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Donnerstag, 29. Dezember 2016

{Krimi - Roman} Mit der Stoffkatze auf Zeitreise


Hallo Leute!


Heute darf ich euch wieder einen ganz netten Krimi aus der Berndorf-Reihe vorstellen...

Nadjas Katze


Daten

Autor: Ulrich Ritzel
Verlag: btb
ISBN: 3442756766
Preis: 19,99€
Gebundene Ausgabe, 448 Seiten


Die pensionierte Lehrerin Nadja Schwertfeger hat ein Hobby. Sie sucht für ihr Leben gerne in Antiquariaten nach vergessenen Autoren. Ein Besuch aber soll ihr Leben ändern. Sie stößt auf eine Erzählung aus dem Zweiten Weltkrieg. 

Die Geschichte spielt in einem kleinen Dorf, nur wenige Stunden, bevor die US-Army kommt. Das Dorf ist voll mit Kriegsflüchtlingen, Einheimischen und versprengten Soldaten, die alle gemeinsam die Radioübertragung zu Hitlers Geburtstag hören. Doch dann passiert etwas Schreckliches - das Ganze gerät völlig außer Kontrolle.

Zunächst glaubt Nadja an eine fiktionale Geschichte. Doch dann stößt sie auf ein seltsames Detail - es wird von einer schwarzen Stoffkatze berichten, mit Rosa Tatzen - das letzte, was Nadja von ihrer Mutter blieb, die sie am Ende des Krieges einer anderen Frau überließ.

Bei ihren Recherchen stößt Nadja tatsächlich auf ein derartiges Dorf. Doch die Bewohner hüllen sich in Schweigen. Nur einer ist bereit, ihr zu helfen. Der ehemalige Kriminalkommissar Hans Berndorf, der sich mit ihr auf die Spur der Erzählung begibt-


Nadjas Katze ist nun schon der zehnte Roman aus der Berndorf Serie und doch ist alles etwas Anders. Zwar erwartet man einen Krimi, Spannung bekommt man auch, aber eben keinen klassischen Kriminalroman, sondern viel mehr eine Geschichte angefüllt mit Emotionen, die das Leben damals am Ende des Krieges bestimmten. Und es beschäftigt sichEmotionen, die eine pensionierte Lehrerin beschäftigen, die nie ihre Mutter kennenlernen konnte. 

Grundthema des Ganzen ist das Vergessen und Verschweigen der schlimmen Kriegserlebnisse. Leider fehlt dem Ganzen ein bisschen die Spannung, die man sich von einem Berndorf Roman eben erwartet. Dennoch geht er sehr einfühlsam mit den Kriegserlebnissen um. Ein nicht allzu tiefgängiger und entspannter Roman. Von mir gibt es durchschnittliche 3 Sterne.

In diesem Sinne

Eure Anke

Samstag, 17. Dezember 2016

{Krimi - Taunus} Kommissar trifft Kindheitstrauma


Hallo Leute!


Zugegeben, ich bin ein echter Fan von Nele Neuhaus - und das nicht nur, weil ihre Krimis in meiner hessischen Heimat spielen, sondern weil die Geschichten rund um Pia Kirchhoff/Sander und Oliver von Bodenstein wahnsinnig spannend sind. 

Ihr neuestes Werk darf ich euch heute vorstellen...

Im Wald


Daten

Autorin: Nele Neuhaus
Verlag: Ullstein
ISBN: 3550080557
Preis: 22€
gebundene Ausgabe, 560 Seiten


Oliver Bodenstein fühlt sich ausgebrannt. Daher hat er beschlossen, eine Auszeit vom Beruf als Polizist zu nehmen. Ein Jahr will er pausieren. Doch vorher soll er mit seiner langjährigen Partnerin Pia Sander einen letzten Fall lösen.

Der führt ihn in den Wald bei Ruppertshain, wo mitten in der Nacht ein Wohnwagen ausbrennt. Der gehört ausgerechnet der Mutter eines Jugendfreundes von Bodenstein, der in einem Landgut bei Ruppertshain aufwuchs. Schnell wird klar: Im Wohnwagen liegt eine Leiche - und es war Mord.

Die Ermittlungen führen Bodenstein in seine eigene Kindheit zurück, die geprägt war von einem Trauma. Im Jahr 1972 verschwand sein bester Freund, der Spätaussiedler Artur, gemeinsam mit Bodensteins zahmen Fuchs. Der Junge wurde nie gefunden, was der junge Oliver nie verwinden konnte. Doch alle Hinweise führen zu dieser alten Geschichte, über die das gesamte Dorf einen Mantel des Schweigens gehüllt hatte - was auch eigentlich genau so bleiben sollte.



Irgendwie kann ich mir das so richtig gut vorstellen - ein Kind wird in den Tod getrieben und jeder im Dorf weiß, was geschehen ist. Doch 40 Jahre lang wird geschwiegen, bis der traumatisierte Kommissar alles aufdeckt.

Der Roman ist wieder ein klassischer Nele Neuhaus Thriller - spannend von Anfang bis zum Ende - ländliche Atmosphäre trifft schwere Verbrechen. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen und kann mir gar nicht vorstellen, wie Pia ohne Bodenstein weitermachen soll - ich bin wirklich gespannt, wie Nele Neuhaus dieses Dilemma lösen wird.

Von mir gibt es jedenfalls ganz klare 5 Sterne.

In diesem Sinne

Eure Anke

Samstag, 26. November 2016

{Krimi - Bayern} Wo Realität und Fiktion verschmelzen


Hallo Leute!

Der Tatort am Sonntag Abend gehört ja für mich seit frühester Jugend zum Sonntäglichen Pflichtprogramm. Und schon seit sehr langer Zeit arbeitet in München eines meiner Lieblingsermittlerduos - Batic und Leitmayr. 

Als ich hörte, dass Batic alias Miroslav Nemec einen Krimi geschrieben hat, wanderte der sehr schnell auf meinem SuB, und zwar ganz weit oben.

Die Toten von der Falkneralm


Daten

Autor: Miroslav Nemec
Verlag: Knaus
ISBN: 3813507025
Preis: 19,99€
Gebundene Ausgabe, 256 Seiten

Inhalt

Miroslav Nemec hat eigentlich keine Lust. Er soll an dem Wochenende in einem Luxushotel in den bayrischen Alpen an einem Seminar zum Thema Truth & Fiction in Crime teilnehmen und bei einer Diskussionsrunde Rede und Antwort stehen. Schon bei der Anfahrt sieht er, dass sich ein grausamer Sturm auftut. Gerade noch schafft er es, die Seilbahn zum Hotel zu besteigen.

Dort angekommen trifft er gleich auf andere Gäste, die ihm ein wenig auf die Nerven gehen. Eine Dame ist fürchterlich verliebt, deren Mann ist eifersüchtig - Miroslav will eigentlich nur nach Hause. Inzwischen wird der Sturm immer schlimmer, man hört draußen die Bäume krachen.

Dann ein Schrei - im Pool liegt ein Toter. Anfangs glaubt man noch an einen Unfall - doch bis zum Ende der Nacht werden zwei weitere Menschen sterben. Und am nächsten Morgen ist das Hotel von außen nicht erreichbar. Und so macht sich der Berufs-(Tatort)-Kommissar auf die Jagd nach dem Mörder.


Nun, ich will ehrlich sein. Die Aufmachung ist schon sehr schick - dicker Bio-Einband. 

Das Thema allerdings hat einen Bart, länger als der Weihnachtsmann - Sturm, Gruppe abgeschlossen von der Zivilisation, einer muss der Mörder sein. Ich kann schon nicht mehr zählen, in wie vielen Tatorten, Soko-Folgen oder Büchern das schon vorkam. 

Zugegeben, sprachlich ganz gut umgesetzt ist es. Mit viel Witz lässt der Kommissar in sein Innerstes blicken und damit perfektioniert er den Eindruck, dass Wahrheit (die Person existiert ja wirklich) und Fiktion (ist ja nur eine Geschichte) verschmelzen.

Allerdings zieht sich das Thema "Ich will gar nicht hier sein, aber das ist mein Job" etwas zu lange hin. 3 Tote soll es laut Klappentext geben - da MUSS doch so langsam mal was passieren, da mit der Herr Schauspieler keine schlechte Laune mehr hat.

Ich war nicht ganz so begeistert, wie ich es erwartet hätte, mehr wie 3 Sterne kann ich leider nicht geben.

In diesem Sinne

Eure Anke

Freitag, 21. Oktober 2016

{Krimi - Österreich} Der blaue Fisch

Hallo Leute!

Heute darf ich euch mal wieder einen Krimi vorstellen, der in meiner Wahrheimat Wien spielt. 


Gefallener Mond

Daten

Autorin: Ruth Schneeberger
Verlag: edition a
ISBN: 3990011790
Preis: 16,90€
Taschenbuch, 368 Seiten 

Inhalt

Anna Walter ist eine junge Anwältin in Wien. Sie hat sich auf ein ganz spezielles Thema spezialisiert.  Sie setzt sich für Frauen und Kinder ein, die Opfer häuslicher Gewalt wurden. Eines Tages kommt die Mutter der kleinen Lena zu ihr. Das kleine Mädchen wurde aus der verschlossenen Wohnung der Mutter entführt. 20 Stunden später kam sie zurück, sie ist völlig verstört, ihre Haare sind abgeschnitten und sie zeichnet nur noch blaue Fische.

Die Mutter äußert schnell einen Verdacht. Ihr Liebhaber, ein Russischer Geschäftsmann, war der einzige, der Zugang zu der Wohnung gehabt hätte. Anna begibt sich auf die Spuren und findet schnell erste Hinweise - die Frau des Russen wendet sich an sie und will ihr Beweise aushändigen und im Gegenzug einen einen falschen Ausweis für sich und ihre Tochter zu bekommen. Einen Tag später ist die Russin tot.

Von einer jungen Polizistin erfährt Anna, dass Lena nicht der einzige Fall in Wien ist - und die junge Anwältin spürt, dass dieser Fall noch viel tiefer liegt und tief in ihrer eigenen Vergangenheit seine Wurzeln hat.

Fazit

Nun, der Fall der Anna Walter geht unter die Haut - temporeich und spannend erzählt, dramatisch und mit vielen Gänsehautmomenten. Dennoch fehlt mir an vielen Stellen die Logik im Plot. Das ist zwar manchmal wirklich nett, wenn etwas unvorhersehbares passiert. Aber wenn das gegen jeden Sinn geht?

Allerdings merkt man auch, dass es ein Erstlingsroman ist. Die Spannungslinie ist nicht sehr kontinuierlich und häufig gibt es unerklärliche Sprünge, über die man als Leser ständig stolpert und denen jede Logik fehlt. Das passiert sicherlich drei- oder viermal in dem Buch, dass einem Fragezeichen im Kopf erscheinen.

Daher kann ich insgesamt für eine eigentlich gute Geschichte leider nur durchschnittliche 3 Sterne geben. Trotzdem würde ich mich über einen weiteren Fall von Anna Walter durchaus freuen.

In diesem Sinne

Eure Anke



Sonntag, 2. Oktober 2016

{Krimi - Schweiz} Wie das Wetter so spielt...



Hallo Leute!

Der Wetterschmöker ist mir im Buchhandel direkt durch sein leuchtendrotes Cover aufgefallen - ein spannender Thriller aus der Schweiz, das klingt doch sehr vielversprechend...

Wetterschmöcker

Daten

Autor: Michael Theurillat
Verlag: Ullstein
ISBN: 3550080484 
Preis: 26€
Gebundene Ausgabe, 352 Seiten

Inhalt

In einem Waldstück wurde eine verkohlte, weibliche Leiche entdeckt - offensichtlich wurde sie nach einem indianischen Ritual verbrannt. Die Kriminaltechniker finden dazu Spuren von Edelweiss. Die Leiche wird als Clara Thüring identifiziert, eine Topmanagerin aus Zürich.

Und die Spuren führen Kommissar Eschbach und seine Kollegen ins Muotathal, einem entlegenen Tal in der Zentralschweiz zu den Wetterschmöckern. Dabei handelt es sich um einen traditionellen Club von Amateurmeteorologen und deren Familien, gradlinig, unbeugsam und schweigsam. Die Männer können in der Natur lesen wie kaum ein anderer, in einer Natur, die Thürings Firma für Rohstoffhandel von ihren Glaspalästen in Zürich aus zerstören wollte.

Fazit

Dieser Roman hat so viel zu bieten - die traumhafte Schweizer Natur und die manchmal etwas rauhen Menschen. Ein bisschen hat man gleich einen Almöhi vor Augen, der aus Kleinigkeiten eine genauere Wettervorhersage machen kann, als die studierten Profis, der aber Eschbach die Ermittlungen denkbar schwer macht. Damit gelingt es dem Autor auf sehr charmante Art und Weise die Schweizer Lebensart zu transportieren.

Dazu kommt ein veritabler Wirtschaftskrimi voll mit Intrigen und Konkurrenz. Dazu kommt ein kluger Kommissar, der keinen unkonventionellen Weg scheut, momentan mit seiner Tochter zusammenlebt und bei den Ermittlungen immer tiefer eindringt in die Dorfgemeinschaft und damit immer mehr in Gefahr gerät.

Der Roman ist ein wunderbarer, flüssiger Krimi, den ich beinahe in einem Rutsch durchgelesen habe. Das Buch weckt Vorfreude auf weitere Geschichten rund um Kommissar Eschbach - die Vorgängerromane sind schon auf meinem SuB.

In diesem Sinne

Eure Anke


Samstag, 17. September 2016

{Krimi - Südfrankreich} Durant ermittelt wieder



Hallo Leute!

Es gibt immer mehr erfolgreiche Krimiserien aus Frankreich - egal ob Dupin im Norden oder Durant im Süden, ihren Weg auf die Bestsellerlisten finden sie immer wieder. So auch das Neuste Werk von Sophie Bonnet.

Provenzalische Intrige



Daten
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Autorin: Sophie Bonnet
Verlag: Blanvalet
ISBN: 3764505559
Preis: 14,99€
Broschiert, 320 Seiten


Inhalt
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Eigentlich ist Pierre Durant doch sehr glücklich. Seinen harten Job als Commissaire in Paris hat er aufgegeben zugunsten eines Lebens auf dem Land als Chef de Police in Sainte-Valerie in der Provence.  Frisch verliebt in Charlotte ist er dazu. Doch tief in seinem Herzen bleibt er immer noch der Ermittler und schon mehrfach hat er in Sainte Valerie seine Kompetenzen überschritten während Mordermittlungen. Auch finanziell könnte er nach dem Kauf und der Renovierung eines alten Bauernhauses wesentlich besser dastehen.

Da bietet sich ihm die große Chance. Nicht weit entfernt wird die Stelle eines Commissaire frei und er bewirbt sich. Dadurch wird er auch ins Ermittlerteam berufen, als die Seifenfabrikantin Paulette Simonet im Seifenkessel aufgefunden wird. Offensichtlich wurde sie gestoßen. Durant kommt die undankbare Aufgabe zu, mit der Mutter der Toten zu sprechen und schon ist er mitten drin in den Ermittlungen.

Und damit findet er tiefer seinen Weg in die Welt der Provenzalischen Seifenmacher, die sich gerne auch mal untereinander bekriegen und verklagen - dazu hatte eine große Supermarktkette Paulettes Seifen kopiert und in Umlauf gebracht - Ärger liegt überall in der Luft, zu viele Leute hatten ein Motiv, Paulette etwas Böses zu wollen.

Doch dann verschwindet Matéo, Paulettes Sohn. Ihm wurde eine Maske seiner Mutter mit dem Wort "Mörder" zugesandt. Schnell rückt er in den Fokus der Ermittlungen - nur Pierre bleibt von seiner Unschuld überzeugt. Doch der hat parallel andere Probleme - die Chancen auf die Kommissarenstelle schwinden und dann erwischt er eines Abends auch noch Charlotte ausgerechnet mit seinem Kumpel Farid auf dem Marktplatz. Er hält sich im Hintergrund, ist aber zutiefst enttäuscht - und das ganze Dorf redet nur noch über den gehörnten Kommissar.


Fazit
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Eine gelungene Einführung in die Welt der provenzalischen Seifenkunst - von der ich bisher noch so gar keine Ahnung hatte. Und das auch noch kombiniert mit einem spannenden Mordfall rund um den etwas knorrigen, aber klugen Polizisten Pierre Durant, von dem sich viele der Kommissare eine Scheibe abschneiden können.  Dabei wird perfekt die Atmosphäre des provenzalischen Dorfs transportiert, in dem jeder jeden kennt und auch irgendwie jeder alles mitbekommt. Das ist eine ganz witzige Komponente, die tatsächlich irgendwann auch bei den Ermittlungen hilft - Durant ist schon voll integriert ins Dorfleben.

Mir persönlich gefällt, dass die Ermittlungsschritte besonders logisch und nachvollziehbar sind und man sich nicht allzu sehr verrenken muss, um den seltsamen Schritten der Ermittler noch irgendwie folgen zu können. Allerdings wurde mit die Geschichte um Charlotte doch etwas zu sehr ausgewalzt. Aber das ist sicher Geschmacksache.

Insgesamt ein wirklich toller, spannender Krimi, der von mir 4 Sterne bekommt.

In diesem Sinne

Eure Anke

Dienstag, 30. August 2016

{Krimi - Frankreich} Banyuls darf keinen neuen Hafen bekommen

Hallo Leute!

Momentan haben die Krimis ja wieder Hochsaison, die einen ein bisschen in Urlaubsstimmung bringen sollen - kein Wunder, seit letzte Woche stehen ja schon die Lebkuchen in den Regalen. Nun wurde ich bei meiner Recherche auf einen Krimi aufmerksam, bei dem mir sofort der Handlungsort ins Auge sprang - Banyuls sur mer. In dem kleinen, beschaulichen Ort habe ich nämlich während des Studiums mal ein längeres Praktikum gemacht, am dortigen Ozeangrafischen Institut.

Der Krimi musste gelesen werden.


Tödlicher Tramontane
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Daten
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Autor: Yann Sola
Verlag: Kiepenheuer & Witsch
ISBN: 3462048686
Preis: 9,99€
Taschenbuch, 352 Seiten



Inhalt
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Banyuls ist ein kleines Dörfchen, das sich an der Mittelmeerküste versteckt zwischen dem Meer und den Ausläufern der Pyrenäen. Die Einwohner dort fühlen sich nicht wirklich als Franzosen, sie sind Katalanen, eigensinnig und außergewöhnlich. All das trifft auch auf den Gastronomen Perez zu, der ein leidenschaftlicher Banyulenc ist, aber gerne auch mal das Gesetz anders auslegt, bestimmte Spezialitäten liefert der Feinkosthändler auch mal unter der Hand und vieles führt er auch über die grüne Grenze aus Spanien ein.

Aber Perez ist auch ein kleiner Hobbydetektiv. Denn der Polizei traut er nicht. Genauso wenig traut seine außergewöhnliche, deutsche Freundin Marianne der Polizei. Sie handelt lieber selbst, als sie erfährt, dass der Hafen in der wunderschönen Bucht von Banyuls erweitert und die Ruhe im Ort zerstört werden soll. Und in der Bucht ist ein riesiges Naturreservat.

Am nächsten Tag bricht eine Katastrophe über das kleine Dorf. Mitten in der Bucht, unweit vom Strand, explodiert eine Yacht. Die war gechartert von zwei Schweden. Sofort kommt Perez auf den Plan. Die außergewöhnliche Marianne hatte recht - und am Tag der Explosion verschwindet sie völlig von der Bildfläche. Nicht einmal ihre Teenie-Tochter Stephanie weiß, wo sie ist. Perez muss alles über den Verbleib seiner Freundin wissen. Gemeinsam mit seinem Geschäftspartner und mit Stephanie macht er sich auf die Suche. Und immer klarer wird, was die Investoren mit der Cote Vermeille vorhaben - sie wollen nicht nur den Hafen von Banyuls ausbauen, sondern sie wollen das gesamte Gebiet zu einem gigantischen Ferienresort, der Cote d'Azur 2.0 machen. Doch da haben sie nicht mit den renitenten Banyulenc gerechnet.


Fazit
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3 Monate war ich damals in Banyuls und muss sagen, ich habe vieles wiedererkannt - besonders natürlich den kleinen Hafen, in dem wirklich nur ein paar Boote liegen, aus dem ich häufiger ausgelaufen bin, um die Tiere im Naturreservat zu untersuchen. Aber auch die renitenten Banyulenc habe ich durchaus wiedererkannt, die sicherlich alles dafür tun würden, damit ihr abgelegenes Dorf am Meer auch abgelegen bleibt. Da hätte Perez, der Feinkosthändler mit Hang zur Gerechtigkeit und zur Steuerhinterziehung perfekt hineingepasst. Schließlich ist Banyuls einst als eine Art Schmugglernest direkt an der Grenze zu Spanien verrufen gewesen.

Die Atmosphäre des kleinen, verschlafenen Dorfs, das im Winter von den Fallwinden aus den Pyrenäen (das ist die Tramontane aus dem Titel) geplagt werden, die ganz schön heftig werden können.

Mit dem "Tödlichen Tramontane" ist Yann Sola ein perfektes Erstlingswerk gelungen, der Roman macht einfach ganz viel Lust auf mehr.

Von mir gibt es klare 5 Sterne.

In diesem Sinne

Eure Anke



Samstag, 30. Juli 2016

{Krimi - Küste} Mehr seicht als spannend

Hallo Leute!

Küstenkrimis sind irgendwie immer ganz interessant - ein kleines bisschen spannend, ein kleines bisschen skuril. Heute darf ich euch einen davon vorstellen.


Tote Oma mit Schuss
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Daten
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Autorin: Christiane Martini
Verlag: Gmeiner
ISBN: 3839218454
Preis: 9,99€
Taschenbuch, 183 Seiten


Inhalt
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Dorfpolizist Hinercks ist langweilig. Denn hinterm Deich passiert einfach nix. Deshalb sitzt er eigentlich den ganzen Tag bei Oma Else und trinkt Tote Oma. Eigentlich heißt die Tote Oma ja offiziell in Friesland "Tote Tante" und ist ein alkoholisches Getränk - aber bei der Oma Else heißt es eben Tote Oma.

Doch dann kommen 4 Bayern hinter den Deich. Die Gevatter Blechschuss sind eine kleine Blechblaskombo, die im Watt proben wollen. Doch schon bei der ersten Probe bringen sie Unruhe mit - denn sie finden eine Leiche, die mit der Flut angeschwemmt wird. Rein zufällig ist gerade Lisa vor Ort, eine langbeinige Kommissarin der Husumer Kripo, die hier Urlaub macht und gleich die Ermittlungen an sich reißt und versucht, gemeinsam mit Hinercks den Mord zu lösen. Hinercks ist begeistert, denn endlich ist hinter dem Deich mal was los, sonst hat er höchstens mal ein Fahrrad geklaut wird.

Und die erste Leiche wird nach Ankunft der Bayern auch nicht die letzte Leiche sein.


Fazit
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Provinzkrimis haben immer etwas ganz Eigenartiges. Eine Mischung aus leichter Spannung und ganz viel Skurilität. Und so habe ich mich ein ums andere mal an die TV-Serie "Mord mit Aussicht" erinnert gefühlt.

Leider ist der Stil der Autorin irgendwie ein bisschen ungelenk, dazu gleitet die ganze Geschichte etwas zu sehr ins Skurile ab. Beispielsweise ist kaum nachzuvollziehen, dass die Kommissarin rein zufällig vor Ort ist, direkt alles an sich reißen kann und dann natürlich einer der Bayern ihr Bruder ist. Natürlich muss sie Riemchensandalen tragen, alles wirkt irgendwie ein bisschen zu viel des Guten und daher driftet es ein wenig vom Thema "Merkwürdige Menschen auf dem Land" ins Unglaubwürdige ab.

Für mich ist das ganze noch sehr ausbaufähig. Die Grundidee gefällt mir ganz gut, am Stil muss man für einen guten Krimi noch ein bisschen arbeiten.

In diesem Sinne

Eure Anke

Freitag, 29. Juli 2016

{Krimi - Humor} Diese Schwedenkrimis sind halt doch alle gleich...

Hallo Leute!

Ich habe ja so ein gewisses Faible für Schwedenkrimis - sie sind eigentlich immer spannend und durchdacht. Aber irgendwie sind sie am Ende doch alle gleich - das stellt Zeichner und Autor Henrik Lange fest...


Wie sie den Schwedenkrimi des Jahrhunderts schreiben
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Daten
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Autor/Zeichner: Henrik Lange
Verlag: Goldmann
ISBN: 3442158923
Preis: 12,99€
Broschiert, 160 Seiten


Inhalt
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Schwedenkrimis sind eines der erfolgreichsten Genres der Gegenwartsliteratur - Namen wie Stieg Larsson oder Henning Mankell haben ihn groß gemacht, den Spannungsroman aus dem hohen Norden. Andere wie Camilla Läckberg oder Viveca Sten sind aufgesprungen und stehen regelmäßig in den Bestsellerlisten ganz weit oben.

Der Zeichner Henrik Lange geht in diesem Buch auf Spurensuche - was macht den Schwedenkrimi so erfolgreich. Ganz ernst nimmt er ihn dabei wahrlich nicht - den immer schlechtgelaunten Kommissar, der immer Eheprobleme hat und schlecht rasiert ist. Natürlich hat der einen eher schwierigen Vorgesetzten, über den er sich immer ärgert und natürlich fährt er immer Volvo und hat selbstverständlich hat der Kommissar mindestens eine wilde Sexszene.

Schwedenkrimis finden häufig in der Provinz statt, damit - so Lange - hat sich der Autor dann gleich entweder den Tourismusförderpreis oder den Kulturpreis der Region gesichert. Und natürlich hat er dabei schon die Verfilmung im Kopf - die Einrichtung muss genau beschrieben sein und von Ikea.

Und bestimmte Motive kehren immer wieder - schließlich müssen Seiten gefüllt werden.

In seinen berühmten 4fach geteilten Zeichnungen bringt Lange noch dazu die bekanntesten Schwedenkrimis auf den Punkt.


Fazit
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Dieses Buch ist sehr amüsant. Vor allem für solche Schwedenkrimi-Fans, die gar nicht genug von ihrem Stoff bekommen können, das aber mit etwas Humor und Abstand betrachtet sehr lustig finden. Weil wenn man es mal genau betrachtet: Mit kleineren Abweichungen (z.B. ist der Kommissar bei Camilla Läckberg sehr glücklich verheiratet) ist es dann am Ende doch immer das gleiche Schema.

Ich habe zum Teil gebrüllt vor Lachen. Zugegeben, als ich das Buch bestellte, hatte ich keinen Comic erwartet, sondern ein seriöses, humorvolles Taschenbuch. Aber die Zeichnungen zum typischen Ablauf eines Schwedenkrimis sind der absolute Hammer - detailreich, poientiert - grandios.

Von mir gibt es klare 5 Sterne.

In diesem Sinne

Eure Anke

Donnerstag, 28. Juli 2016

{Roman - Biografie} Der Sexualmörder vom Niederrhein


Hallo Leute!


Ich bin ja leidenschaftliche Krimiguckerin - und natürlich auch -Leserin. Und ein bisschen gruselt es mich immer, wenn solche Geschichten aus dem wahren Leben stammen. So ist es etwa mit der Geschichte eines Serienmörders, der am Niederrhein in den 30er Jahren sein Unwesen trieb... Peter Kürten.


Der Vampir vom Niederrhein Peter Kürten



Daten

Autorin: Susann Brennero
Verlag: Gmeiner
ISBN: 383921937X
Preis: 12,99€
Taschenbuch, 315 Seiten



Egon Kron ist Reporter in Düsseldorf, als Peter Kürten ihm persönlich von seinem ersten Mord erzählt. Einer Neunjährigen Bäckerstochter hat Kürten die Kehle durchgeschnitten. Damit beginnt für Kron seine ganz eigene Jagd.

Zwar wird relativ bald ein vermeintlicher Täter verurteilt, doch die Morde gehen weiter und Kürten versetzt die ganze Stadt für 1/2 Jahr in Angst und Schrecken.



Krimis, die auf einer wahren Geschichte beruhen, haben immer etwas ganz eigenes. Immer wieder muss man im Hinterkopf behalten, dass Vieles davon wirklich passiert ist.

Peter Kürten hat tatsächlich bereits mehrere Morde auf dem Gewissen, als er zwischen Februar und November 1929 in Düsseldorf 8 Menschen ermordet. Von vielen Opfern soll er das Blut getrunken haben, was ihm den Spitznamen "Vampir vom Niederrhein" einbrachte. Erst 1930 konnte er verhaftet werden und 1931 wurde er in Köln hingerichtet.

Intensiv und gründlich recherchierte die Düsseldorferin Brennero über den Serienkiller. Dabei ist der Erzählstil sehr angenehm und intensiv. Brennero macht es einem leicht, in die Geschichte des Serienkillers einzutauchen. Dazu dringt man durch die gelungene Umbauende Geschichte ins Düsseldorf der 30er Jahre ein.

Von mir gibt es sehr gute 4 Sterne.

In diesem Sinne

Eure Anke

{Krimi - Lüneburger Heide} Der Feuerteufel geht um

Hallo Leute!

Ich bin ja bekennender Fan von Regio-Krimis. Da fiel mir neulich ein Buch in die Hände, das schon vom hübschen Cover her mein Interesse geweckt hatte.

Heideglut
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Daten
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Autorinnen: Claudia Kröger, Kathrin Hanke
Verlag: Gmeiner Spannung
ISBN: 3839218578
Preis: 11,99€
Broschiert, 345 Seiten



Inhalt
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Katharina von Hagemann ist glücklicher denn je. Mit ihrem Freund Bene kommt sie gerade vom Osterfeuer in Hamburg wieder in Lüneburg an, als sie im Wald einen Feuerschein sieht. Zunächst kommt ihr das gar nicht so merkwürdig vor, schließlich sind Osterfeuer ja eine häufige Tradition, die auch gerne mal illegal ausgeübt wird.

Doch am nächsten Tag wird sie gemeinsam mit ihrem Chef Ben (der Zwillingsbruder von Bene) zu genau dieser Stelle gerufen. Dort wird eine verkohlte Leiche gefunden. Identifiziert wird diese als Torben Städer, ein bekannter Makler. Und zunächst sind die beiden und ihr Kollege Tobi nicht sicher, ob es sich wirklich um Mord handelt, schließlich kann es auch ein Selbstmord oder ein Unfall sein. Sicher ist nur, dass Städer noch gelebt hat, als das Feuer ausbrach.

Einige Tage später werden die beiden wieder zu einer Brandleiche gefunden. Melanie, eine junge Frau aus Hannover, verbrennt in ihrem Auto. Doch noch immer ist man sich nicht sicher, die Kommissare tun sich sehr schwer, ein gemeinsames Motiv zu finden. Doch langsam kommt auch die Presse auf einen Zusammenhang. Als auch Brand 3 und 4 weitere Opfer fordern, wird offensichtlich, dass es sich um einen Serienkiller handelt - doch was ist sein Motiv?

Gleichzeitig steht Katharina auch noch vor privaten Problemen. Ihre Mutter zieht bei ihr ein, nachdem sie erfahren hat, dass Katharina einen Halbbruder hat, der jetzt in die Kanzlei des Vaters einsteigen soll - eine Herausforderung für eine Frau Ende 30.


Fazit
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Für mich ein durch und durch gelungener Krimi, der keine völlig überdrehte Hintergrundstory braucht. Das einzig Skurile ist natürlich die Geschichte um Katharinas Mutter, die darauf brennt, endlich Bene kennenzulernen und die Wohnung ihrer Tochter komplett auf den Kopf stellt. Den Konflikt fürchtet wohl jede Frau um die 30.

Aber auch die Story ist wohl durchdacht und super spannend. Fast bis zum Schluss hat selbst der erfahrene Krimileser überhaupt keine Ahnung, wer hier aus welchem Grund mordet. Und das liegt nicht daran, dass man durch die vielen Handlungsstränge völlig verwirrt wird, sondern daran, dass man nicht schneller auf die Spur kommt wie die Kommissare selbst.

Die Perspektive wechselt immer wieder, es wird immer aus Sicht der gerade handelnden Personen erzählt, so dass man sich gut in die jeweilige Situation hineinversetzen kann.

Alles in allem ein rundum gelungene Krimi, von mir gibt es klare 5 Sterne.

In diesem Sinne

Eure Anke

Montag, 25. Juli 2016

{Krimi - Humor} Neues aus dem Damischtal

Hallo Leute!

So ein richtig guter Regionalkrimi braucht Humor und in gewisser Weise auch eine Prise Regionalkolorit. Das gelingt Klaudia Blasl in ihrem neuen Krimiroman wieder perfekt.


Gamsbartmassaker


DATEN

Autorin: Klaudia Blasl
Verlag: emons
ISBN: 3956518147
Preis: 11,90€
Taschenbuch, 272 Seiten

INHALT

Irgendwo in Österreich liegt das Damischtal. Hier, in dem abgelegenen Tal, kennt jeder jeden - außer wenn die Touristen immer mal vorbeischauen. Schließlich gibt es hier ein Wellnesshotel, das ganz speziell für Hunde ausgelegt ist.

Doch dann soll ausgerechnet das Krankenhaus in eine Unterkunft für Flüchtlinge umgewandelt werden. Das passt der Bevölkerung gar nicht - da wird schonmal das Schießeisen ausgepackt. Erst wird ein Mops in der Regenwassertonne ertränkt. Doch es bleibt nicht bei tierischen Opfern - eine grausame Mordserie beginnt.

Ergänzt wird das Ganze übrigens durch echte österreichische Rezepte passend zum Buch.

FAZIT

Was Krimis angeht, ist Österreich schon sehr speziell - das spürt man, wenn man hier lebt und sich regelmäßig österreichische Filmproduktionen anschaut. Diese Krimis sind immer von einem rabenschwarzen Humor und einer gewissen Hinterwäldleratmosphäre geprägt - vielleicht kennt man ja in Deutschland Serien wie "4 Frauen und 1 Todesfall" oder "Soko Wien". Ich muss sagen, ich LIEBE diese Produktionen.

Und in diese Reihe passt auch der nach "Miederhosenmord" zweite Werk von Klaudia Blasl.

Grandios, natürlich auch ein bisschen klischeehaft, baut sie ihre Geschichte rund um die Einwohner des abgelegenen Damischtals auf - voll von rabenschwarzem Humor ist man manchmal sogar ein bisschen erschreckt. Denn wenn man mal (aus Versehen) als Piefke in so ein Dorf gerät, wird es auch wirklich gefährlich, man hat zumindest den Eindruck, dass jeder das fremde Auto anschaut (was auch übrigens mit einem Leihwagen mit Wiener Kennzeichen wunderbar klappt). Eben diese Atmosphäre wird in diesem Roman grandios transportiert.

Natürlich hat man den beinahe schon absolutistischen Dorfbürgermeister, der das Wellnesshotel für Hunde erst ins Dorf geholt hat oder auch seinen Gegenspieler Schragl, der die "Gewinnorientiere Willkommenskultur" befürwortet.

Die Rezepte finde ich persönlich ein bisschen zu viel des Guten. Es ist momentan voll im Trend, Krimiromane mit Rezepten zu publizieren - ich find das blöd, ich kaufe ja schließlich auch kein Kochbuch, um einen spannenden Krimi zu lesen. Aber das ist sicherlich meine persönliche Geschmackssache. 

Gar nicht gefällt mir das "Flüchtlingsthema", das momentan irgendwie in jedem zweiten Kriminalroman vorkommt - mal lustig, mal dramatisch - mir zu viel...

In diesem Sinne

Eure Anke

In diesem Sinne

Eure Anke


Freitag, 22. Juli 2016

{Krimi - Deutschland} Mord auf Rügen

Hallo Leute!

Diesmal führte mich meine Krimireise in den hohen Norden - live war ich noch nie da, auf der schönen aber mörderischen Insel Rügen.

Leuchtturmmord
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Daten
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Autorin: Katharina Peterså
Verlag: Aufbau
ISBN: 3746632064
Preis: 9,99€
Taschenbuch, 323 Seiten


Inhalt
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Romy Beccare ermittelt diesmal in einem besonders schwierigen Fall. Schon gut 3 Wochen ist es her, dass Jugendliche eine Leiche beim Leuchtturm gefunden haben. Die junge Frau ist die 28jährige Mutter Merle. Schnell ist der rachsüchtige Ehemann in Verdacht, denn Merle hatte eine Affäre. Auch unter Verdacht sind Christoph und Jakob, der Tischler/Türsteher und der Callboy - beide hatte Romy während ihrer Zeit beim Bund der Vergewaltigung und des Waffendiebstahls bezichtigt.

Doch Romy findet schnell raus, dass es sich um etwas größeres handelt, denn 5 der 6 Leute aus Merles Jugendclique sind in den letzten Jahren unter den unterschiedlichsten Begebenheiten gestorben. Der letzte Überlebende gerät unter Verdacht.

Parallel arbeitet ihr Lebensgefährte Jan Riechter in Stralsund an mehreren Todesfällen. Junge Männer werden halb nackt und totgeprügelt aufgefunden. Und die Spuren führen ihn eindeutig in die Ultimate Fighting Szene.



Fazit
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Eigentlich ist die Story gar nicht mal schlecht - allerdings hatte ich meine Schwierigkeiten, die Orientierung zu behalten... Der ermittelt jetzt den Tod von Merle oder der von den Jungs aus der Ultimate Fighting Szene - irgendwie fehlte mir manchmal die klare Abgrenzung zwischen beiden Fällen und damit auch der klare Rote Faden. Beide Fälle stehen von Anfang an gleichberechtigt und abwechselnd im Vordergrund, so dass man schon gelegentlich scharf nachdenken muss, ob man sich jetzt auf Rügen oder in Stralsund befindet und zu welchem Thema der Zeuge jetzt gerad befragt wird.

Ich denke, es wäre besser gewesen, wenn sich die Autorin auf einen Haupthandlungsstrang gestürzt hätte, dann wäre es am Ende auch nicht allzu schwierig gewesen, zu einer befriedigenden Auflösung zu kommen.

Ich habe mich kurzweilig unterhalten gefühlt - in die Bestenliste meiner Lieblingskrimiautorinnen hat es Frau Peters allerdings bei weitem nicht geschafft. Das echte Gänsehautfeeling und das absolute Abtauchen in die Geschichte haben mir leider völlig gefehlt, daher gibt es von mir auch nicht mehr als durchschnittliche 3 Sterne.

In diesem Sinne

Eure Anke

Montag, 18. Juli 2016

{Krimi - Deutschland - Hitler} Über Hitler und Wagner

Hallo Leute!

Dieser Roman hat mich irgendwie schon vom Titel her gereizt... Denn es kam die ewige Frage auf: Hitler und ein Kriminalroman - darf man das?


Führerbefehl
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Daten
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Autor: Uwe Klausner
Verlag: Gmeiner
ISBN: 3839218004
Preis: 12,99€
Broschiert, 309 Seiten


Inhalt
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Der erste Teil der Handlung findet in Berlin statt. Es ist April 1945, die feindlichen Linien beginnen, sich um Berlin zu schließen - der Krieg ist längst verloren.

Kurz vor seinem Selbstmord ergeht ein Führerbefehl (nur eine Anmerkung, das ist natürlich fiktiv). Man soll die wertvollen Handschriften und Partituren Richard Wagners, die sich im Besitze Adolf Hitlers befinden, hinter die feindlichen Linien bringen. Sie sollen unter gar keinen Umständen den Sowjets in die Hände fallen. Dies gelingt auch.

Der zweite Teil spielt 23 Jahre später im Westteil Berlins. Das Land ist gefangen in den Aufständen der 68er, als ein toter Journalist gefunden wird. Er war in Besitz wertvoller Originalpartituren Wagners, die bisher als verschollen gegolten hatten.

Doch kaum beginnt Hauptkommissar Sydow mit seinen Ermittlungen, wird er schon zu einer weiteren Leiche gerufen. Im Tiergarten ist die Leiche eines Münchner Staranwaltes gefunden worden.

Zuerst ist sich Sydow sicher, dass es sich um zwei ganz unterschiedliche Fälle handelt. Doch je länger er ermittelt, umso mehr Verbindungen findet er.


Fazit
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Die Schatten der Vergangenheit sind nur sehr schwer loszuwerden. Und so ist es irgendwie schwierig - einerseits hat man schon eine spannende Geschichte. Die Hitlerpartituren, die plötzlich nach 23 Jahren zu Morden führen. Hitler in einem Kriminalroman - das darf man schon, man muss es aber gescheit umsetzen.

Auf der anderen Seite mangelt mir das ganze ein bisschen an Tiefe. Irgendwie konnte ich mich nicht so richtig hineinfiebern, weil die Spannung immer wieder durch halb-lustige Dialoge. Irgendwie konnte ich auch zu Hauptkommissar Sydow überhaupt keine Sympathie aufbauen.

Noch dazu haben sich kleinere Fehler eingeschlichen, die das historische Umfeld etwas demontieren - AK47 etwa, mit denen 1945 geschossen wurde, werden (wie der Name schon sagt und das habe ich extra nachgeschlagen) erst seit 1947 produziert.

Insgesamt ist es ein eher mäßiger Krimi mit einem mich sehr reizenden Titel - am Ende war ich aber dann doch eher enttäuscht - daher gibt es von mir nur mittelmäßige 2 Sterne. Normalerweise lese ich einen Krimi von 300 Seiten in 2 Tagen, diesmal hat es ganze 4 Monate gedauert - ermüdend langweilig bis ziemlich schlecht - Herr Klausner wird sicherlich niemals einer meiner Lieblingsautoren werden.

In diesem Sinne


Eure Anke

Samstag, 16. Juli 2016

{Krimi - Humor - Österreich} Der Fussballspieler und der Totengräber

Hallo Leute!

Seit den "Blum" Romanen gehört Bernhard Aichner trotz oder gerade wegen seines außergewöhnlichen Schreibstils zu meinen Lieblingsautoren. Max Broll gehört ist seine andere Hauptfigur...


Leichenspiele
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Daten
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Autor: Bernhard Aichner
Verlag: btb
ISBN: 3442713684
Preis: 9,99€
Taschenbuch, 272 Seiten


Inhalt
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Max und Baroni verbindet eine außergewöhnliche Freundschaft - Baroni ist ein Ex-Fussballstar und chronisch pleite und Max ist der Dorftotengräber.

Und Baroni braucht Max Hilfe. Eines Tages liegen 20000€ vor seiner Türe. Und da Baroni pleite ist, freut er sich sehr über die milde Gabe. Er denkt sich gar nichts dabei, er will mehr draus machen und geht mit dem Geld ins Casino. Nichts ahnend, dass er dafür eine Gegenleistung bringen muss.

Denn am nächsten Morgen steht ein Karton vor der Türe - Baronis Aufgabe: Den übel riechenden Karton verschwinden lassen. Keine Frage, Max kann ihm dabei am besten helfen. Ohne weiter nachzuschauen - wohl auch weil sie es gar nicht wissen wollen, machen sie ihren Job, der Karton wird unter dem Grab des Vizebürgermeisters verscharrt - damit ist die Pflicht getan.

Doch sie haben die Rechnung ohne den Wirt gemacht - einige Wochen später findet Baroni 40000€ auf seiner Türschwelle - und am nächsten Tag sind es zwei Kartons, die verschwinden sollen - zwei grausam verstümmelte Leichen - Organhandel, wie Max schnell feststellt.

Natürlich haben beide Angst und so lassen sie auch diese Kartons verschwinden - aber natürlich wollen sie auch wissen, wer ihnen das Übel eingebrockt hat.


Fazit
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Der außergewöhnliche Schreibstil findet sich auch in diesem Max Broll Krimi wieder - irgendwie wirkt die Sprache sehr bildhaft - Max, wie er den Karton vergräbt, Boroni, wie er um die Ecke kommt. Viele Sätze werden mit "Wie" gebildet. Daran muss man sich erstmal gewöhnen, weil das im Hirn irgendwie die Bilder noch mehr verstärkt. Auch die Dialoge sind äußerst pointiert und grundsätzlich mit Spiegelstrichen untereinandergeschrieben. Das macht die Wortgefechte noch einprägsamer und diesen Krimi besonders speziell.

Aber im Gegensatz zu den Blum-Krimis kann man bei Max Broll gar nicht so richtig sagen, ob es jetzt ein Krimi ist oder ob man lachen soll über den äußerst dunklen, beinahe schon englisch-schwarzen Humor. Und so kommt es mit den beiden Kumpels und den Mördern fast schon zu skurrilen Szenen.

Es ist ein außergewöhnlicher Krimi und sicherlich sprachlich und auch humortechnisch nicht jedermanns Sache. Ich habe ihn sehr gerne gelesen, eben weil es mal etwas anderes ist im Vergleich zum normalen Serienkiller - psychisch gestörter Cop Schema, das man aus so vielen Krimis kennt.

Von mir gibt es sehr gute 4 Sterne.

In diesem Sinne

Eure Anke

Sonntag, 10. Juli 2016

{Krimi - Frankreich - Dupin} Ab in die Rente

Hallo Leute!

Häufig ist es ja leider so, dass Krimiserien mit der Zeit etwas nachlassen - ich hatte mich trotzdem auf den neuesten Krimi rund um den Pariser Kommissar Dupin gefreut, den es nicht ganz freiwillig in die Bretagne verschlagen hat...

Nun kam ja immerhin schon Band 5...


Bretonische Flut
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Daten
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Autor: Jean-Luc Bannalec
Verlag: Kiepenheuer & Witsch
ISBN: 3462049372
Preis: 14,99€
Broschiert, 448 Seiten



Inhalt
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Kommissar Dupin wurde vor langem von Paris in die Bretagne versetzt. Doch jetzt ist auch endlich Schluss mit der Fernbeziehung zu seiner Freundin Claire jetzt als Kardiologin im nahegelegenen Quimper arbeitet. Und so langsam gewöhnt er sich auch an das eigenwillige Völkchen im Westen Frankreichs. Wenn auch nur mit ganz viel Kaffee.

Seine Ermittlungen führen ihn diesmal in das Fischermilieu. Denn die Leiche der jungen Fischerin Celine Kerkrom wird gefunden - in einem Eimer mit Fischabfällen mit durchgeschnittener Kehle. Und, als wäre das nicht genug, taucht kurze Zeit später auf der Ile de Sein eine weitere Leiche auf. Auf einem keltischen Friedhof wurde einer Delphinforscherin ebenfalls die Kehle durchtrennt.

Schon auf den ersten Blick scheinen die beiden Fälle zusammenzuhängen, schließlich stammt Celine ebenfalls von der Ile de Sein... und so muss es Dupin diesmal nicht nur mit den eigenwilligen Kelten aus der Bretagne aufnehmen, sondern auch noch mit den noch eigenwilligeren Einwohnern von der Insel, die 9 km vor der Küste liegt.


Fazit
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Ich habe diesmal wirklich lange mit mir gekämpft, weil ich die Reihe um die eigenwillige Polizeitruppe aus der Bretagne wirklich mochte. Aber diesmal ist mir die ganze Geschichte von Beginn an etwas zu dürr geraten. Die Handlung schleppt sich nur so dahin. Und irgendwann merkt man, dass 150 Seiten vergangen sind und dabei kaum ein halber Tag um ist. Ein bisschen mehr Geschwindigkeit hätte dem ganzen sicherlich sehr gut getan.

 Dabei sind nichtmal die ausführlichen Erzählungen von Nolwenn oder Riwal Schuld - ganz im Gegenteil, ich mag es sogar ganz gerne, wenn die beiden Sagen und Geschichten aus der Heimat erzählen. Das Problem war für mich diesmal ganz klar Dupin selbst, der ein bisschen so wie ein Zuschauer wirkt - seltsam unbeteiligt und gar nicht richtig drin im Geschehen. Und da er die Hauptfigur ist, konnte man ihm gar nicht so recht ins Geschehen folgen.

Leider ist wohl Zeit für die Rente Monsieur le Commisaire. Mehr wie 2 Sterne kann ich kaum geben. Es ist ein sehr seichter Krimi, der bis zur Hälfte wirklich nur vor sich hin plätschert - und als ich dann zum zweiten mal innerhalb eines Kapitels einschlief, musste ich leider aufgeben...

In diesem Sinne

Eure Anke

Dienstag, 28. Juni 2016

{Roman - Humor - Krimi} Henri und sein Ermittlerrudel

Hallo Leute!

Momentan bin ich ja auf der Suche nach der perfekten, leichten Sommerlektüre. Und als Fan von den Leonie Swann Krimis bin ich nun auf eine etwas andere Art von Tierkrimi gestoßen - es ermitteln Henri und seine Mopsgang.

Alte Ziegenwiese
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Daten
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Autorin: Fritzi Sommer
Verlag: Heyne
ISBN: 3453438523
Preis: 9,99€
Taschenbuch, 352 Seiten


Inhalt
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Eigentlich hat Mopsmischling Henri ein gemütiiches Mopsleben - gemeinsam mit seinem Frauchen Josi verbringt er viel Zeit auf den Sofa, wird immer gefüttert und Josi liebt ihn wie sonst niemand - er sie natürlich auch. Und jetzt gehört auch endlich Florian zum Rudel - den hatten sie bei ihrer ersten Mordermittlung kennengelernt. Mit ihm geht er joggen und er ist auch prima zum Kraulen und zum Bälle werfen.

Genauso aber liebt er seine beiden Kumpel: Viktor und Wilma - denn mit den beiden Möpsen lässt sich das eine oder andere Abenteuer erleben.

Wilma bezeichnet Henri als "Hoch wie breit und manchmal etwas schwer von Begriff, aber grundgut" - Viktor und Henri kriegen das aber mit ihr ganz gut hin.

Und dann bekommen die drei auch noch ein neues Revier - gemeinsam mit Josis Mutter Christa geht es nämlich in eine Kleingartensiedlung "Alte Ziegenwiese" - und hier gibt es viel zu Erkunden. Aber besonders schön scheint das Mopsleben hier nicht zu sein - komische Gestalten sind hier unterwegs.

Und dann kommt es, wie es kommen musste - der Quälgeist der Nachbarschaft, Franz, liegt mit einer Mistgabel im Rücken auf seinem Misthaufen. Und nur einer kann den Fall lösen: Henri und seine Freunde.

Erzählt wird diese außergewöhnliche Geschichte aus der Mopsperspektive, was einen witzigen Perspektivwechsel entstehen lässt.


Fazit
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Einfach großartig. Solche Tierkrimis mit besonders schlauen Viechern gehen bei mir immer. Die brauchen nichtmal extrem spannend zu sein. Mit viel Humor erzählt ist dieser Roman eine wunderbare, entspannte Sommerunterhaltung - perfekt für lange Zugfahrten oder gemütliche Stunden in der Hängematte.

Besonders witzig fand ich den Perspektivwechsel - schließlich wird hauptsächlich aus Henris Perspektive erzählt. Dadurch habe ich witzigerweise jedesmal, wenn ich einem Hund begegnet bin als ich das Buch las, immer wieder überlegt, was er sich gerade für schräge Gedanken macht.

Vom Humor und vom Stil hat mich die Geschichte stark an die Romane von Leonie Swann (Glennkill zum Beispiel) erinnert, in denen Schafe das clevere Ermittlerteam darstellen.

Von mir gibt es extrem gute 4 Sterne.

In diesem Sinne

Eure Anke

Freitag, 10. Juni 2016

{Krimi - Hiddensee} Conny und das Meer

Hallo Leute!

Heute gehe ich mal wieder per Krimi auf die große Reise. Diesmal bin ich mal wieder im äußerst interessanten Genre der Norddeutschland-Krimis hängengeblieben. Meinen Fund stelle ich euch vor...

Große Fische
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Daten
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Autor: Lena Johansson
Verlag: atb
ISBN: 374663198X
Preis: 9,99€
Taschenbuch, 304 Seiten



Inhalt
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Conny Lorenz ist neu in der Stadt. Der Liebe wegen ist die junge Polizistin von Hamburg nach Stralsund gekommen - ausgerechnet Paul Paulsen ist der Grund, ihr neuer Chef. Doch erstmal wollen die beiden ihre Liebe geheim halten, schließlich sollen die Kollegen nichts komisches denken.

Und schon ihr erster Fall ist sehr herausfordernd. Er führt sie nach Hiddensee. Dort wurde die Leiche eines Finanzbeamten angeschwemmt. Angeblich soll alles nach einem Unfall aussehen, sagen die Kollegen. Und so macht sie sich auf nach Hiddensee und glaubt erstmal, dass sie am gleichen Tag noch zurückkommen kann.

Doch schnell wird klar, dass der Steuerprüfer Robert Welzer an einem Fremdverschulden gestorben ist. Und je näher sie ihm kommt, umso mehr Menschen haben ein Motiv - schließlich war er nicht nur ein Frauenheld, sondern er war auch den ganz großen Fischen auf der Spur. Und der Verdacht kommt auf, dass er Steuerunterlagen manipuliert hat, um seine Klienten zu erpressen.


Fazit
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Große Fische ist ein interessantes Ermittlungsdebüt einer jungen Kommissarin in der Nordvorpommerschen Provinz. Und als Frau, noch dazu aus der Großstadt und aus dem Westen, ist aller Anfang schwer. Erstmal muss Conny sich den Respekt ihrer alten Kollegen erarbeiten. Und das fällt der selbstbewussten Frau mit den außergewöhnlichen Ermittlungsmethoden nicht gerade leicht.

Sehr amüsant ist zum Beispiel, dass sie ihre Bastelutensilien mit nach Hiddensee nimmt, um Tatorte zu modellieren.

Der Krimi hat gerade am Anfang und am Ende seine Stärken. Ich muss zugeben, in der Mitte habe ich ein bisschen durchgehangen und dachte, ich müsste das Buch weglegen, weil es irgendwie extrem langweilig wurde. Aber das Kämpfen hat sich gelohnt - irgendwann nimmt die Story dann tatsächlich wieder richtig an Fahrt auf. Und das Ende kommt dann noch dazu richtig überraschend.

Von mir gibt es sehr gute 4 Sterne.

In diesem Sinne

Eure Anke

Montag, 6. Juni 2016

{Krimi - Historisch - Hamburg} Die psychotische Killerin und der Kommissar

Hallo Leute!

Irgendwie garantieren so richtig alte Kriminalfälle ja eine gewisse Faszination in sich - kein Serienmörder fasziniert die Leute etwa mehr wie Jack the Ripper in London. Und eine ähnliche Atmosphäre kreiert auch Robert Brack in seinem Roman.

Die Toten von St. Pauli
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Daten
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Autor: Robert Brack
Verlag: Ullstein
ISBN: 3548287654
Preis: 9,99€
Taschenbuch: 448 Seiten


Inhalt
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Die Geschichte spielt in Hamburg im Jahre 1920. Kriminaloberwachtmeister Alfred Weber hat seine Station auf St. Pauli. Eine Warnung kommt herein - Greta Wehmann ist verschwunden. Sie lebte in einer Magdeburger Irrenanstalt und stieg in den Zug nach Hamburg und wird seit dem in der Stadt vermutet. Die Frau sei höchstgradig gefährlich.

In etwa zur gleichen Zeit wird an der Elbe ein Koffer mit grausigem Inhalt angeschwemmt - die grausam entstellte Leiche eines kleinen Kindes. Danach häufen sich ähnliche Ereignisse. Sofort ist Greta in Verdacht.

Weber nähert sich Greta immer mehr an - und immer mehr glaubt er an ihre Unschuld. Die Indizien allerdings sprechen allerdings alle gegen sie.


Fazit
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Die Geschichte bietet tatsächlich etwas von den Jack the Ripper Geschichten - duster, unheimlich. Doch diesmal sind die Opfer keine Prostituierten, sondern kleine Kinder. Die psychotische Killerin und der Kommissar - eine außergewöhnliche Liebesgeschichte vor dem Hintergrund eines brutalen Serienmordes.

Der Schreibstil ist interessant und sehr fesselnd, etwas was nicht bei jedem historischen Krimi gelingt. Es herrscht Gänsehautstimmung pur. Interessant ist dabei auch das Bild, das vom St. Pauli der 20er Jahre gezeichnet wird - unübersichtliche Gassen, ein Ort, an dem man eben sehr leicht untertauchen kann. Dazu kommt ein historischer Kriminalfall im Hintergrund - der Fall Elisabeth Wiese (sie soll 1902/03 mehrere Kinder in ihrem Ofen verbrannt haben).

All diese zeichnet ein realistisches, historisches Bild vom alten St. Pauli, das noch nicht von feierwütigen Touristen heimgesucht wurde.

Von mir gibt es 5 Sterne.

In diesem Sinne

Eure Anke

Dienstag, 31. Mai 2016

{Krimi - Sylt} Mamma Mia

Hallo Leute!

Heute darf ich euch mal wieder einen sehr außergewöhnlichen Krimi vorstellen. Die Reise führt diesmal gemeinsam mit Gisa Pauly nach Sylt - zu Mamma Carlotta und ihren Schwiegersohn, Kommissar Erik Wolf.

Gegenwind
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Daten
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Autor: Gisa Pauly
Verlag: Piper
ISBN: 3492303641
Preis: 9,99€
Taschenbuch, 480 Seiten


Inhalt
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Mamma Carlotta ist zwar nicht wirklich glücklich im kalten Sylt und hat ein bisschen Heimweh nach ihrem Italien, doch wie jedes Jahr im Frühjahr verbringt sie Zeit mit ihrem Schwiegersohn und den beiden Enkelkindern. Ihre Tochter Lucia ist vor einigen Jahren bei einem Autounfall gestorben.

Und weil sie die Gesellschaft liebt, engagiert sie sich als freiwillige Helferin beim Syltlauf. Zwar kann sie nicht verstehen, warum Menschen überhaupt Sport machen, aber trotzdem verteilt sie Getränke und Bananen - bei einer Eiseskälte kurz vor Ostern.

Und dann kommt es, wie es kommen muss. Ausgerechnet in Carlottas Armen stirbt ein gerade einmal 17jähriger Läufer. Der soll schon am Start sehr angeschlagen gewirkt haben. Einen Lauf ließ er sich aber nicht ausreden, denn er will ein Mädchen beeindrucken. Der Tod soll schnell gelöst sein, der Junge war schlecht trainiert. Doch sein Vater erhebt schwere Vorwürfe - sein Trainer soll ihn gedopt haben.

Erik Wolf wird zwar aufmerksam, aber erst die Obduktion eröffnet den Fall. Mamma Carlotta dagegen wird gleich aufmerksam und mischt bei den Ermittlungen ordentlich mit.


Fazit
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Also ich weiß irgendwie nicht so recht. Eigentlich klingt das Konzept ja spannend - Kommissar aus dem hohen Norden und Schwiegermutter mit Temperament aus dem Süden ermitteln quasi gemeinsam.

Ich muss aber ehrlich sagen, ich fand Mamma Carlotta eigentlich eher anstrengend. Alleine wie sie sich daran aufhängt, dass Erik seiner Tochter sagt, er habe eine Katzenhaarallergie um zu vermeiden, dass eine Katze ins Haus kommt - gleich recherchiert sie Symptome einer Katzenhaarallergie usw. Es wirken alle möglichen Kleinigkeiten gleich wahnsinnig aufgebläht und der eigentliche "Fall" will irgendwie gar nicht so recht in Gang kommen.

Irgendwie konnte ich mich auch nicht wirklich mit dem Humor anfreunden - Mamma Carlotta erscheint für mich völlig überzeichnet, mir einfach zu viel des Guten. Dazu kommt noch Ida, die Freundin von Eriks Tochter Carolin, die ständig irgendwelche Tiere anschleppt oder auch die beiden klischeebehafteten Friesen aus Käptens Kajüte - das strengt alles einfach irgendwie an.

Ich war insgesamt leider wenig begeistert - irgendwann kommt dann so ein bisschen was wie ein Fall auf, da ist man aber schon mit der Hälfte des Buches durch. Mehr wie 2 Sterne kann ich daher leider nicht geben.

In diesem Sinne

Eure Anke