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Samstag, 22. Oktober 2016

{Gesellschaft - Humor} Bayrische Seele

Hallo Leute!

Bayern ist ja innerhalb von Deutschland so ein Spezialfall - meist spürt man hier ein kleines bisschen mehr von allem - "Mia san Mia" heißt es eben. Thomas Kernert versucht in seinem Buch, dem Phänomen "Bayern" auf den Grund zu gehen...

Dicke Lederhose

Daten

Autor: Thomas Kernert
Verlag: Riemann
ISBN: 3570501973
Preis: 17,99€
Broschiert, 256 Seiten

Inhalt

Thomas Kernert wirft einen ganz speziellen Blick auf seine Heimat - und dabei versucht er die speziellen Aspekte der Bayrischen Idylle zu klären. Dabei verpasst er keines der gängigen Klischees - zwischen Weißwurst und Fussball, zwischen Trachtenidylle und Innovationsland - Bayern ist einfach anders.

Und so ist man unterwegs mit einem Bayern durch Bayern unterwegs und lernt das Volk so auf eine ganz andere Art kennen. Man begleitet den Autor etwa in einen Trachten-Outletstore oder in Orte wie  Oberaudorf, Zorneding oder Fröttmanning. Dabei geht man in einen Trachtenverein, hört Blasmusi und schaut den Bayern ganz tief in die Seele.

Fazit

Viele, dazu zähle ich mich auch, verbinden mit Bayern eine gewisse Hassliebe. Man schaut sich schon gerne mal München an oder geht in den bayrischen Bergen Wandern. Meine Mutter hat früher mal über Frankreich gesagt "Frankreich ist ja ganz nett, wenn da nicht so viele Franzosen wären" - und so ähnlich geht es mir auch immer, wenn ich in Bayern bin.

Leichtfüssig und auch ein bisschen selbstironisch (schließlich ist er ja selbst (allerdings bekennender Trachtenverweigernder) ein Bayer) erklärt Kernert eben dieses Phänomen. Zwar regt man sich über die Bayern auf, ärgert sich, wenn der Verein mal wieder Deutscher Meister wird oder wenn Herr Seehofer mal wieder seine ganz eigene Politik durchsetzen will - aber was wäre Deutschland ohne sie.

Von mir gibt es für dieses humorvolle und ehrliche Buch sehr gute 4 Sterne.

In diesem Sinne

Eure Anke

Dienstag, 13. September 2016

{Psychologie - Gesellschaft} Lebe lieber unperfekt

Hallo Leute!

Perfektion ist in unserer Gesellschaft wohl eines der wichtigsten Maßstäbe - alles muss perfekt sein, perfekter Job, perfekte Wohnung, perfekte Familie - dadurch entsteht ein wahnsinniger Druck, der von Patrick Batarilo in seinem Buch analysiert wird...

Fuck Perfektion - Lieber umperfekt glücklich als perfekt unglücklich


Daten

Autor: Patrick Batarilo
Verlag: Riemann
ISBN: 3570501930
Preis: 16,99€
Broschiert, 256 Seiten



Inhalt und Fazit


Unsere Gesellschaft ist auf ständige Perfektion ausgelegt. Es steht ein ständiger Druck zur Verbesserung im Raum - egal ob im Job oder im Privatleben. Heute ist es ist selbstverständlich, dass man immer und überall gute Laune verbreiten muss, im Social Media muss man ständig präsent sein und mehr Freunde haben als alle anderen, fitter und gesünder Leben muss man auch als die Freunde und auch die rare Freizeit muss zu 110% ausgenutzt werden. Es muss immer das Neueste Handy und die Neueste Mode sein.

Patrick Batarilo wirft damit ein spannendes Auge auf unsere heutige Gesellschaft und analysiert, wie wir uns mit ständiger Perfektion selbst in den Abgrund treiben. Dabei betreibt er Selbstversuche. Was passiert, wenn man sich diesem Gesellschaftsdruck nicht beugt.

Und dabei kommt er zu einem einfachen Schluss - Lasst das mit der Perfektion einfach sein, denn auch mit dem Handymodell aus dem letzen Jahr wird man glücklich, auch wenn man nicht das intelligenteste und beliebteste Kind der Klasse hat, wird man weiterleben können. Und man kommt auch positiv durchs Leben, wenn man eben nicht jede Stufe der Karriereleiter erklimmt und dafür mehr Zeit mit seinen Lieben verbringt. Und ohne diesen ganzen Druck wird man dann doch glücklicher. Denn es ist eben dieser Perfektionsdruck, der für steigende Anzahlen an Depressions- und Burnout-Erkrankungen verantwortlich ist. 

Sehr humorvoll erzählt der Autor von seinen Selbstversuchen und davon - das funktioniert ganz prima. Und ich muss auch sagen, dass es auch mal ganz toll ist, den Sport mal sausen zu lassen und bei dem Sonnenschein mal früher aus dem Büro nach Hause zu kommen. Das Buch ist kein Ratgeber, sondern viel mehr eine Art Anleitung zur Selbsterkenntnis.


Also Fuck Perfection...

Von mir gibt es klare 5 Sterne.

In diesem Sinne

Eure (uuperfekte) Anke

Donnerstag, 28. April 2016

{Sport - Geschichte - Sachbuch} Olympia hat seine eigenen Geschichten

Hallo Leute!

Als deutscher Schüler hat man sich wohl mit kaum einem Thema im Geschichtsunterricht intensiver beschäftigt wie der NS-Propaganda. Dieser Roman erzählt die Geschichte von 9 Jungs aus der US-Provinz, die dem favorisierten Deutschen Team ganz unerwartet die Show in Berlin versauen.


Das Wunder von Berlin
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Daten
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Autor: Daniel James Brown
Verlag: Riemann
ISBN: 3570501841
Preis: 21,99€
gebundene Ausgabe, 496 Seiten


Inhalt
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Berlin 1936 - Olympia wird zu einer wahren Propagandashow für das noch relativ junge Hitlerregime.

Das Wunder von Berlin erzählt die wahre Geschichte des US-Amerikanischen Ruderteams aus Perspektive des Jungen Joe Rantz, der relativ perspektivlos durch das Leben ging, bis er sich an der Universität von Seattle dem Ruderteam anschließt.

Intensives Training führt dazu, dass die 9 Ruderer des Nationalteams sich erst schwer finden, sich dann aber für die Spiele in Berlin qualifizieren.

Parallel dazu wird auch die Situation in Deutschland - die immer schärfer werdenden Repressalien gegen Juden und die immer heftiger werdende Propaganda aus US-Perspektive gezeigt.

Im Finale schließlich liegen die Boote von den USA, Italien und Deutschland innerhalb 1 Sekunde - doch Deutschland holt auf heimischen Boden nur Bronze, die USA gewinnt.

Das Buch zeigt aus einer sehr bewegenden Perspektive die Geschichte der wohl größten Propagandashow, die jemals auf deutschem Boden stattgefunden hat. Denn Daniel Brown hat sie direkt von der Quelle, Rantz erzählte sie ihm kurz vor seinem Tod.


Fazit
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Die Geschichte von Jesse Owens, dem farbigen Läufer, der vor den entsetzten Augen des Führers die Goldmedaille gewinnt, kennt wohl jeder. Die Geschichte der Rudermannschaft, die der deutschen Mannschaft die prestigeträchtige 8er Goldmedaille abjagt, kannte ich bisher noch nicht.

Das Buch erzählt dabei nicht nur intensiv die Deutsche und die Amerikanische Geschichte der 30er Jahre, sondern man erfährt auch viel über die eigentliche Sportart - das harte und intensive Training, aber auch die aus heutiger Sicht laienhafte Arbeit im Hintergrund.

Spannend ist der Wechsel der Perspektive. Als Schüler lernt man natürlich eher die "Im Nachhinein weiß ich es besser" Perspektive zu den Entwicklungen im Deutschland der 30er Jahre. Hier aber erfährt man, wie man in den fernen USA die Entwicklungen primär aus der Distanz, bei den Spielen aber auch aus nächster Nähe erlebt und bewertet.

Dabei hat das Buch einen gewissen leichten Stil, die einem das Lesen leicht macht (auch wenn man sich nicht wirklich mit dem Rudern identifiziert). Man kann regelrecht in der Geschichte versinken, hegt sofort Sympathie mit Joe - ein bisschen ein Feeling, als würde man bei Opa im Wohnzimmer sitzen und sich seine alten Geschichten anhören.

Von mir gibt es klare 5 Sterne.

In diesem Sinne

Eure Anke