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Samstag, 29. Oktober 2016

{Islam - Frauen} Über das Leben im Iran



Hallo Leute!

Irgendwie fasziniert mich der Iran, ein Land, das mir als Europäerin doch sehr fremd ist. Und ich muss ehrlich zugeben, dass mein Verhältnis zu diesem Land irgendwie sehr geprägt ist durch unzählige Vorurteile. 

Die Iranerin und Friedensnobelpreisträgerin Shirin Ebadi berichtet aus ihrem Leben.


Mein Iran



Daten 

Autorin: Shirin Ebadi
Verlag: Piper 
ISBN: 3492308554
Preis: 10€
Taschenbuch, 304 Seiten


Inhalt

Shirin Ebadi erhielt 2003 als erste muslimische Frau den Friedensnobelpreis. Zeit ihres Lebens setzt sie sich für eine Reform der muslimischen Gesellschaft und für die Menschenrechte im Iran ein. Die Juristin übernahm Fälle für Dissidenten, sie war sogar die erste weibliche Richterin. Doch mit  Khomeinis Machtergreifung durfte sie nur noch als Sekretärin arbeiten.

Doch aufgrund der Schwierigkeiten, die die arabische Revolution ihr machte, lebt sie seit 2009 im englischen Exil, von wo aus sie ihr Bemühen fortsetzt.

In ihrem Buch gibt sie tiefe Einblicke in den gegenwärtigen Zustand der Gesellschaft im Iran und bringt dabei auch ihre Ansichten auf den Punkt, ihre Wünsche, die zur Liberalisierung der Gesellschaft führen könnten. Gleichzeitig spricht sie auch von den Demütigungen, deren sie während der arabischen Revolution ausgesetzt war, wo unter anderem ihre Nobelpreismedaille beschlagnahmt wurde.

Sie zeichnet dabei auch ein sehr lebendiges Bild der iranischen Gesellschaft, geprägt durch die Theokratie und durch brutale Familiengesetze, unter denen vor allem die Schwächsten leiden, die Frauen und die Kinder.


Fazit

Vielleicht geht der nächste Trip in den Iran. Eine Kollegin meines Mannes wird im Iran heiraten und wir sind eingeladen. Das war für mich der Anlass, mich näher mit dem mir bisher etwas fremden Gesellschaft zu beschäftigen. Und damit hat man gerade als Frau durchaus ein paar Schwierigkeiten.

Shirin Ebadi zeichnet ein interessanten Blick auf die iranische Gesellschaft. Dabei gelingt es ihr trotzdem, die Liebe zu ihrem Land zu transportieren. Denn trotz aller Demütigungen und trotz des Exils ist und bleibt es IHR Iran.

Die Biografie von Shirin Ebadi zeigt das Leben einer mutigen Frau, die bereit war, ihr Leben einzusetzen, um sich für die Rechte der Schwächsten einzusetzen und dabei in die Fänge der konservativen, muslimischen Gesellschaft gerät. Was sie bereit ist, zu geben, imponiert sehr.

Von mir gibt es klare 5 Sterne.

In diesem Sinne

Eure Anke

Freitag, 30. September 2016

{Gesellschaft - Religion} Kamen ein Imam und ein Rabbiner...

Hallo Leute!

Heute wird in Jerusalem Shimon Peres beigesetzt. Alle Augen mal wieder auf Jerusalem, dem Ort des stärksten Interreligiösen Konflikts zwischen den Israelis und den Palästinensern. Shimon Peres war einst eine umstrittene Friedensikone in dieser Region. Doch der Konflikt zwischen Juden und Muslimen nimmt dennoch von Jahr zu Jahr zu.

Ramazan Demir und Schlomo Hofmeister sind da aber ein Gegenbeispiel - gemeinsam begeben sich der Imam und der Rabbiner auf Reise....

Reise nach Jerusalem



Daten


Autoren: Ramazan Demir, Schlomo Hofmeister, Maria-Christine Leitgeb
Verlag: Amalthea
ISBN: 3990500430
Preis: 22€
Gebundene Ausgabe, 208 Seiten


Inhalt


Auf den ersten Blick haben Demir und Hofmeister nur eins gemeinsam - ihren Wohnort. Der eine ist Gefängnisimam in Österreich, der andere Rabbiner und Vorsitzender der israelischen Kultusgemeinde in Wien.

Doch dann begeben sich die beiden auf eine gemeinsame Reise nach Istanbul und nach Jerusalem. Das ungleiche Gespann fällt auf. Aber gleichzeitig lernen die beiden auch, die Perspektive des Anderen zu schätzen und treten dabei in einen interreligiösen Dialog, der sonst kaum möglich gewesen wäre. Doch die beiden kennen sich schon seit Jahren, sind Freunde.

Gemeinsam besuchen sie die Blaue Moschee in der Türkei und die Klagemauer in Jerusalem und treten dabei in einen ganz besonderen Dialog - und sie entwickeln dabei ein Verständnis für die Religion des jeweils anderen.

Auf ihrer langen Reise schauen sich die beiden nicht nur die Heiligtümer der jeweils anderen Religion an, sondern sie sprechen auch miteinander über ihre Religion, über Antisemitismus und Islamfeindlichkeit. Sie sprechen darüber, wie sie es erleben, wenn sie als "Jude" oder "Moslem" abgstempelt werden. Sie stellen sich aber auch die Frage, wie sich die Religionen radikalisieren und wie man es verhindern könnte.

Sehr unterhaltsam und ehrlich sprechen die beiden miteinander und analysieren die gegenwärtige Situation in der Welt.


Fazit


Was ein großartiges Gespann. Eigentlich ist es kaum zu glauben, wenn man die beiden zusammen sieht. Ich hatte mal das Vergnügen bei einer Veranstaltung. Wenn die Religionsvertreter alle so miteinander sprechen könnten, wäre der Weltfrieden perfekt. Eine interreligiöse Kommunikation ist absolut möglch, egal wie gegensätzlich der Glauben auch ist, eine friedliche Kommunikation funktioniert und beide entwickeln auf eine ganz besondere Art ein Verständnis füreinander.

"Das Problem ist nicht die Religion, das Problem sind die Menschen" ist denke ich die Quintessenz des Buches und mit jedem Kapitel spürt man mehr, dass die beiden damit vollkommen Recht haben - dabei ist es egal, ob Christen in Sachsen Flüchtlingsheime abbrennen oder ob Moslems in Jerusalem als Selbstmordattentäter Busse in die Luft sprengen. Beginnt man, miteinander zu reden, hat man die Möglichkeit, friedlich nebeneinander zu exisitieren, oder wie Demir und Hofmeister sogar eine außergewöhnliche Freundschaft zu schließen.

Von mir gibt es klare 5 Sterne für dieses tolle Buch.

In diesem Sinne

Eure Anke


Donnerstag, 15. September 2016

{Geschichte - Islam} Auf den Spuren des 'Königs der Reisenden'

Hallo Leute!

Ibn Battuta ist einer der bekanntesten Reisen des 14. Jahrhunderts - auch genannt der "Marco Polo des Orients". 700 Jahre danach begibt sich Erich Follath auf seine Spuren.

Jenseits aller Grenzen

Daten
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Autor: Erich Follath
Verlag: DVA
ISBN: 3421046905

Preis: 24,99€
Gebundene Ausgabe, 528 Seiten


Inhalt
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Ibn Battuta ist einer der bekanntesten Reisenden des 14. Jahrhunderts. Zur gleichen Zeit, in der Marco Polo durch Asien reiste, reiste Battuta durch die damalige orientalische Welt. Von Tanger führt ihn die Reise über Tanger, Kairo und Damaskus, über Mekka, Shiraz und Dubai nach Istanbul, Dubai, Male, Jakarta und Hangzhou nach Granada. Mit seinem Reisebericht deckt er damit die gesamte damals vom Islam bestimmte Welt. Dabei beschreibt er den Islam als DIE Religion des Fortschritts.

Erich Follath geht 700 Jahre später genau auf die Spuren des bekannten Reisenden und schaut sich damit die islamische Welt an, wie sie heute ist. Anhand der Orte, die alle im 14. Jahrhundert eine ganz spezielle Bedeutung für den Islam hatten, schafft er eine Bestandsaufnahme. Mit welchen Problemen hat der Islam heute zu kämpfen? Haben sich die Erwartungen Ibn Battutas erfüllt? 

Erich Follath reist durch eine vollständig veränderte islamische Welt, die Ibn Battuta nicht wieder erkannt hätte - Konflikte schwehlen und scheinbar niemand besinnt sich mehr auf die absoluten Grundlagen des Islams zu besinnen.


Fazit
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Sich mit dem Islam zu beschäftigen, ist für uns in der heutigen Gesellschaft quasi unerlässlich. Kaum ein Tag vergeht, an dem nicht neue Nachrichten von irgendwelchen islamischen Konfliktherden in den Zeitungen stehen.

Spannend ist für mich vor allem die Gegenüberstellung und damit auch ein bisschen der Entwicklung des Islams über einen Zeitraum von 700 Jahren. Was ist noch heute so? Was hat sich verändert? Natürlich besonders spannend ist hier für mich Dubai, wo im Vergleich natürlich nicht mehr viele Spuren Battutas. Aber auch das Zusammentreffen mit anderen Moslems hilft ihm, die heutige Religion besser zu verstehen.

"Jenseits aller Grenzen" ist ein spannendes und lesenswertes Buch über den Islam damals und heute. Allerdings wird von Stadt zu Stadt etwas zäher, da natürlich viele Themen immer wieder auftauchen.


Von mir gibt es sehr gute 4 Sterne.

In diesem Sinne

Eure Anke