Posts mit dem Label Reiseführer werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Reiseführer werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Montag, 4. April 2016

{Namibia - Reiseführer} Schwiegermutters Liebling reist mit

Hallo Leute!

Noch mehr große Reisen werfen ihre Schatten voraus. 2016 wird bei uns definitiv das Jahr der Langstreckenreisen. Denn es geht nicht nur im Juni nach Japan, sondern auch im August nach Namibia und Botswana - mal wieder mit der Schwiegermama. Falls jetzt die eine oder andere Dame geschockt ist, wie man 3 Wochen mit seinem Mann und seiner Mutter durch Afrika fahren kann - das klappt ganz gut, wir haben das vor 2 Jahren in Peru schon getestet.

Nun musste natürlich auch wieder ein geeigneter Reiseführer her - ohne geht ja gar nicht... Diesmal war der Iwanowski schon bei der Planung der Guide unserer Wahl, schließlich ist das südliche Afrika ja die Kernkompetenz des Verlagsgründers - muss also gut werden.

Iwanowski Namibia
^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^

Daten
^^^^^^^^^^^^
Autor: Michael Iwanowski
Verlag: Iwanowski
ISBN: 386197133X
Preis: 25,95Euro (D) 26,70Euro (A)
Broschiert, 612 Seiten


Inhalt
^^^^^^^^^^^^
Die Aufteilung des Reiseführers ist mal wieder ganz klassisch. Zunächst gibt es eine Einführung in das Thema Land und Leute, was ja für unsere Reisen immer besonders wichtig ist. Hier gibt es auf 80 Seiten wirklich alles über Geschichte, Geografie, Wirtschaft und Bevölkerung. Es gibt sogar ein Kapitel über die Mobilität und das Straßensystem in Namibia - auch wenn wir uns wohl eher gegen eine Tour mit dem Auto entscheiden werden.

Auf den "gelben Seiten" gibt es wie in allen Iwanowski-Reiseführern eine Einführung mit allgemeinen Reisetipps, wie einer Entfernungstabelle, Hotelreservierungen, Taxis etc. Im weiteren sind auf den gelben Seiten dann Adressen von Hotels und Restaurants untergebracht.

Auf den "grünen Seiten" die es ebenfalls in allen größeren Iwanowski-Reiseführern gibt, gibt es einen Überblick in die Reisekosten.

Auch die Routenvorschläge (in dem Buch sind es 4) mit individuellen Rundreiserouten je nach Lust und Zeitangebot, eine klassische Rundfahrt durch das ganze Land, eine Rundfahrt durch den Norden, eine durch den Süden und eine von Windhoek zu den Victoria-Fällen.

Als nächstes kommen die ausführlichen Beschreibungen der einzelnen Regionen mit sehenswerten Orten, Wildreservaten, die sich eben entsprechend auch an den bereits genannten Routen orientieren, alternative Routen vorschlagen usw. Auch ausführliche Informationen zu Unterkünften (aller Preisklassen) und Restaurants werden jeweils auf gelben Seiten zusammengefasst. Dazu kommen sehr schöne weiterführende Informationen über Themen wie "Kunst" oder "Schulpflicht in Namibia" und - was ich für Safaris besonders schön finde - ein kleines Tierlexikon mit den häufigsten Tierarten in Namibia. Hier gibt es ausführliche, reich bebilderte Informationen unter anderem auch mit den jeweiligen Fährten.

Das Kartenmaterial ist sehr umfangreich. Zu jedem größeren Ort gibt es einen Stadtplan im Buch, dazu gibt es noch einen Faltplan im Format 1:1800000. Außerdem kann man sich noch einige Karten runterladen und sie etwa auf dem Smartphone mitnehmen.


Fazit
^^^^^^^^^^^^
Zunächst einmal: Unsere Tour ist zwar individuell, aber doch auch irgendwie schon vorgegeben, da wir über Erlebe Fernreisen gebucht haben (kennt vielleicht der eine oder andere). Daher ging es uns weniger um das Budget der Lodges, sondern viel mehr darum, einen groben Überblick zu bekommen, wo wir auf unserer vorgegebenen Route denn halt machen sollen und können bzw. was wir unbedingt aufnehmen und was eher auslassen. Unsere Reise wird uns dann gleich auch noch weiter ins Nachbarland Botswana führen. Bedürfnisse sind da vermutlich etwas unterschiedlich, ich glaube nämlich nicht, dass der Guide etwa für Low-Budget-Camping-Rucksacktouristen viel parat hat, werden doch oft hauptsächlich die höherpreisigen Lodges angepriesen - die wir ja auch gebucht haben (unsre sind alle drin).

Und da haben wir gleich zu dritt über unseren Büchern gesessen und hatten dabei großen Spaß - der Gute wird natürlich auch mitfliegen, auch wenn er mit rund 700 g ganz schön dick ist - dafür sind die Beschreibungen aber informativ und ausführlich. Unsere Hauptroute ist auch drin mit ganz vielen (hoffentlich sehenswerten) Vorschlägen. Ihr werdet es dann ab September erfahren. Wir haben richtig Bock auf unsere Reise - kann bald losgehen - ach nee, vorher "muss" ich ja noch mit nach Japan.

In diesem Sinne

Eure Anke

In diesem Sinne

Eure Anke

Mittwoch, 3. Februar 2016

{Kochbuch - Reisen} Mehr als nur ein Kochbuch

Hallo Leute!

Auch nach mehr als 30 Jahren gibt es immernoch Ecken in meiner Heimat Deutschland, in die ich es noch nie geschafft habe. Und sie liegen hauptsächlich im Osten und im tiefsten Süden. Da lachte mich dieses Kochbuch/Reiseführer quasi an...

Do schmeckts
^^^^^^^^^^^^^^

Daten
^^^^
Autorin: Corinna Brauer
Verlag: Michael Müller
ISBN: 3899539702
Preis: 24,95€
Gebundene Ausgabe, 360 Seiten


Inhalt
^^^^
Mit dem "Do schmeckts" Kochbuch entführt uns Corinna Brauer auf eine Reise in die Region Südbaden, also rund um Freiburg und den Kaiserstuhl. Die Reise geht rund ums Jahr, beginnend mit dem Frühling, der ja rund um den Kaiserstuhl gut 3 Wochen vorm Rest Deutschlands ausbricht, und endend mit dem Winter.

Dabei präsentieren 20 Küchenchefs aus der Gegend ihre liebsten regionalen Rezepte. Und natürlich stellen sie auch ihre Gasthöfe ausführlich vor mit ihrer Geschichte und ihren Geschichten. Das sind nicht alles Gourmettempel, sondern es gehören auch Restaurants mit dem klangvollen Namen wie "Landfrauencafé zur goldenen Krone".

Und zusätzlich erfährt der Leser noch mehr über regionaltypische Lebensmittel wie etwa das Hinterwälder Rind oder frischem Fisch aus dem Schwarzwald und die Käseherstellung auf Bioart und der Weinbau in der Region.

Aber auch die Spalte "Reiseführer" kommt nicht zu kurz - vor allem werden hier Wanderrouten und kleinen Ausflugstipps erläutert. Auch gibt es allerhand tolle Hinweise auf kulturelle Eigen- und Besonderheiten der Region.


Fazit
^^^^
Nun, was erwartet man, wenn ein Reisebuchverlag wie der Michael Müller Verlag ein Kochbuch herausbringt? Richtig: Eine gesunde Mischung aus einem Regionalguide und einem Kochbuch.

Die Rezepte sind dabei nicht immer ganz einfach und viele sind wohl eher für Festtage geeignet, aber dennoch sind sie alle gut nachkochbar und sehr detailiert mit einzelnen Schritten erklärt - Für mich ist das aber jeweils eher etwas für das Wochenende. 150 Rezepte sind zusammengekommen, Klassiker wie Paprikahähnchen sind genauso dabei wie exotisches wie das Wildkräutertiramisu (beides übrigens sehr lecker). Und es bietet noch sehr viel Raum zum Experimentieren.

Hinzu kommen die zahlreichen, appetitanregenden Fotos von den Speisen und die großformatigen Fotos aus der Region - man bekommt richtig Lust, mal hinzureisen - aber erstmal sind die Urlaubstage für 2016 vergeben.

In diesem Sinne

Eure Anke

Donnerstag, 28. Januar 2016

|{Reisen - Sachbuch}| Wenn das Fernweh ruft...

Hallo Leute!

Wenn das Fernweh ruft, ruf ich meistens zurück... Italien, Japan, Namibia, Botswana, Zimbabwe und zwischendurch auch noch ein bisschen Österreich, das steht dieses Jahr alles noch auf dem Programm. Und nachdem ich dieses Buch gelesen habe, wohl noch viel mehr....

The Travel Episodes
^^^^^^^^^^^^

Daten
^^^^
Herausgeber: Johannes Klaus
Verlag: Malik NG Taschenbuch
ISBN: 3492405924
Preis: 14,99€
Taschenbuch, 352 Seiten


Inhalt
^^^^
Dieses Buch fasst besten Geschichten zusammen, die auf travelepisodes.com veröffentlicht wurden.

Gruppiert in 3 Blöcke werden die unterschiedlichsten Reisegeschichten erzählt, die die Autoren wirklich rund um die Welt (am Anfang auch durch eine Karte illustriert)  erlebt haben - Von der Antarktis bis Bayern, von den Rocky Mountains bis Somailland werden dabei alle Kontinente bereist.

Eins haben die Reisen aber alle gemeinsam - die Reisenden sind nicht Teil der großen Touristenströme. Ganz im Gegenteil, sie versuchen sogar, sich möglichst weit von diesen großen Touristenströmen entfernt zu halten. Sie treffen sich mit Studenten und verfahren nach dem Sprichwort "When you're in Rome, do it like the Romans do" und interessieren sich mehr für das Leben und die Bevölkerung als für bestimmte Sehenswürdigkeiten.

Die Menschen reisen per Anhalter durch Pakistan oder zum Tiger-Watching nach Bangladesh und berichten dabei wirklich interessant. Das besonders schöne dabei ist, dass die Geschichten nicht alle ganz glatt gebügelt sind. Natürlich geht auch mal was schief, wenn man ohne Reiseleiter unterwegs ist. Dennoch lassen sich die Reisenden niemals unterkriegen.



Fazit
^^^^
Ein Buch, wie für mich gemacht. Das könnte man auf alle Fälle sagen. Reisen ist nicht immer einfach - manch einer reist im Sammeltaxi durch Länder, von denen ich eigentlich noch nie etwas gehört habe, manch anderer muss lange suchen, um den Touristenströmen in Ankgor zu entgehen (mir ging es ja in Macchu Pichu genauso).

Die Geschichten bieten eine absolute Inspiration für die nächsten gefühlten 800 Jahre. Zu den meisten Reisen gehört vor allem Mut. Oder man muss eben ein ganz kleines bisschen verrückt sein. Die Reisenden geben einen tiefen Einblick in die Gefühls- und Gedankenwelt eines Reisenden - die Eindrücke, die auf einen einströmen, die neuen Gerüche, die neuen Bilder, die man sieht. Fast fühlt man sich so, als wäre man selbst dabei gewesen...

Die Geschichten sind dabei angenehm abwechslungsreich präsentiert, ergänzt durch unzählige Farbfotos. Beides wecken in mir nur eins: Die absolute Lust aufs Reisen. Von mir gibt es ganz klare 5 Sterne.

In diesem Sinne

Eure Anke

Dienstag, 26. Januar 2016

{Reise - Skurril - Humor} Hape kann einpacken

Hallo Leute!

Geht der Mann da wirklich...? Nein, das kann nicht sein... Doooooch, der Wanderer dort vorne läuft wirklich mit der Waschmaschine einmal quer durch Deutschland...

Mit der Waschmaschine durch Deutschland
^^^^^^^^^^^^^^^

Daten
^^^^^
Autor: Ludger Bücker
Verlag: Goldmann
ISBN: 3442158761
Preis: 8,99€
Taschenbuch, 320 Seiten


Inhalt
^^^^^^
Vielleicht hat sich Ludger Bücker seinen Kollegen Tony Hawks zum Vorbild genommen, der vor einigen Jahren mit dem Kühlschrank durch Irland zog. Denn er baut sich einen alten Sackkarren um - den Holm ein bisschen größer, die Aufstellfläche auch. Und dann geht er auf einen Schrottplatz, holt sich eine alte Waschmaschine - baut alles aus, was er nicht braucht und tauft sie auf den klangvollen Namen Mikaela Miele. Und dann geht es auf Wanderschaft - das Gepäck kommt in die Trommel - gemeinsam mit einigen Flaschen Mineralwasser und vor allem Müsliriegeln.

1200 km läuft er mit seiner Mikaela in 38 Tagen entlang des Rheintals vom Bodensee bis in den Ruhrpott - dabei sieht er aus, als würde er eigentlich von einem Kundendienst für Waschmaschinen kommen. Und dabei berichtet er von allerhand lustigen Begegnungen (Orte und Namen sind dabei vertauscht). Dabei trotzt er Wind und Wetter und natürlich all den neugierigen Fragen, warum man denn auf so eine Idee kommt.


Fazit
^^^^^^
Der Jakobsweg ist ja sowas von Out - vielleicht sollte Hape Kerkeling den nochmal mit einer Spülmaschine laufen, um ihn wieder interessant zu machen. Ich meine, auf so eine Idee muss man erstmal kommen - keinen Rucksack auf dem Rücken, sondern eine Waschmaschine auf Rollen - und schon hat man sein Gepäck immer dabei. Zugegeben, Zugfahren könnte schwierig werden - aber mit dem Sackkarren kommt er ja durchaus auch über schlammige Abhänge.

Er begibt sich mit der Reise als Hobbyethniologe auf die Suche nach den Menschen, er will die Aufmerksamkeit, die sein skuriller Reisegefährte so mit sich bringt und er findet eben diesen Kontakt zu interessanten Menschen, Begegnungen, die er nie wieder vergisst und die auch ihn und seine Mikaela Miele nicht mehr vergessen werden.

Eins ist ihm in jedem Ort sicher - die Aufmerksamkeit der Menschen. Und so hat er, wie er selbst sagt, das erste mal in seinem Leben wirklich interessante Begegnungen. Die Leute sprechen ihn an, ältere Damen trinken einen Schnapps mit ihm. Und eben diese Begegnungen beschreibt Bücker mit extrem viel Humor, der einen einfach zum Schmunzeln bringen muss.

Von mir gibt es klare 5 Sterne.

In diesem Sinne

Eure Anke

Dienstag, 19. Januar 2016

{Sachbuch - Reisen - Bildband} Da wo die Promis nicht nur wohnen...

Hallo Leute!

Bildbände über New York gibt es wohl en massé, aber einen ganz besonderen werde ich euch heute vorstellen. In "Zu Hause in New York" aus dem National Geographic Verlag zeigen nämlich 20 Prominente ihr zu Hause...

Zu Hause in New York
^^^^^^^^^^^

Daten
^^^^
Fotografin: Alessandra Mattananzza
Verlag: NG
3866904207
Preis: 39,99€
gebundene Ausgabe, 256 Seiten


Inhalt
^^^^
New York ist eine Stadt, die seit jeher eine gewisse Faszination auf die Menschen ausübt - davon konnte auch ich mich überzeugen. In diesem Bildband zeigen 20 prominente New Yorker, was sie an dieser Stadt am meisten fasziniert.

Und wenn man in New York "Prominent" sagt, dann meint man auch Prominent. Zu den 20 zählen so klangvolle Namen wie Woody Allen (der wohl berühmteste New Yorker - zumindest nach HIMYM), Yoko Ono, Taylor Swift, James Franco oder Robert De Niro, aber auch die Gastroqueen Lidia Bastianich. Alle zeigen der Fotografin ihr ganz persönliches New York und in ihren persönlichen Geschichten erzählen sie, was an dieser Stadt so besonders inspirierend ist oder warum die Stadt niemals schläft. Und alles haben alle 20 gemeinsam - sie sind völlig überzeugte New Yorker. Egal ob Martin Scorsese, Al Pacino oder Spike Lee, Daniel Libeskind oder Moby, diese Stadt wirkt eine gewisse Anziehungskraft aus - genau wie die Bilder in diesem Bildband.



Fazit
^^^^^
New York - die Stadt, die niemals schläft. Ich war zwar bisher nur einmal für 6 Tage dort, muss aber sagen, ich kann diese Faszination durchaus nachvollziehen. Ich empfand die Stadt zwar als wahnsinnig schnell und deshalb als wahnsinnig anstrengend - aber trotzdem irgendwie auf eine angenehme Art, die man so gar nicht beschreiben kann.

20 Prominente lassen die Fotografin und Autorin Alessandra Mattananzza in ihr Leben und zeigen damit 20 völlig verschiedene und auf ihre ganz eigene Art besondere Ecken und Facetten ihrer Stadt.

Für mich ist das Buch ein bisschen wie ein Woody Allen Film - Es zeigt New York genau so wie es ist. Es erzählt Geschichten von Einwandererfamilien, die auf Ellis Island in ein neues Leben starten, Geschichten aus den Flüsterkneipen aus der Prohibitionszeit - es erzählt Geschichten von jungen Künstlern, die es in der Stadt einfach geschafft haben und ihre Träume erfüllen konnten.

Für mich ist dieses Buch ein tolles Geschenk für alle Liebhaber des Big Apple.

Von mir gibt es klare 5 Sterne.

In diesem Sinne

Eure Anke

Sonntag, 10. Januar 2016

{Reise - Humor} Mit Haus und Raben

Hallo Leute!

Der Titel des Buches, das ich euch heute vorstellen möchte, klingt erstmal irritierend - nackt will wohl keiner heiraten. Wenn man dann aber weiß, worum es geht, ist hoffentlich wieder alles okay...

Nackte Hochzeit
^^^^^^^^^

Daten
^^^^
Autor: Sven Hänke
Verlag: Rowohlt Berlin
ISBN: 3871347906
Preis: 16,95€
Broschiert, 256 Seiten


Inhalt
^^^^
Sven hat es nicht leicht. Aus seinem jauchegetränkten Dorf in Norddeutschland verschlägt es ihn als Deutschlehrer in eine chinesische Millionenmetropole. Erstmal ein ganz schöner Kulturschock, schnell kommt Heimweh und Sehnsucht nach dem Zwitschern der Vögel auf, die er von zu Hause kennt.

Doch dann gewöhnt sich der Blogger, der heute der bekannteste Deutschlehrer Chinas ist, an die neuen kulturellen Umstände. Schließlich lernt er sogar eine echte Chinesin kennen, die auf den klangvollen Namen Dingding hört. Die will er dann sogar heiraten. Doch welche kulturelle Barrieren nun auf ihn zukommen, ist ihm da wohl noch nicht so bewusst.

Nackt wird natürlich auch in China nicht geheiratet - nackt heißt nur, dass der Bräutigam nicht viel Geld mitbringt. Aber es gibt noch andere Besonderheiten, die Hänke anfangs irritieren - etwa holt ihn ein Germanistikstudent mit dem klangvollen Namen Jupiter vom Flughafen ab und einer seiner Studenten hat sich sogar den Namen Sven ausgesucht, doch als Hänke eintrifft, nennt er sich um in Wilhelm - klingt ja auch gleich viel Deutscher.


Fazit
^^^^
Sven Hänke erlebt genau den Kulturschock, den man sich vorstellt, wenn man nach China kommt. Doch er trägt es mit erhobenen Kopf und vor allem mit sehr viel Humor. Entstanden ist ein Buch, das weit über die klassische "Die Chinesen sind anders, die essen Kriechtiere"-Literatur hinausgeht. Er geht mit sehr viel Humor den Chinesischen Eigenheiten auf den Grund.

Zum Schreien komisch sind vor allem die Szenen seiner Deutsch-Chinesischen Hochzeit, bei der er bei einem kleinen Blackout schließlich sogar vergisst, sich ordentlich ans Drehbuch zu halten, was dann bei seinen Schwiegereltern und den Chinesischen Gästen zu einigen Irritationen führt.

Das Buch geht weit über die normalen Kulturführer hinaus und erzählt mit sehr viel Humor von den Klippen, die man als Deutscher in China erstmal umschiffen muss. Dabei reiht Hänke aber nicht nur einen Kalauer an den nächsten sondern er hat einen wunderbar flüssigen Schreibstil, das die Geschichte wie aus einem Guss wirkt.

Ein bisschen erinnert es mich ja an Jan Weilers Geschichten aus seiner italienischen Familie. Und "Maria, ihm schmeckts nicht" ist ja ein echter Bestseller geworden in Deutschland.

Von mir gibt es für dieses Buch klare 5 Sterne.

In diesem Sinne

Eure Anke

Freitag, 18. Dezember 2015

{Sachbuch - Österreich} Warum hab ich die noch nicht getroffen?

Hallo Leute!

Als Wienerin gibt es natürlich kaum eine Familie, die mehr Faszination ausübt, als die Habsburger. Mehr als 600 Jahre waren sie die mächtigste Familie Europas, stellte immerhin 16 Kaiser. Doch diese Macht brachte einiges an Drama mit sich, weshalb viele von ihnen (man kann es kaum glauben) noch hier geblieben sind, weil sie einfach nicht zur Ruhe kommen.


Die spukenden Habsburger
^^^^^^^^^^^^^

Daten
^^^^
Autorin: Gabriele Hasmann
Verlag: Überreuther
ISBN: 3800076284
Preis: 19,99€
gebundene Ausgabe, 208 Seiten


Inhalt
^^^^
Überall spuken sie noch, die Geister der Habsburger aus allen möglichen Generationen. Wobei sich die Spukerscheinungen sich wie selbstverständlich auf Wien konzentrieren - egal ob die berühmte Weiße Frau, die noch heute immer dann erscheint, wenn Unheil droht bis hin zum Kaiser Franz Josef, der immer wieder auf der Bank im Tierpark erscheint, auf der er sich jeden Morgen mit seiner Geliebten getroffen hat.

Im Zusammenhang mit den Spukgeschichten erzählt Gabriele Hasmann die gesamte Geschichte der Habsburger noch einmal nach - sie erzählt vom Selbstmord von Kronprinz Rudolf in Mayerling (wo er noch rumspuken soll) oder vom Mord an Franz Ferdinand in Sarajewo, sie erzählt die Geschichte von Franz Josef, Sisi und den beiden Geliebten des Kaisers, aber auch die frühen Geschichten etwa von Rudolf dem Stifter (den man gelegentlich in den Katakomben beim Stephansdom treffen soll) oder der Sammlung des Kunsthistorischen Museums.

Quasi überall kann man heute noch auf die Kaiser und Kaiserinnen, die Erzherzöge und Erzherzöginnen treffen - wenn man denn dran glaubt.


Fazit
^^^^
Spukgeschichten gibt es ja zu Hauf - und gerade um die Habsburger herum scheinen sie sich zu häufen - vor allem im Zusammenhang mit der guten Sisi, der wohl bekanntesten Habsburgerin. Und so hat sich Gabriele Hasmann zur Aufgabe gemacht, diesen Spukgeschichten die entsprechenden Hintergründe zu geben - warum etwa soll Sisi für die häufigen Selbstmorde am Kahlenberg verantwortlich sein etc.

Nun, schon die Autorin schreibt in ihrer Einleitung, dass sie den Spukereignissen nur ihren historischen Rahmen geben möchte, ohne dabei die Erscheinungen an sich zu kommentieren - und so ist es glücklicherweise auch. Denn häufig ist es ein Medium, die zu den Geistern - egal wo - Kontakt aufnimmt und sich auch wesentlich länger mit den Geistern unterhalten kann.

Aber die dokumentierten Erscheinungen werden auch von normalen Menschen beschrieben, einer Touristin etwa, die in der Michaelerkirche eine weiße Gestalt sah oder auch ein älteres Ehepaar aus Deutschland, der die Kaiserin Sisi in Bad Ischl erschienen ist.

Dennoch habe ich bei solchen Erscheinungen persönlich immer so meine Probleme - und weil ich nicht dran glaube, bin ich wohl auch dem Kaiser noch nicht im Tierpark begegnet oder der Schwester Maria Theresias in der Michaelerkirche. Aber wenn es eine Familie gäbe, bei der ich an solche Geistererscheinungen glauben könnte, wären das mit Sicherheit die Habsburger.

In diesem Sinne

Eure Anke

Mittwoch, 2. Dezember 2015

{Sachbuch - Reisen} Jenseits des Weges

Hallo Leute!

Reiseverrückt ist für mich wohl die richtige Beschreibung - und ähnlich geht es auch dem Reiseblogger Sebastian Canaves...

Off the Path
^^^^^^^^^^

Daten
^^^^
Autor: Sebastian Canaves
Verlag: Ullstein
ISBN: 3548376037
Preis: 12,99€
Taschenbuch, 240 Seiten


Inhalt
^^^^
Es soll ja Leute geben, die seit 20 oder 30 Jahren jedes Jahr an den gleichen Ort fahren, am gleichen Strand liegen, im gleichen Restaurant essen. Doch Sebastian Canaves geht es anders - Reisen bedeutet für ihn, einfach loszufahren, nicht auf Trends zu achten, einfach die Welt zu erkunden. Und er hat schon alles gemacht - mit dem Schiff, mit dem Bus, mit dem Zug oder bei einem klassischen Roadtrip hat er alle Kontinente bereist.

Und in diesem Buch gibt er nun Tipps, wie man auf einer Reise glücklich wird. Es gibt da ja ganz unterschiedliche Typen - die einen sind zufrieden, wenn sie mit dem Rucksack einfach losfahren. Andere wiederum müssen den Trip komplett durchplanen um zu entspannen.

Er geht auch darauf ein, was man bei welchen Reisen einpacken muss oder kann und welche ganz unterschiedlichen Möglichkeiten man auf den Kontinenten und zu welchen Jahreszeiten hat - so sollte man Südeuropa eher im Frühjahr, Nordeuropa eher im Sommer bereisen etc. Es gibt sogar ein Kapitel zur Finanzierung solcher Reisen.

Auch auf besondere Individualtrips geht er entsprechend ein - etwa "Wie funktioniert Work & Travel in Australien?" (Inklusive Visabeschaffung, Jobbeschaffung etc.).

Immer wieder fließen auch eigene Erfahrungen in das Buch mit ein - zum Thema Krankheit etwa weiß Canaves zu erzählen, dass er mal in Sydney von einem Auto angefahren wurde.


Fazit
^^^^
Welcher Abiturient träumt nicht von einer monatelangen Rucksackreise durch Südamerika. Die Lektüre dieses Buchs macht hier wohl denen Mut, für die das wirklich was ist - die anderen werden ihre Pläne wohl vorher aufgeben.

Sebastian Canaves erklärt das moderne Reisen und entwickelt dabei eine wahnsinnige Inspiration für die Leute! Besonders schön ist dabei, dass Canaves durchaus den Eindruck macht, als wüsste er, wovon er spricht.

Ich selbst stehe ja auf Roadtrips - einfach völlig frei losfahren, dort stehenbleiben, wo man will und abends ein schickes Hotel suchen, sich nicht groß um das Gepäck sorgen, entspannter geht es für uns kaum. Einen Rucksack habe ich mittlerweile auch - aber ein echter Backpacker bin ich dadurch immernoch nicht... Dazu gehört wohl noch etwas mehr.

Dieses Buch ist eine tolle Inspiration für neue Reisen, absolut großartig.

Von mir gibt es klare 5 Sterne.

In diesem Sinne

Eure Anke

Freitag, 16. Oktober 2015

[Rezension] Fremder Süden

Hallo Leute!

Für mich als inzwischen im Herzen Österreicherin stellt sich immer eine spannende Frage, wenn ich nach Deutschland in die Heimat komme: "Wohnt man da in den Bergen?". Gut, in Wien kann man noch sagen, dass man an den Grenzen zum Wienerwald lebt. Aber ein Bundesland ist weit entfernt davon, in den Bergen zu liegen, schließlich umfasst es mit dem Neusiedlers#ee den größten Abflusslosen See Europas.

111 Orte im Burgenland, die man gesehen haben muss
^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^

Daten
^^^^^^
Autor: Gerd Wolfgang Sievers
Verlag: emons
ISBN: 3954512297
Preis: 14,99€


Inhalt
^^^^^^
Das Buch gehört zu einer ganzen Reihe, die unter dem Titel 111 fallen. Orte und Gebiete im deutschen Sprachraum, aber auch Touristenziele weltweit werden so vorgestellt. Und so kam es eben, dass uns Gerd Sievers auch mit ins Burgenland nimmt.

Wie schon der Titel sagt, werden 111 Orte vorgestellt, die das Burgenland in all seiner Vielseitigkeit repräsentieren - von traumhaften Burgen über schöne Strände, von den berühmten Thermen und den wunderschönen Schlössern.

Und so werden dem Burgenland allerhand Geheimnisse entlockt - etwa wo die Türken besiegt wurden und wo genau man den tiefsten Punkt Österreichs findet. Aber nicht nur Burgen und Sehenswürdigkeiten werden vorgestellt, sondern auch die kulinarischen Höhepunkte des Burgenlandes, etwa die beste Hochzeitsbäckerin (die leider nicht für unsere Hochzeit gebacken hat) oder den Ort, an dem man den besten Wein bekommt.

Jeder Einzelne der Orte wird auf einer Doppelseite vorgestellt - mit zumindest einem großformatigem Foto. Die Texte entsprechen allerdings nicht dem, was man von einem Reiseführer erwartet. Sie sind viel mehr etwas persönlicher mit spannenden Eindrücken des Autors zu den jeweiligen Sehenswürdigkeiten und Orten.

Fazit
^^^^^^
Zugegeben, wenn ich ans Burgenland dachte, hatte ich immer nur den See im Kopf und so dauerte es auch gut 2,5 Jahre, bis ich mich endlich mal aufmachte, nach Eisenstadt zu fahren und mir das Ganze mal anzuschauen. Doch dieses Buch zeigt einem, wie vielseitig das bevölkerungsmäßig kleinste Bundesland ist.

Ebenfalls zugegeben, ich hätte gar nicht gedacht, dass es dort überhaupt 111 interessante Orte gibt. Daher war ich anfangs ziemlich skeptisch, ob das Buch auch wirklich in die Reihe passt.

Aber die gibt es. Und ich muss sagen, es gibt für uns noch verdammt viel zu entdecken.

In diesem Sinne

Eure Anke

Mittwoch, 14. Oktober 2015

[Rezension] DDR ist langsam mal vorbei...

Hallo Leute!

25 Jahre ist es nun schon her, als aus der DDR Ostdeutschland wurde. Ich erinnere mich noch, dass plötzlich alle möglichen Verwandten auf Besuch kamen Aber wie stellt sich Ostdeutschland heute dar?

Gebrauchsanweisung für Ostdeutschland
^^^^^^^^^^^^^^^^

Daten
^^^^^^
Autor: Jochen Schmidt
Verlag: Piper
ISBN: 3492276695
Preis: 14,99€


Inhalt
^^^^^^
Jochen Schmidt nimmt uns Leser mit auf eine Reise durch seine Heimat, durch die 6 Bundesländer, die vor 1990 hinter dem eisernen Vorhang lagen und auf den schönen Namen DDR hörten.

Er nimmt uns mit an die Orte seiner Kindheit, auf der Suche nach echten Kindheitserinnerungen - und das tut er mit einer unglaublichen Sehnsucht. Er besucht Museen und weint den Alltagsgegenständen nach, die er von früher kennt, die man heute eben nur noch hier findet. Früher waren sie ihm nicht wichtig, heute spürt er eine ganze Welle an Nostalgie, wenn er sie sieht, wenn er auf den Straßen im Norden unterwegs ist.

Damit will der Autor der ostdeutschen Seele auf den Grund gehen, auf der Suche nach der Ostmoderne. So sind etwa die Überreste des Palast der Republik und damit des wohl berühmtesten Baus der DDR im Burj Khalifa verbaut.


Fazit
^^^^^^^
Für mich trieft dieses Buch nur so vor Ostalgie, was es ein kleines bisschen anstrengend macht. Ich hatte eigentlich nicht erwartet, eine Zeitreise in die DDR zu machen - dann hieße das Buch ja "Gebrauchsanweisung für die DDR". Irgendwie fühlt man sich ein bisschen wie in einer Art Freilichtmuseum, in dem irgendwann 1988 die Zeit stehengeblieben ist. Und das ist für mich ein bisschen schade, weil sich Ostdeutschland meiner Erfahrung nach dann doch zumindest ein bisschen gewandelt hat. Und ich bin öfter da, wie gesagt, Verwandtschaft und so. Es ist wohl hauptsächlich etwas für hoffnungslose Ostalgiker.

Ich hatte irgendwie ein bisschen mehr Ostdeutschland und ein bisschen weniger DDR erwartet. Und selbst wenn man den Blick so weit in die Vergangenheit wirft, hätte ich mir persönlich vielleicht etwas mehr Humor erwartet, Solche extremen Ostalgiebücher gibt es eben schon zu genüge - und jedes Jahr im September/Oktober kommen neue dazu.



In diesem Sinne

Eure Anke

Freitag, 25. September 2015

[Rezension] Reise in die Vergangenheit

Hallo Leute!

Fredy Gareis ist für mich einer der faszinierendsten jungen Journalisten in ganz Deutschland - vor allem seit ich sein letztes Buch gelesen habe - damals fuhr er mit dem Fahrrad von Tel Aviv nach Berlin. Auch mit diesem Projekt hat er sich große Ziele gesetzt. Als Kind russischer Abstammung ist er zwar in Baden Würtemberg aufgewachsen, doch geboren wurde er in Almaty im heutigen Kasachstan.


100 Gramm Wodka
^^^^^^^^^^^^^^^

Daten
^^^^^^
Autor: Fredy Gareis
Verlag: Malik
ISBN: 389029457X
Preis: 14,99€


Inhalt
^^^^^^
Fredy Gareis kann sich kaum mehr an das Leben in der Sowjetunion erinnern. Schon 1976 kam er mit seiner Mutter nach Deutschland. Dort schämte man sich ein bisschen seiner Herkunft. Doch als seine Oma stirbt, nimmt er sich das zum Anlass zu einer ungewöhnlichen Reise.

Mit dem Flieger geht es nach Sankt Petersburg, von dort mit dem Zug nach Moskau. Dort plant er, ein Auto zu kaufen und bis nach Magadan am Pazifik zu fahren. 12000 km, einmal quer durch Russland, auf den Spuren seiner Vergangenheit und seiner Vorfahren.

Seine Großmutter musste im Arbeitslager Soda brechen, am Himbeersee. Dort wurde auch seine Mutter geboren - die schämt sich bis heute dafür, dass so etwas in ihrem Pass als Geburtsort steht.

Seine spannende Reise beginnt in Sankt Petersburg. Mit dem Zug fährt er weiter nach Moskau. Dort kauft er sich einen alten Militärjeep, der schon am ersten Tag einen Platten hat und es nicht über 80 km/h schafft. Davor flieht er in Moskau vor der Polizei, weil seine Freunde mit ihm nach einem Wodka-Exzess noch Auto fuhren.

Er wird auf eine Hochzeit eingeladen und geht mit einem wildfremden, irgendwo an einem See fischen (und Wodka trinken, auf die Freundschaft). Und mit all diesen kleinen Ereignissen versucht er zu ergründen, was die russische Seele ausmacht.


Fazit
^^^^^^
Die Reisen von Fredy Gareis sind immer speziell und mutig. Schon auf seiner Reise aus dem Nahen Osten nach Berlin konnte er mich faszinieren. Er erlebt dabei etwas, was man als normaler Reisende, der in einer Gruppe unterwegs ist mit einem Guide, die Landessprache nicht kennt, nur selten erlebt - er findet die Seele eines Landes, das ihm einst Heimat war.

Die vielen kleinen Feinheiten, die zufälligen Begegnungen - sei es die improvisierte Hilfe bei einer Reifenpanne oder dass man sich den Wodka auch mal mit einem fremden teilt - und jeder Russe hat Wodka dabei. Er packt auch schonmal sein Zelt aus und erlebt dabei eben Dinge, wie eine spontane Einladung zu einer Hochzeit. Er erfährt, wie die Russen wirklich ticken, fernab jedlicher Vorurteile. Es ist kein einfacher Reisebericht, sondern eine Reise in die russische Seele.

Von mir gibt es eine ganz klare Leseempfehlung...

In diesem Sinne

Eure Anke

Sonntag, 13. September 2015

Nordkorea - Innenansichten (2)

Hallo Leute!

Nordkorea finde ich irgendwie spannend - sicherlich, wie mit den Menschen dort umgegangen wird, ist kein Geheimnis und auch alles andere als spannend, aber trotzdem hat dieses Land etwas Geheimnisvolles - irgendwie geht es mir da wie Christian Eisert - ein "Urlaub" dort würde mich irgendwie reizen.


Kim & Struppi
^^^^^^^^^^^^^^^^^

Daten
^^^^^^^^
Autor: Christian Eisert
Verlag: Ullstein
ISBN: 3864930200
Preis: 14,99€


Inhalt
^^^^^^^^^
Schon als kleiner Bub kommt Christian mit der Volksrepublik Nordkorea in Kontakt. Als Schüler erlebt er nämlich den Besuch einer Delegation mit, Christian wuchs in Ostberlin auf.

Diese Faszination erlebt er noch heute. Der TV-Autor fliegt gemeinsam mit seiner besten Freundin Thanh, einer leicht kratzbürstigen Fotoreporterin nach Nordkorea - als Tourist. Vorher beseitigen beide sämtliche Spuren, die auf ihre Journalistischen Tätigkeiten hinweisen könnte - schließlich bekämen sie sonst auf gar keinen Fall ein Visum.

Schon am Flughafen werden die beiden von ihren 2 Reisebegleitern in Empfang genommen und von nun an kaum mehr aus den Augen gelassen. Sie bringen die beiden genau dort hin, wo sie hinsollen und so sehen sie die großen Alleen und die Schatzkammer, in der die Geschenke an den großen Führer gezeigt werden und natürlich lernen sie auch eine Nordkoreanische Musterfamilie kennen.

Thanh, die während der Reise den Namen wieder annimmt, den ihre Adoptiveltern ihr gaben (Sandra) will sich nicht immer ganz den Regeln fügen, die hier teils skurril anmuten, etwa dass man sich vor jeder Statue des Diktators verbeugen muss und ihr nicht den Rücken zuwenden darf.

Die beiden erleben Autobahnen ohne Autos, Kilometer lang. Und bei jedem Polizeiposten sind sie sich sicher, dass sie als Journalisten aufgeflogen sind und daher verhaftet und ins Arbeitslager gebracht werden.


Fazit
^^^^^^^^^
Nach dem berührenden Buch "Flucht aus Lager 14", das ein Schicksal eines ungewollten Kindes einer Regime untreuen Familie zeigt, das im Arbeitslager kaltgestellt wird - das Nordkorea somit von seiner grausamen Seite zeigt, so zeigt "Kim & Struppi" das Land von seiner von uns ausgehend wohl eher skurrilen Seite. Heute kam ja erst wieder die Meldung, dass der Diktator ein Surfparadies errichten will.

Vieles scheint hier nur für die Touristen gebaut, etwa die kilometerlangen Autobahnen, obwohl die wenigsten Nordkoreaner ein Auto besitzen oder auch, dass von den beiden Begleitern von Christian und Thanh wirklich alles schöngeredet wird - alles der Großzügigkeit des großen Führers zu verdanken. Emails darf man selbst auch keine verschicken.

Ich habe keine Ahnung warum, aber irgendwie reizt es mich, so eine Tour auch mal zu machen, sich die Absurditäten, die dort herrschen, mit eigenen Augen mal anzuschauen. So wie Surferparadiese und Freizeitparks hier einzig und alleine für die Touris entstehen - die dann aber nicht kommen, riesige Luxushotels und eine beinahe vollständige Abschottung der Touristen - man darf nur das sehen, was man auch sehen sollte... Irgendwie reizt mich das, selbst mal einen kritischen Blick darauf zu werfen.

Das Buch ist witzig und skurril geschrieben, mit dem nötigen kritischen Abstand - man soll über die wirklich erlebten Absurditäten stolpern... Sowas kann man sich nicht ausdenken... Ergänzt wird das Ganze von ein paar typischen Touristenfotos...

Aber nachdem ich auch "Flucht aus Lager 14" gelesen habe, ist mir die Lust dann auch schon wieder vergangen. Also keine Sorge, vorerst werdet ihr wohl nix von mir aus Pjöngjang hören.

In diesem Sinne

Eure Anke

Mittwoch, 2. September 2015

[Rezension] Spannende Reise - langweilig erzählt

Hallo Leute!

Kennt ihr das? Abenteuerbücher, von denen man sich beim Klappentext viel verspricht, die einen dann aber doch ein bisschen enttäuschen? Mir ging es so bei Norwegen der Länge nach...

Norwegen der Länge nach
^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^

Daten
^^^^^^^
Autor: Simon Michalowitz
Verlag: Malik
ISBN: 3492405878
Preis: 14,99€


Inhalt
^^^^^^^
Simon Michalowitz - Mitarbeiter einer Firma für Outdoorbekleidung (deren Werbung dem Buch auch beiliegt) - hat einen Entschluss gefasst. Er will die "Norge pa langs" gehen, eine Wanderung, die vom südlichsten Punkt Norwegens am Cap Lindesnes über 3000 km bis hinauf zum Nordkap führt.

Über 140 Tage zu Fuss unterwegs entdeckt er die Naturschönheiten Norwegens aber auch die Beschwerlichkeiten einer solch langen Reise (mit kaputten Schuhen, keine gute Werbung für seine Outdoor-Firma) geht der Mann beharrlich immer weiter seinem Ziel entgegen. Und das ganz ohne Training und ziemlich unsicher bei der Orientierung, was ihm auch den einen oder anderen Umweg einbrockt, kommt er an, unrasiert, aber glücklich.


Fazit
^^^^^^^
Na, ja - auf der einen Seite klingt das Abenteuer ja ganz spannend - einmal quer durch die Natur Norwegens zu laufen, entlang von Fjorden, das Polarlicht beobachten, immer weiter durch den Herbst in Skandinawien. Etwas, das man auch gerne mal machen will.

Trotzdem stört mich der Stil des ganzen. Die ersten gefühlten 10 Kapitel klagt Michalowitz über Muskelkater und Blasen an den Füssen - jeder, der schonmal gewandert hat, weiß, dass das ohne großes Training nicht einfach wird. Das strengt ein bisschen an und natürlich auch keine Werbung für die Firma, die gleich auch noch ihre Werbung in Form einer Postkarte beilegt (etwas, das für mich ja gar nicht funktioniert).  Und dann hat Michalowitz ständig (und wirklich ständig) Heißhunger auf Cola und Chips - was beim ersten mal auch interessant ist, wenn er es aber zum gefühlt 100x erzählt, ist es dann doch ziemlich schnarchig.

Und nicht nur ihn plagen unterwegs Langeweile und Hunger, sondern auch seine Leser - das ganze ist ein extrem zäher Bericht einer prinzipiell spannenden Reise. Ich hab ehrlicherweise nach 2/3 abgebrochen, weil es am Ende dann doch ein kleines bisschen verschwendete Zeit war...

In diesem Sinne

Eure Anke

Montag, 27. Juli 2015

[Rezension] Peru wie's ist!

Hallo Leute!

Peru ist ein tolles Land - über meiner Meerschweinchenjagd habe ich im vergangenen Jahr ja schon viel geschrieben. Ulrike Fokken dagegen war gleich zweimal für mehrere Monate dort, sie reiste herum und lernte das ganze Land kennen. Und was sie über Peru zu sagen hat, berichtet sie in diesem Buch.


Gebrauchsanweisung für Peru
^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^

Daten
^^^^^^^^^^
Autor: Ulrike Fokken
Verlag: Piper
ISBN: 978-3-492-96946-8
Preis: 11,99€


Inhalt
^^^^^^^^^^
Boomland Peru - immer mehr Leute verbringen ihren Urlaub dort. Doch was steckt eigentlich in der Geschichte des Landes? Und welche Menschen leben dort?

Ulrike Fokken beschreibt alle Fakten über das Land, an das sie ihr Herz verloren hat - Peru ist das einzige Land, das einen auswählt. So beschreibt sie es schon im Vorwort. Eine Reise nach Peru beginnt mit einer Idee.

Aber sie geht auch dorthin, wo man als klassischer Tourist nicht hinkommt. Zum Beispiel geht sie in Lima in die Slums am Berg, die man zwar aus der Altstadt wahrnimmt, die aber für einen Besuch viel zu gefährlich sind.

Auch beschreibt sie ausführlich die peruanische Multi-Kulti Gesellschaft, nicht nur mit indigenen oder spanischen Einflüssen, sondern auch mit Einflüssen aus Japan oder Afrika.

Sehr ausführlich schreibt sie auch über die Boom Town Lima, die Bezirke der Stadt und das Leben - vor allem im Slum und im Nobelbezirk Miraflores. Und natürlich schreibt sie auch von den klassischen Reiserouten, etwa das schöne Cusco oder Machu Picchu.

Und sehr ausführlich schreibt sie über die kaum vorhandene "Nationale Identität", die kaum vorhanden ist. Die Peruaner sehen ihre traumhafte Natur nicht, sie fragen sich, was die reichen Europäer überhaupt im armen Peru wollen, wo sie doch alle nach Europa fahren wollen.


Fazit
^^^^^^^^^
Peru ist ein tolles Land mit unzähligen Facetten, die man schon nach 3 Wochen im Land entdecken kann - vom Amazonas bis zu den Nebelwäldern um Machu Picchu, von der Wüste um Ica bis zum Hochland im Norden.

Aber auch die Peruaner sind ein unheimlich gastfreundliches Völkchen aber die Frage "Warum Peru?" wird einem tatsächlich öfter gestellt - auf dem Hauptplatz in Lima lungern immer ganze Schulklassen herum, die dringend Fotos mit einem Europäer machen wollen - wir sind auf gleich zwei Klassenfotos gelandet, Freunde haben das gleiche erzählt.

Aber Ulrike Fokken erzählt auch viele Dinge, von denen man als Tourist eher wenig erlebt - von den Häusern in den Slums von Lima genauso wie vom kargen Leben der Indigenas und davon, dass eben keiner Indigena sein will, weil das beinahe ein Schimpfwort ist.

Ein rundum gelungenes Buch über Peru und die Peruaner, eine Gebrauchsanweisung wenn man hinfährt, aber auch zum Revuepassieren lassen, wenn man zurück ist. Weil Peru ist wie eine Sucht, wenn man einmal da war, will man am liebsten gleich wieder hin.

In diesem Sinne

Eure Anke

Montag, 20. Juli 2015

[Rezension] Integrationsreport

Hallo Leute!

Ja, auch ich bin integrationsbedürftig - immerhin lebe ich in einem Land, das ein Integrationsministerium braucht... Martin Hyun lebt in meiner alten Heimat - als Kind koreanischer Gastarbeiter beobachtet er diejenigen, die seit 1993 offiziell seine Landsleute sind...

Ohne Fleiß kein Reis
^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^

Daten
^^^^^^^^^
Autor: Martin Hyun
Verlag: btb
ISBN: 978-3-442-74711-5
Preis: 9,99€ [D] 10,30€ [A]


Inhalt
^^^^^^^^^^
Kaum ein Thema ist spätestens seit Thilo Sarrazin mehr in aller Munde wie die Integration vor allem von Türkisch und Arabisch stammenden Migranten. Der koreanisch stämmige Autor muss oft als Musterbeispiel perfekter Integration herhalten und in seinem Buch macht er sich auf die Suche nach dem perfekten Schlüssel für eine gelungene Integration in die Gesellschaft.

Dabei berichtet er aber auch von seinen Erlebnissen nach der Wende in Berlin, als er sich trotz deutscher Staatsbürgerschaft immer wieder für sein Aussehen rechtfertigen musste und miterlebt hat, wie seine Freunde plötzlich zu radikal Rechten wurden.

Er führt uns auch auf eine Reise durch seine Wahlheimat Berlin - eine Multikulti-Metropole bereit zur Integration.


Fazit
^^^^^^^^^^
Wer Wladimir Kaminer mag, wird das Buch von Martin Hyun lieben. Schon auf dem Buchcover wird er mit dem bekannten Autor verglichen und das meiner Meinung nach nicht zu unrecht.

Martin Hyun schreibt über eine Problematik, die heutzutage kaum größer sein könnte - wie integriert man sich in eine Gesellschaft? Ich selbst treffe immer wieder auf solche Situationen. Mich entsetzt das zwar nicht so, mich bringt es eher zum Lachen, wenn sich ein Österreicher mit Kroatenfeindlichen Parolen im Billa aufzuspielen versucht und mich fragt, warum ich nicht mitmache oder wenn ein FPÖ Anhänger feststellt, dass ich doch sicher mit einem Österreicher verheiratet bin (ööööööööhm, nein!). Da fühlt man sich doch gleich umso besser integriert... Danke an unseren jungen, dynamischen Integrationsminister...

 Nun ist Martin Hyun zwar in Deutschland geboren, dennoch trifft er aufgrund seines asiatischen Aussehens immer wieder auf Vorurteile und Fremdenhass. Die Nachbarn haben Angst um ihre Hunde, könnte ja sein, dass der "Chinese" Hunger bekommt.

Das Thema ist wirklich spannend - entlarvend dargestellt und zum schreien Komisch zeigt der Autor Probleme auf und wirft dabei eine ganz andere Perspektive auf - die Perspektive des bevorurteilten. Zur Zeit der Sarrazin-Debatte etwa fragt er mal nach, mit welchen Thesen genau die Menschen denn da übereinstimmen, was ihm keiner beantworten kann.

In diesem Sinne

Eure Anke


Sonntag, 5. Juli 2015

[Rezension] Eine Reise an der Küste

Hallo Leute!

Lange Zeit war die Adria DER Sehnsuchtsort. Unzählige Deutsche suhlten sich gerade in und um Rimini im Sand. Und nachdem ich mit über 30 Jahren auch das erste mal an der slowenischen Adria war (in Piran), fiel mir dieses Buch natürlich besonders ins Auge...

Die Adria
^^^^^^^^^^^^^^

Daten
^^^^^^
Autor: Uwe Rada
Verlag: Pantheon
ISBN: 3570552225
Preis: 14,99€


Inhalt
^^^^^^
Von Italien bis hinunter nach Griechenland zieht sich der wohl bekannteste Küstenstreifen Europas - Jahr für Jahr werden Millionen Urlauber an die Strände der Adria gelockt. Schon in den 50er und 60er Jahren grauste es dem Italiener, da auf jeden Italiener hier mindestens 3 Deutsche kamen.

Gleich zu Anfang lässt uns der Autor an seinen intensiven Kindheitserinnerungen teilhaben. Immerhin widmet er das Buch auch seiner Mutter, die ihm im Alter von 2 Jahren das Meer gezeigt hat und damit Carole zu seinem Sehnsuchtsort machte.

Von San Remo aus begibt er sich anschließend auf eine Reise entlang der Küste - die sich auf die Kulturhistorische Suche begibt nach Spuren, die die Adria bis heute legendär machen. Er erzählt vom Lido di Venezia, wo ein Thomas-Mann-Roman spielt, von der Wichtigkeit von Triest als Zugang zum Meer für das Habsburgerreich oder auch von den Spuren, die der eiserne Vorhang dort hinterlassen hat.

Strategisch war die Meerenge immer strategisch bedeutend. Schon die Griechen siedelten sich hier an, in späteren Kriegen war hier immer eine besonders heiße Front. Aber nicht nur von kriegerischen Auseinandersetzungen ist die Rede, sondern auch von der Entwicklung der Badekultur und von kulturellen Gemeinsamkeiten der einzelnen Bevölkerungsgruppen an der Adria. Was sie vereint, ist dieser Küstenstreifen...


Fazit
^^^^^^
Uwe Rada nimmt uns mit auf eine Reise in die Kulturgeschichte des langen Küstenstreifens, der sich von Italien über den Balkan bis hinunter nach Griechenland zieht. Ein Sehnsuchtsort, den unzählige Menschen meinten, wenn sie ans Meer fuhren - bevor man für einen Appel und ein Ei an die Strände Floridas oder Südafrikas fliegen konnte. Natürlich obliegt dem ganzen eine gewisse Nostalgie.

Eigentlich ist das Buch recht spannend geschrieben und nach meinem Besuch in Istrien kann ich mich natürlich umso mehr hineinfühlen. Ich kann mir richtig vorstellen, das Buch irgendwo am Adriastrand zu lesen - dann wirds auch nicht so langweilig. Ich musste aber daheim auf der Wiese sitzen, dennoch kam mir gelegentlich eine Meerbrise in die Nase

Was ich allerdings persönlich als problematisch empfunden habe, ist die teils synonyme Verwendung der italienischen und slowenisch oder kroatischen Ortsnamen. Hier springt er gelegentlich von einer Sprache in die andere (ohne Erklärung) und das kann durchaus etwas verwirren, zumal vieles auch nicht in der Karte eingezeichnet ist. Hier besteht durchaus Verbesserungspotential.

Donnerstag, 2. Juli 2015

[Rezension] Ich wollte immer mal nach Norden

Hallo Leute!

Na, wer kennt das - man selbst wünscht sich schon seit Jahren mal eine Reise in den Norden, doch der liebe Schatz setzt sich mit den Worten "Da ist zu kalt" immer wieder durch... Daher habe ich mir jetzt mal ein Buch besorgt, um Schatz mal überzeugen zu können...

Styleguide Kopenhagen
^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^

Daten
^^^^^^
Autor: Anna Peukert
Verlag: National Geographic
ISBN: 3866904347
Preis: 24,99€


Inhalt
^^^^^^^^
Wie "stylisch" ist Kopenhagen? Diese Frage stellt sich Anna Peukert in diesem Reiseführer.

Unter dem Motto "Eat it, Shop it, Love it" führt dieser Guide durch die unterschiedlichen Stadtviertel - immer auf der Suche nach "Männer"- oder "Frauen"-Läden, nach speziellen Konditoreien oder Restaurants, die es auszuprobieren gilt.

Am Beginn der einzelnen Stadtbezirke werden die einzelnen Geschäfte aufgeführt, die man auch (als Nummer codiert) in der Straßenkarte wiederfindet. Das macht das Auffinden bestimmter Läden kinderleicht.

Die Geschäfte werden im Vergleich zu anderen Reiseführern sehr stark in den Vordergrund gestellt mit - wie für NG gewohnt - absolut perfekten Fotos, die allen anderen Guides den Rang ablaufen können. Dazu kommen etwa auch Interviews mit einzelnen Ladeninhabern - das ganze verleiht diesem Reiseführer einen sehr persönlichen Eindruck.


Fazit
^^^^^^^^
Meins ist der Guide nicht so ganz - ich fahre ja grundsätzlich eher zum Gucken als zum Shoppen in eine Stadt, sprich eher ins Museum als in die Shopping-Mall. Aber solche Leute soll es ja schließlich auch geben (hab ich gehört) und für die ist dieser Styleguide wie gemacht. Ich denke, eine gute Mischung aus beidem sollte schon sein, deshalb brauche ich wohl noch den "Klassiker" um den Gatten zu überzeugen, dieses Buch schreckt meinen bekennenden Shoppingmuffel wohl eher ab.

Insgesamt ist dieses Buch wohl eher etwas für den Kopenhagen-Kenner, der die Museen und die Restaurants aus dem Marco Polo alle schon kennt. Dennoch ist er extrem liebevoll gestaltet und erfordert vermutlich eine wesentlich intensivere Recherche als ein klassischer Reiseführer.

Besonders schön finde ich die tollen Geschäftsvorstellungen, das macht das Shopping in Kopenhagen kinderleicht und man findet schnell und ohne Probleme alles, was man braucht. Und tolle Fotos machen gleich Lust - selbst für mich als Shoppingmuffel.

In diesem Sinne

Eure Anke

[Rezension] In #10Tagen um die Welt

Hallo Leute!

In 80 Tagen um die Welt, die Geschichte vom britischen Millionär kennt wohl jeder. Der Reiseblogger und Journalist machte sich auf, diese Geschichte in die moderne Welt zu transferrieren. Und unsere Welt ist heutzutage ja etwas schneller... Und so hatte er für 5 Kontinente 10 Tage Zeit - beinahe die Hälfte davon verbringt er im Flugzeug. Seine Erlebnisse zeichnet er in diesem Buch auf...

#10Tage
^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^

Daten
^^^^^^^^
Autor: Christoph Karrasch
Verlag: Ullstein
ISBN: 3864930286
Preis: 14,99€


Inhalt
^^^^^^^^
Christoph hat einen Plan - 5 Kontinente will er in 10 Tagen besuchen (inklusive Reisezeit). Das klingt nach vielen Stunden im Flugzeug... Doch er will eigentlich gar nicht selbst planen. Sein Projekt geht in die Social Media Planung. Wegen der Zeitverschiebung gibt er nur die Reihenfolge der Kontinente vor und lässt dann seine Follower auf Facebook Vorschläge machen. Die am häufigsten genannten werden bereist.

Und so fliegt er zunächst nach Lima (Peru), dann weiter nach Las Vegas (USA), dann nach Auckland (Neuseeland), nach Kathmandu (Nepal) und schließlich nach Kapstadt (Südafrika). 10 Tage und rund 3600€ Flugkosten.

Gemeinsam mit dem Dokumentarfilmer Thomas macht er sich auf den Weg nach Lima. Während er im Flugzeug sitzt, dürfen seine Follower ihm für Lima eine Aufgabe stellen - entweder probiere Meerschweinchen oder gehe Paragliden an Limas Steilküste.

In jeder Stadt hat er einen Guide gebucht, der ihm schließlich bei der Bewältigung der Aufgabe hilft und ihm die Stadt zeigt. Doch Christoph beginnt schon in Lima, sich krank zu fühlen. Das Paragliding macht es nicht einfacher.

Und schon geht es weiter - auf nach Vegas. Doch Vegas wird für ihn beinahe zum Totalausfall. Jetlag und Grippevirus schlagen voll zu - aber seine Aufgabe will er trotzdem erfüllen - gemeinsam mit Jan Rouven, dem deutschen Magier, tritt er am Strip auf. Doch danach stehen alle Zeichen auf Abbruch - ein Arztbesuch kann ihn überzeugen, weiterzumachen.

Und in Neuseeland dann blüht er wieder auf. Er besucht die Hobbits und tanzt mit den Maori den berühmten Kriegstanz.

Weiter in Kathmandu übernachtet er in einem Waisenhaus und erfüllt die Aufgabe - er bringt den Kindern Kleidung mit, tut etwas Gutes und ist sichtlich beeindruckt von dem Land (vor dem Erdbeben).

In Südafrika darf Christoph dann das tun, was er will. Er fährt auf den Tafelberg und arbeitet bei einem Freiwilligenprojekt in einem Township mit, bevor es dann wieder nach Hause geht.


Fazit
^^^^^^^^^^^^
Wow, und ich war nach einer Rundreise durch Peru schon fix und fertig. Für Christoph allerdings geht es innerhalb von nur 10 Tagen einmal um die Welt - nie kann sich der Körper an die Zeitzone gewöhnen und natürlich schlägt die Grippe voll zu. Doch das Durchhalten lohnt sich.

Natürlich kann man kritischerweise sagen, innerhalb von meist nur einem Tag kann man eine Stadt bzw. ein Land nicht kennenlernen. Das ist natürlich auch so. Und kritische Stimmen sagten auch, dass das ganze ökologisch auch nicht wirklich Sinn macht. Aber cool ist die Idee trotzdem.

Zwei Punkte finde ich an dem Projekt absolut klasse: Durch die Steuerung durch seine Facebook Follower muss Christoph sich immer wieder anpassen und durch die Aufgaben lernt er ganz andere Seiten des Landes kennen - die Situation im Waisenhaus, in dem er sich als Couchsurfer und Freiwilliger einquartiert (in Nepal) erlebt man als Normalreisender wohl eher nicht - und die Offenheit der Kinder, die sofort mit ihm Spielen und Singen - beeindruckt genauso wie sein Besuch im Township. Obwohl er eigentlich nur 5 Tage aktiv irgendwo reist (außerhalb eines Flugzeuges) erlebt er mehr als manch einer in 3 Wochen auf Malle.

Ein cooles Projekt, das übrigens durch QR Codes auch mit Videos unterlegt ist - wenn mich einer fragt, ich wäre sofort dabei. Optimale Urlaubslektüre!

In diesem Sinne

Eure Anke

Donnerstag, 25. Juni 2015

[Rezension] Ein Besuch in Nordhessen

Hallo Leute!

Zugegeben, ich bin zwar eine waschechte Hessin, nach Nordhessen hat es mich allerdings selten verschlagen, vermutlich weil unsere Anbindung eher ins Ruhrgebiet führte, nach Kassel wäre es doch ein ausgiebiger Umweg gewesen. Dieses Buch entführt einen in diese Region...

Kassel und Nordhessen
^^^^^^^^^^^^^^

Daten
^^^^^^
Autor: Rüdiger Erdmann
Verlag: Gmeiner
ISBN: 3839212820
Preis: 14,90€


Inhalt
^^^^^^
Mit diesem Buch entführt uns Rüdiger Erdmann in die Region von Dokumenta und Herkules und vor allem von Grimms Märchen.

Dieses Buch entführt einen in den Norden meines Heimatbundeslandes und beinhaltet die Landkreise:

-Kassel
-Kreis Kassel
-Kreis Waldeck-Frankenberg
-Schwalm-Eder-Kreis
-Kreis Hersfeld-Rotenburg
-Werra-Meissner-Kreis

Er stellt uns seine 66 Lieblingsplätze zwischen Kassel und Bad Hersfeld, zwischen Bad Sooden und Edersee, zwischen Eschwege und Witzenhausen vor.

Dazu kommen die 11 Schauplätze, die die Gebrüder Grimm auf ihrem Streifzug durch die Heimat inspirierten - so trifft man Rapunzel etwa auf der Trendelburg oder Dornröschen auf der Sababurg oder Schneewittchen in Bad Wildungen.

Das Buch beinhaltet nicht nur Sehenswürdigkeiten wie Burgen und Seen, Denkmäler und Museen, sondern auch Gastronomie oder Aussichtspunkte, Spezialitäten und Theater.

Und der Autor gibt mit seinen Vorstellungen auch einen sehr persönlichen Einblick in die Nordhessische Lebensart.


Fazit
^^^^^^^
Ein Besuch in Nordhessen lohnt sich. Ein spannender Landstrich, der lange Zeit geprägt war von der Deutsch-Deutschen Teilung. So trifft man in diesem persönlich geschriebenen Guide auch auf Spuren des Todesstreifens - etwa den Point Alpha (einer der wenigen Punkte, die ich schon besucht habe).

Märchenhaft schön sind nicht nur die Orte, sondern auch dieses schöne Buch. Wie der Name "Lieblingsplätze" schon sagt, handelt es sich um eine sehr persönliche Reise. Es ist allerdings kein echter Reiseführer - detailierte Karten oder Öffnungszeiten etwa fehlen. Adressen und Links werden allerdings gezeigt. Zu jedem Punkt gehört ein großformatiges Bild - eine wahre Inspiration. Wenn es uns mal wieder zu den Schwiegereltern verschlägt (die wohnen in Osthessen) werden wir auf alle Fälle mal losfahren - ich habe jetzt richtig Lust dazu bekommen.

Von mir gibt es für dieses Buch gute 4 Sterne.

In diesem Sinne

Eure Anke

Dienstag, 16. Juni 2015

[Rezension] Eine sozioanthropologische Studie

Hallo Leute!

"Die spinnen, die Briten" hat damals Asterix gesagt. Und wenn er die Iren kennengelernt hätte, hätte er die wohl auch für irre gehalten... Sozioanthropologe David Slattery macht sich auf, sein Volk zu analysieren...

How to be Irish
^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^

Daten
^^^^^^^^
Autor: David Slattery
Verlag: btb
ISBN: 3442754844
Preis: 14,99€


Inhalt
^^^^^^^^
Wie sind sie so, die Iren? Diese Frage versucht der Soziologe David Slattery auf diesem Wege zu analysieren und wirft dabei einen humorvollen Blick auf das Völkchen, das auf einer Insel westlich von England lebt.

Hat man dabei nur grün und Schafe im Kopf, wird man schon mit dem Cover - Schafe, die in den Wolken stehen auf grünem Hintergrund - nicht enttäuscht.

Thematisch beginnt das Buch mit einem Thema, was das Leben bestimmt - dem Tod. Slattery nimmt dabei die normalen Beerdigungsrituale unter die Lupe, darunter etwa, dass der Tote in Irland früher traditionell auf der ausgehängten Küchentür aufgebahrt wurde.

Dazu kommen Klischees und Pubregeln, eben alles, was man wissen muss, um in Irland zu überleben und das egal, ob man nur 2 Wochen bleibt oder sich als Hereingeschneiter dort ansiedeln will.

Gerade den Hereingeschneiten widmet er ein ganzes Kapitel voll mit Verhaltensregeln, die einen Einwanderer überraschen könnten.


Fazit
^^^^^^^^^^
Jaja, die Iren. Sie sind schon ein seltsames Völkchen. Sie ziehen ihre Schuhe nicht aus, wenn sie bei jemandem zu Gast sind und das, was wir als Pubcharme kennen, ist eigentlich nur vorgespielt. Sie bahren ihre Toten auf der Küchentüre auf. Ihre Trauergemeinde hat 4 Klassen, die nicht miteinander kommunzieren sollten und Anschluss finden ist schwierig, wenn man nicht ein paar Regeln befolgt.

Mit diesem humorvollen Blick auf seine Heimat erzählt David Slattery Dinge, die zwar nicht unbedingt Leben retten, vielleicht  hilft es aber dem einen oder anderen, dort Anschluss zu finden, indem er die komplexen Regeln des Zusammenseins und der irischen Gesellschaft versteht. Es kann ja durchaus hilfreich sein, wenn man weiß, wie eine Hochzeit in Irland so abläuft oder wie die Iren Weihnachten feiern - unterhaltsam ist es in diesem Buch allemal.

Es ist ein kurzweilig-ironischer Blick auf die Iren und auf das Leben auf der grünen Insel...

Daher gibt es von mir 4 Sterne!

In diesem Sinne

Eure Anke