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Donnerstag, 1. Dezember 2016

{Reisen - Abenteuer} Aus einem halben Jahr werden zwei

Hallo Leute!

Ich liebe Reiseberichte, Reisetagebücher aus den entlegendsten Teilen der Welt. Und nach meiner kleinen Meerschweinchenjagd im vorigen Jahr bin ich besonders von Südamerika fasziniert...

Per Anhalter durch Südamerika
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Daten
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Autoren: Morten Hübbe und Rochssare Neromand-Soma
Verlag: Malik
ISBN: 33492406116
Preis: 16,00€


Inhalt
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Morten und Rochssare sind gerade mit dem Journalistikstudium fertig, die Zeugnisse sind noch nicht geschrieben, als sie schon auf dem Weg nach Argentinien sind. Zunächst wollen sie 6 Monate bleiben, erstmal ordentlich spanisch lernen und dann noch ein bisschen im Süden des Kontinents herumreisen, ehe sie wieder zurückfliegen

Doch es kommt anders. Nur per Pedes oder per Anhalter unterwegs reisen sie dort, wo nicht oft Touristen vorbeikommen. Mit Couchsurfing suchen sie sich Unterkünfte bei Einheimischen, schlafen in Wellblechhütten und Studenten-WGs und haben damit auch sehr engen Kontakt mit der Bevölkerung. 

Sie kommen zu allen Sehenswürdigkeiten - von Machu Picchu bis in den Amazonas. Dort treiben sie zum Beispiel einen Monat mit den Marktbooten den Fluss entlang. In Galapagos tauchen sie mit den Schildkröten, in Bolivien klettern sie in eine Silbermine und landen schließlich an den Karibikstränden.


Fazit
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Wow, was für ein Abenteuer. Sowas hätte ich nach dem Studium auch mal machen sollen. Fernab vieler Touristenpfade lernen die beiden das einfache Leben der Minenarbeiter kennen, leben auf Bauernhöfen ohne Strom und fließend Wasser. Aber sie leben auch auf Couches in bewachten Wohnvierteln des Kontinents, sie rauschen mit LKWs durch die Anden und kauen Kokablätter - kurz sie lernen Südamerika in all ihren Facetten kennen - von Buenos Aires bis Bogota.

Eigentlich hätte das Buch klare 5 Sterne verdient, allerdings empfinde ich es an manchen Stellen etwas zu kurz oder Lückenhaft. Auf dem Perutrip beispielsweise haben wir dort mehr erlebt als die beiden in ihrer Zeit dort. Allerdings hätte man - wenn sie alle Erlebnisse aufgeschrieben hätten - das Buch aufgrund seiner Größe nicht mehr in den Händen halten können. Ich hätte mir nur vielleicht noch etwas ergreifenderes versprochen. Wenn ich alleine an meinen Besuch in Machu Picchu denke - ergreifend... In dem Buch wirkt das manchmal etwas platt.

Man muss allerdings immernoch bemerken, dass solch eine Schilderung zwar Mut macht, so etwas selbst zu erleben. Das selbst erleben ersetzt es jedoch nicht!

In diesem Sinne

Eure Anke

Freitag, 30. September 2016

{Gesellschaft - Religion} Kamen ein Imam und ein Rabbiner...

Hallo Leute!

Heute wird in Jerusalem Shimon Peres beigesetzt. Alle Augen mal wieder auf Jerusalem, dem Ort des stärksten Interreligiösen Konflikts zwischen den Israelis und den Palästinensern. Shimon Peres war einst eine umstrittene Friedensikone in dieser Region. Doch der Konflikt zwischen Juden und Muslimen nimmt dennoch von Jahr zu Jahr zu.

Ramazan Demir und Schlomo Hofmeister sind da aber ein Gegenbeispiel - gemeinsam begeben sich der Imam und der Rabbiner auf Reise....

Reise nach Jerusalem



Daten


Autoren: Ramazan Demir, Schlomo Hofmeister, Maria-Christine Leitgeb
Verlag: Amalthea
ISBN: 3990500430
Preis: 22€
Gebundene Ausgabe, 208 Seiten


Inhalt


Auf den ersten Blick haben Demir und Hofmeister nur eins gemeinsam - ihren Wohnort. Der eine ist Gefängnisimam in Österreich, der andere Rabbiner und Vorsitzender der israelischen Kultusgemeinde in Wien.

Doch dann begeben sich die beiden auf eine gemeinsame Reise nach Istanbul und nach Jerusalem. Das ungleiche Gespann fällt auf. Aber gleichzeitig lernen die beiden auch, die Perspektive des Anderen zu schätzen und treten dabei in einen interreligiösen Dialog, der sonst kaum möglich gewesen wäre. Doch die beiden kennen sich schon seit Jahren, sind Freunde.

Gemeinsam besuchen sie die Blaue Moschee in der Türkei und die Klagemauer in Jerusalem und treten dabei in einen ganz besonderen Dialog - und sie entwickeln dabei ein Verständnis für die Religion des jeweils anderen.

Auf ihrer langen Reise schauen sich die beiden nicht nur die Heiligtümer der jeweils anderen Religion an, sondern sie sprechen auch miteinander über ihre Religion, über Antisemitismus und Islamfeindlichkeit. Sie sprechen darüber, wie sie es erleben, wenn sie als "Jude" oder "Moslem" abgstempelt werden. Sie stellen sich aber auch die Frage, wie sich die Religionen radikalisieren und wie man es verhindern könnte.

Sehr unterhaltsam und ehrlich sprechen die beiden miteinander und analysieren die gegenwärtige Situation in der Welt.


Fazit


Was ein großartiges Gespann. Eigentlich ist es kaum zu glauben, wenn man die beiden zusammen sieht. Ich hatte mal das Vergnügen bei einer Veranstaltung. Wenn die Religionsvertreter alle so miteinander sprechen könnten, wäre der Weltfrieden perfekt. Eine interreligiöse Kommunikation ist absolut möglch, egal wie gegensätzlich der Glauben auch ist, eine friedliche Kommunikation funktioniert und beide entwickeln auf eine ganz besondere Art ein Verständnis füreinander.

"Das Problem ist nicht die Religion, das Problem sind die Menschen" ist denke ich die Quintessenz des Buches und mit jedem Kapitel spürt man mehr, dass die beiden damit vollkommen Recht haben - dabei ist es egal, ob Christen in Sachsen Flüchtlingsheime abbrennen oder ob Moslems in Jerusalem als Selbstmordattentäter Busse in die Luft sprengen. Beginnt man, miteinander zu reden, hat man die Möglichkeit, friedlich nebeneinander zu exisitieren, oder wie Demir und Hofmeister sogar eine außergewöhnliche Freundschaft zu schließen.

Von mir gibt es klare 5 Sterne für dieses tolle Buch.

In diesem Sinne

Eure Anke