel Aviv von seiner Freundin verabschiedet, gut 4 Monate später kommt er in Berlin an mit allerhand Erlebnissen im Gepäck. So wurde er bereits nach wenigen Tagen ausgeraubt, wie durch ein Wunder waren aber nur Bargeld und sein Handy weg. Er fährt durch das Palästinensergebiet, kommt nach Jordanien und Ägypten und lernt dabei allerhand Menschen kennen, wird eingeladen, hat Ärger mit Grenzbehörden, weil sein Rückflugticket von Kairo in den Libanon fehlt. In der Türkei lernt er die einsame Künstlerin Serife kennen, muss auf dem Balkan mit Straßenhunden kämpfen und begegnet so gut wie überall jeder Menge Gastfreundschaft. Er kommt auch zu Orten des Schreckens - Srebrenica und Auschwitz, manchmal wird er auch mit dem ehemaligen Deutschen Diktator in Verbindung gebracht, doch überall sind die Menschen freundlich, nehmen ihn auf, geben ihm zu essen, überall schließt er Freundschaften, wird aber auch von LKWs geschnitten und hat dabei, wie er schreibt, ganze 7 Nahtoderfahrungen.

Begleitet wird das ganze von zahlreichen Aufnahmen und Selbstauslöseraufnahmen, die Fredy Gareis auf dieser Reise zeigen. Sie zeigen die unterschiedlichen Landschaften.


Fazit
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Ich finde dieses Buch absolut beeindruckend, man versteht jedoch noch etwas mehr, wenn man liest, dass Gareis u.a. mal 5 Monate undercover bei Scientology war. Aber völlig untrainiert so eine Reise zu beginnen, alleine über die umkämpften Nahostgebiete und den Balkan mit dem Fahrrad, das finde ich schon sehr mutig. Ich wäre zu solch einer Entscheidung wohl nicht in der Lage zu solch einer körperlichen und psychischen Herausforderung. Er kommt vorbei an den syrischen Flüchtlingen, lernt die teils noch massive Teilung in Jugoslawien und im Kosovo hautnah kennen und macht sich dabei Gedanken über das Leben.

Ich finde diese Reise unglaublich inspirierend, all die kleinen Geschichten, die Gareis zu erzählen hat, sind spannend, berührend, irritierend und begeisternd - irgendwie alles gleichzeitig. Am Ende ist man richtig traurig, dass er nicht doch noch ein bisschen weitergefahren ist... Man hätte gerne noch mehr Geschichten mit ihm erlebt!

Von mir gibt es klare 5 Sterne.

In diesem Sinne

Eure Anke

Donnerstag, 5. Juni 2014

[Rezension] A bisserl Englisch ist nie schlecht...

Hallo Leute!

Wenn eines auf der heutigen Welt wichtig ist, ist es das Beherrschen der Englischen Sprache. Klar, vieles lernt man in der Schule, aber die Anwendung der Sprache lernt man eben erst, wenn man im spezifischen Gebiet tätig ist...

Business Englisch für Dummies
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Daten
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Autor:: Lars Blöhdorn
Verlag: Wiley-VCH
ISBN: 978-3-527-70675-4
Preis: 19,95€


Inhalt
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Das Buch vermittelt die spezifischen Kenntnisse, die es braucht, um mit Kunden auf Englisch zu kommunizieren, mit Geschäftspartnern zu telefonieren und Englische Verträge auszuhandeln.

Der Inhalt ist grob in 6 Teile geteilt.

Im ersten Teil geht es um Englische Telefongespräche, wie begrüßt man einen Geschäftspartner, wie plant man Gespräche, was ist der Unterschied zwischen "inbound" und "outbound" Calls, wie vereinbart man einen Termin usw.

Im zweiten Teil geht es um Korrespondenz. Sehr schön finde ich, dass es hier auch ein umfangreiches Kapitel über Bewerbungen gibt. Es geht allerdings auch um Business Letters und Emails, welche Formen muss man hier einhalten usw.

Im dritten Teil geht es dann um Besprechungen und Präsentationen, miteinander sprechen, vor anderen sprechen usw.

Im vierten Teil, dem umfangreichsten, geht es um erfolgreiche Vertragsverhandlungen - Vorbereitung, Umgang mit schwierigen Situationen usw.

Im fünften Teil schließlich geht es um Smalltalk in allen Lebenslagen.

Am Ende kommt dann noch der in der "für Dummies" Reihe üblichen Top Ten Teil. Hier gibt es jeweils 10 "Dos" und 10 "Donts" für die vorher genannten Unterkapitel.

Im Anhang schließlich kommt noch ein Teil über Aussprache und allerhand Wissenswertes, was man so brauchen kann - Zeitzonen, Feiertage, Maßeinheiten usw. Das kann manchmal helfen bei der Vorbereitung von Gesprächen. Auch gibt es noch ein kleines Wörterbuch.

Was ich persönlich noch ganz nett finde, es gibt als Beilage noch eine CD mit verschiedenen Gesprächssituationen und Beispieldialogen. Die ist in einer sehr angenehmen Geschwindigkeit gesprochen, so dass man, wenn man halbwegs Englisch kann, auch sehr gut folgen kann.


Fazit
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Na wenn wir mal ehrlich sind, wir haben wohl alle Englisch in der Schule gelernt und wenn man dann in den Berufsalltag einsteigt und sich mit dem finnischen Kollegen reden soll, bekommt man schonmal ein Problem. Wirklich kommunizieren habe ich zumindest erst gelernt, als ich dann im späteren Teil des Studiums häufiger mit Gaststudenten aus dem Ausland zu tun hatte.

Dieses Buch leitet einen dazu an, sich in allerhand beruflichen Situationen gut schlagen zu können. Ganz schön finde ich persönlich vor allem, dass man auch Tipps zur Etikette bekommt. Wir haben damals zumindest nicht gelernt, auf was man alles achten muss, wenn man einen förmlichen Geschäftsbrief schreibt, ohne den Geschäftspartner zu beleidigen oder vergrälen. Es liefert allerhand Informationen, die man als Berufseinsteiger in einem internationalen Betrieb brauchen kann.

Allerdings muss man beachten, dass das Buch sehr einprägsam ist, Übungen liefert es allerdings nicht. Die Anwendung des gelernten wird dem Leser und dem Alltag überlassen. Das finde ich allerdings gar nicht so wirklich schlecht, weil man im Endeffekt in der Anwendung mehr lernt als bei einem Lückentext o.ä.

Theorie liefert das Buch wirklich perfekt, die praktische Anwendung des Gelernten bleibt aber dem Leser überlassen. Man ist aber damit wirklich richtig gut gerüstet.

In diesem Sinne

Eure Anke


[Rezension] Das Wandern ist des Wieners Lust...

Hallo Leute!

Der Wiener hat einen klaren Vorteil: Man wohnt in der Großstadt, zu einer Seite ist es flach, zur anderen Seite liegt der Wiener Wald und Richtung Süden beginnen schon die Alpen. Da wundert es kaum einen, dass der Wiener Hausberge hat - also quasi Berge direkt vor der Tür.


Hikeline - Wiener Hausberge
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Daten
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Autor: Roland Esterbauer
Verlag: Hikeline
ISBN: 978-3-85000-530-2
Preis: 14,90€


Inhalt
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In diesem Wanderführer werden 50 Touren einer Gesamtlänge von 525 km vorgestellt. Alle liegen in den Niederösterreichischen Alpen, sind also von Wien aus - auch mit den öffentlichen Verkehrsmitteln - innerhalb kürzester Zeit zu erreichen. Die Routen haben Schwerpunkte im Bereich Schneeberg, Rax und Semmering.

Die einzelnen Touren haben unterschiedliche Schwierigkeitsgrade und Längen. Sie gliedern sich in 7 unterschiedliche Gebiete:

Traisental (8 Touren)
Gölsental, Triestingtal (8 Touren)
Piestingtal (6 Touren)
Hohe Wand, Flatzer Wand (5 Touren)
Puchberg, Schneeberg (7 Touren)
Höllental, Rax (9 Touren)
Semmering, Wechsel (7 Touren)

Die Touren gehen teils sogar über 2 Tage.

Zudem gibt es zu einzelnen Gebieten noch historische Facts, so wird etwa über die Geschichte der Semmeringbahn berichtet oder auch über die erste Wiener Hochquellleitung.

Die einzelnen Touren sind sehr ausführlich beschrieben und - zumindest die 5, die ich bisher durchprobiert habe - folgen auch aktuellen Beschilderungen und sind einfach zu finden. Sie sind in "Leicht", "Mittel" und "Schwer" gegliedert, wobei ich "Schwer" noch nicht probiert habe. Die meisten Touren sind leicht. Die von mir probierten "Leichten" sind absolut für Anfänger geeignet.

Die einzelnen Touren sind meist auf 2 Doppelseiten beschrieben. Zunächst kommt eine kurze Beschreibung mit Daten: Start Ziel, Gehzeit, Aufstieg, Abstieg und, was mir besonders gefällt Angaben zum Belag der Wanderwege. Das habe ich bisher immer bei Wanderführern vermisst, die mich zum Teil auf absolute Horrorstrecken geschickt haben.

Außerdem gibt es ein Höhenprofil der Strecke und eine kleine Wanderkarte (Format 1:35000). Außerdem ist jede Route bebildert.

In der Beschreibung gibt es zunächst eine Beschreibung der Charakteristik. Hier wird unter anderem begründet, warum eine Strecke "Leicht" oder "Schwer" kategorisiert wurde. Dann kommt eine Beschreibung der Anfahrt. Hierbei beschreibt der Autor die Anfahrt von Wien aus. Die öffentlichen Verkehrsmittel kommen hier aber nur vor, wenn die Anfahrtszeit von Wien in vernünftigem Verhältnis zur Tourenlänge steht. Durchaus sinnvoll, wenn man bei einer 2 Stunden Wanderung keine 4 Stunden Anfahrt haben will.

Als nächstes erfolgt eine ausführliche Wegbeschreibung, wobei vor allem auf neuralgische Stellen, also Orte an denen man sich leicht verirren kann, eingegangen wird. Die Angaben erfolgen direkt in Verbindung mit den jeweiligen Kilometern.


Aufmachung
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Ich finde schon die Bindung des Buchs echt klasse. Gedruckt ist es auf Wasserfestem Papier, wodurch man sich nicht scheut, den Führer auch bei Regen rauszuholen (wurde schon einmal getestet). Auch die Bindung, eine sogenannte "geschützte Spiralbindung" finde ich echt klasse.

Ansonsten habe ich das meiste ja schon oben beschrieben. Richtig klasse finde ich die vielen Bilder, die gleich Lust machen auf die Touren.

Die jeweiligen GPS Tracks kann man online downloaden. Wir laufen allerdings immer ohne GPS..


Fazit
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Ich habe ja nun schon mehrere Wanderführer durch, auch für die Region der Hausberge und ich muss sagen, dieser gefällt mir bisher am besten. Nicht nur die Aufmachung gefällt mir sehr gut. Er ist super kompakt und passt in jede Tasche. Auch die Papierqualität ist super. Das Buch hält sogar einem kleinen Regenschauer stand.

Auch die Wahl der Touren denkt auch mal an konditionell etwas schwächere - wie mich. Bei den anderen Wanderführern waren immer unrealistische Gehzeiten angegeben, so dass wir pro 2 Stunden immer 30 Minuten draufgeben mussten. Die Gehzeiten passen gut.

Besonders gefallen mir die aktuellen Beschreibungen und eben, dass auch noch Angaben zum jeweiligen Wegbelag gemacht werden. Bei dem anderen Hausberge Wanderführer hatte ich da schonmal echte Probleme, als ich plötzlich auf einer leichten Route steil an Wurzeln den Wald hochklettern sollte. Das kann einen schonmal echt in die Predullie bringen

In diesem Sinne

Eure Anke.






Mittwoch, 4. Juni 2014

[Rezension] So springt der Funke über

Hallo Leute!

Heute stelle ich euch mal wieder einen ganz netten Helfer bei der Jobfindung vor...

Lebenslauf, Anschreiben, Erfahrungsprofil, Arbeitszeugnisse
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Daten
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Autor: Dieter L. Schmich
Verlag: Dielus
ISBN: 978-3-9815711-1-0
Preis: 19,90€


Inhalt
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Zumindest während meines Studiums haben wir nicht beigebracht bekommen, wie wir uns auf dem Job-Findungsmarkt durchzusetzen haben. Mein Stand stammte noch aus der neunten Klasse. Daher habe ich mir dieses Buch angeschafft...

Zunächst werden die grundsätzlichen Anforderungen an Bewerbungsunterlagen geklärt. Also im Prinzip dass man nicht den Lebenslauf auf Klopapier druckt. Dann geht es generell darum, dass man für sich Eigenschaften findet, die in einen Lebenslauf angepasst auf den jeweiligen Job passen. Die Erstellung des Lebenslaufes mit allerhand Beispielen unterfüttert.

Im Erfahrungsprofil wird gezeigt, wie man seine Erfahrungen an den potentiellen neuen Arbeitgeber verkauft. Schließlich geht es um Zeugnisse, etwa was Arbeitszeugnisse wirklich sagen. Dann geht es um die Norm für Bewerbungsanschreiben.

Am Ende geht es dann noch über die verschiedenen Versandformen: sehr ausführlich weil am gefragtesten der Versand per Email, schließlich Versand über Internetportale und schließlich aks Mappe.

Am Ende folgen noch verschiedene Checklisten, mit denen man seinen Lebenslauf, die Zeugnisse und Anschreiben (initiativ/auf Anzeigen) überprüfen kann.


Aufmachung
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Die Aufmachung gefällt mir vor allem aufgrund der vielen Layout-Beispiele etwa von Lebensläufen richtig gut. Die Texte sind sehr übersichtlich, ohne viel überschüssiges TamTam.


Fazit
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Als Realschüler lernt man sicherlich vieles, das in dem Buch steht in der Schule. Die Mittelstufenzeit lag aber nach dem Abitur und dem Studium schon einige Zeit zurück. Sicherlich ist vieles von dem, was in dem Buch steht, nicht neu, aber es war schön für mich, alles noch einmal schön übersichtlich zusammengefasst vor sich zu haben. Besonders im Bereich "Lebenslauf" habe ich einiges aus dem Buch für mich übernommen. Sicherlich muss man dabei auch noch den persönlichen Geschmack des Personalers treffen, aber durch die Orientierungshilfe vermeidet man dann doch den einen oder anderen Faux pas.

Auch beim Anschreiben liefert das Buch einige elegante Formulierungen, auf die man ohne Naturtalent sicherlich nicht so unbedingt kommt.

Es liefert aber auch einige praktische Hinweise - etwa welches Dateiformat sollte man wählen und wie bekommt meine Email ein professionelles Aussehen.

Natürlich besorgt das Buch einem nicht den neuen Job, aber es ist eine vernünftige Hilfe auf dem Weg dorthin.

In diesem Sinne

Eure Anke

Montag, 2. Juni 2014

[Rezension] In die Zeit bin ich noch nicht gereist...

Hallo Leute!

Unterwegs bin ich ja viel. Als ich zuletzt in der Buchhandlung war, lenkte sich meine Aufmerksamkeit auf ein ganz spezielles Reisebuch zu einem Ziel, das ich noch nicht kannte - Das England des 14. Jahrhunderts...

Im Mittelalter - Handbuch für Zeitreisende
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Daten
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Autor: Ian Mortimer
Verlag: Piper
ISBN: 978-3-492-05605-2
Preis: 22,99 € (D) 23,70 € (A)


Inhalt
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Welcher kleine Junge hat nicht davon geträumt, in einer schweren Ritterrüstung durchs Land zu reiten, als er mal wieder mit den Eltern die hundertste Burgruine besichtigt hat mit den Bildern und den ausgestellten Rüstungen.

Dieses Buch wirft einen anderen Blick auf die Zeit zwischen 1300 und 1400. Bezogen auf England wird man in Städte und aufs Land entführt. Dabei wird man nicht mit historischen Ereignissen wie Thronwechseln bombadiert oder mit politischen Entscheidungen. Es geht viel mehr darum, wie die Menschen damals lebten, reisten, ums Überleben kämpften, schliefen, ihre Waren verkauften, was die Menschen damals für Hobbies hatten, was sie aßen und wie sie den Kot entsorgten oder sich wuschen. Es geht darum, wer was an den König zahlen musste, wer wem Lehenstreue schuldig war und wie sich das äußerte, wie sich damals Nachrichten verbreiten konnten (ganz ohne Internet).


Fazit
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Ich muss zugeben, ich liebe alte Ritterburgen, wie etwa die Burgruine Mödling oder die Burgruine von Dürnstein in der Wachau. Ich mag sowas fast noch lieber als die Schlösser der Renaissance oder die gotischen Kathedralen. Dem entsprechend habe ich schon einige Bücher über jene Zeit gelesen.

Dieses Buch hebt sich jedoch diesen Büchern gegenüber deutlich heraus, weil es sich nicht mit bestimmten, historischen Ereignissen, etwa Pestepidemien oder Königswechsel, beschäftigt, sondern eben vie mehr mit den Menschen, die damals lebten, die ihre Felder bestellten, ihre Waren verkauften oder mit dem Schiff bis nach Spanien oder Skandinavien reisten. Welche Verhältnisse herrschten damals unter Bord, wie lebten die Ärmsten der Armen. Es handelt eben nicht von einzelnen Personen und Ereignissen, sondern viel mehr von den Verhältnissen, die damals herrschten, gesellschaftlich wie politisch, kulturell wie ernährungstechnisch.

Es ist geschrieben, wie der Titel schon sagt, als Handbuch. Im Prinzip sollte man sich vorstellen, man sitzt grade in der Zeitmaschine und ein bereits Weitgereister sagt einem, was einen erwartet.

Für das Lesen ist natürlich ein bisschen Phantasie nötig, da man sich eben ein wenig in diese Zeit als Zeitreisender hineinversetzen muss. Dennoch gelingt es dem Autor perfekt, die Szenen vor dem Inneren Auge des Lesers erscheinen zu lassen. Er schreibt so wunderbar ausschmückend vom Diener, der voranreist, von den Stallburschen, die einem im Gasthaus das Pferd abnehmen, ihm Wasser geben und es füttern. Immer wieder kommen auch Szenen vor wie eine Zollforderung au einer Brücke usw.

Einiges wird durch Stiche aus dem 14. Jahrhundert illustriert, jedoch nicht alles. Dennoch hat man als Leser aber beinahe schon den Fäkalgestank der Sickergrube oder den Geruch nach Bier im Gasthaus in der Nase, hört die derben Witze der betrunkenen Gäste, man reitet 8 Stunden durch das Land und versucht sich zu orientieren - ganz ohne Smartphone.

Ich finde dieses Buch grandios gut, allerdings wohlmöglich nur, weil ich ein echter Mittelalterfan bin. Es regt die Phantasie an und ich bin schon auf meinen nächsten Besuch in einer Ritterburg gespannt - das Kopfkino, das ich dabei immer verspüre, wird durch dieses Buch sicherlich noch intensiver.

Von mir gibt es für das spannende Buch für alle Mittelalterfans klare 5 Sterne.

In diesem Sinne

Eure Anke