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Samstag, 30. Juli 2016

{Krimi - Küste} Mehr seicht als spannend

Hallo Leute!

Küstenkrimis sind irgendwie immer ganz interessant - ein kleines bisschen spannend, ein kleines bisschen skuril. Heute darf ich euch einen davon vorstellen.


Tote Oma mit Schuss
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Daten
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Autorin: Christiane Martini
Verlag: Gmeiner
ISBN: 3839218454
Preis: 9,99€
Taschenbuch, 183 Seiten


Inhalt
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Dorfpolizist Hinercks ist langweilig. Denn hinterm Deich passiert einfach nix. Deshalb sitzt er eigentlich den ganzen Tag bei Oma Else und trinkt Tote Oma. Eigentlich heißt die Tote Oma ja offiziell in Friesland "Tote Tante" und ist ein alkoholisches Getränk - aber bei der Oma Else heißt es eben Tote Oma.

Doch dann kommen 4 Bayern hinter den Deich. Die Gevatter Blechschuss sind eine kleine Blechblaskombo, die im Watt proben wollen. Doch schon bei der ersten Probe bringen sie Unruhe mit - denn sie finden eine Leiche, die mit der Flut angeschwemmt wird. Rein zufällig ist gerade Lisa vor Ort, eine langbeinige Kommissarin der Husumer Kripo, die hier Urlaub macht und gleich die Ermittlungen an sich reißt und versucht, gemeinsam mit Hinercks den Mord zu lösen. Hinercks ist begeistert, denn endlich ist hinter dem Deich mal was los, sonst hat er höchstens mal ein Fahrrad geklaut wird.

Und die erste Leiche wird nach Ankunft der Bayern auch nicht die letzte Leiche sein.


Fazit
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Provinzkrimis haben immer etwas ganz Eigenartiges. Eine Mischung aus leichter Spannung und ganz viel Skurilität. Und so habe ich mich ein ums andere mal an die TV-Serie "Mord mit Aussicht" erinnert gefühlt.

Leider ist der Stil der Autorin irgendwie ein bisschen ungelenk, dazu gleitet die ganze Geschichte etwas zu sehr ins Skurile ab. Beispielsweise ist kaum nachzuvollziehen, dass die Kommissarin rein zufällig vor Ort ist, direkt alles an sich reißen kann und dann natürlich einer der Bayern ihr Bruder ist. Natürlich muss sie Riemchensandalen tragen, alles wirkt irgendwie ein bisschen zu viel des Guten und daher driftet es ein wenig vom Thema "Merkwürdige Menschen auf dem Land" ins Unglaubwürdige ab.

Für mich ist das ganze noch sehr ausbaufähig. Die Grundidee gefällt mir ganz gut, am Stil muss man für einen guten Krimi noch ein bisschen arbeiten.

In diesem Sinne

Eure Anke

Montag, 18. April 2016

{Hörbuch - Regionalkrimi - Bayern} Ein Bauer in Garmisch...

Hallo Leute!

Heute darf ich euch mal wieder ein tolles Hörbuch vorstellen - als Fan klassischer Regionalkrimis ist man bei Nicola Förg schließlich goldrichtig.

Mord im Bergwald
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Daten
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Autorin: Nicola Förg
Sprecherin: Johanna Bittenbinder
Verlag: Osterwoldaudio
ISBN: 3869523050
Preis: 12,99€
3 CDs, 255 Minuten


Story
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Ein gutausehender Toter wird mitten im Karwendelgebirge gefunden - der Landwirt scheint sich den einen oder anderen zum Feind gemacht. Er wird vom Alpenverein gefunden, der gerade Sanierungsarbeiten durchführt - allerdings nicht im Ganzen - erst ein Finger, dann ein Ohr - bis alles zusammen ist, dauert es eine Weile.

Währenddessen kämpft Kommissarin Mangold mit ihrem grünen Daumen und auch ihre Kollegin Kathi Reindl erreicht der Anruf in einer leicht kompromitierenden Situation - sie feiert gerade ein Schäferstündchen mit ihrem verheiratetem Nachbarn.

Einen Tag später scheint er beinahe wie von den Toten auferstanden, denn er marschiert in die Polizeistation in Garmisch um bei den Kommissarinnen Mangold und Reindl eine Vermisstenanzeige aufzugeben - doch es wird schnell klar, dass der Zeitsoldat Peter Fichtl der Zwillingsbruder des Toten ist - Pius Fichtl aus Mittenwald. Er ist in der Bauernschaft eher verhasst - so machte er etwa bei einem Milchstreik nicht mit.

Doch eigentlich wollte er zu einem Geschäftstermin in Tirol, doch dort kam er nie an.


Lesung
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Die Lesung ist äußerst charmant, da Johanna Bittenbinder den Lokalkolorit mit ihrem bayrischen Dialekt aufnimmt, wie es Nicola Förg auch in ihrem Text tut. Das macht relativ viel des Reizes der Geschichte aus.


Fazit
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Glücklicherweise hat mir diese Geschichte wesentlich besser gefallen als "Das stille Gift", denn diesmal wird sich mehr auf die Straftat an sich und weniger auf anklagende Politik gewidmet.

Sehr reizvoll finde ich immer wieder den spannenden Gegensatz zwischen den beiden Kommissarinnen - der spontanen und wilden Kathi und der eher nachdenklichen Irmi.

Äußerst sympathisch ist die Sprecherin, die mit ihrem bayrischen Dialekt der Lesung einen zusätzlichen Reiz verleiht. Sie macht einen richtig guten Job. Da kann man vielleicht sogar ein kleines bisschen über die fehlende Spannung hinwegsehen, denn eins ist sicher, es gibt Krimis mit mehr Gänsehaut als die von Nicola Förg.

Dafür ist der Krimi aber angenehm kurzweilig und leicht, optimal für eine lange Bahnfahrt oder einen gemütlich-langen Flug.

Von mir gibt es sehr gute 4 Sterne.

In diesem Sinne

Eure Anke

Montag, 11. April 2016

{Bayern - Regiokrimi} Und die Moral von derra Gschicht?

Hallo Leute!

Ich liebe Krimis - besonders die Regionalkrimis finde ich ja immer toll... Das ist immer ein kleines bisschen auch eine Reise in die jeweilige Region. Und diesmal führt mich diese Reise nach Garmisch.

Das stille Gift
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Daten
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Autorin: Nicola Förg
Verlag: Pendo
ISBN: 3866123450
Preis: 14,99€
Broschiert, 320 Seiten


Inhalt
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Zwei typische Garmischtouristen (schon seit mehr als 30 Jahren geht es immer aus dem Ruhrpott nach Garmisch) kommen aufgebracht in die Polizeistation. Bauer Urban hat sie nämlich auf einem Wanderweg angespritz mit den Gärresten aus seiner Biogasanlage. Zum Beweis bringen sie den Kommissarinnen Irmi Mangold und Kathi Reindl ein Stück Metall.

Und schnell haben die beiden einen neuen Fall. Was nämlich als unförmiger Metallklumpen erschien, stellt sich schnell als künstliche Hüfte heraus. Und ausgerechnet die gehört dem seit 4 Jahren verschwundenen Kilian Schwaiger, der als Umweltaktivist und ziemlicher Querulant verschrien war.

Und die erste Frage, die sich die Kommissarinnen stellen müssen: Wie kommt die Hüfte in das Fass, das Bauer Urban über seine Felder zieht? Und das entpuppt sich als veritabler Umweltkrimi. Denn vor Kilians Verschwinden starben die Kühe in seinem Stall. Er vermutete chronischen Botulismus, den er sich über die gepachtete Gemeindewiese in das Futter eingemäht haben will. Doch das nachzuweisen ist schwierig, schließlich ist die Existenz der Krankheit an sich umstritten.

Dann wird die Leiche auf Bauer Urbans Feld gefunden - und den Kommissarinnen wird ein Stick zugespielt mit Daten von Kilians Laptop. Doch die lassen vermuten, das Kilian Schwaiger bis vor 2 Jahren noch gelebt hat (obwohl er doch vor 4 Jahren verschwunden ist).

Es stellt sich heraus, dass er sich 2 Jahre lang mit Unterstützung seiner Tochter, des Amtsveterinärs a.D. und einer Biologin in einer Hütte im Karwendel effektiv versteckt hat... Und er plante einen Anschlag - um endlich nachzuweisen, an was seine Kühe so qualvoll verendet waren.


Fazit
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Hmmm, schwierig. Auf der einen Seite ist der Plot schon wirklich interessant - Bayern, Landwirtschaft, Umweltkriminalität, Glyphosat (wurde ja neulich erst im Bier nachgewiesen) - das kann schon ein veritables Problem ergeben. Durchaus charmant wird auch immer wieder der bayrische DIalekt untergebracht, ohne dass das das Verständnis des Textes beeinflusst.

Leider übertreibt die Autorin ein wenig mit der Aufklärung, denn Seitenweise ergießt sie sich etwa über Landwirtschaft in Argentinien, was zwar nett zu wissen ist, aber eben nicht grade zum Krimi beiträgt. Genausowenig habe ich verstanden, was Glyphosat mit den Botulinus Toxin auf der Gemeindewiese zu tun hat und wie die Tochter (JETZT 18) vor mehr als 2 Jahren mit dem Auto nach Tirol gekommen ist um ihren Vater auf der Berghütte zu besuchen und warum die Tochter der Kommissarin mit einem Flüchtling zum Reden auf ne Berghütte geht (ja, auch das Thema musste man noch unterbringen sowas zieht ja immer).

Ja, Landwirtschaft ist ein generelles Problem - Anbau von Mais extra für Biogasanlagen, Billigfleisch, Antibiotika etc. Leider holt die Autorin hier zu einem Rundumschlag zum Thema Ernährungspolitik aus - wenn ich das alles in dem Ausmaße wissen will, kaufe ich mir aber ein Sachbuch und keinen Krimi. Klar, ein paar Infos sind unerlässlich - hier wird es aber relativ schnell viel zu viel (merkt man übrigens daran, dass auch die Kommissarinnen verwirrt sind).

Auch wird es am Ende unübersichtlich wer was wo wie wann und warum - irgendwie sind dann da zu viele Fäden (die ich hier natürlich nicht verraten kann).

Darunter leidet der eigentlich gut angelegte Plot sehr. Daher kann ich schwerenherzens nur 2 Sterne geben.

In diesem Sinne

Eure Anke