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Mittwoch, 31. August 2016

{Thriller} Eine andere Tess

Hallo Leute!

Wer mich kennt, der weiß, dass ich ein riesiger Fan der Amerikanischen Thrillerautorin Tess Gerritsen bin - schockierende Medizinthriller der Extraklasse. So etwas habe ich auch erwartet, als ich dieses Werk von ihr in die Hände bekam. Doch diesmal erwartete mich eine ganz andere Tess Gerritsen.

Verrat in Paris

Daten 

Autorin: Tess Gerritsen
Verlag: HarperCollins
ISBN: 3959670257
Preis: 10,99€
Taschenbuch, 304 Seiten

Inhalt

Die Hauptrolle in dieser Geschichte hat die junge Engländerin Beryl Tavistock und ihr Bruder Jordan. Die hatten ihr Leben lang an eine Lüge geglaubt. Ihre Eltern, beide Agenten des MI6, seien im Einsatz ums Leben gekommen, als sie noch kleine Kinder waren.

Doch dann treten Hinweise auf, dass das gar nicht stimmt. Ihr Vater sei als Doppelagent entlarvt worden sein. Um der Strafe zu entgehen, brachte erst seine Frau um und beging dann Suizid. 

Gemeinsam mit dem zwielichtigen Amerikaner Richard Wolf, in den sie sich auch promt verliebt, begibt in Paris sie sich auf die Suche nach der Wahrheit und begegnet dabei einem kompliziertem Netz aus längst überholten Feindbildern und Intrigen, die ihren Eltern schließlich das Leben kosteten.

Fazit

Nun, manchmal hat man das ja, das Autoren ihr gewohntes Feld verlassen und mal ganz was anderes schreiben. Bestes Beispiel dafür ist ja Nele Neuhaus, die als Nele Löwenberg fast schon ein bisschen schnulzig schreibt.

Ein ähnliches Gefühl hatte ich auch in diesem Fall bei Tess Gerritsen. Hat sie doch bei ihren Medizinthriller immer sehr temporeiche Geschichten, bei denen der Leser auch mal das Buch vor Schock aus der Hand verliert und eigentlich die ganze Nacht durchlesen will, gleitet sie hier doch häufig ins englisch-schnulzige ab, als hätte sie zu viele Rosamunde Pilcher Romane gelesen.

Der Thriller hat seine Spannungsmomente, keine Frage - trotzdem reicht er bei weitem nicht an den gewohnten Gerritsen Style heran. Ich war ein bisschen enttäuscht und kann deshalb auch nicht mehr als 3 Sterne geben. Für echte Gerritsen Fans sicher eine Enttäuschung, aber für diejenigen, die sich sonntags abends gerne mal an den Landschaftsbildern aus den Pilcherfilmen ergötzen und Thriller nicht allzu blutig mögen, ist das genau das Richtige!

In diesem Sinne

Eure Anke


Dienstag, 30. August 2016

{Krimi - Frankreich} Banyuls darf keinen neuen Hafen bekommen

Hallo Leute!

Momentan haben die Krimis ja wieder Hochsaison, die einen ein bisschen in Urlaubsstimmung bringen sollen - kein Wunder, seit letzte Woche stehen ja schon die Lebkuchen in den Regalen. Nun wurde ich bei meiner Recherche auf einen Krimi aufmerksam, bei dem mir sofort der Handlungsort ins Auge sprang - Banyuls sur mer. In dem kleinen, beschaulichen Ort habe ich nämlich während des Studiums mal ein längeres Praktikum gemacht, am dortigen Ozeangrafischen Institut.

Der Krimi musste gelesen werden.


Tödlicher Tramontane
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Daten
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Autor: Yann Sola
Verlag: Kiepenheuer & Witsch
ISBN: 3462048686
Preis: 9,99€
Taschenbuch, 352 Seiten



Inhalt
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Banyuls ist ein kleines Dörfchen, das sich an der Mittelmeerküste versteckt zwischen dem Meer und den Ausläufern der Pyrenäen. Die Einwohner dort fühlen sich nicht wirklich als Franzosen, sie sind Katalanen, eigensinnig und außergewöhnlich. All das trifft auch auf den Gastronomen Perez zu, der ein leidenschaftlicher Banyulenc ist, aber gerne auch mal das Gesetz anders auslegt, bestimmte Spezialitäten liefert der Feinkosthändler auch mal unter der Hand und vieles führt er auch über die grüne Grenze aus Spanien ein.

Aber Perez ist auch ein kleiner Hobbydetektiv. Denn der Polizei traut er nicht. Genauso wenig traut seine außergewöhnliche, deutsche Freundin Marianne der Polizei. Sie handelt lieber selbst, als sie erfährt, dass der Hafen in der wunderschönen Bucht von Banyuls erweitert und die Ruhe im Ort zerstört werden soll. Und in der Bucht ist ein riesiges Naturreservat.

Am nächsten Tag bricht eine Katastrophe über das kleine Dorf. Mitten in der Bucht, unweit vom Strand, explodiert eine Yacht. Die war gechartert von zwei Schweden. Sofort kommt Perez auf den Plan. Die außergewöhnliche Marianne hatte recht - und am Tag der Explosion verschwindet sie völlig von der Bildfläche. Nicht einmal ihre Teenie-Tochter Stephanie weiß, wo sie ist. Perez muss alles über den Verbleib seiner Freundin wissen. Gemeinsam mit seinem Geschäftspartner und mit Stephanie macht er sich auf die Suche. Und immer klarer wird, was die Investoren mit der Cote Vermeille vorhaben - sie wollen nicht nur den Hafen von Banyuls ausbauen, sondern sie wollen das gesamte Gebiet zu einem gigantischen Ferienresort, der Cote d'Azur 2.0 machen. Doch da haben sie nicht mit den renitenten Banyulenc gerechnet.


Fazit
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3 Monate war ich damals in Banyuls und muss sagen, ich habe vieles wiedererkannt - besonders natürlich den kleinen Hafen, in dem wirklich nur ein paar Boote liegen, aus dem ich häufiger ausgelaufen bin, um die Tiere im Naturreservat zu untersuchen. Aber auch die renitenten Banyulenc habe ich durchaus wiedererkannt, die sicherlich alles dafür tun würden, damit ihr abgelegenes Dorf am Meer auch abgelegen bleibt. Da hätte Perez, der Feinkosthändler mit Hang zur Gerechtigkeit und zur Steuerhinterziehung perfekt hineingepasst. Schließlich ist Banyuls einst als eine Art Schmugglernest direkt an der Grenze zu Spanien verrufen gewesen.

Die Atmosphäre des kleinen, verschlafenen Dorfs, das im Winter von den Fallwinden aus den Pyrenäen (das ist die Tramontane aus dem Titel) geplagt werden, die ganz schön heftig werden können.

Mit dem "Tödlichen Tramontane" ist Yann Sola ein perfektes Erstlingswerk gelungen, der Roman macht einfach ganz viel Lust auf mehr.

Von mir gibt es klare 5 Sterne.

In diesem Sinne

Eure Anke



Sonntag, 10. Juli 2016

{Krimi - Frankreich - Dupin} Ab in die Rente

Hallo Leute!

Häufig ist es ja leider so, dass Krimiserien mit der Zeit etwas nachlassen - ich hatte mich trotzdem auf den neuesten Krimi rund um den Pariser Kommissar Dupin gefreut, den es nicht ganz freiwillig in die Bretagne verschlagen hat...

Nun kam ja immerhin schon Band 5...


Bretonische Flut
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Daten
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Autor: Jean-Luc Bannalec
Verlag: Kiepenheuer & Witsch
ISBN: 3462049372
Preis: 14,99€
Broschiert, 448 Seiten



Inhalt
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Kommissar Dupin wurde vor langem von Paris in die Bretagne versetzt. Doch jetzt ist auch endlich Schluss mit der Fernbeziehung zu seiner Freundin Claire jetzt als Kardiologin im nahegelegenen Quimper arbeitet. Und so langsam gewöhnt er sich auch an das eigenwillige Völkchen im Westen Frankreichs. Wenn auch nur mit ganz viel Kaffee.

Seine Ermittlungen führen ihn diesmal in das Fischermilieu. Denn die Leiche der jungen Fischerin Celine Kerkrom wird gefunden - in einem Eimer mit Fischabfällen mit durchgeschnittener Kehle. Und, als wäre das nicht genug, taucht kurze Zeit später auf der Ile de Sein eine weitere Leiche auf. Auf einem keltischen Friedhof wurde einer Delphinforscherin ebenfalls die Kehle durchtrennt.

Schon auf den ersten Blick scheinen die beiden Fälle zusammenzuhängen, schließlich stammt Celine ebenfalls von der Ile de Sein... und so muss es Dupin diesmal nicht nur mit den eigenwilligen Kelten aus der Bretagne aufnehmen, sondern auch noch mit den noch eigenwilligeren Einwohnern von der Insel, die 9 km vor der Küste liegt.


Fazit
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Ich habe diesmal wirklich lange mit mir gekämpft, weil ich die Reihe um die eigenwillige Polizeitruppe aus der Bretagne wirklich mochte. Aber diesmal ist mir die ganze Geschichte von Beginn an etwas zu dürr geraten. Die Handlung schleppt sich nur so dahin. Und irgendwann merkt man, dass 150 Seiten vergangen sind und dabei kaum ein halber Tag um ist. Ein bisschen mehr Geschwindigkeit hätte dem ganzen sicherlich sehr gut getan.

 Dabei sind nichtmal die ausführlichen Erzählungen von Nolwenn oder Riwal Schuld - ganz im Gegenteil, ich mag es sogar ganz gerne, wenn die beiden Sagen und Geschichten aus der Heimat erzählen. Das Problem war für mich diesmal ganz klar Dupin selbst, der ein bisschen so wie ein Zuschauer wirkt - seltsam unbeteiligt und gar nicht richtig drin im Geschehen. Und da er die Hauptfigur ist, konnte man ihm gar nicht so recht ins Geschehen folgen.

Leider ist wohl Zeit für die Rente Monsieur le Commisaire. Mehr wie 2 Sterne kann ich kaum geben. Es ist ein sehr seichter Krimi, der bis zur Hälfte wirklich nur vor sich hin plätschert - und als ich dann zum zweiten mal innerhalb eines Kapitels einschlief, musste ich leider aufgeben...

In diesem Sinne

Eure Anke

Freitag, 17. Juni 2016

{Thriller - Frankreich} Durchwachsen

Hallo Leute!

In Europa gibt es nur sehr wenige gute Thrillerautoren - aber es lohnt dann doch immer mal wieder, was Neues zu probieren. Neulich stieß mir das Cover eines französischen Thrillers ins Auge - das musste doch mal probiert werden. Einen Versuch stelle ich euch heute vor...

Ungesühnt
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Daten
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Autor: Dominique Sylvain
Verlag: piper
ISBN: 978-3-492-30786-4
Preis: 9,99€
Taschenbuch, 336 Seiten


Inhalt
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Kriminalkommissarin Franka Kehlmann kennt sich mit psychisch kranken Killern aus. Schließlich ist sie mit einem aufgewachsen. Ihr Vater tapezierte in ihrer Jugend die Wohnung mit Bildern von brutalen Mordschauplätzen. Und auch ihr Bruder leidet an einer schweren psychischen Erkrankung. Der jungen Kommissarin fällt es schwer, sich von ihrer Vergangenheit zu lösen.

Doch das muss sie, als in einem Keller in Paris die Leiche einer zu Tode gefolterten Frau gefunden wird und ausgerechnet ihr Bruder den entscheidenden Hinweis gibt. Doch Franka weiß genau, wenn sie sich nicht beeilt, wird es eine weitere Leiche geben.

Auf der einen Seite ist das für die Neue - also Franka - der ideale Fall um sich zu beweisen. Aber auf der anderen Seite wird sie immer wieder in ihre grausame Vergangenheit zurückgezogen.


Fazit
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Es lohnt sich immer mal wieder, neue Thriller zu probieren - doch diesmal blieb es eher beim Versuch. Schon das Cover hatte mich magisch angezogen, schließlich erinnert es mich doch stark an amerikanische Thriller. Nur der Blick auf den Eiffelturm hinter der zerbrochenen Scheibe lässt erahnen, dass sich der Schauplatz in Paris befindet. Doch leider sollte es beim Versuch bleiben.

Leider liest sich der Thriller gerade zu Anfang sehr zäh - obwohl die Story, die gleich mit dem brutalen Mord beginnt, eigentlich sehr viel Potential hätte. Doch dann verliert sich der Plot in langwierigen Erzählungen aus dem Leben der Protagonisten, bevor er wieder an Fahrt aufnimmt. Dabei entstehen zahlreiche Wechsel der Schauplätze und Protagonisten, so dass der Leser relativ schnell den Überblick verliert - ich kann kaum zählen, wie oft ich nochmal zurückblättern musste.

Das letzte Drittel ist dann aber auch wieder ganz gut, fesselnd und mit Geschwindigkeit erzählt.

Die Charaktäre kommen bei mir ein bisschen flach rüber, wirklich tief eindringen kann man in die Story nicht - ein Effekt, den ich bei guten Thrillern doch sehr schätze.

Insgesamt kann ich daher nur durchschnittliche 3 Sterne geben.

In diesem Sinne

Eure Anke

Donnerstag, 5. Mai 2016

{Krimi - Frankreich - Cors} Personen - Schutz

Hallo Leute!

Heute darf ich euch mal wieder einen ganz anderen Krimi vorstellen. Ich wechsle da ja ganz gerne mal den Schauplatz. Diesmal geht die Reise in die Normandie, gemeinsam mit Benjamin Cors und seinem Hauptdarsteller Nicolas Guerlain.

Küstenstrich
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Daten
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Autor: Benjamin Cors
Verlag: dtv
ISBN: 3423261021
Preis: 15,90€
Taschenbuch: 384 Seiten


Inhalt
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"Küstenstrich" ist nach "Strandgut" der zweite Roman von Benjamin Cors rund um die Abenteuer des Personenschützers/Ex-Polizisten Nicolas Guerlain. Die Handlung ist an zwei Schauplätzen angesiedelt - Paris, dem normalen Arbeitsplatz Guerlains und  Deauville, einem kleinen Ort in der Normandie.

Die Geschichte beginnt in Calais - mit einem aktuellen uns sehr brisanten Thema. Zu Beginn nimmt die kleine Zorah die Hauptrolle ein, wir befinden uns im sogenannten Dschungel. Das kleine Mädchen ist mit ihrer Familie aus Afghanistan geflohen, nicht mehr lange und sie will in England sein. Gemeinsam mit ihrer Freundin Nuria erkundet sie das Lager, sie will ans Meer. Der Ausflug soll kein glückliches Ende nehmen, denn Kriminelle unter den Flüchtlingen nehmen Nuria gefangen, wollen Geld erpressen. Doch kurze Zeit später rücken Bulldozer an, der Dschungel wird geräumt. Und Nuria bleibt verschwunden. Einige Zeit später wird ein unbekanntes Mädchen gefunden, brutal ermordet hinter den Mülleimern eines Nachtclubs.

Guerlain wird als Personenschützer in die Normandie gerufen. Dort wurde der Adelige Graf von Tancarville bereits dreimal innerhalb einer Woche bedroht. Guerlain ist nicht ganz so begeistert, schließlich führt ihn dieser Auftrag in seine Heimat, die Normandie. Schlimme Erinnerungen an seine Vergangenheit plagen ihn.


Fazit
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Ich lerne französische Krimis immer mehr zu schätzen. Und nach Sophie Bonet, Christine Cazon und Jean-Luc Bannalec habe ich nun den vierten Autoren gefunden, der das Genre der Frankreichkrimis richtig gut beherrscht.

Cors hat mit Guerlain einen klugen, starken aber gleichzeitig auch sehr sensible Helden kreiert, in den man sich perfekt einfühlen kann. Gleichzeitig sind die einzelnen Handlungsstränge so klug verwoben, dass man bis ganz zum Schluss nicht weiß, wie alles verwoben ist - auch ich, der erfahrene Krimileser, weiß nicht sofort, was Sache ist. Und genau so etwas macht gemeinsam mit dem sehr klugen Umgang mit Sprache einen guten Krimi aus. Klug empfinde ich beispielsweise die Sache mit dem Hund, die die Handlungsstränge auf eigenartige Weise verbindet und zusammenhält. Als Leser hat man damit eine tolle Orientierung und quasi immer den roten Faden in der Hand. Ein Element, das gleichzeitig Spannung erzeugt, dem Leser aber auch das Heft in die Hand gibt - sowas kannte ich bisher noch nicht und ich finde es klasse!

Gewürzt ist das Ganze noch dazu mit einer kleinen Prise aktueller Brisanz, vom "Dschungel" und den Flüchtlingen auf dem Weg nach England hört man ja immer wieder in den Nachrichten. Man spürt die Hoffnung des kleinen Mädchens, das kurze Zeit später verkauft und getötet wird.

Von mir bekommt dieser Krimi klare 5 Sterne. Ich will mehr davon.

In diesem Sinne

Eure Anke